Hallo Haduwolff, ich bin nicht wirklich nicht besonders für Mittelalterrollenspiel (bitte nicht den Begriff diskutieren) zu begeistern. Aber du hast völlig recht. Es diskutieren wieder die Leute, wie z.B. Christoph, die sich zu dem Thema wirklich konsequent Gedanken gemacht haben. Wie geschrieben, haben mein Mann und ich unsere edelen Trachten in erster Linie für hist. Modenschauen und Vorführungen. 1999 waren wir in Rahmen einer Veranstaltung in Quedlinburg kurzfristig in eine slawische Gesandschaft eingebunden. Hier war meine Rolle mit gesenktem Blick hinter meinem Mann zu stehen und dekorativ auszusehen. (wie sich das gehört…….*g*) Für meinen Teil mag ich lieber Kochen, Spinnen und Holzhacken. Sylvia bzw. Ganz selten Elisabeth Wißna Nobiles
Vielleicht vollmundig, aber nicht mündig Tja, bei Leuten, die MA als Befreiungsakt aus diesem ach so schrecklichen Zeitalter verstehen, kann man auch nichts anderes erwarten. Jedenfalls wird es uns nie an Freien und Befreiten mangeln. Ist doch auch schon mal was. Joachim
Grüß Euch, …es hat schon einen gewissen belustigenden Faktor, daß sich nun die Superbauern, Megaknechte und extrem-Antiritter zu diesem Thema ausschweigen. Wenn ich an all die denke, die ansonsten vollmundig über den Ritter/Adelsdarsteller herziehen, von denen aber sonst nichts zu sehen ist…echt belustigend.
Herzberg 2001 war für mich in sofern eine Premiere, als das ich dort zum erstenmal von einem kleinen aber feinen Gefolge umgeben war. In “meinem” Lager wimmelte es nicht von Rittern und anderen hohen Herren und ich denke, die “Standesunterschiede” waren auch optisch klar erkennbar. Was mich besonders gefreut hat war die Tatsache wie jeder einzelne sich in “seine” Rolle gefügt hat. An dieser Stelle möchte ich all denen danken, die so fleißig mitgemacht haben und vor allem so tapfer hungernd den Freitagabend durchstanden haben, während sich ihr “Herr” wider aller Planung mit der Verpflegung noch auf seiner Burg befand…aber so sind sie die Adeligen…tststs… Danke auch an Hadu und seine Truppe, die so freundlich waren meine Leute für den Abend mitzuversorgen, ich werde mich bei Gelegenheit dafür zu revanchieren wissen. Hallo Indy, leider kam Euer Angebot für mich persönlich etwas zu spät da ich ja meine Truppe schon beisammen hatte. Wäre dies nicht der Fall gewesen kannst Du sicher sein, ich Profilneurotiker hätte am lautesten “HIER” geschrieen. Vielleicht geht ja im nächsten Jahr was? Hallo Joachim, an dieser Stelle noch mal vielen Dank das Du menem Regiement auf Spandau als Tambour zur Verfügung standest. Es freut mich zu lesen, das es dir Spaß machte und auch den einen oder anderen Anlaß zum Nachdenken gab. Auch für mich war es das erstemal, das ich ein ganzes WE mit der Gruppe unterwegs war und ich fand´s schwer Spitze. Wie werden wahrscheinlich öfter mal in der Zitadelle sein und wenn Du willst, dann mach wieder mit…wenn es ein kleiner Anreiz ist: Der Tambour trug immer die schönste Uniform des Regiments und bis dahin werden wir ein fertig haben… fazit: Als ein Experiment angedacht, kann ich sagen das Herzberg in diesem Rahmen schon ein kleiner Erfolg war, der Hoffnung auf mehr macht. Gut vieles hätte besser, einiges viel besser laufen können, aber das haben Premieren nun mal so an sich.
