Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) "A" Bemalung?

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Eintrag #1 vom 13. Okt. 1999 08:50 Uhr Martin (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Martin eine Nachricht zu schreiben.

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Mit welchen (A) Farben wahren im 12. und 13. Jh. Schilde bemahlt? Dito bei Helmen. Wahren Helme im genannten Zeitraum mehrheitlich blank oder in heraldischen Farben bemahlt? Wie verhielt es sich mit den Farben, oder wie lößt ihr das? (Wasserfest und trotzdem “A”) Ich hab Literatur über die Herstellung und den Gebrauch von Farben in der Buchmalerei. Kann man da eurer Meinung nach etwas übertragen? Würde mich über Tipps freuen.

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Eintrag #2 vom 13. Okt. 1999 10:44 Uhr Gunther E. Biernat  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Gunther E. Biernat eine Nachricht zu schreiben.

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Schau´ bitte mal in das Thema Nummer 10, auf der letzten Seite, dort solltest Du bereits etwas dazu finden. Ich persönlich habe aber genau das gleiche Problem… :-)
Gunther Markgraf von Bärennoth Admin ´Tempus vivit!´

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Eintrag #3 vom 20. Okt. 1999 00:07 Uhr Gunther E. Biernat  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Gunther E. Biernat eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo! Hmm, habe da offensichtlich einen Fehler gemacht. Eigentlich wollte ich das hier abwürgen und mit in den Thread ´Schildbastelei´ eingliedern. Habe mich aber überzeugen lassen, daß es hierbei mehr um Farben und Farbstoffe allgemein gehen soll und das daher nicht soooo unbedingt viel mit dem anderen Thema zu tun hat. Also: Gebt uns Euer Wissen kund…
Gunther Markgraf von Bärennoth Admin ´Tempus vivit!´

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Eintrag #4 vom 18. Jun. 2000 16:22 Uhr Thurid (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thurid eine Nachricht zu schreiben.

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Mich würde diesbezüglich auch interessieren, wie das mit Gewandungen war. Habe dazu leider als Literatur nur das Buch: Kleidung der Früh- und Hochgotik. Ist für Einsteiger ganz nett, aber mich interessiert eben mehr, mehr, mehr. Was wurde präferiert getragen, womit wurde es eingefärbt (ich kenne bis jetzt Purpur, Safran, Weichselblau und Indigo), was war die dahinterstehende Symbolik (hier braucht man nicht auf das breitgetrene Hell-Gelb für Juden/Huren eingehen), wurden bestimmte Farben zu bestimmten Anlässen getragen? Ich habe mal gelesen, dass Hochzeitsgewänder für Niederständische sehr bunt waren, weil das der einzige Anlass war, an dem sie sich so kleiden durften. Auf Erleuchtung hoffen, eure
Hedwig Swende von Weinheim, Freie Ritterschaft Odenwald

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Eintrag #5 vom 24. Okt. 2001 14:40 Uhr Lutz Schmidt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lutz Schmidt eine Nachricht zu schreiben.

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Ich beschäftige mich nun schon seit längerem damit, wie Pavesen (Setzschilde 15.Jh) hergestellt sind, und habe mich dabei auch um die Frage der Bemalung gekümmert!
Also:
Die Pigmente sind ßhnlich wie in der Buchmalerei. Die Gebräuchlichsten sind:
-Weiß:Bleiweiß (nicht mehr im Handel weil SAUGIFTIG!!)Ersetzbar durch Titanweiß
Versilberungen (Blattsilber)sind wohl nicht für Weiß verwendet worden, da Silber leicht Oxidiert und Schwarz wird, sondern wenn dann als Malgrund für Lüsterfarbe (Leuchtkraft der Farben!!!)
-Gelb:Auripigment oder Blattgold
-Rot: Mennige (billig!) und Zinnober (teuer!)
-Blau: Azurit SEHR SELTEN auch Lapislazuli (sauteuer!!!!!!)
-Grün: Grünspan, (auch Kupfergrün genannt)
-Schwarz: Ruß, (keine Asche!!!!)
Als Bindemittel dienen Tierische Leime, Haut-, Knochen-, Fisch- etc. Und auch Kaseinleim (aus Magerquark und Kalk einfach selbst zu machen und Wasserfest aushärtend)Auch Ölfarben auf Leinölbasis und Tempera-Farben mit Ei als Emulgator sind wohl gebräuchlich gewesen.
Wie man die Farben anmacht würde den Rahmen Hier sprengen Daher hier ein Buchtipp wo man alles über Maltechnik nachlesen kann. Da stehen auch noch mehr Sachen drin, die aber Neuzeitlicher sind. wenn ihr euch an meinen Angaben orientiert, und die Rezepte aus dem Buch nehmt sollte das eigentlich halbwegs klappen und ziemlich das ergeben was man damals herstellen konnte!
Max Dörner
Malmaterial und seine Verwendung im Bilde
Ferdinand Enke Verlag Stuttgart 1994
ISBN- 3-432-81048-2
Viel Glück beim Malen!
Lutz

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Eintrag #6 vom 06. Jan. 2002 21:52 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Glanz...?!

