Hallo Martin! Wir wissen selber, daß der Prozentsatz am Adel in der Szene völlig falsch ist. Es ist leider nur Schwierig, dies zu ändern. Dafür gibt es bei jedem einzelnen versch. Gründe. Viele Leute der Szene, darunter auch Udo, machen sich über dieses Problem gedanken. Du sagst uns dahingehend nichts neues. Was die Packpferde, den Troß usw. angeht, hast Du natürlich recht. Andererseits: bring dein Bürgerliches Haus aus dem 15.Jhd. doch mal auf einen Markt! Verstehst Du die Schwierigkeit? Auch hat nicht jeder das Geld, sich ein Pferd zu leisten. Einen Troß oder ein paar Knechte zusammenzubringen ist auch sehr schwer; da schlägt ´das Argument wieder ein, alle wollen Ritter sein. Sowohl Udo als auch ich sowie einige andere aus der Szene haben aber kein Problem damit, mal auch etwas Niedriges darzustellen, vergiß das bitte nicht! Das von den Zuschauern alles mögliche als “Ritter” bezeichnet wird, können wir nichts. Wenn ich als Söldner gehe (ja, auch das kommt vor!), bin ich schon oft genug als Ritter bezeichnet worden. Kann ich was dafür, daß jeder der ein Schwert trägt so betitelt wird? Auch ich habe die Erfahrungen von Udo gemacht, daß gerade die niederen Stände massenweise auf die Ritter verbal einprügeln, bei den Ritterdarstellern aber dieses Verhalten fast nie zu bemerken ist. Denk bitte mal darüber nach. Ach ja, und lies nochmal dein erstes Kommentar, es war wirklich s-blöd! Gruß v. Arlen
Hallo Udo! Gut mag sein das ich das bißchen zu große Kaliber gewählt habe. Aber wir stehen für jeden offen der ernsthaft was wissen möchte da wird niemand zurück gewiesen. Daran sehe ich nichts arrogantes und alle die uns offen genehert haben mit Fragen können das auch bestätigen. Mich hatte nur genervt daß, das Publikum das Märkte schon kennt, alles was ein Helm trägt gleich als Ritter bezeichnet, oder wenn ich an unseren Damen denke die in einem Atemzug als Johanna von Orleans bzw. Nonne oder nochtypischer Burgfräulein tituliert werden. Nun sei es darum, ich weiß das unsere Leute ein recht radikales vorgehen in der Umsetzung nachgesagt wird aber die Museen geben uns recht. Nun zum Thema Ritter, im 15. Jhd. wenn diese Herrschaften nicht gerade dem Hochadel angehörten, sondern dem Landadel so sah denen ihr Leben nicht so toll aus, da sie unter ständig zurückgehenden Einnahmen litten, in der Regel über beide Ohren verschuldet waren mit Hypotheken, und um dies ein bißchen auszugleichen oft zum Mittel der Wegelagerei griffen und des öfteren Kaufmanszüge überfielen, was die Städte in der Regel mit einem promten Gegenschlag vergolten. Sprich in der Regel blieb nicht mehr viel überig von der Burg von Rittern die sich solcher ßbergriffe schuldig machten. Ach hatte das Rittertum durch die immer besser werdenden Feuerwaffen militärisch nicht mehr viel zu melden. Was einige nicht einsehen wollten und somit verherende Folgen für sie hatten. Ich denke da an die Burgunderkriege die mit dem Fall des Herzogs Karl dem Kühnen endete oder an die Rosen Kriege in England. Man kann sagen die Macht ist im 15. Jhd. aus den Burgen und in die Städte gewandert. Nicht mehr der Einzelne zählte sondern das gut trainiert und ausgerüstete Heer und nicht zu vergessen das Geld brachte Entscheidungen herbei. Dies denk ich ist eines der wesentliche Unterschiede zum Hochmittelalter wo das Feudale noch funktionierte.
