Eintrag #4 vom 11. Nov. 2008 09:44 Uhr
Frank
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nach oben / Zur Übersicht DAS VIERTE GEBOT - Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren
2.Mose
20,12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest im Lande, das dir der Herr, dein Gott gibt.
Bisher haben wir die ersten drei Gebote gelernt, die da gegen Gott gerichtet sind. Zum ersten, dass man ihm von ganzem Herzen vertraue, fürchte und liebe in all unserm Leben. Zum andern, dass man seines heiligen Namens nicht missbrauche zur Lüge noch irgendeinem bösen Stücke, sondern zu Gottes Lob, Nutz und Seligkeit des Nächsten und seiner selbst. Zum dritten, dass man an der Feier und Ruhe Gottes Wort mit Fleiß handle und treibe, auf dass all unser Tun und Leben darnach gehe. Folgen nun die andern sieben, gegen unsern Nächsten gestellt, unter welchen das erste und höchste ist:
Du sollst deinen Vater und Mutter ehren.
Diesem Vater- und Mutterstand hat Gott sonderlich den Preis gegeben vor allen Ständen, die unter ihm sind, dass er nicht schlechthin gebietet, die Eltern lieb zu haben, sondern zu ehren. Denn gegen Brüder, Schwestern und den Nächsten insgemein befiehlt er nichts Höheres, denn sie zu lieben; also dass er Vater und Mutter scheidet und auszeichnet vor allen anderen Personen auf Erden und neben sich setzt. Denn es ist ein viel höheres Ding ehren denn lieben, da es nicht allein die Liebe begreift, sondern auch eine Zucht, Demut und Scheu, als gegen eine Majestät, allda verborgen. Auch nicht allein fordert, dass man sie freundlich und mit Ehrerbietung anspreche, sondern allermeist, dass man sich beide, von Herzen und mit dem Leib, also stelle und erzeige, dass man viel von ihnen halte und - nach Gott - für die Obersten ansehe. Denn welchen man von Herzen ehren soll, den muss man wahrlich für hoch und groß achten. Also dass man dem jungen Volk einpräge, ihre Eltern an Gottes statt vor Augen zu halten und also zu denken, ob sie gleich gering, arm, gebrechlich und seltsam seien, dass sie dennoch Vater und Mutter sind, von Gott gegeben. Des Wandels oder Fehls halber sind sie der Ehren nicht beraubt. Darum ist nicht anzusehen die Person, wie sie sind, sondern Gottes Willen, der es also schafft und ordnet. Sonst sind wir zwar vor Gottes Augen alle gleich; aber unter uns kann es ohne solche Ungleichheit und ordentlichen Unterschied nicht sein. Darum sie auch von Gott geboten ist, zu halten, dass du mir als deinem Vater gehorsam seiest und ich die Oberhand habe.
Im stark geprägten und kirchlich beeinflussten Europa des 12-14 Jh. wird dies eine starke Prägung auf den Menschen gehabt haben.
Die Versorgung der Alten in Dörfern und Höfen war generell geklärt.
In den Städten bildeten sich im 13. Jh. die ersten Zünfte, welche auch über “ihre Kassen” für eine Sozialversorgung von Verunglückten, Witwen und Alten sorgten.