Grüß Euch,
..nach der Suche der Farben von Minnekästchen, bin ich auf einige Abbildungen gestossen, die zeigen, daß es durchaus damals leuchtende glänzende Farben auf ßlbasis gegeben hat.
Ebenso hat das ein Kirchenrestaurator einem unserer Mitglieder bestätigt.
Interessant ist, daß beim Wappenkästchen von Quedlinburg (1209) anscheinend eine Schicht glänzender Klarlack schützend über die feinen Darstellungen gebracht wurde.
Ebenso ist der in der “Heinrich der Löwe” gezeigte Minnekasten seidig-glänzend lackiert gewesen…
Nachdenkenswert…
Euer Haduwolff

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Eintrag #7 vom 07. Jan. 2002 00:31 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

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MOin!
Für Farben empfehle ich die Firma Boesner, das ist ein Künstlerbedarfsgroßhandel mit Fillialen in ganz Deutschland. Die haben einen sagenhaft umfangreichen Katalog in dem reichlich alte Techniken erklärt werden. Das Zeug haben sie natürlich auch (z.B. verschiedene Haut- und Knochernleime. Auch die Verkäufer sind sehr kompetent.
@Haddu: könnte es sein, das Glanz durch simples einreiben mit ßl erreicht wurde? Uralter Trick.
Noch was: Das bekannte Museumsdorf Düppl bei Bärlin hat unter Holzarten und ihre Verwendung im MA auch die Farbstoffe aufgelistet die aus verschiedenen Hölzern gewonnen werden können. Vielleicht kann man da auch was für den Schildbau machen.
Gruss, Uli das Rudel e.V.

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Eintrag #8 vom 07. Jan. 2002 08:52 Uhr Thomas (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Uli,
ist diese Firma im Internet erreichbar? Wenn nein, wie denn? Wäre nett, wenn Du nicht nur die Firma sondern auch die Kontaktmöglichkeiten nennen würdest…
Beste Grüße, Hve (Thomas)

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Eintrag #9 vom 07. Jan. 2002 10:27 Uhr Ulrich Busse  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ulrich Busse eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht BEI Berlin ?

Hallo zusammen,
kleine Richtigstellung:
das Gelände des Museumsdorfes Düppel liegt nicht BEI, sondern IN Berlin.
Ich weiß, gehört nicht zum Thema, aber nachher sucht es jemand und findet es nicht … ;-)
Btw, BEI Berlin darf sich in Berlin nur Spandau nennen.
Grüße von der Spree, Ulrich

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Eintrag #10 vom 07. Jan. 2002 17:24 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht BEI Berlin die zweite

Hi Ulrich,
Du hast wohl noch nie was von Berlin BEI RUDOW gehört (wie Joachim immer sagt)?!? :-)
Und außerdem, Düppel ist frühdeutsch, da lag es noch jaaaanz weit draußen von Berlin… ;-)
Gruß,
Ruth

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Eintrag #11 vom 15. Mrz. 2002 18:16 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Farbherstellung

Hallo allerseits,
habe gerade eine Site gefunden, auf der sehr schoen die Herstellung von Farben fuer Buchilluminationen und Fresken erlaeutert wird (mit Rezepten). Es gibt auch ein Kapitel zu Herstellung von und Zeichnen mit dem Silberstift.
home.t-online.de/home/wunderlich/encyclo/kutech.htm
Frohe Farbherstellung und vergiftet Euch nicht!
Claudia

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Eintrag #12 vom 22. Jul. 2002 11:54 Uhr Angelina Von Borcke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Angelina Von Borcke eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
eine große Auswahl an alten Farben bietet www.kremer-pigmente.de - vielleicht dort mal anfragen?
Grüße aus dem Schwabenland

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Eintrag #13 vom 01. Mai. 2004 12:55 Uhr Martin (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Martin eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
also der Hinweis auf Kremer-pigmente allein, ist nicht sehr hilfreich für einen Neuling, den das ist so als verwiese man auf ein Künstlerbedarfsladen. Es gibt gute Sachen und weniger Gute. Auch ist diese Angst vor den alten Pigmenten, übertrieben, sie werden vermalt nicht gegessen. Habe noch niemand gesehen der ähnlichen Aufhebens macht wegen Kupfer, man könnte ja Grünspan davon abbekommen;-)
Da sind manche moderne Sachen genauso brisant. Ansonsten gab es eigentlich keine großartige “Farbherstellung” da die Pigmente relativ reins Substanzen sind, es wird nur ein Bindemittel hinzugefügt so das aus dem ganzen eine Farbe wird. Das ist etwa so kompliziert wie wenn man Zucker in Tee unterrührt.
Nur beim vermalen gibt es Unterschiede, die alten Farben werden nicht lazierend wie heutige Aquarellfarben vermalt sondern relativ dick, ähnlich wie bei Gouchefarben.
http.//www.anno1476.de
Martin

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Eintrag #14 vom 07. Sep. 2006 10:49 Uhr Daniel Herbort  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Daniel Herbort eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ölfarbe

Hallo,
vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen oder eine Erklärung für folgende Sache geben. Ich habe mal ein wenig rumexperimentiert und versucht selbst schwarze Ölfarbe mit Ruß (Pigmente von Boesner) und Leinöl herzustellen. Nach dem Anrühren (Ruß einfach in das Leinöl eingerührt, Konsistenz war etwas dickflüssiger als handelsübliche Lacke) und Auftragen der Farbe auf ein geschliffenes Fichtenbrett hatte alles noch eine schöne rabenschwarze Färbung. Jetzt nachdem die Farbe trocken ist schimmert sie im Licht leicht bläulich. Ist das normal oder habe ich da etwas falsch gemacht?
Gruß, Daniel

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Eintrag #15 vom 07. Sep. 2006 11:30 Uhr Steffen Zimmermann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Steffen Zimmermann eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Daniel,
da hast Du nichts falsch gemacht. Ölfarbe schimmert auch nach dem trocknen. Normalerweise solltest Du auch kaum Unterschiede zwischen nasser und trockener Ölfarbe sehen.
Ein grober Richtwert ist ca. 50% der Volumenmenge des Pigmentes an Öl zusetzen, dann passt die Zusammensetzung. Ich denke Du hast vielleicht etwas zu viel Öl genommen.
Gruß
Steffen

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Eintrag #16 vom 07. Sep. 2006 13:20 Uhr Daniel Herbort  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Daniel Herbort eine Nachricht zu schreiben.

