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Eintrag #1 vom 28. Apr. 2004 13:03 Uhr Dirk Perrey  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dirk Perrey eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Zusammen,
das einzige was ich bisher erfahren habe ist das es sich um einen fränkischen Speer oder Lanze handeln soll. Mich interessieren besonders Abbildungen und beschreibungen der gefundenen Stücke.
Gruß
Wolfram
Wolfram von der Oerz

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Eintrag #2 vom 28. Apr. 2004 13:46 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

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-Ein Ango ist ein germanische Lanze/Speer, sein Charakteristikum ist die Spitze, ein pfeilförmiges Blatt, mit Wiederhaken. (Wie jedes Kind einen Indianerpfeil malen würde,
etwa so: –> ). Oft mit extrem langer Tülle, ist sie ein typisch germanische, völkerwanderungzeitliche, bis frühmittelalterliche Waffe.
Wird oft nur als Wurflanze beschreiben, im Römisch-Germanischen Museum Köln, wo übrigens welche zu sehen sind, wird sie als spezielle Reiterwaffe erklärt, welche das gegnerische Schild durchschlagen soll und dieses dann weghebelt, oder mit der langen Tülle und Widerhaken stecken bleibt und den Schutz unbrauchbar macht, danach geht es weiter mit der Sparta-
Soweit ich weiß kommen die dann mit dem Hochmitteltlater aus der Mode, auf den Teppich von Beauyeaux, kann man eventuell die Lanzen noch als Ango (Angonen, wie heißt eigentlich der Plural?) deuten das ist kurz nach 1066.
Bei weiterer Recherche wirst Du noch auf die Frama, Frame ,Fremea stoßen die zweite Grundvariante. Keine Widerhaken, sondern ein lang gestrecktes Blatt-
Gruß
Sascha

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Eintrag #3 vom 28. Apr. 2004 22:27 Uhr Julia Gräf  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Julia Gräf eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
Abbildungen und Beschreibungen von Angos findest Du z.B. in
R. Christlein, Die Alamannen, Archäologie eines lebendigen Volkes (Stuttgart 1978).
Die Alamannen, Begleitband zur Ausstellung 1997.
Die Franken - Wegbereiter Europas, Katalog zur Ausstellung 1996.
Blidhild

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Eintrag #4 vom 29. Apr. 2004 12:21 Uhr Dirk Perrey  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dirk Perrey eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Zusammen,
erst einmal herzlichen Dank für die umgehenden Informationen. Ich werde sie jetzt erst einmal beschaffen und sichten.
Im Zusammenhang mit dem Fremea wurde in einem älteren Lexikon auch von einem “celt” gesprochen aber nicht weiter beschrieben in welchem Zusammenhang die Teile zueinander stehen.
Mir freundlichen Grüßen
Wolfram von der Oerz

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Eintrag #5 vom 03. Mai. 2004 20:23 Uhr Florian Treml   Nachricht