Martin, man kann der absolute Crack in seinem Metier sein, man kann Fakten bis zum Abwinken aus dem Kopf abrufen können und überhaupt Mister Historische Darstellung des Jahres sein…trotzallem kann man aber ein Unsymphat sondergleichen sein, ein arroganter, hochnäsiger und unangenehmer Zeitgenosse. Die Arbeit der “Company of St. George” und ähnlicher Gruppen wie z.B dem “Städtischen Aufgebot” ist richtungsweisend, aber so bewunderswert sie auch ist und als Vorbild für den großen Rest der MA-Szene dienen sollte ja muss, rechtfertigt sie noch lange nicht ein Verhalten, wie du es, als einer ihrer Repräsentanten hier, an einem denkbar ungeeigneten Ort an den Tag legst. Meinst Du nicht, das Du als Einzelperson, mit Deiner - davon gehe ich nun mal aus - eigenen Meinung nicht auch automatisch ein falsches Licht auf die gesamte Gruppe wirfst? Meinst Du nicht, das viele andere Leute, die diese Zeile lesen nicht automatisch denken werden “Mensch was ist diese oder jene Gruppierung arrogant!” Die Möglichkeit ist durchaus da und ich glaube nicht, das dies einem egal sein sollte. Das ist, ich gebe es zu, auch etwas was uns, als Nichtprofis ganz schnell in einem negativen Licht erscheinen lässt. Das Verhalten einiger weniger fällt fast automatisch auf das Gros der Szene zurück…traurig, aber wahr! Leute wie Du, die sich seit Jahren damit beschäftigen, sich in den Niederungen der historisch korrekten Darstellung auskennen sollten, meine ich, einen etwas anderen Ton anschlagen können. Ich persönlich habe nicht das geringste dagegen, von Leuten zu lernen, die erwiesenermaßen mehr Peilung haben als ich. Wer das Gegenteil vertritt ist dumm! Ich habe aber etwas gegen Leute, die keinen Benimm besitzen, die den rudimentärsten Begriffen von zivilisiertem Umgang mit einander Hohn sprechen. Und noch was: Ich spreche jetzt auch im Namen vieler meiner “Standesgenossen”: Ich kenne niemanden, der sich rundheraus weigert, an der Ausarbeitung seiner Rolle zu arbeiten, zu feilen, sich weiterzubilden…aber, und das gilt hier wie im richtigen Leben: Es ist der Ton der die Musik macht. Darüber hinaus bin ich der Meinung, das wir uns jetzt wieder beruhigen sollten…schließlich geht es hier nicht um unser Leib und Leben, sondern “nur” um unsere Passion, der wir alle in mehr oder weniger ausgeprägter Form fröhnen. Wie schauts aus, würdest Du zum Ursprungsthema beitragen wollen, z.B. mit ein paar Fakten über derartige Zeremonien im 14. bzw. 15. Jahrhundert? Darüber habe ich noch nie genaueres gehört und manch anderen würde es bestimmt auch interessieren.
Bei eindeutigen BLßDSINN bin ich untolerant ja das stimmt, und Dein Eintrag bestätig nur meine Haltung das Leute die wenig Ahnung haben nichts dazu lernen wollen und trotzdem das große Wort schwingen nur mit intoleranz begegent werden können! Da es solch wie euch es sind die das Hobby ins lächerliche ziehen. Wenn Du groben Unfug tolerierst so ist das Deine Sache, ich tue es NICHT!!