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Hmmm… an zuviel Öl hatte ich auch schon gedacht aber war mir nicht sicher ob es das wirklich war. Aber anscheinend habe ich wohl etwas zuviel davon genommen denn der Unterschied zwischen noch nasser und trockener Farbe ist schon auffallen. Werde dann mal ein anderes Mischungsverhältniss ausprobieren obwohl ich eigentlich der Meinung war ich hätte schon recht viel Pigmente beigemischt.
Naja, war der erste Versuch. Werde dann noch ein wenig ausprobieren.
Gruß, Daniel

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Eintrag #17 vom 07. Sep. 2006 15:06 Uhr Steffen Zimmermann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Steffen Zimmermann eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Volumenteile

Also wenn dann mit Ölfarbe. Hier kann man die Pigmente sauber anmischen und anreiben. Es empfiehlt sich etwas mehr als 1 Teil Pigment und ca. 0,5-0,65 Teile Öl. Wichtig, das Pigment muss absolut trocken sein. Zur Not im Vorfeld erhitzen und so vorbereiten. Dann anreiben und auftragen.
Das habe ich in einem anderen Threat geschrieben.
Gruß
Steffen

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Eintrag #18 vom 23. Sep. 2006 10:08 Uhr Daniel Herbort  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Daniel Herbort eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ölfarbe, zweiter Anlauf

Hallo,
wollte nur mal Rückmeldung zu meinem zweiten Versuch mit der Ölfarbe geben. Der Tip mit weniger Öl und mehr Pigmenten war genau richtig.
Für den zweiten Versuch habe ich einfach mehr Pigmente beigemischt. Ergebnis war eine recht dickflüssige aber sehr gut deckende Farbe. Jetzt nachdem der Farbauftrag trocken ist habe ich auch nicht mehr den Blaustich drin sondern eine schöne matte tiefschwarze Fläche.
Genau so wie ich es haben wollte.
Gruß, Daniel

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Eintrag #19 vom 30. Sep. 2006 15:05 Uhr Daniel Steinmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Daniel Steinmann eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Bemalung Wikingerschild?

Hallo alle zusammen!
Ich baue gerade einen Wikinger-Rundschild und suche nun ein “Rezept” für weiße und rote/blaue “A” Farbe (600-800 n.C.), um den Schild zu bemalen.
Kann mir jemand weiterhelfen?
Danke schonmal im Vorraus…

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Eintrag #20 vom 12. Jun. 2007 12:47 Uhr Boris Clausen   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Wikinger Schilde und bemalung

Hallo zum ersten binn ich neu hier, habe zwar schon etliches gelesen, binn aber neu registriert, daher hoffe ich das ich kein altes Thema aufwärme…..
Also mein Frage ist schlicht und ergreifend, mit was für Fraben (basis sowie Farbtöne) haben die Wikinger NACHWEISLICH welche Muster und Formen auf ihre Schilde gemalt. Und gab es symbolik die etwas über Status/herkunft etc. ausgesagt hatt (ählich wie Heraldik)
Schon mal Danke für Antworten

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Eintrag #21 vom 12. Jun. 2007 13:03 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Letzter Beitrag wurde hierher verschoben.
Gruß, Ivain

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Eintrag #22 vom 18. Jul. 2011 09:10 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Historisch stimmig und unstimmig? (Infantrieschild-Bemalung und Firnis, Hochmittelalter)

Kleine Frage: Ich verstehe überhaupt nicht, was Ihr denn mit “ßlfarbe” meint????
Ich teste gerade Burgunder Ocker auf Kreidegrund mit Hautleim / Leinölfirnis. Leinölfirnis (von Kremer, mit Mangan als Trocknungsmittel, Blei bekomme ich leider nicht) ist bei heißem Wetter an der Oberfläche leider immer ganz leicht klebrig, auch bei dünnem Auftrag mit einem Stück Stoff (von Terpentin zum Verdünnen lasse ich auch mal die Finger, ob die das denn tatsächlich schon destiliert hatten????). Wie geht Euch das mit Leinölfirnis?
Hautleimfarbe ist einfach und hält bombenfest und trocknet schnell. :)
Als Firnis hätte ich gerne einen Harzfirnis. Das Problem ist nur: Dammar (Indonesien, vielleicht auch aus Afrika) ist im Mittelalter in unserer Gegend unbekannt und wird in der Literatur erst viel viel später als etwas Neueartiges beschrieben. In Jan Kohlmorgens Buch “Der mittelalterliche Reiterschild” leider sogar in seinem Ei-Tempera-Rezept entahlten … Mastix wäre stimmig. Weiß jemand, ob der Mastix für eines einfachen Fußsoldaten Lindenholz-Schild wohl zu teuer war?

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Eintrag #23 vom 18. Jul. 2011 09:27 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Fusssoldaten und Schilde

Moin,
Burgunder Ocker dürfte aber auch erst nachmittelalterliche gewonnen worden sein.
Ansonsten stellt sich eher die Frage, wieviele Schilde von “Fusssoldaten” (!= auf Bildern zu Fuss dargestellte Kämpfer) im Hochmittelalter so arg bemalte Schilde hatten. Wenn dann dürfte es aber wohl kaum am Preis des Harzes gescheitert sein- hat er ja nicht selber bemalt.
Und selber wenn, kann man kaum an der Begrifflichkeit “Fusssoldat” festmachen, ob was für jemanden “zu teuer” war.

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Eintrag #24 vom 18. Jul. 2011 10:10 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht ßfarbe...

…sollte Ölfarbe heißen, da der Thread sehr alt ist, dürfte das bei einem Umzug passiert sein.
Ich korrigiers mal.

