Das Feilen einer Zahnung, mit der man dann Metall sägen kann, dürfte noch viel schwieriger sein, als es bei der vergleichsweise grob gezahnten Holzsäge der Fall ist. Ich gehe nicht davon aus, dass es im 13. Jhd. Metallsägen gab …
Die Herstellung eines Sägeblattes ist somit ziemlich aufwendig, quasi eine Wertanlage und viel zu teuer für einen einfachen Zimmermann.
Gleichwohl kann ich immer nur längs zur Faser spalten, das schneiden quer zur Faser z.B. zum ablängen von Stämmen/Balken mit ßxten/Beilen gibt meist eine ziemlich zertrümmerte Schnittfläche, mit der Säge wird das sehr viel sauberer. Oder wie bekomme ich ohne Säge eine saubere Schnittfläche quer zur Faser ?
Zum Herstellen von Daubengeschirr benötige ich z.B. relativ kurze Balkenabschnitte. Dafür brauche ich doch ‘ne Säge ?!
Selbstverständlich kann man ein Sägeblatt schmieden. Es dürfte in alter Zeit sogar der einzige Weg gewesen sein.
Wie ?
- Man stellt das Material her. Ohne geht´s nicht. Ich gehe hier aber besser nicht ins Detail.
- Man schmiedet es dünn aus (so zwischen 0,2 und 3 mm, je nach Säge). Das ist kein so großes Problem, wie es sich anhört!!!
- Dann braucht man eine Feile:
- Siehe Punkt 1
- Rohling schmieden
- Rohling plan schleifen (am Stein)
- Meißel Schmieden, Härten
- Mit Meißel den Feilenrohling behauen
- Feile Härten
Zurück zur Säge:
- Mit Feile Zahnung Feilen (vorher genau markieren)
- ggf. mit einer Zange (die lass´ich jetzt weg, Stichwort ist aber auch hier: Schmieden) die Zähne “Schränken”
- Sägeblatt Härten
- Härteverzug ausrichten
- mit ggf. feinerer Feile oder Stein schärfen
- Griff dran
- Fertig.
Ich fürchte, man hat vermutlich deswegen kaum Sägen gefunden, weil sie:
- Sehr dünn sein können (müssen) und deshalb schnell verrotten
- Sehr aufwendig und schwierig herzustellen sind und sicher bis zum letzten Rest verbraucht worden sind (nachschleifen)
- sich nur für sehr spezifische Zwecke geeignet haben(vor allem wohl feine, künstlerische Arbeiten).
Der letzte Punkt erklärt sich so:
- Tragende Teile wie Balken oder Planken lassen sich mit weit billigeren, verschleißärmeren Werkzeugen wie etwa ßxten herstellen.
Hobel dienen der Feinbearbeitung.
- Feinere Teile halten generell besser, wenn sie nach der Faser gespalten und nicht geschnitten. werden.
Heute ist nur das Material billiger und man geht verschwenderischer damit um. Und man hat Maschinen zum Sägen. Man sägt also fast alles. Allerdings oft dicker, als eigentlich nötig. Sägeblätter sind nicht mehr so teuer (Serienfertigung).
Die Mode Verlangt heute ausschließlich glatte, gerade Flächen. Roh behaune Balken oder auch nur dem Wuchs des Holzes folgende Bauteile sind m.E. nicht mehr erwünscht.
Und teuer:
Heute sind die Sägen bezahlbarer, als die Arbeitskraft, die den Balken von Hand behaut.
Unser Prof in Göttingen hat gesagt, daß für die Holzbearbeitung im Mittelalter (wann??) sowieso meist Beile/ßxte genommen wurden. Nun bringt Ihr mir Belege für Sägen! ;o) Sogar in “Truhen - Kisten - Laden” von Thorsten Albrecht ist für das Mittelalter von Sägen die Rede.
Aber wenn hauptsächlich mit der Axt gearbeitet wurde, würde das die wenigen Sägen im Doomsday Book erklären, oder?
Ich habe eine kleine zusammenfassung über Bauholz: Qualität und Herkunft an Beispiel Lübeck aus dem Buch: Wege zur Erforschung städtischer Häuser und Höfe geschrieben.
