Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Architektur: Innovativ oder Retro?

Einträge 1 bis 27 (von insgesamt 27 Einträgen)
Eintrag #1 vom 05. Jul. 2002 10:31 Uhr Udo Brühe   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Das Berliner Stadtschloß

In Berlin berät der Bundestag zur Zeit über die endgültige Gestaltung des ehemaligen Schloßplatzes (zu DDR-Zeiten Marx-Engels-Platz).
Seit Jahren tobt ein Streit zwischen Befürwortern einer Rekonstruktion des alten SAtadschloßes, das unter Ulbrich Anfang der 50er des vergangenen Jahrhunderts gesprengt wurde und denen, die sich für eine komplett neue, zeitgemäße architektonische Lösung ausprechen.
Mich würde Euere Meinung dazu interessieren.
Udo Brühe

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Eintrag #2 vom 05. Jul. 2002 12:40 Uhr Udo Brühe   Nachricht

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www.spiegel.de/kultur/[…]/0,1518,203865,00.html
Udo Brühe

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Eintrag #3 vom 05. Jul. 2002 14:17 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Na endlich...

Ja, ich gehöre seit Jahren zu den Befürwortern des Wiederaufbaus und ich freue mich von ganzem Herzen, daß ich das erleben darf. All die Jahre ßberzeugungsarbeit und die zahllosen Spenden waren in diesem Fall nicht umsonst. Nach dem Gendarmenmarkt und dem Berliner Dom werden nun mit dem Schloß und dem Neuen Museum die letzten großen Reste der Nachkriegsverstümmelung in Berlins Herzen beseitigt. Herzlichen Glückwunsch an den Verein Historisches Berlin und alle die sich mit mir so richtig von Herzen über diese Entscheidung freuen können.
Tschüß Olaf

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Eintrag #4 vom 05. Jul. 2002 14:48 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Wieder Berlin und kein Ende

Ich halte dieses Projekt zwar für interessant, aber in Anbetracht der sensiblen Finanzlage nicht sinnvoll. Allerorten, besonders in den neuen Bundesländern, zerfallen großartige Kulturgüter. Bodendenkmaler werden zerstört, weil das Geld für planmäßige Grabungen fehlt. Museen knapsen mit geringsten Mittel und oft wären die Türen ohne private Fördermittel geschlossen.
Ein reines Renomierprojekt für die Hauptstadt - Von mir ein klares Nein Danke!!
Lieber an vielen Orten kleine Projekte und Museen fördern - da haben wir alle mehr von!
Sylvia
Projekt Folgari

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Eintrag #5 vom 05. Jul. 2002 14:56 Uhr Ameli (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ameli eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Bau contra Kosten

Hallo,
ich konnte vor etlichen Jahren die Attrappe des Berliner Schloßes bewundern und fragte mich, warum man sich längst nicht an den Wiederaufbau gemacht hat. Es muß ja nicht der komplette Wiederaufbau samt Inneneinrichtung sein. Aber wie bei der Frankfurter Alten Oper, die jahrzehntelang eine Ruine war: die alte Fassade wieder herstellen, das Innenleben darf dann ruhig modern sein und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Raumnutzung entsprechen.
Insofern: schön, daß man den konservativen Ansatz gewählt hat und die ursprüngliche Fassade, die ja jahrhundertelang das Stadtbild geprägt hat, wieder aufbaut.
Aber die Kosten: da muß ich Sylvia recht geben. Welcher private Bauherr darf loslegen, wenn die Finanzierung nicht bis in den letzten Pfennig/Cent abgesichert ist? Keiner! Aber die Regierung macht einfach - wie Flugzeuge bestellen. Pfeif drauf, ob Kohle da ist oder nicht, dann werden halt wieder ein paar Steuern mehr erhoben.
Gruß
Ameli / Elisabeth von Tannenberg

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Eintrag #6 vom 05. Jul. 2002 16:23 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Kostenfrage