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Eintrag #25 vom 18. Jul. 2011 12:10 Uhr Timm (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Timm eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Fragestellung

Moin,
Zitat:
“Weiß jemand, ob der Mastix für eines einfachen Fußsoldaten Lindenholz-Schild wohl zu teuer war?”
Ich denke mal, die Frage wäre in diesem Falle weniger, ob Mastix als Firnisüberzug angemessen wäre, sondern eher, was überhaupt als Firnis belegbar ist.
Deine Bedenken bezüglich des Dammarharzes teile ich, zumindest bis zum gegenteiligen Beleg bezüglich der Verwendung im HMA.
Hat da jemand was belastbares an Fakten?
Gruß,
Timm
PS Jörg, ich hab mir sagen lassen, das Zeug hier hilft auch bei Fragezeichen ;-)
www.buchstabendose.de/dosen/ausrufezeichen.php

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Eintrag #26 vom 18. Jul. 2011 23:36 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht ocker

Ockererde ist eines der ältesten Pigmente. Rote und gelbe Erdfarben wurden bereits von den Höhlenmalern vor etwa 35000 Jahren benutzt.

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Eintrag #27 vom 19. Jul. 2011 10:32 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ockererde

Hallo,
Ja schon, nur eben nicht überall her und in jeder Zusammensetzung und damit Farbe. Es gibt eine Reihe von Ockerabbaugebieten in Frankreich, und ettliche wurden erst im 17ten erschlossen. Beispiel Roussillon.

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Eintrag #28 vom 19. Jul. 2011 22:42 Uhr Sina Klausnitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sina Klausnitz eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ölfarbe

Muss es denn unbedingt Ölfarbe sein - tuts nicht auch Kasein oder eine Kasein-Tempera? Nur mal so zum nachdenken… Viele Grüße, Sikla

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Eintrag #29 vom 21. Jul. 2011 09:02 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ölfarbe - dünner Auftrag ganz wichtig

Mit Leinölfirnis angerührt, hinterläßt Ölfarbe genauso wie ein Leinölfirnisüberzug einen leicht klebrigen Film. Das ist immer dann besonders auffallend, wenn man den Schild in der Sonne hat. Bei Bildern ist das nicht weiter störend - aber bei einem Schild, der ständig am schweren Leinenstoff des Gambesons klebt, sehr.
Eitempera (mit nur anteiligem Leinöl) ist sicher wie bei Tafelbildern auch, auf einem Reiterschild üblich gewesen. Auf einem Gebrauchsgegenstand eines Nichtadeligen hingegen sehr fraglich.
Jens Börner, kennst Du einen Beleg mit nicht bemalten Fußvolkschilden? (Kreuzfahrerbibel, Aschaffenburger Evangeliar, Liber ad honorem Augusti … dort sind nämlich alle bemalt, manche auch nur einfarbig).
Ein Bindemittel, das auf Kreidegrund im selben System bleibt und deshalb hervorragend haftet, günstig und einfach herzustellen ist, dazu sehr schnell trocknet, quellengeschichtlich schon zu Zeiten des älteren Plinius eingesetzt wurde, ist m. E. geeigneter. Und zwar auch deshalb, weil jederzeit Schadstellen flugs nachgebessert werden können. Ich führe darum im Schilde, meinen Schild damit zu streichen.
Mich würde aber natürlich der Einwurf mit Kaseinfarbe interessieren, Sina. Habe damit noch keine Erfahrungen. Ist wohl dann auch wetterfest und braucht keinen Überzug mehr, oder?

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Eintrag #31 vom 21. Jul. 2011 17:46 Uhr Timm (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Timm eine Nachricht zu schreiben.

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Hm, irgendwie hat TV meine nachträgliche Änderung nicht übernommen, daher hier nochmal in Kopie:
Moin,
mir erschließt sich nicht, warum Eitempera nicht auf einem Infanterieschild verwendet werden sollte. Die nötigen Malmittel dafür waren sehr einfach verfügbar und zudem vermutlich noch günstiger (Eier) als eine größere Menge Leinöl.
Kreidegrund lässt sich übrigens auch auf Basis von Kaseinleim erstellen, dann hättest du wiederum bei Verwendung von Kaseinfarben ein Malmittel ‘im System’. Eine bessere Wasserfestigkeit ist damit in der Tat gegeben.
Gruß,
Timm

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Eintrag #32 vom 21. Jul. 2011 20:48 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kasein

Ja, ich meine auch, dass Kasein sich sehr gut anbietet, K. ist dazu gleich wetterfest. Leider hab ich noch keine Proben gemacht. Vielleicht gibt mir ja jemand Hilfe, der schon Erfahrung damit hat.
Meine Überlegungen rühren daher, weil ich wie viele Leut im Mittelalter Handwerker bin (Orgelbau). Die Eitempera eignet sich für Gemälde (!), ist auf Schilden des Adels und des niederen Adels nachweisbar. Daraus kann man nicht ableiten, dass die Ei-Tempera auch auf große Alltagsschilde gestrichen wurde. Die Betonung liegt auf “Anstrich” - nicht “Gemälde”, was mit den zu erfüllenden Eigenschaften sehr wohl zu tun hat. Bis im 13. Jahrhundert waren die Fußvolkschilde ohne Wappen, einfarbig, mit Querbalken oder allenfalls mit einem Kreuz bestrichen. Ich hatte auch meinen ersten Schild mit Eitempera bemalt. Wenn ich aber 1.) an die Verarbeitung, die 4-6-wöchige Trocknungszeit und dann zusätzlich die Trocknungszeit des dafür nötigen Firnisses denke, dann denke ich bei Fußvolkschilden eben 2.) an einfachere und günstigere Alternativen die im MA ebenfalls bekannt waren und 3.) an die Möglichkeit im Bedarfsfall sogar den Anstrich schnell ausbessern zu können.
Klingt nun verständlicher, oder? :)

