Meines Wissens handelt es sich dabei um sog. Johanninüsse,gibt es heute noch zB bei manufactum als sauer eingelegt (schmeckt nicht schlecht, eher etwas fade), im Pariser Hausbuch aus dem ausgehenden 14.Jhdt. wird die süße Variante beschrieben, die Nüße werden um den Johannitag im Juni gesammelt (sind noch grün, auf jeden Fall bevor sich eine harte Schale ausbildet…), dann längere Zeit eingelegt, bis sie schwarz sind.
wobei ich keine Ahnung habe wie lange sowas schon gemacht wird ist wohl ein traditionelles rezept (was immer das wohl heißen mag) aus südlicheren Gefilden.
nur so als Anregung. Und vielleicht freut sich ja auch ein Färberlein in deiner nähe über einen Teil grüner nüsse nächstes Jahr.
Wenn sie gut getrocknet sind, die Schalen dick und unversehrt kannst Du die Nüsse bestimmt bis zur nächsten Ernte verwenden. Da sie aber sehr fettreich sind, kann es auch sein, dass sie ranzig werden, Du mußt dann aussortieren.
Am besten in Körben oder Netzen gut durchlüftet, trocken und dunkel lagern.
Ich dachte mir ich mach mal kein neues Thema auf um meine Frage zu stellen. Deshalb reaktiviere den hier . Auch wenn er quasi Uralt ist. Aber es geht um haltbarkeit von Lebensmitteln.
Ich habe, bedingt durch !VIER! Walnußbäume viele Walnüsse. !SEHR VIELE! Walnüsse!!!!
Ich weis das man die erstmal liegen lassen muß. Quasi sollen sie trocknen.
Aber wie lange halten sich Walnüsse eigentlich maximal??.
Nüsse waren, so habe ich das noch in erinnerung, in etwas ein kleiner Wintervorrat sein, von dem man zeren konnte. Zudem konnte man Mehl oder Mehlersatz drauß machen.
Ich habe aber jetzt sooooo viele Nüssen das ich da ungefähr drei jahre von leben könnte.
Werden die irgentwann schlecht auch wenn sie gut und trocken gelagert sind?
Hallo Christine! Auch im MA gab es Herbergen. Auf wichtigen Handelsstraßen mind. für einen Tagesmarsch zu erreichen (von der letzten). Es ist also nicht nötig gewesen, Essen für 14 Tage mitzunehmen. Man reiste, stieg in einer Herberge ab, wenn eine solche nicht da war, ein Kloster. Wenn beides nicht da war; es gab auch Dörfer. Selbst in einem dicht bewaldeten und wenig besiedeltem Gebiet wie Thüringen konnte man eins von diesen innerhalb eines Tages erreichen. Bei einer Heerfahrt: siehe die Beschreibungen der Romfahrten für die Kaiserkrönung Gruß v. Arlen
Hallo, mich würde interessieren: a) Was könnte man für 5 Personen für Lebensmittel mit bei einer Dauer von 14 Tagen mitnehmen und wie lagert Ihr das auf dem Markt dann ? Da kann man schlecht ein großes Loch ausheben, oder (Veranstalter …) ? b) Wie schaut das dann mit Wasser aus ? Nehmt Ihr dann Mineralwasser mit, um zu Kochen (Wasser aus der Toilette naja …) ?
Woher unsere Viecher kommen, weiß ich schon…:-) Schlachten muß man ja nicht unbedingt, wenn der Markt offen ist, ein bißchen hängen müssen die Tierchen ja schließlich (also am Abend schlachten). In Freienfels habe ich aber auch kein Kind weinen sehen, als die Kaninchenfelle vor aller Augen gegerbt wurden (hat übrigens jemand die Adresse von den Leuten ?).