Wir sollten doch mal dringend über Fakten reden. Die Kostenfrage stellt sich in diesem Fall nur indirekt, da eine Neubebauung auf dem Schloßplatz eh ausser Frage steht und schon längst beschloßen ist. Die Frage ist nur wie. Einen drögen Neubau von ähnlicher Schönheit wie das Regierungsviertel oder ein Neubau mit der Fassade des alten Schloßes und genau nur um die Fassade geht es. Hierbei dürfte die Schloßvariante unterdem Strich sogar deutlich billiger werden als ein halbwegs ansehnlicher Neubau. Zum ersten ist mit einem erheblichen Spendenaufkommen zu rechnen (zum Teil sogar schon vorhanden, der aber ausschliesslich an den Bau der alten Fassade gebunden ist) und zum anderen werden bei dieser Art der Baugestalltung etwaige Steuergelder im Land und der Region gebunden, was widerum zu erhöhten Steuereinkünften in Berlin und Umgebung führt. Das die SPD/PDS hier mit sehr dünngeistigen Komentaren diesen demokratischen Vorgang begleitet sollte man nicht zu hoch bewerten, das die, die das Schloß sinnloser weise (und gegen zahllose Stimmen aus den eigenen Reihen) gesprengt haben die Wiedererrichtung der Fassade als persönliche Kritik verstehn ist nur allzu verständlich.
Zur Info: www.ghd-online.de/de/index.php4
Tschüß Olaf

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Eintrag #7 vom 05. Jul. 2002 17:34 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Contra

Moin!
Soweit mir bekannt ist die hohe Zeit des Barock schon etwas vorbei, auch wenn sich manche Regienden immer noch sehr barock inszenieren.
Fakt ist, das Original ist fort, unwiederbringlich, jeder Nachbau wäre ein Abklatsch des Originals. Da Deutschland sich doch momentan so zukunftsorientiert gebärdet- warum nicht alte Zöpfe abschneiden und innovative Wege gehen? Das einzig ungewöhnliche bei diesem Projekt ist die Finanzierung, und das sehe ich nicht als Pluspunkt.
Warum muß in Berlin eine Schimäre geschaffen werden, wenn es überall noch existente Baudenkmäler gibt, die ebenfalls erhaltenswert sind?
Es gab den Vorschlag, einen Architektuwettbewerb auszuschreiben. Dort hätte auch ein historischer Entwurf eine faire Chance gehabt. So halte ich den Wiederaufbau für ein populistisches Signal, ähnlich wie die Airbus Hallen bei Hamburg (die übrigens ähnlich merkwürdig finanziert und durchgedrückt wurden).
Aus der kritischen Provinz
gruß, uli

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Eintrag #8 vom 06. Jul. 2002 16:57 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Contra Uli

Demnach bräuchte man auch keine Burgen zu erneuern und die Kirche in Dresden wieder aufbauen, denn diese Sachen sind ja schon alle kaputt und deshalb sollen sie, Deiner Ansicht nach, wohl auch kaputt bleiben.
Deine negative Ansicht würde ebenfalls die vielgeschätzten Museumsdörfer betreffen, da die Originale ja ebenfalls unwiederbringlich verloren waren. Rekonstruktion von Wiki- und Hanse-Schiffen, Wiederaufbau durch Dörfer, die vom Braunkohlebergbau hinweggeschafft wurden, einführen von in Deutschland/Europa ausgestorbenen Tieren, hist. Flurerneuerung undundund.
Laut Uli also alles unnötig, weil ja schon weg war.
Gruß
v. Arlen
(Ach, und was sollen dann eigendlich die nach Originalfunden nachgearbeiteten Kleider, Schuhe und Waffen unserer Szene?)

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Eintrag #9 vom 07. Jul. 2002 15:00 Uhr Bernd (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Bernd eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Lesehilfe contra Polemik...

