kommen wohl aus Südfrankreich. Besonderes Kennzeichen ist die schöne vollständig durch Flechten hergestellte Krempe (nicht wie bei modernen Hüten umgeknickt und mit der Maschine durchgenäht - bärks).
Manchmal bekommt man die Dinger auch für kleines Geld auf hiesigen Trödelmärkten. Gelegentlich mit obskuren Verzierungen aus Schleifen, Plastikblumen und -Obst, aber das Zeug kann man ja leicht runtertrennen.
Unser Neuer hat nicht mal Metallösen :-)
Gruss, Claudia
Hi,
Geradezu auf inflationäre Weise (wie letztens in Rabenstein) sind gerade viele Strohüte zu sehen, die - abgesehen von den unpassenden vier Metallösen und den weißen Schnürsenkeln - genau der Hutform entsprechen, wie sie Dido während des Jagdausfluges mit Eneas (Veldekes Eneas-Roman, fol. 11v)trug,; also breit ausladende, waagrechte Krempe und halbrundes Mittelteil.
Der Bilderzyklus entstand um 1210/20.
Beste Grüße,
Achim v. Hohenberg gen. de Clavis
Tach Leute. Kennt jemand eine Bezugsquelle für gute handgeflochtene Strohhüte? Jetzt bitte nicht: "Geh ins Kaufhaus, die sehen genauso aus..." Ich will halt einen handgeflochtenen vom Flechter meines Vertrauens :0) Grüße, Patrick. www.Hippodromus.de
Hallo! Für den niederen Stand ist der Hut etwas gröber skizziert und kennzeichnet im Sachsenspiegel (13. Jh) wohl den Bauernmeister. Herzlichen Gruß Sascha
Schöne Abbildungen von Strohhüten um 1240 findest Du auch in der Macejowski-Bibel. Diese sind dort ein wenig kanntiger dargestellt ( _/-_ )
MfG Tim Schneider
Hallo Felix, ich kann mich dem von Carsten gesagten nur anschließen. Das erwähnte Bild ist Tafle76 in der Manesse. Die Hutform entspricht in etwa dem was heute noch als Damenstrohhut verkauft wird. Da ich das gleiche Problem, wie Du hatte, habe ich mir auch einen Strohhut zugelegt. Da Frauen aber eher einen kleineren Kopf haben muß man den Hut ´modifizieren´. Einen Damenstrohhut bekommt man in so ziemlich jedem Hutgeschäft ab Frühjahr bis Spätsommer (sowas gibt es noch, zumindest in größeren Städten). In der regel haben diese Hüte ein Stoffband zur Formstabilisierung, dieses trennt man ab, dann kann man den Hut auch für den größten Dickschädel passend bekommen :-) und fädelt eine dünne Lederschnur in das Geflecht ein, am Übergang von Kopfform zur Krempe und macht diese so weit, daß der Hut gut paßt. Man kann damit auch eine Schnürung ums Kinn machen, dann fliegt der Hut bei einem Windstoß auch nicht gleich weg. So einfach bekommt man seinen sommerlichen Sonnenschutz und viel Spaß damit. Mit mittelalterlichen Grüßen
Thorsten aka Johann Puller zu Hohenburg
Ritterschaft und kein Strohhut? In der Heidelberger Liederhandschrift (Manesse) ist der ritterbürtige Ritte DER WINLI mit einem Strohhut - sogar als Helmzier - abgebildet. Strohhüte sind von Adelsangehörigen zumindest während der "Reisen" ins südliche und sonnige Ausland, zum Beispiel bei Pilgerfahrten und Kreuzzügen, getragen worden. Der Filzhut war übrigens im 12. und 13. Jahrhundert ebenfalls dem Adel vorbehalten (wurde auch von adligen Frauen getragen, z.B. bei der Falkenjagd) und erst ab dem Spätmittelalter von "einfachen Leuten".
Gruß von Carsten
Der Herr sei mit euch, nachdem ich in dieser Saison mir dank einfacher Kappe schon mehrmals den Nacken verbrannt habe, suche ich jetzt eine praktischere Kopfbedeckung für den Hochsommer. Im Gegensatz zum schwertführenden Rittertum passt zu mir als einfachen Bauern ganz wunderbar ein Strohhut. Bisher habe ich für Strohhüte Belege aus Italien des frühen 15. Jhd. (Etwa IN Max von Boehn, Die Mode, Bd.1, S.128) gefunden. Jetzt würde ich doch gerne wissen ob es auch Abbildungen solcher nördlich der Alpen und wenn ja auch schon aus dem HMA gibt. Wie sahen die denn dann aus? Ist mein Faschingssombrero "A" genug. Wenn nicht wo kann man einen getreulichen erwerben, oder findet sich in der erlesenen Nutzerschar sogar einer, der Hinweis dazu geben kann, sie Strohhüte geflochten werden. So verbleibe ich als tumper Bauernschädel doch wissbegierig der Dinge harrend, Felix