ohne jetzt gerade meine Bücher auf der Arbeit zur Hand zu haben, würde ich die Aussagen von Martin nicht ohne weiteres unterschreiben. Soweit ich mich erinnere tritt der Oakeshott Typ XIIa im letzten Viertel des 13. Jhdts. auf, wäre also auf jeden Fall noch im Zeitrahmen. Mit der Begrifflichkeit des Sattelbaumschwertes tue ich mich auch etwas schwer. Meines Erachtens ist das eher ein Begriff aus dem 19. Jhdt., wo man versuchte alles nach Gebrauchstyp zu kategorisieren, kann mich da aber auch irren.
Was die Verwendung vom Pferde aus angeht, so halte ich einen echten Anderthalbhänder dafür zu unhandlich, ich denke er wird oft hier mit dem Schwerttyp, der in englischen Quellen als “Warsword” (längerer Griff zum Gewichtsausgleich, nicht unbedingt viel länger als ein Standard-Einhandschwert) auftritt, verwechselt.
Wenn die Anderthalbhänder so unpraktisch waren, so verwundert es mich, dass sie relativ schnell Verbreitung gefunden haben. Die frühesten Quellen, die ich kenne, stammen aus dem letzten Drittel des 13. Jhdts. in Italien, wo diese Waffen als Gegenmittel gegen die schwergepanzerten, deutschen Söldner (sic!) aufkamen.
Ich stelle seit etwa 2 Jahren einen Soldaten (Bürger) um 1265 dar. Als erstes muss ich dir sagen, dass eine darstellung “um 13. Jh.” etwas sehr weit gefasst ist, und das es im 13. Jh. im Deutschen Raum kaum Söldner gab. Und Nein, ich denke ein Anderthalbhänder ist keine Sinnvolle Waffe: erstens kommt der Anertalbhänder bzw. das Sattelbaumschwert, das (nur) von Reitern verwendet wurde, erst um etwa 1300 auf und zweitens war das Schwert nur eine Beiwaffe, und wurde entweder mit einem Schild oder eben als Beiwaffe zu einer Stangenwaffe verwendet, wofür ein Einhänder besser geeignet ist. Hast du schon einmal versucht mit einem Anderhalbhäder gegen jemandem mit einem Speer (bzw. mehrere Männer, da kommst du nicht mal nahe genug ran, um ihn zu verletzen), oder mit einem Einhänder und einem Schild zu Kämpfen? Nein? dann versuch es mal und du wirst verstehen, warum diese Waffe nicht sinnvoll ist. Ein Söldner im 13. Jh. (wie gesagt sehr allgemin) trug wohl eher eine Stangenwaffe und ein Falchion, in Messer oder ev. auch ein Einhanschwert als Beiwaffe. Wozu auch einen Anderhalbhänder? Für den Kampf gegen Formationen bzw. auf größere Distanz ( etwa 2 - 3 Meter) ist ein Anderthalbhänder zu kurz und für den Nahkampf/das Handgemenge zu lang. Sinnvoll ist ein Sattelbaum nur, wenn er vom Sattel aus mit Wucht geschwungen wird, da dafür ein Einhänder ev. etwas kurz ist.
bin neu in der Mittelalterszene und möchte gerne einen Söldner um 13Hundert darstellen und frage mich ob ich in dieser Zeit als Waffe schon ein Anderthalbhändiges Schwert verwenden kann?