Hi Christoph
könnte es sein, daß Du vielleicht etwas zuviel in Ulis Aussage hineininterpretierst ?
Vielleicht hast Du auch nur den Satz
“Warum muß in Berlin eine Schimäre geschaffen werden, WENN ES ßBERALL NOCH EXISTIERENDE BAUDENKMßLER GIBT; DIE EBENFALLS ERHALTENSWERT SIND?”
überlesen?
Es dürfte wohl jedem klar sein, daß ein Museumsdorf ein anderen Daseinszweck und Anspruch hat als ein modernes Bauwerk, dem man eine historische Fassade dranklatscht - deswegen heißt ersteres vermutlich auch MUSEUMSDORF.
Auch die Rekonstruktion eines Wiki-Schiffes hat glaube ich andere qualitative Maßstäbe als ein modernes Bauwerk, dem man eine historische Fassade dranklatscht.
Und was das Einführen von in Deutschland und Europa ausgestorbenen Tieren mit einem modernen Bauwerk, dem man eine historische Fassade dranklatscht, zu tun hat, (mal rhetorische Kniffe ausgenommen) ist mir nicht sonderlich klar - ebensowenig die “Parallele” zu unserer nach Originalfunden rekonstierten Szeneausstattung…
Viele Threads im TV wären einfacher zu lesen, wenn man davon absähe, anderen das Wort im Posting herumzudrehen und das hineinzuinterpretieren, was man gerade lesen will, sondern vermehrt zur Sache posten würde.
So, genug der Konjunktive, zum Abschluß noch was zum Thema:
Auch ich finde eine Rekonstruktion besser als ein modernes Bauwerk, zumal mit dem Regierungsviertel ja schon genug moderne und innovative Architektur für eine “moderne Stadt” vorhanden ist und Berlin auch an anderer Stelle viel moderne Architektur vorzuweisen hat.
Inwieweit ein Bau mit einer “historischen Fassade” jedoch Chancen hat, eine gute Rekonstruktion zu werden, sei mal dahingestellt - und ebenfalls, wie “historisch” die Fassade am Ende aussehen wird…
Um es mal wieder polemisch auszudrücken: in Disneyland stehen ebenfalls viele Bauten mit drangeklatschter “was-auch-immer”-Fassade rum…
Bernd Truckses

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Eintrag #10 vom 08. Jul. 2002 08:44 Uhr Ameli (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ameli eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Zurück zum Thema

Ach Christoph,
Udo bat um unsere Meinung zum Thema Stadtschloß.
Nicht um Interpretation, Zerpflücken, Sezieren oder bewußt-falsch-verstehen von Aussagen der Vorredner. Egal ob das jetzt von Dir sarkastisch, ironisch oder sonstwie gemeint war.
Uli hat eine kontroverse Meinung zum Thema wie sie viele andere auch haben mögen und gut ist.
Können wir jetzt bitte zum Thema zurück kommen und uns nicht wieder in irgendwelchen virtuellen Haarspaltereien um “hab-ich-nich-gesagt-hast-du-doch-gesagt” zerreißen?
Danke.
Gruß
Ameli / Elisabeth von Tannenberg

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Eintrag #11 vom 08. Jul. 2002 09:32 Uhr Ulrich Busse  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ulrich Busse eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Meinung eines Berliners

Jetzt will ich mich mal als Berliner zu Wort melden.
Ich wohne nicht in Mitte und komme bestenfalls 1x im Jahr dahin, nämlich weil es da so aussieht wie es aussieht: gräßlich !
Einige alte erhaltene Gebäude und viel zu viel Beton. Allüberall die Bausünden der DDR. Vielleicht würde ich wieder öfter ins Zentrum meiner Stadt fahren, wenn die Stadtschloßfassade wiedererrichtet würde und auch andere Plattenbauten durch passendere Architektur ersetzt würden.
Kurz: Ich bin für den Wiederaufbau.
Zur Zeit empfinde ich die Stadtmitte jedenfalls als nicht sehr anheimelnd.
Grüße von der Spree, Ulli

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Eintrag #12 vom 08. Jul. 2002 09:39 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht kulturhistorisch???