Hallo Udo! Du liegst falsch, ich bin kein Mitläufer! Aber in sofern vielleicht doch dadurch das unsere Gruppe Gott sei dank keine Märkte machen sondern nur Museumsveranstaltungen! Auch denk ich nach fast zehn jähriger tätigkeit in diesem Hobby kann man wirklich nicht von zufällig dazugestossener reden, ich weiß ja nicht wie lang Du dabei bist und was Du überhaupt darstellst? Aber wenn Du ernsthaft behauptest daß, das was auf den Märkten das entfernteste mit Mittelalter zutun hat so hast Du dich selber als unqulifiziert geoutet!! Viele von den sogenannten Rittern begreifen einfach nicht das mehr dazu gehört als nur ein buntes Kostüm und ein bißchen Blech. Auch behaupte ich das die wenigsten von den sogenannten Rittern auch nur annähernd für die hälfte ihrer Ausrüstung Beläge aufbringen können. Ich sage DIR aber im gegenzug wie oft wir anhören müssen was das Publikum bei diesen ach so guten Märkten für bare Münze als wahr aufschnappt anhören müssen wo man nur sagen kann selig sind die geitig armen!! Auch zeigen mir Deine ßusserungen das außer verbales gekläffe nichts handfestes dahinter steht, weil die meisten sich einen dreck um einen ordentliche Darstellung scheren sondern nur die Rosinen raus picken wollen!! Wir haben mehr als genügend mit Museumsleuten und Archäologen zu tun, und in unseren Reihen sind auch einige aus diesem Fach so das ich recht sicher weiß wie über eueres gleichen gedacht wird. Ich hoffe sehr das sich Qualität durchsetzen wird und die Karnevalsfreunde sich wieder in ihre Fünftejahreszeit verziehen. Deine Behauptung das die Darstellung mit Benimm und sogenannter fairer Umgang beginnt ist ja wohl der größte WITZ den ich seit langem hörte!! Weil es soviele gibt wo man dezent versucht auf sachen aufmerksam zu machen, und es heißt ist mir egal ob das richtig oder falch ist es gefällt mir so wie es ist! Wenn Du meinst mit ewig still bleiben sich was bewegen lässt kann ich nur viel glück wünschen. Ich vertrette diese Meinung nicht, und die restlichen Mitglieder der Company of Saynte George auch nicht. Es gibt auch einen sehr guten Grund wieso es bei uns auch KEINEN EINIZIGEN Ritter bei uns gibt weil jeder versuch einer glaubhaften Darstellung selbst bei sehr gut betuchten Mitgliedern die Mittel sprengen würden!! Aber aus Deinen ßußerungen entnehme ich das es Dir garnicht darum geht sondern um Zerimonien und sonstigen Firlefanz. Ich würde Dir raten steck erst mal die Nase in ein paar ordentliche Bücher bevor Du Dir hier die Gosche zerreißt. Ich behaupte garnicht all wissend zu sein, aber wenn ich sehe das viele sich nicht im geringsten darum scheren, und trotzdem großreden schwingen, bekommt man gelinde gesagt ein brechanfall. Weil es einfach zuviele gibt die sich um das eigentliche Thema einer früheren Epoche lebendig zu zeigen überhaupt nicht geht.
Noch was zu den “bescheuerten” Zeremonien: Es gibt Leute, religiöse Menschen wie mich z.B. denen es ein Herzensanliegen ist, ihre Schwertleite mit einer religösen Zeremonie zu verbinden! Wer biast Du, das du Dich darüber lustig zu machen wagst? Im Alltagsleben Toleranz gegenüber allem und jedem predigen, sich speziell darüber aber lustig machen? Passt irgendwie nicht zusammen, oder?
Und Du Martin, was machst Du? Bist Du einer von den selbsternannten “Rettern” der MA-Szene? Bemühst Du Dich um eine korrekte Darstellung Deines spezifischen Themenbereiches? Bist Du glaubwürdig in Deiner Darstellung? Oder bist einer von denen die auf Ritterdarsteller verbal einprügeln, weil es momentan gerade chic ist? Bist Du ein Mitläufer der Fraktion, die sich einen Sport daraus macht, andere Leute zu difamieren, aufs übelste zu beschimpfen? Nichts anderes tust Du! Mit Verlaub, aber mittlerweile kotzen mich solche Leute an: Aus Versehen an´s Hobby geraten, keinen Benimm in den Knochen und verbal immer feste druff auf alles, was einem nicht passt! Es ist ja sooo einfach, sich über Ritterdarsteller lustig zu machen, ihnen Arroganz und Hochnäsigkeit vorzuwerfen. ICH habe bis dato noch keinen Ritter getroffen, der sich in einer solchen Art und Weise wie es Leute wie Du tun, über z.B. Bauern- und Händlerdarsteller lustig