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Eintrag #33 vom 21. Jul. 2011 20:58 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ocker - Leimfarbe - Firnis fürs Anstreichen von Infanterieschilden

Roter wie gelber Ocker aus Burgund ist der klassische Ocker den schon die Kelten benutzten. Ein Abbauort im Mittelalter war das Flussufer der Loire u. a. bei Saint Georges sur la Pree. Da hier keine Maschinen eingesetzt werden konnten wurde die Abbaustelle im 19. Jhd. Eingestellt. 2 km davon entfernt ist heute die Abbaustelle Herr Kremers, der den echten Burgunder Ocker wieder anbietet (bekommt Ihr bei Kremer-Pigmente).
Zusammengestellt aus „Reclams Handbuch der künstlerischen Techniken“, Band 1, 2. Auflage 1984 zum Thema Leimfarbe: Glutineleime haben in der Tafelmalerei von jeher als Bindemittel eine Rolle gespielt. Leimhaltige Farben sind in neuerer Zeit analytisch an allen Tafeln des Hohenfurter Altars aus der Mitte des 14. Jh. und an einem englischen Retabel vom Ende des 14. Jh. in der Kathedrale von Nordwich nachgewieden worden. Quellengeschichtlich ist die Leimfarbe schon seit den Zeiten des älteren Plinius bekannt. Der Gebrauch als selbständige Technik der Tafelmaler ist literarisch allerdings erst aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhundert belegt.
Aber: der in Bibliotheken lagernde Bestand an maltechnischen Handschriften ist bei weitem noch nicht ausgewertet. Die Malbücher des Mittelalters bestehen in der Regel aus einer Sammlung vieler Einzelrezepte, die über lange Zeiträume immer wieder abgeschrieben wurden und daher schon zur Zeit ihrer Abschrift veraltet gewesen sein können! Wenn also bspw. eine Handschrift des 12. Jh. erstmalig eine bestimmte Abreibungsart für ein Bindemittel beschreibt, so ist dies nicht so auszulegen, dass jene Methode erst vom 12. Jh. an bekannt gewesen sei. Zwischen einer Erfindung und ihrer Niederschrift konnten beträchtliche Zeiträume liegen – vor allem im Früh- und Hochmittelalter; dazu mag die Urschrift verlorengegangen sein, so dass uns dann heute eine um Jahrhunderte jüngere Kopie von jener Erkenntnis berichtet.
Nach der Straßburger Handschrift (erste Hälfte 15. Jhd), setzt man dem Pergamentleim etwas Essig und Honig zu, um damit alle Farben „uff holtz oder uff muren oder uff tüchern“ zu binden. Die fertige Malerei „mag man ouch alle wol über strichen mit [Öl-Harz-]virnis“.
In dem noch etwas älteren Mittelrheinischen Malerbuch liest man: „Olle farben laszent sich tempereren myt lyme an“. Noch die Straßburger Zunftordnung von 1516 verlangte als Meisterstück ein Bild des Gekreuzigten in Leimfarbe.
Ich habe die Leimfarbe für mein Fußvolk-Schild (nicht für ein Gemälde) ohne Zusätze wie Honig und Essig getestet auf Kreidgrund – hernach zur Hälfte versuchsweise mit Mastixfirnis zur anderen mit Leinölfirnis (Mangan als Trocknungsmittel, weil ich Blei nicht bekomme) überzogen. Die Farbe ohne Firnis ist schnell trocken, nach dem Trocknen plan, absolut abriebfest, durch Eindringen der Firnisse ziemlich beständig gegen Feuchtigkeit, Landregen und dergleichen und leuchtend. Versuche ohne Firnis habe ich mit Wasser benetzt, die Farbe kann dann abgerieben werden – lässt man den Anstrich trocknen, so ist er wieder genauso abriebfest wie zuvor. Schlussfolgerung: Wenn man einen Kreidegrund mit Hautleim (elastischer als Knochenleim) als Grund hat, dann ist es handwerklich sehr naheliegend mit Leimfarbe weiter zu arbeiten. Allerdings ist das nur geschickt zum Streichen, also zum Beispiel für einen einfarbigen Schild, einen Querbalgen, ein Kreuz o. ä. auf einem Schild – eben für jene Infanterieschilde aus dem 13. Jh. und früher, als die Infanteristen noch keine Wappen ihrer Herren trugen. Will man eine weiße Grundfarbe, so kann man den Kreidegrund einfach belassen oder demselben Bleiweiß zufügen und hernach firnissen.
Zum Dammar: Dammar wird als „neue Harzart“ erwähnt im Jahr 1818 im Kunst- und Gewerbeblatt des Polytechnischen Vereins für das Königreich Bayern. Dammarharzfirnis ist also im Mittelalter hierzulande mit großer Wahrscheinlichkeit völlig unbekannt.

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Eintrag #34 vom 21. Jul. 2011 21:07 Uhr Timm (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Timm eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kasein

Moin,
ich habe bereits einen Schild mit Kreidegrund auf Kaseinleimbasis gebaut. Das genau Mischungsverhältnis hab ich leider nicht mehr im Kopf. Aber Kaseinleim zieht sich ähnlich stark zusammen wie Hautleim, insofern muss die Mischung auch ähnlich sein.
Für den Leim habe ich Magerquark in einem Leinenhandtuch ausgepresst und dann mit einfachem hydraulischen Kalk aufgeschlüsselt.
Wenn man den Kalk (einige wenige Teelöffel auf ein Pfund Quark) zugegeben und verrührt hat, kann man dem Gemisch zusehen, wie es zu fließen beginnt. Damit ist der Leim bereits verarbeitungsfähig.
Ich würde für den Kreidegrund zunächst mal ein Probestück anfertigen und damit experimentieren.
Gruß,
Timm