Hallo Indy! Zunächst mal habe ich Deinen Aufruf als Scherz verstanden. Hättest das vieleicht doch besser etwas anderes bringen sollen. Desweiteren war ich durchaus bereit, bei Udo einen Söldner darzustellen, was dieser jedoch nicht wünschte. Daher sehe ich diesbezüglich keinen Fehler bei mir, sondern eher, wie im Thread “Herzberg” bereits erwähnt, an mangelhafter Information. Das in Herzberg auch zwei Personen als König und Königin erschienen, wirklich fein mit Krönchen, fand ich nur lächerlich. Erfreut war ich jedoch, das es doch viele gab, die irgendetwas niederes darstellten. Gruß v. Arlen
Grüß Euch, naja, Indy, auf meine Aufforderung, einen Katalog, sprich Info zu mailen, kam auch nichts. Und ich nehm halt nur Leute ernst, die sich zumindest mit entsprechendem Bildmaterial anmelden. Abgesehen davon waren u.A. Udo und sein Bauernaufgebot da, MiM als Stadtaufgebot und meine Wenigkeit auch mit Dienstpersonal, Wachen und Knechten, Söldnern usw. (Sa/So. 23 Mann/Frau), inklusive Feldkapelle, Altar, entsprechenden Troßwagen und ca. 3 Tonnen Material samt Belagerungsmaschinen usw. ßber andere Lager werde ich keine Kommentare ablassen. Da muss jeder selbst wissen, was er tut.
Hallo Andreas. Ach, das war kein Ulk? Ich denke, der Großteil der Leser (mich eingeschlossen) haben die “Werbeeinblendung” für einen gelungenen Scherz mit erheblichem Unterhaltungswert gehalten. Wenn man ernsthafte Angebote macht, sollte man dies auch durch eine eindeutige Präsentation an den Mann bringen… Kopfschüttelnd, Patrick.
Hallo Leute, vielleicht habt ihr die “Werbeeinblendung” weiter unten gelesen. Ich weiß aus sicherer Quelle, daß dies ein durchaus ernstgemeintes Angebot war, die “soziale Kopflastigkeit der deutschen Mittelalterszene zumindest zeitweise zu beheben”. Vor Herzberg standen ca. 30 Personen am Start, bereit niedere Rollen und “Spezialisten” auf Mietbasis darzustellen. Das Interesse seitens der Zielgruppe war gering - 2 Anfragen, eine davon von jemandem, der nicht auf der Herzberg war, ein Hinweis seitens der Admin, daß die Anzeige nur aufgrund des “Unterhaltungswertes” stehen gelassen wurde - Der Rest waren Lippenbekenntnisse hier in diesem Thread. Hier wäre eine einfache Möglichkeit gegeben gewesen zu zeigen, daß eben nicht nur groß aufgesprochen wird, sondern das propagierte Interesse an ernsthafter Darstellung auch tatsächlich vorhanden ist - Leider nix geholfen. Schade irgendwie, aber die Vorurteile und Erfahrungswerte haben sich mal wieder bestätigt. Gruß auch von Schorsch (Georg Rusticus), er wird sich in Zukunft wohl eher bedeckt halten, da seine Hoffnungen auf Veränderung im Keim erstickt sind. Gruß,
Hallo Ludwig, wenn die Ausrüstung und Darstellung der Gruppen besser wird, sind oft weniger Adeldarstellungen dabei. Was den Kreis der Stadtfest- und Karnevalritter angeht, ist das einfach ein Kreis der seine Sache macht (wie bei Flachsmarkt in Linn) und auch nichts anderes will. Diese Gruppen haben ihre eigene Daseinsberechtigung. Für solche Gruppen ist auch eine Nachfrage vorhanden. Was alles andere betrifft: Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Wenn Veranstalter keine Standard-Listen herausgeben und Gruppen mit schlechter Ausrüstung zulassen, wird es diese Gruppen auch geben. Das Regulativ ist meißt: Was für die Gruppe XY reicht, reicht für uns auch. Ich denke, dass man das akzeptieren sollte. Was ja nicht heißt, dass man genau so arbeiteten muß. Mir ist es einfach gleich wenn auf einer Veranstaltung die Samt- und Nasenring- Fraktion gebucht ist. (Auch wenn ich mich manchmal extrem und Fassung bemühen muß) Sylvia