macht. Ich habe noch keinen Ritter getroffen, der sich im satten Kopp Duelle mit seinem Kumpan liefert, ich war noch nie auf einem Lager, wo es nur arrogante Ritter gab, die ihre Umwelt kujonierten, sich über Darsteller des Klerus lustig machten, die sich Nullkommanull Gedanken machten über die Darstellung ihrer Figur…. Soll ich Dir was sagen Martin? Es war bis dato IMMER diese Art von Menschen, die sich “freie Söldner”, “Vaganten” oder was weiß ich für tolle Bezeichnungen geben, die sich in einer Tour aufführen wie ein offene Hose, die mit Hingabe das zelebrieren, was ich oben beschrieb…da wo ich herkomme nennt man sowas asoziales Pack, mit oder ohne Gewandung! Oh, es ist ja auch um so vieles leichter einen Söldner darzustellen als einen Adligen. Denn da muss man sich benehmen können, gewisse Umgangsformen zumindest rudimentär beherrschen…allein, wie soll das gehen, wenn ich von Haus aus weder das eine noch das andere beherrsche? Ergo wählt man den Weg des leichtesten Widerstandes und wechselt nur die Kleidung, nennt sich “Söldner”, “Bauer” (“Arme Pfanne” wäre da angebrachter) oder was weiß ich und prollt munter weiter! Verallgemeinernd, meinst Du? Dann überlege mal ganz genau, was Du und Deinesgleichen seit Monaten/Jahren tun! Ich kenne Darsteller des “niederen Standes”, alles patente Menschen die sich eher die Zunge abbissen als solche beleidigenden Reden zu schwingen! Eine glaubhafte Darsstellung fängt nicht unbedingt mit einer guten Gewandung an, viel wichtiger ist der Benimm, der faire Umgang untereinander, Martin! Abgesehen davon: Wenn ich auf einem Lager bin und einen Ritter darstelle, dann ist es ganz natürlich, das ich einem Bauern anders gegenübertrete als einem Standesgenossen. Das ich einem Bettler oder Söldner nicht um den Hals falle gebietet ganz einfach meine Rolle, die ich versuche so gut wie MßGLICH zu “leben” Zuletzt noch eine Bitte Martin: Benutze diesen Thread bitte nicht weiter für Deine Verbalattacken sondern geh in einen anderen…derer gibt es hier einige. Hier wollte jemand etwas in Erfahrung bringen, konstruktives Hintergrundwissen bekommen und ganz bestimmt nicht einen wüsten Gesinnungssermon über sich ergehen lassen wollen! Bitte sei Du so FAIR..und wenn es nur darum geht, es uns bösen, infamen Rittern mal so richtig zu zeigen, wer der bessere Mittelalter-Mensch ist! Allzeit ein frohes Herz,
Hallo Christoph! Zum Thema “Dummdriss” da kann ich nur sagen schau mal in den Spiegel!! An Leute wie euch liegt es daß das Thema Mittelalter von Museumsleuten als Witz angesehen wird!! Ihr mit euren bescheuerten Zeremonien sind wohl so ziemlich das belangloseste was es zu diesem Thema gibt. Wie wäre es wenn ihr euch mal um eine gescheite Darstellung kümmert, anstatt hier Bla Bla zu schwätzen!! Wisst ihr überhaupt was alles dazu gehört einen Ritter darzustellen? Ich habe bis jetzt noch keinen einzigen überzeugenden gesehen. Den es gehört weit aus mehr dazu als irgend ein dämlicher Titel irgend ein Topf auf dem Kopf und ein Schwert!! Wie steht es mit dem Gefolge Packpferde, Bedienstete über das immer so großzügig hin weg geschaut wird?? Auch wird überhaupt nicht beachtet das die Ritter und die Adeligen im Allgemeinen nur die Spitze der Bevölkerungspyramide aus machten also NUR eine Minderheit. Sieht man aber euere komischen Darbietungen könnt man meinen es sei genau anders rum das jeder Hanswurst Ritter war und Bauern und Bürger nicht existent waren. Es nervt gewaltig wenn man das Publikum was leider schon so viel Mist gesehen hat lang und breit erklären muß das wir dieses Schmierentheater nicht darstellen! Sagt doch gleich das ihr Prinz Eisenherz Reenactment macht oder Jünger von Erol Flynn seid das würde eher passen, da man bei der Mehrheit den eindruck hat es geht garnicht um die epoche des Mittelalters sondern um Flucht aus einem langweiligen und öden Alltag und viel Party! Mittelalter dient nur als Alibi!! So lange das der Standard ist den man auf den Märkten sieht ist, solange kann man euch nicht für voll nehmen, und wenn es nicht so nervig wäre sich nur amüsieren über so viele Witzfiguren!! Soviel zum Thema Ridders nicht ironisch gemeint!!!!