Berlin ist laut. Berlin ist dreckig. Berlin stinkt. Berlin ist sauteuer. An der ersten Ecke trittst Du in Hundekot, an der zweiten Ecke wirst Du überfallen und an der dritten beim ßberqueren der Fahrbahn überfahren. Wir haben hier kein Gebirge und kein Meer. Und alle halbwegs netten Ausflugsziele im Grünen sind rettungslos überbevölkert.
Warum also sollte ein vernünftiger Mensch nach Berlin fahren und sein Geld hier lassen???
Weil ihm hier was in Richtung Kultur geboten wird, selbst wenn es sich nur um Einkaufskultur handelt. Ich persönlich kann es nicht nachvollziehen, aber jährliche strömen Unzählige in die Stadt und schauen sich diesen gottlosen Potsdamer Platz an, warten stundenlang brav in der Schlange, um in bzw. auf den Reichstag zu kommen (der ja auch gern mal verhüllt wird) oder müssen ihr Sylvesterfest ausgerechnet am Brandenburger Tor unter Massentierhaltungsbedingungen erleben.
Und das Stadtschloß, ja sogar die Baustelle wird eine weitere Attraktion sein (inzwischen haben wir uns hier in unserer Not nämlich auch schon auf die Vermarktung von Baustellen spezialisiert) Die Leute kommen deswegen nach Berlin, lassen hier ihr Geld und das hat die Stadt verdammt nötig.
Ob das kulturhistorisch Sinn macht? Keine Ahnung. Fakt ist, daß die Machthaber “drüben” nach `45 gerne und oft sprengten. Das Stadtschloß ist da nur die Spitze vom Eisberg. Unzählige Herrenhäuser wurden ebenfalls zerstört, damit möglichst wenig an alte, “überholte” Gesellschaftssysteme erinnern sollte. Und das war kulturhistorisch auf jeden Fall eine Sünde.
Aber auch schon vorher wurden besonders hier in Berlin solche Sünden begangen. Das “alte Berlin” ist nämlich so alt gar nicht, vielmehr liegt das alte unter den Pflastern und muß ausgebuddelt werden, will man es entdecken.
Joachim, der als geborener Berliner noch nie am Potsdamer Platz war

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Eintrag #13 vom 08. Jul. 2002 09:47 Uhr Udo Brühe   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Historisches Gesamt-Ensemble

Man muss nicht wirklich ein Kenner des Barock oder der Archtekturstilistik im allgemeinen sein, um bei einem Blick auf die Umgebung des Schloßes mit ihren Bauten wie den Berliner Dom, die Museumsinsel, Neue Wache, das Zeughaus etc. zu sehen, das ein Bau unter modernen Gesichtspunkten(wie ihn zum Beispiel der Palast der Republik repräsentiert) an dieser exponierten Stelle eigendlich nur störtend wirken kann. Einmal ging das Experiment gut, nämlöich im Falle des Reichstages, der mit seiner modernen Kuppel eine, wie ich finde, gelungene Symbiose darstellt.
Im Fall des Stadtschloßes plädiere auch ich rückhaltlos für eine rekonstruierte Fassade nebst dem Schlüterhof. Was letztlich im Inneren angesiedelt wird, bleibt abzuwarten.
Und sein wir doch mal ehrlich: In den letzten Jahren wuchsen an allen Ecken und Enden Berlins neue, moderne gebäude mit monströsen Ausmaßen in den Himmel, siuehe Potsdamer Platz…an der einen oder anderen Stelle muss es doch möglich sein, Zukunftsorientierung hin oder her, auch altes aufzubauen, zu rekonstruieren. Stellt Euch mal einen Glasbetonstalpalast an dieser stelle vor…die Hässlichkeit én nature!
Udo Brühe

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Eintrag #14 vom 08. Jul. 2002 09:49 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht kurze geschichtliche Notiz aus dem SMA noch (bin schon wieder weg :-) )

Ach ja, übrigens waren die alten Berliner damals gar nicht glücklich, als man ihnen den Vorgänger des Stadtschlosses als Zwingburg in die Stadt setzte. Geschehen unter Friedrich II (1440-70) Er schränkte die Macht der Landesstämme ein und unterwarf die bis dahin autonomen Städte. Am Ufer der Spree entstand dann auch 1443-1451 das erste Berliner Stadtschloß, von den Berlinern als Zwingburg verhaßt.
Joachim

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Eintrag #15 vom 17. Jul. 2002 00:20 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Mein lieber Herr von Arlen,