Moin! Wie gesagt, ich spreche nur über das was ich bei mir und Umgebung auf den Märkten zu sehen bekomme. Leider bin ich noch nicht über meinen eigenen Tellerrand hinausgekommen. Darum freut es mich schon zu hören das es im Rest von Deutschland gar nicht so schlimm ist. Ich hab ja nichts dagegen wenn jemand Ritter oder von mir aus auch einen Herzog darstellen will, und im Grunde nur einen besseren Kartoffelsack trägt. Von mir aus sollen die Leute ihren Spaß haben. Aber was mir stinkt ist, wenn diese Leute, die anscheinend ihr ganzes Mittelalterwissen aus Hollywoodfilmen und Prinz Eisenherz Comics gezogen haben, dem interessierten Tourie dann erzählen wie es im Mittelalter wirklich ausgesehen hat. -Bis auf die Schweißnähte ist mein Schwert originöhl, sicher waren die Dinger damals 20 Kilo schwer….. Vom Schnitt her passen meine Schnürlederhose schon in die Zeit, nur der Reißverschluß ist ein Kompromiß…. Logisch hat man damals die Schwerter auch auf dem Rücken getragen… usw. Und der Tourie glaubt es dann, weil sich der andere ja anscheinend ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Für mich ist das Volksverdummung für die ich kein Verständnis habe. Aber wie gesagt, vieleicht laufen ja ausgerechnet mir nur die Negativbeispiele über den Weg. Gruß Jürgen PS: Auch ich bin nicht perfekt, aber mir fällt dann kein Zacken aus der (nicht vorhandenen) Krone wenn ich sage, das paßt nicht, oder meine Schuhe haben Gummisohle, das war auch nicht so….
Ja, ein Fragezeichen ist hier schon angebracht! Es ist schon klar, daß es auch unter den ernsthaften Gruppen verschiedene Auffassungen gibt. Darum soll es in diesem thread aber nicht gehen, denn, ob ich nun ein 24 Stunden Rollenspiel (wenn so was überhaupt möglich ist) oder eine Modenschau vorführe ist doch letztendlich egal. Es wäre nämlich in beiden Fällen zu begrüßen, wenn dabei auch die unteren Stände berücksichtigt werden, wenn man den Leuten wirklich was Alltägliches vom MA zeigen will. Joachim PS Von einer notwendigen Distanz zu der jeweiligen Rolle gehe ich bei ernsthaften Darstellern eh aus.
Also Leute, ich weiß gar nicht, was ihr eigentlich habt: Ich habe auf den letzen Märkten, auf denen ich war (und das waren keine Hiller-Märkte mit Karnevalsrittern in Pannesamt und Strickkette), keine Schwemme von Adligen sehen können. Ganz im Gegenteil, das meiste, was da rumlief, schien doch wohl eher in volksnahe Arbeitsklamotten gewandet zu sein. Hey, solange die nicht jedem Tourie per Transparent und Flüstertüte auf die Nase binden, dass sie Graf Koks von der Gasanstalt sind, wo liegt dann das Problem. Da kann ein Tourie doch gar kein falsches Bild vom MA bekommen, oder? Sind doch eh alles Bauern oder (Kriegs)knechte, die da rumlaufen! Naja, das war jetzt vielleicht ein bißchen sarkastisch, oder? Ihr habt natürlich recht, die Gesamtdarstellung ließe sich natürlich ungeheuer verbessern, wenn sich diese Leute nicht mehr Graf Koks nennen würden, sondern den Touries statt dessen erzählen, dass sie das Mittelalter als Untergebene von einem Ritter nachleben, genauso wie das damals war. Das ist nämlich so viel authentischer und wissenschaftlicher, weil man sich ja so viiiel besser in das mittelalterliche Denken hineinversetzen kann, als wenn man nun auch Ritter spielen würde. Das - die Ritter nämlich - sind ja schließlich alles Realitätsflüchtlinge, aber