Hallo, kleine Ergänzung noch zum Thema “Ritter”: eng verknüpft mit der Schwertleite ist auch das Anlegen der Sporen, denn diese waren nur den Rittern vorbehalten (ein Schwert konnte fast jeder haben, der es sich leisten konnte). Die Sporen werden meist im Rahmen der Schwertleitezeremonie vom “ausbildenden” Ritter angelegt. Der Ritterschlag als solcher war oft eine herzhafte Ohrfeige des Ausbilders, verbunden mit den Worten “dies ist der letzte Schlag, den Du nicht erwidern darfst” - oder eine sinngemäße Formulierung. Damit war klar, daß es sich eben um keinen Knappen mehr handelt, dem man die eine oder andere Schelle verpaßen darf. Ab sofort ist der junge Ritter den anderen gleichgestellt und kann Satisfaktion fordern (Duell, Fehde, etc.). Der Ritterschlag “made in Hollywood” mit Schwert auf Schulter legen usw. kam wie schon erwähnt mit der Wiederbelebung der Artushöfe und dem Imitieren von Legenden im späteren MA auf. Gruß
Moin, moin! Ja Ridders sind die höchsten, besonders wenn sie am Baum baumeln! Aber ich finde beim sogenannten ach all so wichtigen und alles entscheidenden Ritterschlag sollte man das Schwert seitlich fühten so das gleich alles belastende weg fliegt wie die hohle Birne im Blecheimer!!!
Hallo Carsten! Da hast Du aber richtig gut rechachiert. Sollche Infos sollten für Neuanfänger irgendwie zugänglich gemacht werden. Also wo sie solche superguten Erklärungen abrufen können. Soviel ich weis, gibts sowas in der Taverne. Gib doch Deinen Text auch da ein, wird sicher vielen helfen. Mir hilfts allerdings nicht viel, weil ich das alles schon wußte. Ich möchte doch einfach nur wissen: ist die Schwertleithe gleichzusetzen mit der Rittererhebung (wie du es nennst)? Oder ist sie eben doch nur eine kleine Erhebung für Ministiriale und werdende Schildknappen? Gruß v. Arlen
Hi, Christoph! Nein, DAS ist allerdings ein Mißverständnis! Der Hochmittelalterliche Adlige hatte eine “Erhebung” an sich nicht nötig. ßber den Beitritt zur Ritterschaft war ein sozialer Aufstieg aus dem “Stande” der Unfreien, also der Ministerialen, allerdings möglich und daher von eben jener UNFREIEN Schicht die Schwertleite begehrt. Allerdings besagt die Absolvenz der Schwertleite ausschließlich, daß der Probant in die Ritterschaft aufgenommen, das heißt, zum RITTER erhoben worden ist. NICHT aber in den Adelsstand! Siehe Hans´ Text: Die Schwertleite ist keine Standeserhebung! Hier ein weiterer Text vom Hans, vielleicht wird es dann deutlicher: DIE RITTERERHEBUNG IM 12. und 13. Jahrhundert: Zeremonielle Erhebungsformen sind als Zeugnisse des Selbstverständnisses der auf den Hof orientierten Adelsgesellschaft zu interpretieren. Die Wirklichkeit wird nicht proportionsgetreu wiedergegeben. Alltäglichkeiten werden verkürzt oder unterdrückt. Idealbilder werden entworfen. Berichte über die Wehrhaftmachung junger Germanen sind schon durch Tacitus überliefert. Seit dem frühen 9. Jh. häufen sich die Belege über die Wehrhaftmachung junger Adliger. Seit der Mitte des 12. Jhs. wird die Umgürtung mit dem Schwert üblich (cingulum militare). Zu diesem Zeitpunkt entsteht auch der Begriff Schwertleite bzw. Schwert leiten. Der Ritterschlag (colée, alapa) ist in Frankreich seit dem Ende des 12. Jhs. überliefert. Altfrz. - aduober = bewaffnen, ausrüsten. Die Schwertleiten sind dem Adel zuzuordnen. In der Epik und der Geschichtsschreibung gelten König, Fürsten und Herren als Erheber. Der neue Ritter wurde zur Erfüllung seiner Ritterpflichten