Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Ärmelansatz im MA

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Eintrag #1 vom 01. Jun. 2002 22:06 Uhr Christina Altenkirch   Nachricht

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Seit gegrüßt!
Ich denke, es gibt zu diesem Thema schon einen Thread, vielleicht findet sich dieser Eintrag schon bald dort wieder.
Tja, worum es nun geht:
Der mittelalterliche ßrmelansatz unterscheidet sich ja ziemlich von den heute üblichen Methoden.
Ist es richtig, wenn ich davon ausgehe, dass die heutige Methode komfortabler ist? (Ich habe ehrlich gesagt noch nicht sooo viel Erfahrung mit Nähen…)
Wenn sie komfortabler ist, wie un-a ist es, wenn ich es so mache? Wurde es vielleicht im MA auch teilweise so gemacht?
Elisabeth, Frau von Beorn, dem Schmied aus Brunswiga

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Eintrag #2 vom 02. Jun. 2002 23:08 Uhr Jürgen Trautmann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jürgen Trautmann eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Schau doch mal bitte in

www.personal.utulsa.edu/~marc-carlson/[…]/bockhome[…]
Ansonsten gäbe es da noch die üblichen drei Fragen nach Zeit, Raum und Stand.
Ob die moderne Schnittweise bequemer ist? Nun, wir sind sie nun mal gewohnt und benutzen sie als Referenz. Aber heb mal den Arm in die Höhe. Merkst du wie es in der Achselhöhe zieht? Der moderne Schnitt ist am besten dafür geeignet die Arme nach unten hängen zu lassen.
Gleiches Problem gibt es beispielsweise beim Moselundkittel. Tolle Paßform in Reithaltung, ansonsten nicht so tolle Paßform. Oder anders formuliert: Jeder ßrmel hat seine licht- und Schattenseiten.
Nachdem du dich als Nähanfänger bezeichnest würde ich dir empfehlen den ßrmelansatz des Kittels rund einzuschneiden, den Kittelansatz des ßrmels dagegen gerade zu lassen. Und eventuell unter den ßrmel eine kleine Raute als Erweiterung einzupfriemeln. Beispiel wäre der Rock des Bockstenmannes. Bei übermäßigem Bauchumfang kannst du aber mit dieser ßrmelform Probleme bekommen. Wie gesagt, Licht und Schatten.
Ist der heutzutage gebrauchte ßrmelschnitt a? Jein, die Ansatzweise ist in Ordnung, aber die Formen der Armkugeln bewegten sich teilweise in beide Extremrichtungen anstelle der heutzutage geläufigen Form. Und der ßrmel bestand nicht nur aus einem Teil sondern hatte auch noch einen Erweiterungskeil zur Armkugel. Die Platzierung der Hauptnaht stimmt aber in den meisten Fällen.
Alsdenn
Jürgen

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Eintrag #3 vom 02. Jun. 2002 23:14 Uhr Christina Altenkirch   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Tja...

Also, erstmal danke für deine Antwort.
Zeit: 13.Jhd, Raum: Norddeutschland, Stand: Handwerker/Bauern
Um das erstmal zu beantworten.
Die Sache mit dem Armeheben hat eine gewisse Logik. Das ganze soll ja schließlich bequem und auch zum Arbeiten sein.
Also werde ich mich wohl ganz brav an die üblichen Schnittmuster (z.B. im Einsteigerbrief) halten…
Grüsse,
Elisabeth, Frau von Beorn, dem Schmied aus Brunswiga

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Eintrag #4 vom 02. Jun. 2002 23:25 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ehrlich gesagt....

…verstehe ich den Sinn deiner Frage nicht….
OK, ich habe auch nicht soooo die Ahnung vom Nähen, insbesondere nicht vom modernen.
abewr entweder gibt es einen “mittelalterlichen ßrmelansatz” und einen “modernen Ansatz”, dann wäre der moderne logischerweise definitiv falsch, oder es gibt diesen Unterschied nicht, dann stellt sich aber auch nicht die Frage, welcher einfacher ist.
Mein Tip wäre einfach der:
Schau dir eine Reihe guter Schnittmuster (Links und Quellen dazu findest du hier genug) an, und versuche doch einfach, diese zu nähen. so schwer ist das nicht, und du mußt dich nicht verbiegen, da irgendwas modernes einzubauen…
Gruß  Ivain

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Eintrag #5 vom 03. Jun. 2002 11:37 Uhr Angelina Von Borcke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Angelina Von Borcke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Einfacher....

