Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) 750. Todestag Federico Secondo, Friedrich II.

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Eintrag #6 vom 14. Dez. 2000 03:41 Uhr Stephan M. Rother M.A.   Nachricht

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Jaaaaaa, er war ein toleranter, ein moderner, ein weitblickender Herrscher, doch ich muß als advocatus diaboli auch an David Abulafia und seine Biographie aus den neunziger Jahren erinnern (genauen Titel liefere ich nach), der besonders breit die Schwächen dieser Argumentation aufzeigt. Vieles “Moderne” war schon bei Friedrichs normannischen Vorfahren auf dem sizilischen Königsthron angelegt, insbesondere die Gesetzgebung seines Großvaters Roger II. nahm vieles “friderizianische” voraus. Und die Toleranz: Nun, bei den Ketzern hörte sie bekanntlich auf. Was davon innerlich, religiös, weltanschulich gewollt war und was politisches Kalkül, ist sicherlich Gegenstand künftiger Diskussionen. War es nur logisch, zwingend fast für den Erben der Könige Siziliens, deren Politik fortzusetzen? Was davon war ureigener Entschluß, was war persönliches Wollen? Wir alle kennen die Schreckensbilder eines Salimbene eines Matthaeus Parisiensis und Anderer … die Schauerstories von dem Kanzlisten, dem der Daumen abgeschnitten wurde, weil er den kaiserlichen Namen falsch schrieb. Auch das war Friedrich: Er war grausam, doch großartig selbst in seiner Grausamkeit. Der größte unter den Fürsten der Erde … das Staunen der Welt …
Magister

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Eintrag #5 vom 14. Dez. 2000 00:53 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Euch, auch ich nur in Kürze, wegen der Zeit: Es gibt keinen Herrscher des Mittelalters, der das Ideal des Königs und Kaisers in die Moderne übertragen hat, wie ER es tat. Und es gibt keine Person der Geschichte, die noch bis in unsere Tage hinein so verleumdet und verteufelt wird, wie mein Herr Friedrich, der für einen Wimpernschlag in der Geschichte die Welt veränderte. Stupor mundi - das Staunen der Welt!
Euer Haduwolff

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Eintrag #4 vom 13. Dez. 2000 19:18 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Sein Verhalten anderer Religionen gegenüber war für seine Zeit recht ungewöhnlich. Denke, er war der tolleranteste Kaiser den es je auf dem deutschen Thron gegeben hat. Gruß v. Arlen

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Eintrag #3 vom 13. Dez. 2000 14:27 Uhr Thomas (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas eine Nachricht zu schreiben.

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Aus Zeitgründen nur extrem kurz: Ich erweise Fridericus II, dem größten König, Kaiser und Weltmann seiner Zeit meine ergebene Aufwartung. Natürlich war er nicht perfekt und damals wie heute lösen/lösten so manche Handlungen und Thesen von IHM Verwunderung und/oder Empörung aus, trotzdem war der Staufer gewiß der Größten einer. Konkreteres evt. später.
Mit den besten Grüßen, HvE (Thomas)

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Eintrag #2 vom 13. Dez. 2000 11:53 Uhr Ute Gebhard   Nachricht

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hullo magister, was für eine interessante idee…. da ich ja mit friedrich II einiges am hut habe, fang ich einfach mal an…. “Unsere wahre Absicht ist, sichtbar zu machen die Dinge, die sind, wie sie sind.” Zitat Friedrich II von Hohenstaufen ein mann zum staunen und zum fürchten, ein mensch, der seine zeit, in der er lebte, gleichzeitig aufs höchste verwirrte und entzückte.er war heiss oder kalt, aber niemals lauwarm… einordnen kann man ihn schwer, zu vielseitig, zu ungewöhnlich, passt er wohl nicht in die üblichen schubladen. ich denke, er wollte den dingen immer auf den grund gehen, auch wenn diese “neugier” mit grausamkeit verbunden war, das war wohl zweitrangig, aber der wissensdurst musste gestillt sein… ein ewiger peter pan? er hatte, soweit ich weiss, überragende begabungen auf vielen gebieten, und er versuchte nicht, jemand zu sein, er “war” einfach er selber….falls jemand versteht, was ich meine. seine seele hatte sowohl okzidentale als auch orientalische facetten, dies hat man ihm angekreidet, vorgeworfen… er sprach die blumige sprache der araber so gut wie das sizilianisch der fischer….kind aus apulien…. “In dir da liegt gefangen mein Anfang und mein Ende. So hebe deine Hände, zerbrich der Knechtschaft Siegel und stille dies Verlangen, auf daß mein stetes Hoffen, befreit von Schloß und Riegel, die Türe zur Erlösung findet offen.” (aus einem Gedicht Federicos) ich gäbe viel für eine zeitmaschine, dieser mensch war wahrlich vom unruhvollen stamm! Truda die Botin (der mag weiss schon, warum.. ;-) )

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Eintrag #1 vom 13. Dez. 2000 10:34 Uhr Stephan M. Rother M.A.   Nachricht

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Hiho, heute jährt sich zum siebenhundertundfünfzigsten Male der Todestag des italienischen Staufers Friedrich II. (25.12.1194-13.12.1250), der schon von seinen Zeitgenossen “stupor mundi” genannt wurde, das Staunen (oder auch das Erschrecken) der Welt. Als Kind Mündel des Papstes, als christlicher Herrscher aufgewachsen in engem Kontakt zur arabischen und jüdischen Kultur Siziliens wurde er als römisch-deutscher Kaiser, König von Sizlien und Jerusalem zur vielleicht umstrittensten Figur der mittelalterlichen Geschichte überhaupt. Dieser Thread soll das Leben dieser zwischen Heilsbringer und Antichrist schwankenden Figur und insbesondere der Kultur des Stauferhofes in Süditalien diskutieren. Zur Erstinformation sei auf meine Titelstory in der aktuellen Karfunkel verwiesen *g* Ich bin gespannt auf Eure Beiträge,
Magister

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