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Eintrag #1 vom 05. Mai. 2005 11:08 Uhr Sven Stenzel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sven Stenzel eine Nachricht zu schreiben.

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Guten Tag,
nach der ganzen Bortenvielfalt, die einem so angeboten wird, stellt sich mir als Einsteiger folgende Frage:
Gab es eigentlich im Mittelalter (süddeutscher Raum, 1250 - 1300) überhaupt solche leicht silber- oder goldschimmernde Borten…? Ich habe soweit meine Gewandung (Stadtbewohner, wohlhabender Mittelstand) fertiggestellt und wollte den Halsausschnitt und ßrmelenden mit Borte verzieren.
Wären solche Borten, falls es Sie schon gab, überhaupt standesgemäß ?
Sven Stenzel

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Eintrag #2 vom 05. Mai. 2005 12:06 Uhr Carina Schmid  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Carina Schmid eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Sven,
ich bin so tief in der Materie nicht bewandert, aber lass bitte, bitte die Finger von modernen Polyester-Borten, die normalerweise an Trachtenklamotten genäht werden und die nach der grössten Schatzkammer der Welt funkeln. Nimm brettchengewebte Borte, wenn Du was spezielles haben willst, dann lass sie Dir broschieren. Tausendmal schöner und vor allen “A”’er als industriell hergestellte Polyborte.
Liebe Grüsse, Carina

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Eintrag #3 vom 05. Mai. 2005 13:36 Uhr Sven Stenzel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sven Stenzel eine Nachricht zu schreiben.

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Naja, Carina, da gebe ich Dir natürlich recht. Das neuzeitliche Kunststoffzeugs würde die Gewandung eher “versauen”. Danke nochmals.
Sven Stenzel

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Eintrag #4 vom 10. Feb. 2009 13:03 Uhr Marion Lösch  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Marion Lösch eine Nachricht zu schreiben.

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speziell in Süddeutschland.
Trug man sie Ende des 15.Jhs noch?

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Eintrag #5 vom 10. Feb. 2009 13:20 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Marion,
Wieder mal eine Frage, die man nicht klar mit ja und nein beantworten kann. In der alltäglichen Mode tauchen Borten als Besatz in Darstellungen, Statuen usw. nicht auf. Bei Darstellungen von hohen Würdenträgern, beim Klerus, Heiligen etc. schon, und in Verordnungen werden sie erwähnt.
Streckenweise lassen sie sich noch als Gürtel eingrenzen.
Weiterhin lässt sich allein von der Darstellung, und teils auch bei erhaltenen Textilien nicht eindeutig sagen, wie sie hergestellt wurden, sprich, ob sie mit Brettchen, oder andernweitig gewebt wurden.
Das einzige, was man sicher sagen kann, ist, dass das, was man landläufig so als Bretchenwebborte bekommt, also Widderhorn in Baumwolle (meinetwegen auch in Wolle oder in Variantionen) nicht verwendet wurde. Aber nicht nur nicht um 15ten, sondern auch davor nicht.
Ich denke, mit der Vorgehensweise, jedes einzelnde Bestandteil abzufragen, zumal noch- offenkundig- basierend auf dem, was man so auf Märkten und co. mitbekommt- wird Dir langfristig nichts bringen.
Schau Dir einfach die Quelllage an, angefangen mit einer Vielzahl an Darstellungen, um ein Gefühl für die Optik und Elemente zu bekommen, und setze schlicht _nichts_ ein, für dass Du keinen konkreten Beleg (In Material, Konstruktion, Farbe teils auch) hast.
Dann stellt sich nicht so sehr die Frage: “gabs Borten”, sondern: “brauch ich die?”

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Eintrag #6 vom 10. Feb. 2009 18:22 Uhr Silvia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Silvia eine Nachricht zu schreiben.

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Ich muss Jens zustimmen. Brettchenborten sind im 15. Jhd. selten geworden.
Im klerikalen Bereich gibt es sie noch, keine Frage - aber das kann man nicht auf das normale Leben übertragen.
Im Adel und bei der reichen Bevölkerung sind sie an der Kleidung aus der Mode gekommen. Auf zeitgenössischen Malereien findest du wenn überhaupt nur Stickereien an den Besätzen. Einzig die Gürtel sind noch gewebt.
Allerdings sind diese dann 4-8 cm breit und einfarbig in sich gemustert. Technisch ist es möglich, dies als Brettchenweberei zu weben, aber die meisten Textilfunde sagen, dass es sich um Bandwebereien handeln.
Einzig die wirklich aufwändigen brettchengewebten Borten des 12./13 Jahrhunderts(mit gold und silber broschiert) wurden recycelt, indem man sie mit neuen - modernen - Beschlägen versieht und als Gürtel trägt. Ich habe die einfacheren hochmittelalterlichen Gürtel nachgewebt und festgestellt, dass man dafür um die hundert Stunden Arbeitszeit einrechnen muss.
Ich hoffe, damit konnte ich dir weiter helfen.

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Eintrag #7 vom 12. Feb. 2009 16:58 Uhr Marion Lösch  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Marion Lösch eine Nachricht zu schreiben.

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@ Silvia
danke, du hast meine Frage ganz genau verstanden ^_^
Ist es möglich, dass Bandweberei die moderne Variante ist? Vom Prinzip her wie Stoff gewoben?
Und wer hat dann noch diese “modernen” Borten (NICHT POLYESTER) getragen?

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Eintrag #8 vom 12. Feb. 2009 17:53 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Marion,
Hast Du auch meinen Beitrag gelesen? Völlig unabhängig, wie gefertigt, ist der Punkt, dass wieauchimmergewebte Textilbänder im späten 15ten in Deutschland nur sehr schwer als modischer nichtklerikaler Kleidungsbestandteil eingrenzbar sind.

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Eintrag #9 vom 12. Feb. 2009 22:02 Uhr Silvia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Silvia eine Nachricht zu schreiben.

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Es tut mir leid, aber ich kenne mich mit der Bandwberei nicht aus. Ich habe mich nicht damit beschäftigt und kann dir nichts dazu sagen und mag auch keine Vermutungen abgeben.

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