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Zu der Zeit als das klassische Pilum bei den Römern außer Gebrauch kam, führten dann viele Einheiten eine Variante des Pilums, das Gaesum, daß von den Auxiliartruppen her kommt.
Während der Kriege gegen die Chatten schon in vermerkt, daß diese auch die römischen Wurfspeere nachahmen würden.
Wahrscheinlich über germanische Hilfstruppen kamen dann diese Formen auch unter die Römer, den das Gaesum gab es m.W.n. anfangs nur bei Auxiliarverbänden, bei denen das führen dieser Waffe aber dann auch immer im Namen der Einheit extra vermerkt wurde. z.B. Cohors Gaesatorum Raetorum, so wie man auch Auxiliareinheiten die den Legionsschild (Scutum) trugen mit Scutata extra kennzeichnete.
Wie weit das Gaesum dann noch in der spätrömischen Infanterie verwendung fand weiß ich nicht, dazu habe ich nichts gelesen, aber zu dieser Zeit kam dann schon der Ango bei den Franken und auch anderen auf.
Daher meine Idee, das dies einfach die Fortführung des alten römisch/germanischen Wurfspeer Typs ist, während also das eigentliche Pilum ausstarb überlebte darin eine Unterform der Pila, daher nehme ich eine Linie vom Pilum über das Gaesum zum Ango an.
Die Waffe hatte, wie auch die leichten Pila früher einen langen Metallschaft mit einer Spitze mit zwei Wiederhaken vorne und einen Holzschaft, so daß sie insgesamt dann auf ca Mannslänge kam.
Beim Ango ist diese Spitze meist schon recht groß, und die Wiederhaken ausgeprägt, beim Gaesum ist sie noch kleiner und mehr auf das Durchstoßen von Schilden und Panzern ausgelegt, aber es ist auch schon eine ausgeprägte Spitze mit Schneide im Gegensatz zu den viereck Spitzen der Pila, die ja primär zum Schild/Panzerdurchschlagen gedacht waren. Was zeigt, daß mit dem Fehlen von Panzern und schweren Schilden wie dem Scutum einfach der Nutzen der alten Spitzenform wegfiel und man wieder auf mehr Wundwirkung setzte.
Mit besten Grüßen

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Eintrag #6 vom 23. Feb. 2007 11:43 Uhr Monica Freya Jüptner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Monica Freya Jüptner eine Nachricht zu schreiben.

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Der Ango (bei Agathias: ἄγγων) ist eine Sonderform der Lanze mit einem, etwa 10 cm langen, pfeilförmigen Blatt aus Eisen, Widerhaken und viereckigem Querschnitt auf einer extrem langen Tülle von ca. 1 Meter Länge. Die Tülle war mit einem Holzschaft verbunden. Die Gesamtlänge dieser Waffe betrug wahrscheinlich zwischen 2 und 3 m. Der Ango wurde als Kampf- und Jagdwaffe benutzt.
Er diente auch dazu, den Schild des Gegners und nach Möglichkeit gleichzeitig auch diesen selbst zu durchbohren. Nach Durchbohren des Schildes sollte dieser mit Hilfe der Widerhaken und des Gewichtes des Angos auch dem Gegner entrissen werden. Das dünne Vorderteil war, wie das des römischen Pilums auch, so konstruiert, dass sich dieses nach dem Wurf verbog und so für den Gegner unbrauchbar wurde.
Der Ango kam hauptsächlich bei den Franken vor, wurde aber auch bei anderen Stämmen wie den Thüringern gefunden. Die größte Verbreitung fand der Ango im unterrheinischen Gebiet, das von den heutigen Städten Lille, Bielefeld und Karlsruhe eingeschlossen wird. Die meisten Funde konnten auf die Jahre 480 bis 520 n. Chr. datiert werden.
Eine ähnliche Waffe ist die Frame (Waffe), ohne Widerhaken, dafür mit einem langen gestreckten Blatt, das römische Pilum und ist in etwa mit der heutigen Harpune zu vergleichen.
Hab dann noch folgendes gefunden:
Folgendes berichtet Agathias in seinen Historien (II, 5) über die Bewaffnung der Franken:
“Diese Angonen sind Speere von mittlerer Größe, zum Schleudern und zum Stoß im Nahkampf gleich geeignet. Den größten Teil bedeckt der eiserne Beschlag, so daß das Holz kaum am untersten Ende hervorsieht; oben an der Spitze sind an beiden Seiten einige gebogene Spitzen, in der Form von Angelhaken, nach unten gekrümmt. Im Gefecht schleudert nun der Franke einen solchen Angon. Wenn er den Menschenleib trifft, dringt natürlich die Spitze ein, und es ist für einen Getroffenen ebenso wie für einen anderen schwer, das Geschoß herauszuziehen, denn die Widerhaken, die im Fleisch stecken, leisten Widerstand und vermehren die Schmerzen, so daß der Feind, selbst wenn die Wunde an und für sich nicht tödlich war, doch zugrunde gehen muß. Wenn dagegen der Schild getroffen ist, so hängt der Speer von demselben herab und bewegt sich gleichzeitig mit demselben, und das unterste Ende schleppt am Boden nach. Der Betroffene kann den Speer nicht herausziehen wegen der eingedrungenen Haken und auch nicht abhauen, da das Holz durch das umgelegte Eisen geschützt ist. Sieht das der Franke, so springt er schnell darauf und tritt auf den Lanzenschaft, so daß der Schild herabgedrückt wird, die Hand des Eigentümers nachgeben muß und Kopf wie Brust entblößt werden. Dann ist es ein leichtes, den unbedeckten Gegner zu töten, entweder durch einen Axthieb auf den Kopf oder durch einen Stoß mit einem zweiten Speer in die Kehle. So ist die Bewaffnung der Franken, und dergestalt rüsteten sie sich zum Kampf.” (nach David Coste)
Grüße, Geamradh (Moni)