ermahnt. Ebenso wurde er zur Wahrung der ritterlichen Ehre aufgefordert. Beim Einzug der Beteiligten wurden Musiker an der Zeremonie beteiligt. Die Musiker mögen beispielsweise auch gespielt haben, um Längen in der Zeremonie zu überbrücken. Bei der Erhebung von Königs- und Fürstensöhnen wurde eine große Zahl ihrer Gefolgsleute ebenfalls bewaffnet und mit dem Abzeichen der Ritterwürde geschmückt. Die Rittererhebung fand vorzugsweise an kirchlichen Feiertagen wie Ostern, Pfingsten, Weihnachten, St. Michael, Johannes der Täufer und ähnlichen Tagen statt. Unter anderem dadurch wurde ein Bezug zur Kirche geschaffen. Der Klerus versuchte Einfluß auf die Rittererhebung zu gewinnen. Teilweise wurden Erhebungszeremonien von Bischöfen zelebriert. Bei der Ritterweihe wurde das Schwert des zukünftigen Ritters vom Altar genommen und nach Worten des Schwertsegens umgebunden. Der Text ist vom Krönungsordo abgeleitet. Der Schutz von Witwen und Waisen sowie der Schutz von Christen vor Heiden wird auf den einzelnen Krieger übertragen. Die höfische Adels-Schwertleite ist spätestens seit der Wende zum 13. Jh. nicht mehr ein rein weltliches Fest. Die Schwertleite ist Ziel und Abschluß der letzten Phase unselbständiger Jugend. Neue Anforderungen stellte die adlige Gesellschaft an den Inhalt der Erziehung. War Tüchtigkeit im Waffengebrauch um die Mitte des 12. Jhs. das entscheidende Kriterium für die Verleihung des Rittertitels an junge Fürsten und Herren, so wurde Jahrzehnte später auch die Beherrschung höfischen Wesens verlangt. Durch die Schwertleite oder Vermählung wurde mit früheren Lebensformen gebrochen. Die Entscheidung für den weltlichen Stand fiel u.a. wenn ein Adliger den Mönchs- oder Klerikerstand verließ, um das Schwert zu leiten. Ausnahmslos erlangt der neue miles durch die Schwertleite das Recht, selbständig das Schwert zu führen und in eigener Verantwortung in Turnier und Krieg anzutreten. Die Umgürtung mit dem Schwert ist oft eine Mündigkeitserklärung. Das Regelalter bei Schwertleiten ist ca. 20 Jahre, konnte aber jenseits der Kindheit in jedem Alter gefeiert werden. Die Rittererhebung wurde zu einem Zeitpunkt eingesetzt, der den größten politischen Nutzen erwarten ließ. Wichtige Anlässe waren die Einsetzung ins Erbe bzw. in die Herrschaft durch Belehnung. Weitere Gründe waren die Vorbereitung einer Eheschließung und sehr oft die Hochzeit. Es bestand eine sehr nahe Verbindung, eine Art Patenverhältnis aber auch Loyalitätspflicht gegenüber demjenigen, der die Zeremonie veranstaltete. Es versteht sich, daß man sich bemühte, eine Person von herausragendem Rang, möglichst den König selbst zu gewinnen. Die Schwertleite verstärkte die Rechtsposition eines sehr jungen Erben. Doch nicht jeder Adlige mußte die Zeremonie feiern. Man konnte in die ererbten oder erworbenen Rechts- und Machtpositionen hineinwachsen, ohne das Schwert geleitet zu haben. Andererseits konnte man auch in jungen Jahren das Schwert leiten ohne in eine selbständige Herrschaftsausübung entlassen zu werden. Ein Beispiel bietet die Schwertleite der beiden Söhne Barbarossas. Dem geselligen Charakter des Festes fügte man oft noch eine besondere Note hinzu, indem man zu Ehren des neuen hochadligen Ritters zusammen mit ihm eine Vielzahl von Altersgenossen, von commilitones, erhob. Gelegentlich verlieh ihnen auch der neue Ritter selber die Würde, anscheinend in einer summarischen Prozedur. Der Hauptperson des Festes waren diese Kommilitonen nicht