Hallo, für alle die sich mit dem Thema Essen mehr beschäftigen wollen und sich dabei nicht nur aufs Mittelalter beschränken kann ich nur folgendes Buch empfehlen: Kulturgeschichte des Essens und Trinkens, von Gert von Paczensky und Anna Dünnbier ISBN 3-572-10047-X Es wird die Entstehung einer Essenskultur geschildert, von den Anfängern vor 200000 Jahren bis heute. Auch werden Koch- und Eßgefäße in allen Perioden beschrieben, Tischsitten erläutert und auch Fragen der Lagerung und des Transportes von Lebensmitteln erklärt. Eine Rezension geb ich ab wenn ich es durch hab *G*
Hallo Jennifer! Mir scheint, als ob damals tatsächlich auf Märkten auch geschlachtet wurde. Denn wenn man auf dem lütticher Markt heute Hühner und Karnickel vor Ort schlachtet, nehme ich an, daß dies im MA gang und gäbe war. Gruß v. Arlen
Wir haben einige der alten (wie alt weiß wohl keiner so genau) Methoden “reaktiviert”: Außer Fisch wird auch Fleisch im Tontopf gepökelt, also eingesalzen und vorm Verzehr (kann Wochen lagern) gut gewaschen, gleiches gilt auch für Butter, denn der übermäßige Salzgehalt kann auch rausgewaschen werden…ßbrigens machen wir auch Sauerkraut selber, wer also Interesse hat, kann nachfragen. Alte Methode ist die Dörre, lufttrocknen (Fisch, Fleisch - achtung unsere “zivilisierten” Mägen sind empfindlicher! vielleicht im Backofen (Umluft)nachhelfen - ist allerdings wie Schuhsohle und Zahnärzte freuen sich ob ausfallender Kronen! Gut geht dörren mit fast allen Obstsorten und Pilzen. Guten Appetit!
Moin, Moin, Vorratsgruben zum lagern von verdeblichen Nahrungsmittel sind bereits neolitsch nachgewiesen, dito Getreidespeicher und die dazugehörigen Darren. (Getreide wurde früher gedarrt, also über Freuer getrocknet, auch um Schädlingsbefall zu minimieren) Fleisch und Fisch wurde geräuchtert und getrocknet. Keine Nachweise habe ich für das zerkochen von Fleisch mit Fett bis soetwas wie Schmalzfleisch entsteht. Das ganze wird in Mägen oder Därme etc. gefüllt und dann in den Rauch gehängt der vergraben. Viele Wurzelgemüse kann man im Herbst länger in der Erde lassen. (Pastinaken etc.) Nachgewiesen sind auch in die Erde eingegrabene große Tongefäße zum Lagernvon Dörrobst (Holzäpfel, Schlehen etc.)und Getreide. Es kam jedoch bis in die Neuzeit immer wieder zu Hungersnöten. (Die letzte große natürlich bedingte Hungersnot in Europa gehört ins letzte Jahrundert, Kartoffelfäule in Irland) Auch anhand von antropologischenUntersuchungen an Skeletten lassen sich wiederkehrende Hungerperioden nachweisen. Praxis: Bei der Gruppe “Der Troß” haben sich Vorratsgruben zum lagern empfindlicher Lebensmittel bewährt. Einfach ein Lochausheben je nach Umstand mit Gras auskleiden, Lebensmittel in sauberes Leinen wickeln und mit den Grassoden bedecken. Oft reicht es schon die Lebensmittel in den Schatten zulegen und mit einem schweren Sack abzudecken. Bei wirklich warmen Wetter verzichten wir für “Sonntage” auf frisches Fleisch oder verderbliche Wurst. Hartkäse und knüppelhartes Trockenfleisch (Bündener Fleisch etc.) hält fast immer, jedoch nicht in Plastik oder Papier sondern luftig im Leinentüchern oder Beutelchen. Sylvia P.S. Tradiert ist bestimmt auch die Herstellung von Harzer Käse. Milch wird gesäuert, die Molke läßt man ablaufen. Der so entstandene Quark zu Knübbelchen geformt und in Farnblätter (zur Konservierung) in einem Tontopf ca. 6 Wochen vergraben. (Ich habe das Mangels Garten noch nicht versucht - Soll aber prima sein)