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Eintrag #35 vom 21. Jul. 2011 21:50 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kasein auf Kreidegrund

Kaseinfarbe hält auch auf Hautleim-Kreidegrund, oder? Ich habe den nämlich auf dem Schild - ohne einen einzigen Riss, bin ein bisschen stolz darüber …
Meine Erfahrungen: 10 Teile Kreide auf 1 Teil Hautleim (elastischer und für gewölbte Schilde besser als Knochenleim). Für die Aussenseite eines 1m Schildes reicht für 2 Anstriche : 125 g Kreide über Nacht in Wasser einsumpfen, dann das Wasser so gut als möglich vorsichtig abschütten. 12,5 g Leimgranulat (Hautleim z. Bsp. bei “Dick-Feine Werkzeuge” erhältlich) in wenig Wasser eine Stunde ziehen lassen. Dann im Wasserbad nicht über 60 °C erwärmen. Beides im Wasserbad unter 60 ° C verrühren. Achtung: unterschiedliche Mischungsverhältnisse zweier Anstriche können zu Rissen führen. Und: nicht wie bei Kohlmorgen beschrieben Zinkweiß zumischen. Zinkweiß gab’s im Mittelalter nicht, sondern Bleiweiß. Ohne die weißen Pigmente ist Champanerkreide auch weiß genug, eben altweiß.

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Eintrag #36 vom 21. Jul. 2011 22:09 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht zu "Kasein auf Kreidegrund"

(kann komischerweise nicht meinen Beitrag bearbeiten) Ergänzung: Großer Vorteil des Hautleim-Kreidegrundes - kann mit heißem Wasser und Tuch bequem angelöst und abgewaschen werden.

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Eintrag #37 vom 22. Jul. 2011 19:48 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Tipps könnten helfen, dass ich meinen Schild nicht wieder abwaschen muss

Liebe Sina, lieber Timm.
Ihr hattet doch beide Erfahrungen mit Kalkkasein.
Könnt Ihr mir nicht mal einen Tipp geben?
Meine kleinen Proben mit Sumpfkalk sind wetterfest, trocknet prima, ist abriebfest auch auf dem Kreidegrund mit Hautleim. Habt ihr etwas Ölfirnis zugesetzt? Z. Bsp. wegen der Spannung?
Ingteressant wäre ganz einfach, wie es großflächig auf einem ganzen Schild ist.

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Eintrag #38 vom 22. Jul. 2011 21:25 Uhr Timm (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Timm eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kaseinleim

Moin,
ich habe bisher mit Kaseinleim nur geleimt und den Kreidegrund (den natürlich ohne Öl) hergestellt, aber noch keine Farbe. Insofern kann ich dir bei der Ölfrage leider nicht helfen.
Gruß,
Timm

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Eintrag #39 vom 23. Jul. 2011 09:02 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

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Ja danke Dir Tim. Im Kreidegrund braucht man das nicht, dann bleibt der mager. Man hat dann die Möglichkeit, fett auf mager zu streichen, was handwerklich richtig ist.

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Eintrag #40 vom 23. Jul. 2011 15:57 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kalkaseinfarbe - und noch ein paar letzte Worte zum Mastixfirnis

Die Frage nach einem Firnis erübrigt sich, nachdem die Kalkkasein-Farbe alle Ansprüche für gewöhnliche Schilde erfüllt: sie ist einfach (nicht einmal das Mengenverhältnis von Sumpfkalk und Magerquark ist allzu entscheident, bei meinem Rezept 1 zu 5), sie trocknet sehr schnell, ist absolut abriebfest und weitgehend wetterfest (viel tauglicher als ein unbedingt dünner Ölfirnis, der schon an heißen Tagen immer eine leicht klebrige Oberfläche hinterläßt).
Petrus von St. Audemar beschreibt um 1300 Kalkkasein um damit den Farbstoff Folium zu binden, zur Buchmalerei. Die Deckenmalereien auf Holz in St. Michael zu Hildesheim vom Ende des 12. Jh. sind in Kalkaseintechnik ausgeführt. Das Bindemittel enthält einen geringen Ölzusatz. Edgar Deninger hat Kalkasein am Tafelbild des Bici di Lorenzo (1373-1452) in der Accademia in Florenz nachgewiesen.
Dennoch zum Mastix für Firniszwecke noch ein Hinweis: der Mastix, war für medizinische Zwecke bei uns bekannt, aber eben darum vielleicht auch zu schade oder gar zu teuer für einen reinen Mastix-Firnis.
Destillate als Lösemittel sind nirgends vor dem frühen 16. Jh. erwähnt. Deshalb sind überall zähflüssige Öl-Harz-Firnis-Rezepte (sog. Öllacke) in mittelalterlichen Malbüchern beschrieben. Vorallem mit Sandarakharz (nicht der heute bekannte Sandarak) und Mastix und wohl auch einheimische Harze. Der Firnis mußte in der Sonne mit einem Handballen aufgerieben werden.

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Eintrag #41 vom 23. Jul. 2011 16:27 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Wie kamen Pigmente in unseren Raum? Hi hi :) /gab es gesondert Schildbauer?