eigentlich gibt es im TV auch die Möglichkeit, Postings, die man nicht ganz verstanden hat per e mail zu hinterfragen. Von dieser Möglichkeit wird leider entschieden zu wenig Gebrauch gemacht, das Ergebnis sind Auswüchse wie dieser. Lieber Herr von Arlen, lesen hilft, nachdenken auch, wenn es dann zum verstehen kommt ist schon viel gewonnen.
zum Thema:
Was mich stört, ist der einseitige politische Beschluß, mit viel Geld einen Potjemkinschen Bau mit der Anmutung des ehemaligen Stadtschlosses zu erschaffen. Außen historische Fassade, Innen 21. Jh. Architektur. Das hat nichts mit dem Original zu tun, sondern ist nur eine Geschichtsseligkeeit der Art “früher war alles besser”. Wars aber nicht, wie gerade die Geschichtsinteressierten, von denen ich doch noch einige im TV vermute, besser wissen sollten.
Sei`s drum, wenn die Berliner ein Stadtschloss haben wollen, sei es ihnen gegönnt. Fair wäre es, diesen Entwurf demokratisch mit zeitgenössischer Architektur ins Rennen zu schicken und nicht ex cathedra einen pseudohistorischen Neubau zu beschließen. Das wäre im Sinne einer Demokratie. Aber wenn Volksentscheidungen wirklich was am System ändern würden, wären sie verboten, zumindest in diesem Punkt gibt es Parallelen.
Auf die Reenactmentszene übersetzt wäre der Stadtschloß Neubau ungefähr so:
Ich kaufe nach alten Farbmustern moderne Stoffe wie Gore Tex, Fleece und Viskose ein, programiere meine Nähmaschine auf Handnaht und mache meine Klamotte. Aus Entfernung sieht die ganz toll authentisch aus, hat aber einige Vorteile: Wasserdicht, Knitterfrei, mit Handytasche und der Walkman mit Mittelaltermusik baumelt im Pseudo Leinensäckchen aus Viskose an der Hüfte.
Das Monster, was sie in Berlin wiedr auferstehewn lassen wollen hat nix mit experimenteller Archäologie, Museumsdörfern, Erhalt und Wiederaufbau von Ruinen zu tun. Das Stadtschloss ist weg. Es gibt keine Reste mehr, keine erhaltenswerten Ruinen. Hier ist ein Loch im 21. Jh. das gefüllt werden sollte, aber nicht mit historisierendem Unsinn, sondern mit sinnvollem Inhalt. Das Geld, das dann übrigbleibt, können die übrigen Baudenkmäler in der Region sicher gut verkraften.
Denken hilft.
gruß, uli

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Eintrag #16 vom 17. Jul. 2002 06:24 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Verständnisproblem

Lieber Uli,
das Du Dich über den Ton geärgert hast mag angehn. Trotzdem möchte ich Dich dazu naregen, doch mal die anderen ( in dem Fall meine ) Eintragungen zulesen.
Nach dem derzeitigen Planungsstand soll der Wiederaufbau des Berliner Schloßes OHNE Steuergelder auskommen. Das kann man glauben oder nicht, der Plan liegt aber vor und kann bei dem unten erwähnten Verein mit Sicherheit auch im einzelnen erfragt werden. Also, bitte keine Heulerei über Steuergelder, daß trift hier nicht zu.
Ich möchte hier aber Dein Verständnis für die (uns) Leute wecken, die für den Wiederaufbau gespendet haben oder noch werden. Du kommst ja aus Darmstadt, nach dem Krieg gab es kein Darmstadt mehr. Die Zerstörungen haben nach meinem Wissen über 80% der Stadt dahin geraft. An der Fußgängerzone siehst Du diese Auslöschung noch am deutlichsten. Das das gesamte Ensembel am Karolinenplatz noch steht, verdankst Du vielen angagierten Darmstädtern, die sich gegen einen Totalabriß stellten (der unter Kosten/Nutzen Gesichtspunkten unumgänglich gewesen wäre) ihre Freizeit und ihre Kraft als Bauhelfer für diese Stadt hergaben. Darmstadt ist im Grunde auch nur ein Klon einer untergegangen Stadt.
Wenn Du jetzt denkst, aber in Darmstadt standen ja wenigstens noch Reste, kann ich Dir nur empfehlen Dir die Fotos nach der Bombardierung anzusehn. Ob man das dann Neuaufbau oder Wiederaufbau z.B. von Teilen des Schloßes nennt ist ein dünner Grad.
Genau wie die Mathildenhöhe oder das Schloß zu Darmstadt gehört das Hohenzollernschloß zu Berlin und ist sogar für die Optik an dieser Stelle unabdingbar.
Olaf

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Eintrag #17 vom 17. Jul. 2002 07:57 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Gedächtniskirche

In diese Kategorie fällt dann auch die bekannte Gedächtniskirche am Zoo, liebevoll “hohler Zahn” genannt. Der eigentlich zerstörte Turm wurde mit einem modernen Anbau versehen. Heute finden dort wieder Gottesdienste statt. Und ich kenne keinen, der diese Kombination aus alt und neu missen will.
Joachim

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Eintrag #18 vom 17. Jul. 2002 08:42 Uhr Ulrich Busse  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ulrich Busse eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Archäologie ???