wir, die wir das MA nachempfinden, wie es wirklich war, sind da viel besser. Ja, und wenn man dann ein paar Jahre z.B. als Knappe gedient hat und sich endlich die echten goldenen Sporen leisten kann, die ja damals jeder Ritter trug, dann darf man selber Ritter werden, weil dann kann man ja vollständig nachvollziehen, wie so ein Ritter im MA gedacht hat. Und dann nehmen einen natürlich auch die ganzen echten Wissenschaftler so richtig ernst und rennen einem die Tür ein, weil sie mit einem zusammenarbeiten wollen…. Jaaaahaaa….. Haaallooohooo, aufwachen!!!! Solange ihr einen solchen Mangel an Distanz zu Eurer “Rolle” an den Tag legt, tut mir bitte den Gefallen und sagt nichts mehr über Realitätsflucht, es sei denn ihr sprecht von euch selbst! So, Kinder, und nu spielt mal schön weiter Mittelalter, oder lebt Mittelalter, so richtig authentisch (das klingt doch viel besser - könnte es vielleicht sein, dass es trotzdem das gleiche ist?). Herzliche Grüße Gabriele
Mahlzeit! Jetzt möchte ich auch noch meine 2 Kreuzer zu dem Thema beisteuern. Das Problem das die “Häuptlinge” überhandnehmen, sehe ich eigentlich nur im Marktmittelalter. Viele (ich betone Viele, nicht alle!) der Akteure nutzen die Märkte einfach als Gelegenheit um ihre Profilneurose zu pflegen. Ganz nach dem Motto, im richtigen Leben bin ich ein kleines Licht, dafür möchte ich am Wochenende auf dem Markt die Sonne sein. Da ich auch aus so einem Ganzjahreskarnevalverein stamme, kann ich zumindestens uns und unser Umfeld beurteilen. Und da ging es eben nicht um historische Darstellung, sondern um FUN, mal für ein paar Stundenraus aus dem Alltag und das sein was man nicht ist. Irgendwann ist für mich dann der Punkt gekommen, an dem ich mich mit dieser Einstellung nicht mehr identifizieren konnte. Spätestens als ich begann mich ernsthaft in die Zeit die wir “darstellen” einzulesen. Ich verglich die Fakten mit dem was wir machten und begann auf Fehler aufmerksam zu machen. Brachte nur nichts, als es dann hieß “… die Touries haben davon doch eh keine Ahnung, wenn wir denen das ein bißchen plausibel erklären glauben die das schon…” hängte ich “Amt und Würden” an den Nagel und begann mein eigenes Ding durchzuziehen. An der Stelle möchte ich mich auch mal bei all denen bedanken, die mir Tips gaben, meine Mails beantworteten und mir auf andere Weise unter die Arme griffen. Also, Dank an Uli, Dietrich, Ivo und all den anderen! Lange Rede, kurzer Sinn, es geht auch ohne klingende Titel oder “hohe” ßmter, außerdem fühle ich mich in meiner jetzigen Rolle bedeutend wohler. Nebenbei sehe ich die Problematik genauso wie Joachim und Fritz, solange nicht zwischen Marktmittelalter und ernsthafter Darstellung getrennt wird, bleibt alles andere nur ein fauler Kompomiß. -Es lebe das fröhliche Pappnasentum! Jürgen
Warum eigentlich nicht 10 Ritter? Oder 10 dazugehörige Frauen? Ich könnte mir sehr gut eine Reitervorführung oder eine moderierte “Modenschau” von verschiedenen Frauentrachten ( sogar aus verschiedenen Zeiten wie 1999 in Quedlinburg) vorstellen. Voraussetzung ist für mich natürlich immer der Rahmen in der eine Tracht, eine Vorstellung oder ein Rollenspiel gezeigt wird. Thorsten Koch hat in Thread “Alternativen” für die Lösung vom Prinzip Gruppe geworben. (Kurzfassung: Eine Gruppe von Gefolge scharrt sich um Adeligen, aus welchem Grund auch immer) Die Darstellung historischer Themen hat, wie Christoph schreibt eine lange Tradition. Auf den Klassizismus