Hallo,
prinzipiell ist der gerade Ansatz im MA verbreiteter gewesen, denn ein richtiges “Schnittmuster” kam eigentlich erst später auf. Davor waren die ßrmel genauso wie Vorder- und Rückenteil einfache rechteckige Stoffstücke.
Heutige Schnittmuster unterscheiden sich in soweit, daß der ßrmel eine Rundung nach außen und Vorder- und Rückenteil jeweils eine Rundung nach Innen haben.
Zum Nähen sind die gerade angesetzen ßrmel des MA auf alle Fälle einfacher. Alles gerade Nähte, kein Gefummel, keine Paßzeichen, wo die Schulter hin muß, keine Unterscheidung von linkem und rechtem ßrmel… für einen Nähanfänger auf alle Fälle einfacher.
Daß der Arm mit geradem Ansatz besser zu heben ist - und damit die Kleidung arbeitstauglicher, muß auch bedacht werden.
Einziger Aspekt, der für einen modernen Einsatz spricht, ist die Optik. Bei einem gerade Ansatz kann’s unter den Achseln “Geknuddel” geben, da dort zuviel Stoff ist, der bei hängenden Armen keine Platz findet.
Ist also auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Moderne Ansätze sind eher was für locker leger baumelnde Arme, aber weniger geeignet, um nach oben zu greifen. Der MA-Ansatz bietet mehr Bewegungsfreiheit, ist aber bei hängenden Armen eher unbequem, weil der Stoff dann eigentlich zuviel ist….
Grüße, Angelina.

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Eintrag #6 vom 03. Jun. 2002 18:53 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht runder Aermelansatz

Beim runden Aermelansatz, d.h. Aermel mit Armkugel muss ich etwas korrigieren:
Bei modernen Aermeln mit Armkugel liegt die Aermelnaht unten, auf oder kurz vor der senkrechten Seitennaht.
Bei mittelalterlichen Aermeln mit Armkugel liegt die Aermelnaht auf der Rueckseite des Aermels und ist dort durch den in Eintrag 2 erwaehnten Keil erweitert (siehe z.B. das Busskleid der heiligen Elisabeth). Der Keil geht bis etwa zum Ellenbogen.
Diese Naht auf der Armrueckseite findet sich heute nur noch bei Jackettaermeln (wobei die allerdings ausserdem noch eine Naht unter dem Arm haben).
Diese rueckwaertige Naht erlaubt es, den Aermel so zu formen, dass er relativ eng ist, aber man die Arme gut anwinkeln kann, ohne viele Falten in der Ellenbogenbeuge zu haben. Der Aermel ist sozusagen schon “vorgerundet”.
Dadurch kann man natuerlich, wie unten schon angefuehrt, die Arme nicht mehr so gut heben.
Dieser Unterschied in der Konstruktionsart bedeutet aber auch, dass man die Rundung eines Aermels nicht einfach von einem modernen Schnitt abkupfern kann! Da hilft nur selbst konstruieren, mit altem Stoff ausprobieren (ich nehm’ da immer die alten Bettbezuege, die schon fuer die Putzlappen vorgemerkt sind :-), Schnitt aendern usw., usw., bis es passt.
Frohes Nadelschwingen,
Claudia

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Eintrag #7 vom 03. Jun. 2002 18:55 Uhr Gabriele Klostermann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Gabriele Klostermann eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Christina,
hier findest Du noch zwei schematische “Schnittmuster” für Kleider aus dem 13. Jh.: www.gewandung.de/schnitte.shtml
Vielleicht hilft es Dir ja weiter…
Viele Grüße
Gabriele

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Eintrag #8 vom 03. Jun. 2002 18:58 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht verdrueckt ausgekehrt...

…oder so.
In “die Rundung eines Aermels … abkupfern” ist mit “Rundung” natuerlich die Armkugel gemeint.
Sorry ;-)
Gruss, Claudia

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Eintrag #9 vom 05. Mai. 2003 14:00 Uhr Julia Dix  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Julia Dix eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
vielleicht kann mir jemand unter euch weiter helfen.
Ich bin gerade dabei mir ein Kleid nach Art der Herjolfsnesfunde zu nähen, doch die Formen der ßrmel machen mich etwas ratlos.
Ich meine der ßrmelansatz ist so geschwungen, dass ich nicht weiß wie ich ihn anbringen soll. Läuft auch hier die Naht hinten am Ellenbogen längs? Dann müßte der einzusetztnde Keil auf Schulterblatthohe sitzen.
Ich beziehe mich auf einen Link den ich im Web entdeckt habe: www.forest.gen.nz/Medieval/articles/[…]/shapes.htm[…]

Hat jemand schon Erfahrung mit den Schnitt?

liebe Grüße Julia

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Eintrag #10 vom 07. Mai. 2003 20:49 Uhr Lorenz Rittscher  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lorenz Rittscher eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kein Problem

Hi Julia
Ich habe mich mit einigen Funden aus Herjolfsnes beschäftigt und bin gerne bereit dir zu helfen. Am besten du kommst am Freitag den 9 Mai zum Mittelalterstammtisch im Freizeitzentrum Nöldekestr. 19 in Hamburg Harburg. Dieser beginnt um 19:30. Ich könnte dich auch abholen da Pinneberg auf den Weg zum Stammtisch liegt.
Grüße
Lorenz
Dat Hamborch eyn is und eyn bliwen scal jummermeire!

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