Obst lässt sich auch gut lagern, je nach Sorte ßpfel oder Birnen bis weit in den Winter hinein, ebenso Nüsse und Hülsenfrüchte. Bohnen, Erbsen, Linsen etc lassen sich ja auch gut transportieren, Wasser findet sich unterwegs, Speck dazu, fertig ist die Suppe. Pflaumen, ßpfel, Birnen sind uaf dem Dachboden zu trocknen oder am Ofen zu dörren und dann sicher gut auf Reisen mitzunehmen. Fleisch wie Fisch sind durch Räuchern zumindest für einige Tage bis Wochen haltbar genug und auch transportabel (zumindest Fleisch, Hartwurst, Schinken). Auch Hartkäse ist eine sehr gut haltbare und transportable Form von Milch. Das mit der Butter im Brunnen hat mir noch meine Oma erzählt. Wahrscheinlich hat sich an der Art der Aufbewahrung verderblicher LM vom MA bis zum Beginn der Eisschrankzeit gar nicht soviel geändert. In der Genertion unserer Grosseltern ist da sicher noch viel Wissen und Erinnerung an ßberliefertes vorhanden. Eine Quelle, die langsam versiegen wird. Evita
Also marktmässig ist der Lagerungsprozess wohl am besten in einem Loch, gefüllt mit feuchtem Stroh…hab ich aber noch nicht ausprobiert. Was dei Bauern früher auch gemacht haben, zumindest die mit Auenfeldern: sie haben ihre Felder im Winter geflutet und die Eisschollen dann im Keller als “Kühlakkus” genutzt, soll in nem Erd- oder Gewölbekeller auch einige Wochen für Kälte sorgen… Hühner, aber auch Tauben u.ä. Kleingetier hat man wohl tatsächlich mitgeführt…hält sich halt länger…. Schlchten auf den Märkten ist zwar ne feine sache, hat aber zwei Hauptprobleme: 1.Salmonellen, wenn du nicht 100% über die Herkunft deiner Viecher weißt…vergiß es. das 2. Klingt ungefähr so: “Mama was is das?”, “ein toter Hase”, “Wähhhhhhh! Heul, armer Hasiiiii!” you undersatnd? ;-)
Wie hat sich das nun eigentlich mit dem Schlachten auf Märkten entwickelt (ich denke da an einen Thread Anfang des Jahres, der sich damit beschäftigte) und wie sieht es tatsächlich mit der Rechtslage aus (ich spreche von Hühnern und Kaninchen, die wir ansonsten auch selbst zu Hause schlachten (würden)). Sind Hühner nicht auch wegen der Eier auf Reisen mitgeführt worden ?
Moin, moin, Rüben (Steckrüben, Karotten etc.) kann man prima in einer Kiste mit Sand die man in den Keller stellt lagern. Hält mehrere Monate also auch bis zum Winter. Auf dem Markt sicher unsinnvoll, jedoch eine plausible Erklährung für Karottensuppe im November……… Beste Grüße Tjark
Und vergesst mir nicht das Sauerkraut, damals wie heute das deutsch Grundnahrungsmittel. Gut aufzubewahren ich tönernen Gefäßen. mit der Hersellung habe ich mich leider moch nicht befasst, aber auf Feiern oder im Lager ist das Zeug immer dabei.
Hallo Hedwig! Soviel ich weis wurde jedenfalls beim Adel das große Schlachten kurz vor der Feierlichkeit bzw. normalen Essenszeit begangen. Kann mir denken, daß das bei den kleinen Leuten genau so war. Meine Oma hat auch immer das Huhn vormittags geschlachtet. ;o) Salzen kann ich mir wegen u.g. Grund auch nicht vorstellen. Räuchern wurde sicher oft gemacht. Der Verzehr von Gemüse und Obst richtete sich nach der Jahreszeit. Salat war eben im Winter nicht. (es sei denn, einer weis wie man das Zeug MA-mäßig frisch hielt) Dagegen war es verhältnismäßig leicht, Korn, Hafer und Hirse zu lagern. Manchmal sind die Kornkammern bei Burgen und Schlößern noch zu sehen bzw. erhalten. Gruß v. Arlen