@ Uli,
wenn von der Berliner Bevölkerung durch Wahl legitimierte Vertreter einen Beschluss fassen, dann ist das erstens demokratisch und zweitens:
Wer hat denn behauptet, dass der Wiederaufbau des Stadtschlosses ein Gegenstand experimenteller Archäologie oder ein Museums“dorf” werden soll ???
Hier soll ein Gebäude entstehen, dessen Fassade dem Vorgängerbau nachempfunden wird. Nicht mehr und nicht weniger. ßbrigens existiert sogar noch eine Realie des alten Stadtschlosses, nämlich ein Fassadenteil, dass z.Zt. in ein anderes öffentliches Gebäude integriert ist.
Grüße von der Spree, Ulli

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Eintrag #19 vom 17. Jul. 2002 19:46 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Alsoo

@Olaf
Ja, allerdings habe ich mich über den Ton und die implzierten Unterstellungen geärgert. Genug davon.
Wie Darmstadt nach dem Krig aussah ist mir gut bekannt, ich hab mal ein wenig an einer Ausstellung zu dem Thema mitgeholfen.
Auch wenn keine Steuergelder in Berlin verbraten werden, bin ich der Meinung, das Geld wäre anderswo besser aufgehoben.
@Ulrich
Wenn von der Bevölkerung durch Wahlen legitimierte Vertreter etwas beschließen ist das nicht zwangsläufig sinnvoll oder demokratisch. Beispiele: Airbus Gelände in Hamburg, Flughafenausbau (Startbhn West) in Frankfurt.
Es soll auch schon Fälle gegeben haben, bei denen sich die Vertreter durch Wahlfälschung selbst legitimiert haben…
Was der Wiederaufbau des Stadtschlosses mit Museumsdörfern zu tun hat weiß ich auch nicht genau. War nicht meine Idee. Frag mal v. Arlen.
Ganz nebenbei- es müssen ja in solchen Punkten nicht alle einer Meinung sein. Es herrscht Meinungsfreiheit, oder?
gruß, uli

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Eintrag #20 vom 17. Jul. 2002 21:59 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Spendenbindung

Hallo Uli,
ich glaube, Du unterschätzt die Tatsache, daß viele Leute, incl. meiner Person, die spenden für das Berliner Schloß an dieses Projekt gebunden abgegeben haben. Wenn jetz plötzlich jemand entscheiden würde, diese Gelder für einen Fachwerkbau in Bayern auszugeben würde ich meine Spende zurück fordern.
Ich denke, den meisten anderen geht es ebenso. Da ich mich auch stark familier an darmstadt gebunden fühle, freue ich mich natürlich das Du Dich dort angagierst. Ich bin eh der Meinung sich auch mit Geldspenden wesentlich mehr an Objekten zu angagieren zu denen man was auch immer geartete Beziehung hat.
Von staatlicher Seite hat hier keiner mehr Hilfe zu erwarten und wirklich sinnlose Sachen finde ich z.B. mehrere zehntausend euro bundesdeutscher Steuergelder für eine Loveparade in Mexiko (kein Witz). Also, warum weiter an anonyme Organisationenso spende wo die Hälfte schon für das Büro in Deutschland und die Werbefeldzüge verbraten werden. Lokale Denkmäler oder Suppenküchen für Obdachlose in unseren Städten haben einfach mehr davon. Ist unsere Dorfkirche nichts wert? Fragt doch mal Euren Pfarrer und Euren Bürgermeister. Es sind unsere Städte und Dörfer, das Denkmal für das wir spenden, an dem können wir uns erfreuen und den Menschen den wir in unserer Umgebung helfen, an deren Freude können wir uns freuen.
Kurz lass den Menschen denen das Berliner Schloß am Herzen liegt doch ihr Schloß und lerne Dich mit ihnen und ihrem Erfolg zu freuen. Soviele Idealisten gibt es nicht mehr als das wir uns nun auch noch untereinander etwas neiden müßten.
Olaf

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Eintrag #21 vom 18. Jul. 2002 08:06 Uhr Ulrich Busse  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ulrich Busse eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht sinnvoll ?