beruhend brach Anfang des 19. Jahrh. eine große Begeisterung für die Antike aus. Die Erforschung der eigenen Geschichte lag lange in der Hand der verschiednen “Vereine zur Pflege vaterländischer Altertümer” hier sind die ersten Versuche zu suchen sich wie die alten Germanen zu kleiden. Zeitgleich kommt über die Großindustrie (Thyssen-Turnier) die ersten Ritterfeste auf. Zeitgleich mit den Aufkommen der Archäologie als Wissenschaft hat es aus den verschiedensten Versuche gegeben die Vergangenheit nachzuleben oder Geräte herzustellen und zu benutzen. Also fast 100 Jahre Tradition von Veranstaltungen wie der ersten Landshuter Hochzeit und frühen Versuchen die Pfahlbausiedlungen am Federnsee zu Beleben. Die Probleme und Ansprüche der Beschäftigung mit der Geschichte scheinen allerdings immer gleichgeblieben zu sein: - Welche Zeitstellung und Gegend ist Gegenstand der Beschäftigung mit der Geschichte - Welche Ergebnisse liefert die Forschung ? - Was wird vom Veranstalter (Auftraggeber) gefordert? - Wie definieren sich die Darsteller selbst? - Welche Ziele sollen erreicht werden? Es gibt durchaus Möglichkeiten die Tracht einer slawischen Edelen (Nobilies) vor Publikum zu zeigen ohne 24 Time-In Rollenspiel zu betreiben, was auf jeden Fall nicht mein Ding ist. In der Wappenrolle befindet sich ein Foto der angeführten Tracht. Im letzten Jahr habe ich diese genau 4 mal getragen. Dreimal im Rahmen einer historischen Modenschau und einmal zum Spazierengehen auf einer Veranstaltung. Ich besitze die Sachen um zu zeigen welche Bekleidung möglich war. Für irgendwelche Aktionen in einem Zeltlager ist die Tracht zu empfindlich, zu teuer und zu unbequem. ßhnliches dürfte für andere hochrangige Frauentrachten auch gelten. Da mein Hauptgebiet Textiltechniken und Sachkultur zur Darstellung vor Publikum ist, trage ich eine weitaus schlichtere Tracht. Zu diesem Komplex gehört auch wieder der soziologische Kontext: Frauen im Mittelalter auf Reisen……? Oder ist man Darsteller bei einer Museumsaktion und hat feste Häuser/eine Burg oder ähnliches? Mein Vorschlag zur Projektarbeit beinhaltet auch ein gezieltes Abstimmen von Tracht und Ausstattung auf das entsprechende Umfeld. (Was eine genaue oder besser sinnvolle Eingrenzung der Zeitstellung einschließt) Sylvia
Tja, Uli, schön für Dich, daß Du das Grundprinzip verstanden hast. Leider sind in der Minute, in der Du diesen Eintrag schriebst, schon wieder 10 Affen vom nächsten Baum direkt ins pralle Marktmittelalter gefallen. Ich sehe es auch so wie Fritz und ich weiß, es wollen viele nicht hören: Die Märkte und die entsprechenden Marktgruppen sind schuld. Solange in Deutschland nicht endlich eine rapide Trennung von kommerziellen Märkten und ernsthaften living-history-Gruppen durchgeführt (nicht diskutiert) wird, wird es auch keine ernsthafte Szene geben. Laßt die Kinder spielen. Und laßt uns arbeiten und Spaß dran haben.. Dachverband? Ich weiß nicht recht. Eigentlich findet unter den guten Gruppen doch schon ein reger Austausch statt. Das sollte zumindest nicht hier diskutiert werden. Hilmar, Du schreibst: “Man kann die Frage auch umdrehen: Wieso finden sich in der MA-Szene nicht genügend Leute. Um beide Fragen beantworten zu können, muß man, denke ich, untersuchen, WER (Sozial-, Alters-, Herkunfts-Struktur) denn in der MA-Szene und z.B. in der Napoleonik- oder ACW-Szene aktiv ist.” Gibt es solche Untersuchungen? Mir ist nur aufgefallen, daß der Altersdurchschnitt der Gruppen in