Ich habe dieser zusammenfassung Bilder hinzugefügt, auf denen Schrotsägenähnliche Sägen zu sehen sind. Die Bilder sind aus dem Jahren 1303 u. 1325
Meine Meinung dazu:
Da es damals möglich war “dünne” Schwertschneiden zu schmieden dürfte es nicht mehr Aufwand gewesen sein ein Sägeblatt zu schmieden.
Die Erhebungen fürs Domesday Book waren schon ganz “modern”, denn da zog keiner zählend durchs Land, sondern den kommunalen Oberhäuptern wurde ein Fragekatalog vorgelegt, dessen Beantwortung diese dann wieder organisieren mussten.
Da die Erhebung u.a. für Steuerfestsetzungen dienen sollte, hat vielleicht doch nicht jeder alles angegeben. Auch ganz “modern” …
Aber wie haben die denn nun Sägeblätter hergestellt ?
Bei den Threads in dieser Rubrik geht es vorwiegend um Waffen oder Schmuck, ich meine aber, dass (hoch)mittelalterliche Schmiede in großem Umfang auch Werkzeug hergestellt haben.
Gab es im 13. Jhd. eigentlich außer Schmieden auch noch andere Herstellungs-/Bearbeitungsmethoden für Stahl ?
Ich denke da z.B. an Sägeblätter. Ich habe kürzlich zu Anschauungszwecken eine Schrotsäge erstanden, die m.E. aus Blattstahl (?) besteht. Wie hat man das im 13. Jhd. gemacht ? Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass ein Sägeblatt - gerade auch für kleinere Sägen - geschmiedet wird.
…Texte, Bilder, Quellen zu allen möglichen Werkzeugen (Spaten, ßxten, Sägen, Hacken, Hämmern, usw.) des Hochmittelalters. Ich habe zwar hier und da vereinzelt mal Abbildungen von Spaten, ßxten und Hacken gesehen (MAC-Bibel), jedoch ist mir das Ganze etwas zu ungenau, nach diesen Zeichungen solche Werkzeuge herzustellen.
Wer also gute Buchtipps, Internetadressen o.ä. zu diesem Tehma kennt, nur her damit, ich bin über jede Hilfe dankbar….
… und man sollte auf die richtige Zahnung achten. Meines Wissens ist die Zahnung mit M-förmigen Zähnen recht modern und erst im SMA aufgekommen, für frühere Epochen ist die simple Dreieckszahnung die sicher die bessere Wahl.
Ich kenn jetzt zwar grube.de nicht, aber im Prinzip kann ich Stefan zustimmen.
die Trummsägen sind, wenn man vom Material und von evtl. vorhandener Lackierung absieht, immer noch in einem Stil, der den Zeichnungen in div. Hausbüchern zu 100% entspricht.
Man sollte darauf achten, das die Griffösen noch aus durchgenietetem Blech sind, und keine festgeschraubten Griffe verwendet wurden, evtl den Lack entfernen, dann paßts schon.
diese Sägen kann man immer noch neu kaufen. Z.B. www.grube.de . Ist ein Forstausrüster; wer Interesse in dieser Richtung hat, für den ist der Fachkatalog schon ein interessanter Schmöker. Hab da schon einige EUR liegen lassen und noch keinen Schund bekommen. Die Benzinvariante bekommst du da auch. :-)
und wenn du jemanden brauchst, der dir die Griffe schnitzt …. *bg*
Aufgrund aktuer holzzerkleinerungsprobleme stehe ich vor der Frage:
Mach ich weiter mit der guten aber zu kleinen Baumarktholzsäge, hol ich mir noch ne Benziner Kettensäge oder mach ichs A und nehm eine große 2 Mann Baumsäge?
Im Prinzip tendiere ich zu letzterem, nur weiß ich nicht wo ich sowas herkrieg. Also, wer was weiß, bitte melden.
Und- bei ebay gucken kann ich selber, das scheidet also als Empfehlung aus. Außerdem würd ich nicht unbesehen Werkzeug kaufen.