Hey, Uli,
ich hab nicht von sinnvoll gesprochen. Demokratisch legitimierte Entscheidungen sind viel zu selten sinnvoll … d’accord.
(Und nebenbei: wer Wahlen fälscht, ist eben nicht legitimiert).
Ich glaube, Du meinst nicht undemokratisch, sondern unrechtmäßig (jedenfalls wenn ich Deine Beispiele lese). Demokratisch legitimierte Entscheidungen können auch rechtswidrig sein, sonst hätte das Verfassungsgericht wenig zu tun.
Das mag jetzt wortklauberisch klingen, aber demokratisch und rechtmäßig ist selten dasselbe …
Logisch ist die Meinung frei, aber wenn sie mit imho falschen Fakten begründet wird, muss man auch mal mit einer Gegenäußerung rechnen. Ansonsten lege ich viel Wert auf Meinungsvielfalt.
Grüße von der Spree, Ulli

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Eintrag #22 vom 19. Jul. 2002 00:50 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Also

da Du, Uli, es nicht unterlassen kannst, mich ständig anzugreifen, werde ich nochmals zu Deinen ßußerungen stellung nehmen:
Du behauptest, es wäre nicht korrekt, das Schloß aufzubauen, da es zu viele Steuern kosten würde usw.
Es wurde bewiesen, daß dem nicht so ist.
Du stellst fest, das es erhaltenswerte Gebäude gibt, die sich kurz vor dem Verfall befinden und das Geld nötiger brauchen.
Das ist korrekt, aber was nützt da ein Neubau, der auf Steuergelder hin aufgebaut wird?
Demnach frage ich Dich nach dem Sinn Deiner Meinung, einen Neubau dorthin zu stellen, der Steuergelder kostet, das allgemeine Bild verschandelt und überhaupt überflüssig ist und warum Du dagegen bist, einen Neubau zu akzeptieren, der von Spendengeldern finanziert wird, der von den Berliner (und nicht nur von diesen, siehe meinen Herkunftsort) als gut geheißen wird, ablehnst, weil er nur von der Fassade her das alte Schloß darstellt?
Ich stelle fest, daß aus dem Grunde, daß der Aufbau des alten Schloßes gefördert von Spendengeldern für Gebäude wie die Kirche in Dresden Steuergelder übrigbleiben. Desweiteren stelle ich fest, daß ein kulturhist. Gebäude wieder errichtet wird, zwar nur von außen, aber besser als ein erneuter Neubau auf der Basis von Steuergeldern.
Ich freue mich darübér, wenn das Kronprinzenpalais wiedergeboren wird, wenn auch nicht innen, genauso wie ich mich darüber freue, das die Häuser der Bahnhofstr. in Bonn ihre Fassade erhalten haben und die Kirche in Dresden sozusagen neu erbaut wird. Es sind, auch wenn sie zerstört waren, Kulturdenkmäler. Der Zwinger in Dresen war außerdem auch zerstört, ebenfalls wie die neue Wache in Berlin und das Brandenburger Tor sah auch nicht so gut aus wie heute.
Grüße Dich
v. Arlen

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Eintrag #23 vom 19. Jul. 2002 10:33 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Berlin...?

Grüß Euch,
wenn der Großstadtwahn und Hauptstadtirrsinn solche Blüten treibt, ist das das eine…aber wenn die Berliner beschliessen, mit ihrem selbstgesammelten Geld eine solche Hütte wieder aufzurichten, ist es deren eigener Spaß, und unterliegt höchstens der Kritik der Berliner.
Die Berliner gehts ja auch nichts an, was z.B. in Herzberg, Hintertupfingen oder sonstwo gemacht wird, solange sie dafür nichts berappen müssen.
Ansonsten ist das hier ein supersinnloser Thread.
Wohlgemerkt, wenns mit dem Geld der Berliner gemacht wird…und nicht im letzten Moment das Steuersäckel geöffnet wird.
miles roma - miles imperatore! Euer Haduwolff

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Eintrag #24 vom 19. Jul. 2002 18:47 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Also