ebenbürtig. Der soziale Unterschied zeigte sich durch die Beschenkung der Kommilitonen an. Sie bekamen wenigstens Kleider, aber meistens auch Rüstung und Pferd. Weitere Zeremonien wurden von der höfischen Gesellschaft eingeführt, das Bad und das Fasten am Vortag der Erhebung sowie die Nachtwache in der Kirche ohne die Beteiligung der Festgesellschaft. Das Gemeinschaftserlebnis der Ritterkandidaten schuf ein Band von Loyalität und Freundschaft. Solche höfische Massenpromotionen verursachten enorme Kosten. Die finanzielle Last wurde auf die Vasallen und Untertanen abgewälzt. Eine Sondersteuer (Vierfallbede) wurde bei der Schwertleite des ältesten Sohnes, der Hochzeit der ältesten Tochter, bei einem Kreuzzug oder der Gefangenschaft des Herren erhoben. In der Form der Erhebung hat es Abstufungen gegeben, die dem unterschiedlichen Rang der Erhobenen Rechnung trugen. Zu Zeremonien von Massenpromotionen kann man keine genauen Aussagen machen. Mitteilungen der erzählenden Quellen sind lakonisch und formelhaft gehalten. Die größte Anzahl der Ministerialen mußte sich mit einem summarischen Erhebungsverfahren zufriedengeben, war aber durch die höfische Schwertleite in die Gemeinsamkeit des Rittertums einbezogen. Der förmliche Aufnahmeakt war das Tor durch welches Aufsteiger Aufnahme in den Ritterstand fanden. Das angeborene Recht auf diesen Status Ritter hieß, die Teilnahme an der adligen Lebensform, das Recht auf volle Bewaffnung auf Belehnung und Gerichtsstand zu realisieren und auf Lebenszeit zu behaupten. An den Höfen deutscher Fürsten und geistlicher Herrschaft wurden jährlich, an festgesetzten Terminen, Belehnungen von Ministerialen auf diese Art vorgenommen, um auf diesem Weg Schwerbewaffnete zur Heerfolge zu gewinnen. Vor allem Barbarossa versuchte, die Unterschreitung eines Standesniveaus zu verhindern. Ritter sollten nur Angehörige der Gruppe werden, die in adelsgleiche Positionen aufgestiegen waren. Durch die Erhebungszeremonie bei miles Promotionen ergaben sich eine Fülle rechtlicher, sozialer und politischer Funktionen, die erfüllt werden konnten. Die Funktionen unterschieden sich nach dem Rang der Erhobenen. Für Angehörige des hohen Adels gab es keine rechtliche Notwendigkeit, wohl aber eine gesellschaftliche, die Ehre berührende Pflicht, sich zum Ritter erheben zu lassen. Sie wurden bei dieser Gelegenheit in die Gesellschaft eingeführt. Loyalitäts-, Bündnis- und Freundschaftsbindungen wurden durch die Zeremonie begründet. Neue rechtspolitische Situationen wurden geschaffen. Hingegen hatte ein Ministeriale, der in den Ritterstand aufsteigen wollte, keine Wahl sich der Zeremonie zu entziehen. Seine Rechte und Pflichten in der Adelsgesellschaft wurden durch den Erwerb des “Ritter”-Namens konstituiert. Fürsten und Herren, die Ministerialen zu Rittern erhoben, nutzten die Zeremonie zum Ausbau der Lehnsmannschaften. Die Erhebungszeremonien waren auf verschiedenen sozialen Ebenen ebensowenig identisch wie das durch die Zeremonie erzielte Ergebnis: “Ritter war nicht gleich Ritter”. Den Ministerialen gelang es aber durch die Erhebung einen Platz in der Adelsgesellschaft zu erlangen und tatsächliche, erworbene Stellungen zu verrechtlichen. zusammengestellt von Hans F. Blaß aus: “CURIALITAS” , herausgegeben von Josef Fleckenstein S.128-170 Elsbeth Orth , ´Formen und Funktionen der höfischen Rittererhebung´ Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen , 1990 Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte , 100
