Ich bin auf der Suche nach Darstellungen (Bildern aus Handschriften, Holzschnitte etc.) von Mönchen in Scriptorien etc. - mir geht es vor allem um die Ausstattung des Scriptoriums. Welche Gerätschaften standen einem Mönch zum Kopieren und Schreiben zur Verfügung, wie war die Platzaufteilung…
Wer zufällig in der Nähe von Delitzsch wohnt,sollte unbedingt einen Abstecher in das Schloss Delitzsch machen. Dort hat jetzt eine Ausstellung über mittelalterliche Bücher und Schriften eröffnet.Zu den Austellungstücken gehören unter anderem von Hand geschriebene Musikbücher aber auch andere Schriften.
Wegen Pigment-Farben schaue einfach auch unter www.boesner.com nach.Ist hier schon bei den Kunstmalern angepriesen worden.Ich habe mir für 5 - den Katalog bestellt.Auch ich kann den nur empfehlen.Die haben auch ganz gute Sonderangebote.
Mir wurde von einem guten (und teuren) Schreibwarenladen gesagt, daß es in Deutschland nur noch einen Hersteller für Pergament gibt. Der soll bei Nürnberg sein und jedes Format was auf eine Haut passt herstellen können.
Eine Adresse für Pigmente kenne ich auch. Qualitativ hochwertig aber auch teuer:
www.kremer-pigmente.de
So ist es.Selbst wenn man sich überlegen muß,was für eine Macht besonders um das 10 Jahrhundert die sogenannten Notare des Erzkaplans hatten.Bis in das 14.Jahrhundert hinein waren Geistliche Schreiber für Urkunden ,Erlässe,Mandate etc.zuständig.Aber sie unterstanden dem geistlichen Oberhaupt.Damit war an eine handwerkliche Vereinigung garnicht zu denken.Erst Mitte des 14.Jahrhunderts verlor die Kirche ihr Macht in Sachen Schreibstuben,da jetzt immer mehr Kanzleien auftauchten,welche nicht zur Geistlichkeit gehörten.Doch selbst da konnte ich keine Anhaltspunkte finden.Denn die Kanzleien standen meist im Dienst von Städten,Grafen etc.Denn soweit zumindest mir bekannt ist,besaßen die Kanzleien keine Siegelmäßigkeit.Sprich,sie durften kein Siegel führen.Diese Befugnis hatten nur Adel,Ritter damit natürlich auch,Könige etc.In der Zeit der großen Kaufmannsfamilien(Fugger.z.b.)waren die Schreibstuben auch häufig in deren Diensten.Das Siegel drückte der Kaufmann drauf.Aber ich lerne gern dazu.
Ich würde mich mal an den Martin Jungnickel von den 1476ern wenden (siehe z.B. Eintrag 11 hier). Durfte seine Darstellung mal live erleben, das ist schon sehr erlesen. Außerdem verfügt er über ein sehr umfangreiches Wissen zum Thema, der kann Dir bestimmt helfen. Leider nur noch sporadisch in diesem Forum anzutreffen, deswegen lieber ne mail schreiben.
“Das Schreiben, Malen und Binden des Buches fand in der Regel im Skriptorium eines Klosters statt, es existierten aber auch weltliche Werkstätten zum Schreiben von profanen, vor allem juristischen Texten. Ab dem 14./15. Jahrhundert wurden diese weltlichen Werkstätten immer zahlreicher, da die Nachfrage nach Büchern immer weiter anstieg. Der Auftraggeber bestimmte die Ausführung und Ausstattung der Handschrift und stellte z.T. auch die benötigten, besonders kostbaren und teuren Materialien (Gold, Lapislazuli, u.ä.) zur Verfügung.”
Darum dachte ich, zumindest die Schreiber dieser erwähneten Werkstätten müßten doch sowas wie ein Zeichen/Symbol ihres berufsstandes gehabt haben. Gefunden habe ich dazu aber nichts. Ob ein Heraldiker da weiter helfen kann? Vielleicht hat das ja Eingang in irgendein Wappen gefundend?