Wer kennt sich mit dem Handelswesen etwas aus?
Ich würde ja gerne den Burgunder Ocker nehmen (Fußsoldat vor 1250, Herzogtum Teck, Land der Staufer). Ocker gab’s aber auch aus Franken. Nun gehörte das westliche Burgund zum Rektorat Heinrich VI. (VI. für mich ohne Klammer!). Dieser Ocker wurde im Mittelalter im östlichen Teil Burgunds gewonnen. Die frühe Verwendung eines asiatischen Farbstoffs bspw. in der europäischen Kunst zeigt, dass in der Zeit zwischen den Kreuzzügen und der spanischen Reconquista offenbar ein reger weltweiter Handel geherrscht haben muss.
Ist der Ocker aus 700 km Entfernung dann teuer?
Konnte es möglich sein, dass mein Herzog durch einen umgekippten Handelswagen zu solch einem Ocker kam? Da die mittelalterlichen Handelswege alle unbefestigt waren (Naturwege), gab es oft Rad- und Achsenbrüche. Gemäß dem damaligen Gewohnheitsrecht wurden alle Güter, die zu Boden fielen, Eigentum des jeweiligen Grundherren. Rad- und Achsenbrüche waren somit eine gute Einnahmequelle. Die Fuhrleute hatten daher stets Ersatzräder und -achsen dabei. Am Unterhalt oder gar Ausbau der Wege hatte niemand Interesse. Manche Grundherren sollen sogar die Wege entsprechend präpariert haben, damit die Handelswagen umkippten, hihi ….
Weiß jemand, ob es nur für den Schildbau Schildbauer gab? Altarbildner, Schnitzer und Bildhauer bemalten nachweislich nicht selbst ihre Arbeiten. Nach der Ordnung der Stände gab es dafür gesondert Künstler und Maler. Sicher kamen solche Maler auch an viele Orte. Wer geschäftlich reist, kann dann doch auch Mitbringsel-Pigmente zuhause ansammeln?

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Eintrag #42 vom 30. Jul. 2011 09:23 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Knappe Z u s a m m e n f a s s u n g

Die “Nur-mal-so-zum-Nachdenken-Beiträge” waren besser als gar nichts, vielen Dank Euch. Ich schließe nun deshalb mit einer kurzen Zusammenfassung. Wer gerne nähere Auskünfte zu meinen Studien der vergangenen Wochen und vorallem Handwerkliche Tricks haben möchte, kann mich ja anschreiben.
a) Mastixfirnis oder Dammarfirnis sind nicht belegbar, sondern durchweg die Öl-Harz-Verkochung. Destillate wie Terpentin/“Terpentinöl” sind nirgends vor dem 16. Jh. erwähnt.
b) Einfache Infanterieschilde bis ins 13. Jh. erfordern keine Wappenbenmalung, allerhöchstens nicht als Wappen fungierende Muster. Betonung liegt deshalb auf schlichtem “Anstrich”, daraus lassen sich die zu erfüllenden Eigenschaften ableiten (vgl. Bildquellen: nur einfarbig oder Querbalgen, ebenso auch gemäldeartige aufwändigere Bemalungen, unbemalte Schilde hingegen nicht belegbar). Farb- u. Firnisausführungen der noch existierenden Reiterschilde aus dem 13. Jh. lassen sich nicht logisch auch auf einfache Infanterieschilde übertragen. Historisch-kritische Exegese der Rezepturen, Analysen insbesondere zu Tafel-/Decken-/Wandmalereien u. handwerklich-praktische Erfahrungen mit historisch-zeitgenössischen Techniken muss man vereinen, da es keine Infanterieschilde aus dem Hochmittelalter gibt. Die Firnisfrage erübrigt sich bei wetterfester Kalkkaseinfarbe. Belegbar z. Bsp. Ende 12. Jh. St. Michael Hildesheim Deckenmalerei.
c) Auffallend ist die Verwendung der roten und gelben Erden, die an mittelalterlichen Malereien fast überall und am häufigsten Verwendung fanden (Diagramm F. Forrer). In den seltensten Fällen wurde bisher die Herkunft/Lokalisierung von Pigmenten analysiert. Viel wichtiger ist die richtige Oberfläche, da im MA für Pigmente keine Mahlsteine o. dgl. eingesetzt wurden. Handel, Anrechte (ausgeprägte Neigung im frühen u. hohen Mittelalter sich möglichst aus eigenen Mitteln u. Quellen zu versorgen, unendlich verzweigtes Netz zirkulierender Güter ohne dass von Handel im eigentlichen Sinne die Rede sein musste), sog. Bodenrecht und Ständeordnung (nachdem nicht Schildbauer, sondern Maler Farbgebung umsetzten) und die in zeitgen. Malereien verwendeten Pigmente lassen den Schluss zu, dass keinesfalls nur lokale Farbpigmente Verwendung fanden.

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Eintrag #43 vom 30. Jul. 2011 12:40 Uhr Timm (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Timm eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Öl/Harz

Moin Jörg,
die Hintergründe zur Öl/Harzverkochung finde ich sehr spannend! Kannst du da was näheres zu sagen? Ich denke mal, das wird hier noch mehr Leute interessieren und auch dauerhaft eine gute und wichtige Information für den Tavernenfundus sein.
Mich interessieren da sowohl die Herstellung, die praktische Anwendung wie auch die Belegbarkeit.
Danke im Voraus und Gruß,
Timm

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Eintrag #44 vom 30. Jul. 2011 15:58 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Öl-Harz-Firnis für nicht wetterfeste Bemalungen