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Eintrag #7 vom 23. Feb. 2007 12:46 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Moni,
bitte, wenn Du zitierst, mach das eindeutig, am besten mit Quellenangabe.
Kann gut sein, dass der Autor des Textes hier mit liest.
;-)
Trag das Doch bitte nach.
Sascha

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Eintrag #8 vom 23. Feb. 2007 13:22 Uhr Monica Freya Jüptner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Monica Freya Jüptner eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Sascha,
ich würde gerne den Originalen Verfassen angeben.
Hab aber nur diese Quellenverweise gefunden:
Agathias: Historien, übers. von David Coste, Leipzig 31922.
Siegmar von Schnurbein: Zum Ango. In: G. Kossack/G. Ulbert (Hrsg.): Studien zur Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie Bd. 2 (= Festschrift für Joachim Werner zum 65. Geburtstag), München 1974, S. 411-434. ISBN 3-406-00344-3
Richard Underwood: Anglo-Saxon weapons and warfare. Stroud, 2001. ISBN 0-75241-910-2 (engl.)
Ich habe nie behauptet das das von mir ist. Im Text steht nach “David Coste”.
Danke für den Hinweis
Grüße, Geamradh (Moni)

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Eintrag #10 vom 23. Feb. 2007 13:31 Uhr Hilmar Becker  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Hilmar Becker eine Nachricht zu schreiben.

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Prima, daß jetzt der ganze Wikipedia-Artikel hier steht. Ohne Angabe, wo er her ist.
Monika, _diese_ Angabe hättest du leicht machen können, oder? Denn ohne diese Quellenangabe wirkt dein Eintrag so, als hättest du ihn selbst verfaßt.
Das Internet ist kein urheberrechtsfreier Raum. Und Tempus vivit erst recht nicht!
Gruß
Hilmar

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Eintrag #11 vom 23. Feb. 2007 14:03 Uhr Monica Freya Jüptner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Monica Freya Jüptner eine Nachricht zu schreiben.

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Das haben mir nun schon 5 Leute geschrieben. Danke. Allerdings hab ich es nicht aus Wikipedia rauskopiert.
Musste dann jedoch feststellen, das es dort genaus steht.
Wenn ihr meinen Müll einfach löscht?
Grüße, Geamradh (Moni)

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Eintrag #12 vom 23. Feb. 2007 14:17 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

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Mal zum Inhalt.
Jagdwaffe?
Kriegswaffe!!?!
Ist doch blöd, wenn man nach einem Großwild wirft und das Ding verbiegt.
Dan lieber wieder mit der normalen Lanze&Speer.
Den Fall das Reh oder Bär das Ding zurück wirft sehe ich als unwahrscheinlich an.
Oder gibt es Hinweise auf die Jagd.
Sascha

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Eintrag #13 vom 23. Feb. 2007 14:53 Uhr Monica Freya Jüptner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Monica Freya Jüptner eine Nachricht zu schreiben.

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Nur das Bären und Rotwild selten gepanzert waren…
Grüße, Geamradh (Moni)

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