Danke, Carsten für die Info. Diese von Dir beschriebene Zeremonie und der dazugehörende Spruch kenne ich von meiner Schwertleithe. Bisher wußte ich aber nicht sicher, daß es sich hierbei um die Erhebung in den Adelsstand handelte. Danke für die mir bis dato (dummerweise) nicht bekannte Info. Gruß v. Arlen
Mein Cousin Hans F. Blaß, der demnächst ´online´ sein wird, bat mich, folgenden Text, der aus seiner Feder stammt, zu posten. . Das tue ich hiermit: Die SCHWERTLEITE UND RITTERWEIHE im Hochmittelalter Nach der Beendigung seiner Ausbildung konnte der junge Knappe zum Ritter “gemacht” werden. Die Schwertleite ist die Wehrhaftmachung des jungen Adligen und wurde am Anfang des 13. Jahrhunderts auch auf Ministerialen übertragen. Bei feierlichen Anlässen, wie Fürstenhochzeiten, waren Massenpromotionen üblich. Handlungsschema: l Feierliche Einkleidung. l Umgürtung mit dem Schwert. l Der Pate, der den Knappen zum Ritter erhebt, l schnallt ihm den rechten Sporen an. l Es werden Geschenke verteilt l Anschließend finden Reiterspiele statt Die Kirche versuchte durch die Segnung des Ritters und seiner Ausrüstung bei der Schwertleite Einfluß auf den jungen Ritter zu gewinnen um ihn im Sinne der Kirche zu erziehen. Am Abend vor der Ritterweihe badete der Knappe und legte anschließend ein weißes Büßergewand an. Mit dem Bad reinigte er symbolisch Leib und Seele. Danach verbrachte er die Nacht fastend und betend in einer Kirche oder Kapelle. Am Morgen wurde eine Messe abgehalten. Der Knappe und sein Schwert wurden gesegnet. Texte zur Ritterweihe: “Empfange dieses Schwert, daß dir mit dem Segen Gottes verliehen wird damit du stark genug bist mit der Kraft des heiligen Geistes allen deinen Feinden und den Feinden der heiligen Kirche Gottes zu widerstehen und zu besiegen”. “Im Namen Gottes, des heiligen Michael und des heiligen Georg mache ich dich zum Ritter”. Die Schwertleite ist keine Standeserhebung. Der RITTERSCHLAG kam in Deutschland erst im vierzehnten Jahrhundert auf.
Hi, Ihr Edlen und Minderedlen! Schwertleithe ist der heute benutzte Begriff für die juristisch relevante Zeremonie, die man mit “ßbertragung der Ritterwürde” bezeichnen könnte, die aber ihre Vorläuferform in einem ´Mannbarkeitsritus´ hatte, den bereits ´vorchristliche´ Völker Mitteleuropas,wie die sogenannten ´germanischen´ Stämme auch, zelebrierten. Im Hochmittelalter hatte der Adlige, durch die rituelle ßberreichung des Schwertes, den Mannesstatus erreicht. Mit dem Ritterstatus steht die Schwertleite nur bedingt im Zusammenhang, wobei im 12. und 13. Jahrhundert der Ritter erst durch die Schwertleite zum Ritter wurde. Der “Ritterschlag”, wie ihn Hollywood zeigte (Ivanhoe usw.) und wie z.B. das Haus Windsor ihn noch heute - als Ritual - gibt, ist eine spät- bis nachmittelalterliche Fortführung der Schwertleite und steht, m.E., eher mit dem modernen (nachmittelalterlichen) Ritterbegriff in Zusammenhang.
Hallo Leuts! Wegen der sog. “Schwertleithe” In irgendeinem Buch (Alzheimer ist mit mir ;o)), las ich einst, daß ein Kaiser (Alzheimer) seinen Sohn (Alzheimer) zum Ritter schlug ohne das dieser die Schwertleithe empfangen hatte. Darüber sollen sich einige damals aufgeregt haben. Frage: Ist die Schwertleithe sozusagen nicht die Genehmigung, ein Schwert zu führen (Schildknappe)? Oder ist der Begriff mit Ritterschlag gleichzusetzen? Mir pers. ist ersteres Bekannt. Aber ich lasse mich auch gern eines anderem belehren. ;o) Gruß v. Arlen