Das ist mit sicherheit ein Interessantes Theam.
Gerade zur Zeit der Schlacht von Hastings.
Gibt es vll sogar irgendwelche Funde aus der Zeit, wo Farbpigmente erhalten sind?
(mein momeantanes Interesse liegt ca 100-150 Jahre später, deswegen habe ich mich damit noch nicht eingehender mit dem 11. Jh. beschäftigt *gg*, hab sowieso erst vor ca 2 Monaten angefangen, mich für das Hobby zu interessieren...)
Die mir bekannten (späteren) Helmbemalungen leiten sich aus den heraldischen Farben und den Schildteilungen der Wappen ab.
Aber nach meinem, zuegegebenermassen noch mehr als beschränkten, Kenntnissen war im 11. Jh. mit Heraldik noch nicht viel (was der genannte Teppich von Bayeux ja auch zeigt).
Daraus lässt ich imho schliessen, dass Du Dich nicht einmal an die heraldischen Regeln halten müsstest.
Denn diese sind ja nur dazu da, ein Wappen von weiter Entfernung eindeutig erkennbar zu machen, da in Hastings aber noch keine Wappenröcke getragen wurden (soweit ich weiss *duck*), war es wohl auch nicht wichtig, einen Kämpfer anhand seiner Helmfarbe zu erkennen...
Ergibt sich die Frage, wie die Helme nun farblich gestaltet wurden.
Waren die Helmbemalungen ähnlich gestaltet, wie die Schildbemalungen?
War die Bemalung von Helm und Schild miteinander verbunden oder war das unabhängig?
Nach welchen Kriterien wurden Helm und Schild in dem Zeitraum überhaupt bemalt?
Gab es da irgendwelche Regeln?
Also ich bin da hoffnungslos überfragt und äusserst gespannt :)
schönes thema. ich interessiere mich auch sehr dafür da ich eine 1066 flamendarstellung im aufbau habe. auf dem bayeux teppich sind wie schon gesagt bunte helme zu finden. ich spiele auch mit dem gedanken meinen helm in anlehnung an diese abbildungen zwifarbig zu gestalten. was ist davon zu halten? der teppich zeigts zumindest
gruß dennis
Zu den "Farben" die Du genannt hast, zählt auch noch grün.
Als "Farben" bezeichnet man in der Heraldik meines Wissens nach grün, rot, blau und schwarz.
Gold (gelb) und silber (weiß) werden als "Metalle" bezeichnet.
der Oberbegriff ist "Tinktur".
Neben den Grundfarben und den Metallen gibt es aber noch, wenn auch sehr selten, purpur, orange und Pelzwerke (z.B. Hermelin und Feh)
Hinzu kommen durchaus auch noch sog. "Naturfarben", also auch gemischte Farben, allerdings nur zu naturgetreuen Darstellung von Figuren im Wappen (beispielsweise Menschen)
Die Verwendung von orange versößt meines Erachtens nicht einmal gegen die heraldische Grundregel, das Farben nicht gemischt werden dürfen, da es sich ja um eine Mischung aus rot und gelb handelt, und gelb ist ja keine Farbe sondern Metall.
So, sollte ich was falsches gesagt haben, bitte ich um Korrektur.
Ich weiss, der Thread is schon "etwas älter", aber bin neu hier und da wusste ich gerade mal was zu *gg*
Servus alle!!!
Mir hat da mal ein Heraldiker die Grundregel erklährt daß es in der Wappenkunde nur vier(bis max.fünf) Farben gibt die nicht miteinander gemischt werden dürfen;
blau,
rot,
weiß(silber),
gelb(gold)
schwarz
Von der Farbgebung her erscheint dies sehr sinnvoll,wenn man die ursprüngliche Aufgabe der Wappen als Hauptidentifikationsmerkmal gefallener Ritter betrachtet.
Dadurch waren die Darstellungen in der Farbgebung gezwungenermaßen einfach gehalten,was indirekt eine Beschränkung der Detailentfaltung bewirkt.
Je einfacher ein Logo gehalten ist, umso größer ist sein Wiedererkennungswert was die Arbeit des Heraldikers erleichterte,der ja angeblich rein aus dem Gedächtniss möglichst alle Wappen gekannt haben sollte.
Mfg Amadeus
Und womit wurden die Helme bemalt? Ich meine, welche Art von Farben waren das? Waren sie deckend? Gibt es Erfahrungen? Wie lange hält die Farbe so. Platzt sie gleich wieder ab oder zerschrammt sie nur? Manchmal bekomme ich auf Märkten Helme in die Hand, die innen (schwarz) bemalt sind. Ganz klar zum Korrosionsschutz. Gibt es dafür Belege? Die Frage könnte man natürlich auch auf spätere Rüstteile z.B. der Plattenrüstungen ausdehnen. Grüß Euch Joachim - I.G. Hospitalis
Hallo Ingo Ich habe kürzlich in der Manessischen Liederhandschrift geblättert, na ja sie ist zwar eher ein bißchen später anzusetzen, aber neben der aufwendigen Helmzier ist ab und an eine Bemalung erkennen. Außerdem bin ich davon überzeugt das eine Vielzahl von Helmen bemalt war. Nicht aus Gründen der Heraldik, sondern aus praktischen Gründen. So ist es doch einfacher einen bemalten Helm zu pflegen, da dieser nicht so schnell rostet. Gruß Ulrich von Suderloh vries volk zu sparrenberg
Auf einer Abbildung von Geoffrey Platagenet (müßte aber ein kleines bißchen später sein) trägt der gute Mann eine Phrygische Kappe in Helmform, die mit einem Löwen bemalt ist.
Ares Hjaldar de Borg || Furor Normannicus
Moin Ingo, im "Hortus Deliciarum" - ca. 1160 - der Herrad von Landsberg gibt es Darstellungen von deutschen Rittern, die häufig bemalte Helme trugen. In meiner Erinnerung in Streifenmustern auf den kalottenförmigen Helmen. Frühere Quellen habe ich jetzt auch nicht im Kopf. Doch vermute ich eh´ daß es früher noch keine Bemalungen gab, da das Wappenwesen ja erst so gegen Mitte des 12. Jhdts. an Schwung gewinnt. Bis hier in Deutschland die Wappenröcke allgemein verbreitet waren hat´s dann sogar bis ins erste Viertel des 13. Jhdts. gedauert. Bis denn Thorsten
Hallo Ingo, meine Quelle ist zwar Ende 12. Jhd., aber vieleicht helfe ich ja anderen damit... Im Petrus di Ebulo findet man Helme in Wappenfarbe. (s. Abbildungen Diephold von Schwainspoint)
MfG Tim Schneider
Hallo. Ich habe folgendes Anliegen. Kennt jemand von Euch Abbildungen des 11 - bis frühen 12. Jahrhunderts, wo raus hervorgeht, daß die Helme zur dieser Zeit bemalt waren. Oder weiß jemand was darüber? Die einzige Quelle die ich kenne ist der bayeux Teppich, und den halte ich für dieses Thema nicht sehr repräsentativ. Würde mich über jeden ernstgemeinten Eintag freuen. Gruß Ingo Gruß Ingo