Die praktische Anwendung habe ich nicht erprobt, Timm, da ich ja die Ei-Tempera mit Firnisüberzug nur für Reiterschilde für historisch stimmig halte.
Über historische Firnisstoffe liegen praktisch keine analytischen Untersuchungsergebnisse vor. Zum einen, ist es ungemein schwierig, einzelne Naturharze zu identifizieren, vor allem, wenn sie alt sind oder mit organischen Substanzen wie Öl vermischt wurden. Zudem sind Firnisse im Lauf der Jahrhunderte immer wieder abgenommen und durch neue ersetzt worden. Jan Kohlmorgens Dammarharzfirnis ist wie erwähnt, keineswegs „die authentische Versiegelungsmethode“ und eine Art Selbstdisqualifizierung für die Mittelalterdarstellung … . Die Gemäldefirnisse des Mittelalters hingegen sind Ölfirnisse, Öl-Harzfirnisse (Öllacke) und Eiklarfirnisse. Das mittelhochdeutsche Wort „vernis“, „fornis“ oder „virnis“ meint in der Regel wohl Sandarakharz. Achtung: unter dem in den Handschriften erwähnten „sandaraca“ sind verschiedenartige Harze, z. Bsp. aus Wacholder oder aus der Kiefer gemeint, nicht der eigentliche Sandarak, der aus Afrika oder Australien kommt.
Ölfirnis ohne Harz
Heraclius erwähnt (12./13. Jh.) „oleum crassum“ zum Firnissen, also eingedicktes Öl, womit er eine antike Tradition wieder beschreibt . Eindicken lässt sich Öl an der Sonne oder durch erhitzen, wodurch dem Verfestigungsvorgang schon etwas vorweggenommen wird.
Dieses Verkochen erwähnen zwar die Autoren in der Folgezeit in ihren Malbüchern, für das Zubereiten einen Ölfirnisses wird es jedoch erst wieder in der Straßburger Handschrift (erste Hälfte 15. Jh.) erwähnt: Die fertige Malerei „mag man ouch alle wol über strichen mit virnis“, nach Phillipp Reclam ist damit eben Öl-Harz-Firnis gemeint. Neu ist hier der Hinweis, altes, lange gelagertes und dadurch gereinigtes Hanföl zu verwenden. Hier wird dann auch bereits empfohlen, pulverisiertes Mastixharz oder terpentuum (Balsamharz) dem siedenden Öl zususetzen, und zwar dann, wenn man den Firnis „stark“ wolle. Das etwas frühere Mittelrheinische Malerbuch empfiehlt beim Erhitzen das trocknungsfördernde Bleiweiß.
Das erste typische Rezept für „Vernix liquida“ bringen die Mappae Clavicula (Hauptteil wohl 9. Jh.): Ein Teil gestoßener und klargeschmolzener Sandarak wird in zwei Teilen Leinöl eine Stunde erhitzt. Von nun an sind die Hinweise auf diesen Firnis recht zahlreich von Petrus de Sancto Audemaro (Ende 13. Jh oder Anfang 14. Jh.) bis zum sog. Bologneser Manuskript (Mitte 15. Jh.). Vernix liquida trocknet schneller als ein mit Mastix bereiteter Öllack.
Ich hoffe, Euch damit etwas weiterhelfen zu können.

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Eintrag #45 vom 25. Nov. 2013 18:24 Uhr Alexander (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kalkasein-Farbe anmischen ---> Rezept

Hallu,
ich dachte mir die Frage passt hier ganz gut rein, da ich auch über diesen Theard darauf kam für mein Dreiecksschild Kalkasein-Farbe zu verwenden.
Naja und zwar bräuchte ich mal ein “Rezept” zum Anrrühren meiner Farbe. Ich hab zwar schon eine grobe Vorstellungen, hab auch schon die “Zutaten” und hab schon zwei Versuchsmischungen durchgeführt. Aber irgendwie bin ich damit noch nicht zufrieden.
Problem ist nämlich: Die Mischung die ich anstelle schäumt so unglaublich stark. Ich hab bisher im Verhältnis von 1(Sumpfkalk)/5(Margerquark) gearbeitet. Das hab ich dann mit ein geschätzten Menge so ca. weitere 3-4 Teile Kreide hinzugefügt und dazu nochmal 3-4 teile Wasser. Alles verrührt und naja dabei kommt iwie zwar schon eine funktionierende Farbe raus, aber ich glaub das geht besser. Hat da jemand nen besseres Rezept? Ich hab auch irgendwann mal gelesen das man die Kreide vorher einsumpfen soll. Aber ich weiß nicht ob das die Schaumbildung verhindert :-|
Interessantes Video dazu hab ich hier gefunden: www.youtube.com/watch?v=CiUMbKSLgT8
(Ich weiß jetzt gar nicht ob ich Youtube-Links posten darf, wenn nicht bitte den Link löschen)
Gruß,
Alex

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Eintrag #47 vom 26. Aug. 2014 08:15 Uhr Jörg Tobias  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jörg Tobias eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kalkkaseinfarbe für Gebrauchsschilde (Infantrie)

Lieber Alex, 5 Teile ausgepresster Quark und 1 Teil Sumpfkalk sind völlig richtig. Es reicht jedoch EIN Teil Wasser! Vermutlich schäumt es wegen des Wassers bei Dir. Wir wollen hier doch keine Wasserfarbe, sondern eine Farbe die sofort aushärtet und abriebfest wird. Außerdem muss man das Wasser schnell genug dazu geben, da ohne Wasser die Kalkkaseinmischung sofort beginnt auszuhärten. Leinölfirnis sollte man nicht mehr als einen 3/4 Teil zugeben - Probieren geht über Studieren, das gilt vorallem in unserem Zeitalter der finanziell geachteten Sesselpupser und Theoretiker: Bei einem Holzkorpus, der ja arbeitet, muss so viel Ölfirnis dazu wie möglich, um die Farbe elastisch genug zu machen - jedoch muss wiederum so wenig wie möglich des Ölfirnises dazu, um eine Farbe zu bekommen, die rasch trocknet - schließlich will man ja einen Infantreieschild bald zum Gefecht einsetzen können und nicht erst Monate lang warten. Die Menge der Farbpigmente hängt von der Art der Pigmente ab - man gibt ungefähr 1 1/2 bis 2 Teile bei geriebener Erde dazu. Kreide deckt sicher nicht so gut, deshalb würde ich aber nicht unbedingt die Menge verdoppeln. Probiere erst ob es mit so veil Kreide wie Du es anrührtest geht. Du kannst auch mit zwei Anstrichen verfahren, allerdings muss dann der zweite Anstrich ein kleines bißchen fetter sein.

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