der Zitadelle höher als in den MA-Gruppen lag (obwohl auch einige unter 30 dabei waren). Aber halt auch viele, die die 40 deutlich überschritten hatten. Ich glaube aber einfach auch, daß diese Projekte nur Leute nehmen, die bereit sind, sich wirklich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Solange aber die meisten MA-Gruppen fast bedingungslos alles an Mitgliedern einsammeln, was ihnen vor die Füße fällt, wird sich bestimmt nichts ändern. Leute, überlegt euch ein Konzept für eure Gruppen! Zu sagen, wir machen MA reicht nicht! Und nehmt nur Leute auf, die sich diesem Konzept unterordnen. Vielleicht gibt es dann ja mal mehr und bessere Indianer. Joachim
Moin! Also- irgendwie versteh ich das Problem nicht ganz. Okay, ich hab auch noch ein Pannesamtritterkostüm aus alten Tagen, aber spätestens als ich mein erstes Lutel bestellte und nach sonstiger Ausrüstung blätterte stellte ich fest - Ausrüstungsgegenstände sind manchmal sehr dem Zeitgeschmack unterworfen (und durch 5 Jh. zusammenzuwürfeln ist irgendwie albern) - Ritter sein ist ziemlich teuer ( zu teuer für mich). Herzog? Indiskutabel (naja, nicht ganz- vielleicht halbnackt auf der Flucht aus Gefangenschaft…) Ab diesem Zeitpunkt begann die Recherche, und damit kam die Feststellung, das es mit dem Hochadel nix wird, und so entstand der Söldner Ulrich Wolfsfuß, der unter seinem Condottiere dient. KLar muß ich mal Holz hacken, Wasser holen, oder meinem Condottiere zur Hand gehen. Und? Die Darstellung hält sich in erträglichen Grenzen (sonst würd ichs nicht machen) und wir alle haben nen Riesenspaß dabei. Vielleicht bin ich ja sonderbar, weil mir das kommandiertwerden auch mal Spaß macht, aber, so isses. Und, mit all dem was ich inzwischen übers MA weiß käme ich mir mit meiner Ausstattung als Ritter recht albern vor.
Fritz spricht das Problem des MA ganz genau an. Während alle anderen (FMA, SMA) sich spezialisiert haben auf eine nicht gerade große Zeitspanne, was ihnen erlaubt auszusortieren, ist dies beim HMA nicht so. Der Begriff `Mittelaltermarkt`zieht tatsächlich alles mögliche an. So auch Darsteller, die keine eigene Szene haben, wie z. B. Schotten. Da kein richtiger Kern hinter dem HMA steht, nicht alle dahinter stehen, das völlig korrekt durchzuziehen, geht das auch weiter so. Aber was können die Darsteller schon machen, wenn der Veranstalter nicht hinter der Sache steht? Selbst Szeneinterne Veranstaltungen wie Tannenberg bekommen das nicht hin. Konsequenz fehlt absolut in dieser Szene. Und daher muß man mit den Konsequenzen erstmal klein anfangen. Keine Wikis, Kelten, ´Schotten und anderes mehr zulassen. Danach kann man anfangen, enger zu Sortieren; die Idee von Tim, keine Alexe mehr zuzulassen, war nicht schlecht, jedoch war er damit um einiges voraus und daher konnte es nicht klappen. Allerdings, was nutzt es groß, wenn die HMAler diese Leute nicht wollen, endlich mal geschlossen (was bisher nicht passierte) und dem Veranstalter gehts am A…..vorbei? Nichts. Die Häufung Szeneinterner Veranstaltungen ist zwar schön und gut, aber es fehlt eben DIE Konsequenz. Allmählich zeigt sich außerdem, daß es immer mehr Leute werden, die niedere Rollen darstellen. Das finde ich positiv. Ich habe auch schon seit mehreren Jahren eine niedere Nebenrolle. Nur leider scheinen Leute, die sich Gräfin v. Sonstwas, Herzog von Hintertupfingen, Legat und Pfalzgraf Ludwig nich ein bisschen darum zu sorgen. Hauptsache, sie stellen mal was großes dar. Gruß v. Arlen