Eine sehr interessante Frage.Laut meinen Recherchen wurden die meisten zukünftigen Schreiber erstmal in Klosterschulen zurechtgestutzt.Ich kann nur das Buch empfehlen,“der Bischof und der Kalligraph”.Welche sich dann selbstständig machten,gingen meist in den Dienst höherer Herren,um so an “Aufträge” heran zukommen.Seit 1293 kamen auf Grund des stärker werdenden Handels immer mehr größere Schreibstuben auf.Aber auch diese standen ebend im Dienst von Handelsgesellschaften und damit im Dienst ihrer Zunft.Mehr wüßte ich jetzt auch nicht.Aber ich bin ja immer ganz Ohr.
Wenn es vielleicht interessiert.Bin durch Zufall auf eine Internetseite gestoßen,wo man Federkiele,Eisengallustinte etc.preiswert beziehen kann.Diese Internetseite wird angeblich auch von Klöstern mit unterstützt.Man schaue unter www.manufactum.de.Nicht jeder hat vielleicht die Möglichkeit,sich die Tinten selbst zusammen zu mixen.
Ich bin durch Zufall auf Eure Seite gestoßen.Ich bin noch ein richtiger Anfänger.Arbeite noch mit herkömmlicher Tinte und Farbe auf Papier und Pergament.Meine Hauptübung besteht noch darin,gotische Schriften in Perfektion (so weit ,wie möglich)mit Federkiel zu bringen.In der Darstellung von Verzierungen geht es auch bereits voran.Deshalb würde mich mal interessieren,wo ihr Eure Farben bezieht.
Pergament habe ich bis jetzt nur in ca.“A4” Größe bekommen.Ein reger Gedankenaustausch würde mich auch reizen.
Hallo Nikolaj! Mir ging es mehr um ein Erfahrungsaustausch. An Kursen besteht kein interesse da ich mich selber mit der Thematic seit zwanzig Jahre beschäftige. Danke trotzdem.
Zwar nicht aus der Szene, aber eine erfahrene (und auch recht bekannte) Ikonenmalerin ist die Bonnerin Angela Heuser, die sich auch mit Buchmalerei beschäftigt hat. Sie hält regelmäßig Kurse in der Vertretung der Russischen Orthodoxen Kirche in Düsseldorf (Ellerstr. 213) - zumeist zur Ikonenmalerei. Soweit ich mich erinnere, war aber auch schon einmal ein Kurs in Buchmalerei dabei. Falls konkretes Interesse besteht, kann ich noch einmal bei ihr erkundigen.
mit besten Grüßen und Wünschen Nikolaj aka Argl. Rhisiart ap Maredudd
Gibt es eigentlich jemand der sich ernsthaft mit Miniaturmalerei beschäftigt da draussen? Die meisten die sich bis jetzt gemeldet haben, denken entweder an einer Schreibstube oder sind dabei Material zu sammeln, oder haben den Weg des geringsten Aufwands gewählt sprich moderne Mogelpackung. Mich würde interessieren ob Leute dabei sind die Erfahrung haben in Ikonenmalerei. Auch wäre ein Austausch an Bezugsquellen auch denkbar obwohl ich das am liebsten dann direkt und nicht hier machen würde. Bin gespannt ob sich jemand neues meldet? Mir scheint der Bereich Schreiben und Malerei wird sehr vernachlässigt!
Hallo Ihr! Ich betreibe zwar kein Skriptorium, aber eine kleine Knochenschnitzerei rund um den Beruf des Nadlers. In den Bereich fallen auch Griffel für Wachstafeln (die ich ebenfalls fertige). Da mich die Schreibstube an sich sehr interessiert, könnt Ihr mir gern bescheid sagen, falls Ihr ein Seminar abhaltet! Grußvoll, Matthias Topasius
Ich bin, wie schon gesagt, seit einiger Zeit, dabei, mein kleines Schauskriptorium aufzubauen und zu erweitern. für Anfragen bin ich jederzeit offen…mailt mir einfach. Ich bin dieses Jahr persönlich wohl nur noch am letzten Satzvey-Wochenende ebenda zu treffen (da aber ohne Schreibstube, nur mit Minimalausrüstung :-)) Anna von Veen…melde mich auf jeden Fall mal In diesem Sinne…..
Hallo, Ulrich von Suderloh! Recht hast du, es würde mich freuen, wenn man da was zusammen machen kann! Ihr habt ja unsere Adresse, ruft einfach mal an.