Moin!
@Christoph
Wer hier wen angegriffen hat ist wohl durch die Postings hinreichend belegt.
Wenn die Berliner mit ihrem Geld das Ding wieder aufbauen wollen hindert sie selbstverständlich niemand daran, aber ich erlaube mir, trotzdem eine andere Meinung zu haben
Ob ein Neubau das allgemeine Bild verschandelt oder nicht ist die nächste Frage. Es gibt durchaus abwechslungsreiche Gegenwartsarchitektur die nicht alles mit Stahl und Glas zuknallt.
Zum hysterischen Vergangenheitsfieber was historisches…
Doch siehe! dort im Mondenschein
den kolossalen Gesellen
er ragt verteufelt schwerz hervor
das ist der Dom von Köllen
Er ward nich vollendet - und das ist gut
denn eben die Nichtvollendung
macht ihn zum Denkmal von Deutschlands Kraft
und protestantischer Sendung
Ihr armen Schelme vom Domverein
Ihr wollt mit schwachen Händen
fortsetzen das unterbrochene Werk
die alte Zwingburg vollenden
O törichter Wahn! Vergebens wird
geschüttelt der Klingelbeutel
gebettelt bei Ketzern und Juden sogar
ist alles fruchtlos und eitel
Er wird nicht vollendet, der Kölner Dom
obwohl die Narren in Schwaben
zu seinem Fortbau ein ganzes Schiff
voll Steine gesendet haben.
Er wird nicht vollendet, trotz allem Geschrei
der Raben und der Eulen
die, altertümlich gesinnt, so gern
in hohen Kirchtürmen weilen
H.Heine, Deutschland, ein Wintermärchen
Aber, liebe Berliner und Andere, lasst euch die Freude über den Wiederaufbau nicht von Spöttern nehmen, die der Meinung sind, Geld und Aufwand wären anderswo besser verwendet.
Ich stelle nur verwundert fest, das es wenig Interesse gibt, Baudenkmäler der DDR zu erhalten, obwohl die doch als Zeugen jüngster Geschichte für die Nachwelt bestimmt auch interessant wären, oder? Aber früher war halt schon alles besser.
@Joachim
Danke für den historischen Beleg aus #14
gruß, uli

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Eintrag #26 vom 20. Jul. 2002 06:37 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht arme ossis, böse wessis ?

Ich glaube einfach nicht was ich hier lese. Also Uli, natürlich respektiere ich Deine Meinung (allerdings glaube ich auch nicht, daß Du mich damit meintest) und solange es ein Austausch von Argumenten ist, finde ich sie auch sehr interessant (kenne sonst keinen Gegner des Schloßbau´s, ehrlich). Das allerdings keine Bauten der DDR-Zeit geschützt werden ist nicht nur ein kleiner Irrtum sondern normaler Weise etwas, daß man von Ostalgikern zu hören bekommt. Einige WENIGE Beispiel: die ehemalige Stalin-Allee (jetzt Karl-Marx-Allee) ist letztes oder vorletztes Jahr komplett unter Denkmalsschutz gestellt worden und die Teilrestaurierung wurde aus Bundesmitteln und ein Teil aus Senatstöpfen bezahlt. Weiter: der Staatsrat, die Weltzeituhr, der Fernsehturm, die Rathauspassage (mir besonders unverständlich) und und und.
Ich glaube, hier wird übersehn, der Größte je existierende Plattmacher in Sachen Denkmalsschutz war die DDR-Führung. Ich darf mal an alle die´s erlebt haben an die “Berlin-Initiative” ab Anfang der 80er erinnern. Diese hatte durch das abziehn vieler Handwerker aus der Republik nach Berlin den kleinen Nachteil, daß zwar in Berlin ein altes Viertel neu entstand aber der Rest des Landes im wörtlichen Sinn in sich zusammen fiehl. Noch 40 Jahre DDR und wir hätten in Erdlöchern gelebt !
Olaf

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Eintrag #27 vom 20. Jul. 2002 11:56 Uhr Silvia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Silvia eine Nachricht zu schreiben.

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Tach Leute!
Denkt bitte daran das wir ein Forum für ältere Geschichte sind.
Distkussionen über jüngere deutsche Zeitgeschichte, bzw. aktuelle Politik und Sprüche darüber werden hier nicht akzeptiert. Besonders wenn dadurch noch lebende Personen beleidigt werden.
Deswegen wurde hier gelöscht. Und Olafs Eintrag ist dadurch nicht mehr ganz so verständlich.
Tschüs
Aisling

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Eintrag #28 vom 20. Jul. 2002 13:09 Uhr Jonas Radtke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Jonas Radtke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht sorry...

ihr habt recht, dieses thema gehört nicht hierher.
gruß, jonas

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