Wobei wir schon bei dem Punkt wären: Und wenn ich im Lager färbe? Gummihandschuhe sind da bißl unpassend…
Mit Walnüssen hab ich bisher noch nicht gefärbt, aber nachdem man die Wolle aus der Beize geholt hat, sollte man tunlichst nicht anschließend in eine Farbküppe fassen. Knapp zwei Wochen dauerte es, bis die Farbe wieder runter war….
Aber mal ernsthaft - eine markttaugliche Färbevermeidung weiß keiner, oder? Hab schon überlegt, “unsichtbare Handschuhe” aus der Tube zu verwenden. Gibt’s im sehr gut sortierten Baufachmarkt.
Eintrag 3 verstehe ich so dass man die Schale einfach im Wasser liegen lässt und nach einer Woche kann ich den Stoff einfach reinlegen und er verfärbt sich?
Ich frage deswegen weil ich nach einer Möglichkeit suche einen Wollstoff zu färben und das möglichst in einer “Kaltfärbung”. Jemand meinte mal es gäbe sowas?
Im Prinzip, wenn man eh einen walnußbaum im Garten hat, kann man die Walnüsse und die Fasern zusammen zeitgleich reinstopfen. Und dann immer wieder, wenn neue Nüsse anfallen, einfach dazupacken.
Hab in einem Forum, wos fast nur um wollverarbeitung und Färben ging, folgenden Tipp bekommen: grüne Walnüsse, entweder komplett oder nur Schale in einem Eimer oder größeres Gefäß mit Regenwasser legen, bedeckt ziehen lassen. Soll eine drübe Flüssigkeit werden, in die ich einfach den Stoff (Leinen, Seide in meinem Fall) reinlegen soll. Stehen lassen (bedeckt) und nach etwa einer Woche das erste Mal Farbton checke. Die Brühe kann mann stehen lassen und jedes Jahr mit neuen Nüssen aufpeppen.
Alles eine Frage des Probierens. Ich fange gerade damit an.
Du findest fast ausschließlich Beschreibungen für tierische Fasern, weil diese einfacher - und sicherer - zu färben sind. Mit dem ausschließlichen Färben von Pflanzenfasern hat sich leider noch kein Buchautor beschäftigt, es gibt also keine niedergeschriebenen Rezepte mit sicherem Ausgang.
Prinzipiell muß Pflanzenfaser erstmal anders gebeizt werden, mit einer Tanninhaltigen Beize. Dazu verwendet man entweder Galläpfel, Eichenrinden oder - hab ich neulich getestet - Essigbaumblätter (vermutlich nicht “a” aber effektiv).
Nach der Beize und Lagerung (mind. 2-13 Stunden) in der Tanninbeize wird noch 1-2 mal in Alaunbeize nachgebeizt.
Danach kann man’s genauso färben wie tierische Fasern. Aber: Das Farbergebnis kommt anders raus! Also nicht eins zu eins die selbe Farbe erwarten. Ich hab aus einer Gelbküppe schon dunkles Goldocker bekommen.
Achja - und braun von Walnüssen soll auch direkt auf ungebeizte Planzenfaser färben. Hab’s aber auch noch nie ausprobiert. :)
Literaturtipp zu dem Thema: “Wild Colors”. Ist englischsprachig, aber ganz gut nachzuvollziehen. Kann über Amazon.de bezogen werden. Evtl nach “Wild Colours” suchen (mit o oder ou - gibt’s für den britschen und US-Markt)
so habe ich im entsprechenden Eintrag leider keinerlei richtige Anleitungen zum Färben gefunden und auch sonst findet man in erster Linie Informationen zum Färben von Wolle oder Seide. Daher stelle ich mal eine ganz konkrete Frage:
Ich würde gerne Leinen und Baumwolle färben, einerseits in grün und andererseits in einem warmen (vielleicht minimal ins rote tendierenden) braun.
Was brauche ich alles dafür (in Bezug auf die Zutaten)? Und noch wichtiger: Wie färbe ich das ganze dann in der Praxis?
Für Tips, Rezepte und Anleitungen wäre ich wirklich dankbar.