Soweit mir bekannt ist die hohe Zeit des Barock schon etwas vorbei, auch wenn sich manche Regienden immer noch sehr barock inszenieren.
Fakt ist, das Original ist fort, unwiederbringlich, jeder Nachbau wäre ein Abklatsch des Originals. Da Deutschland sich doch momentan so zukunftsorientiert gebärdet- warum nicht alte Zöpfe abschneiden und innovative Wege gehen? Das einzig ungewöhnliche bei diesem Projekt ist die Finanzierung, und das sehe ich nicht als Pluspunkt.
Warum muß in Berlin eine Schimäre geschaffen werden, wenn es überall noch existente Baudenkmäler gibt, die ebenfalls erhaltenswert sind?
Es gab den Vorschlag, einen Architektuwettbewerb auszuschreiben. Dort hätte auch ein historischer Entwurf eine faire Chance gehabt. So halte ich den Wiederaufbau für ein populistisches Signal, ähnlich wie die Airbus Hallen bei Hamburg (die übrigens ähnlich merkwürdig finanziert und durchgedrückt wurden).
Wir sollten doch mal dringend über Fakten reden. Die Kostenfrage stellt sich in diesem Fall nur indirekt, da eine Neubebauung auf dem Schloßplatz eh ausser Frage steht und schon längst beschloßen ist. Die Frage ist nur wie. Einen drögen Neubau von ähnlicher Schönheit wie das Regierungsviertel oder ein Neubau mit der Fassade des alten Schloßes und genau nur um die Fassade geht es. Hierbei dürfte die Schloßvariante unterdem Strich sogar deutlich billiger werden als ein halbwegs ansehnlicher Neubau. Zum ersten ist mit einem erheblichen Spendenaufkommen zu rechnen (zum Teil sogar schon vorhanden, der aber ausschliesslich an den Bau der alten Fassade gebunden ist) und zum anderen werden bei dieser Art der Baugestalltung etwaige Steuergelder im Land und der Region gebunden, was widerum zu erhöhten Steuereinkünften in Berlin und Umgebung führt. Das die SPD/PDS hier mit sehr dünngeistigen Komentaren diesen demokratischen Vorgang begleitet sollte man nicht zu hoch bewerten, das die, die das Schloß sinnloser weise (und gegen zahllose Stimmen aus den eigenen Reihen) gesprengt haben die Wiedererrichtung der Fassade als persönliche Kritik verstehn ist nur allzu verständlich.
ich konnte vor etlichen Jahren die Attrappe des Berliner Schloßes bewundern und fragte mich, warum man sich längst nicht an den Wiederaufbau gemacht hat. Es muß ja nicht der komplette Wiederaufbau samt Inneneinrichtung sein. Aber wie bei der Frankfurter Alten Oper, die jahrzehntelang eine Ruine war: die alte Fassade wieder herstellen, das Innenleben darf dann ruhig modern sein und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Raumnutzung entsprechen.
Insofern: schön, daß man den konservativen Ansatz gewählt hat und die ursprüngliche Fassade, die ja jahrhundertelang das Stadtbild geprägt hat, wieder aufbaut.
Aber die Kosten: da muß ich Sylvia recht geben. Welcher private Bauherr darf loslegen, wenn die Finanzierung nicht bis in den letzten Pfennig/Cent abgesichert ist? Keiner! Aber die Regierung macht einfach - wie Flugzeuge bestellen. Pfeif drauf, ob Kohle da ist oder nicht, dann werden halt wieder ein paar Steuern mehr erhoben.
Ich halte dieses Projekt zwar für interessant, aber in Anbetracht der sensiblen Finanzlage nicht sinnvoll. Allerorten, besonders in den neuen Bundesländern, zerfallen großartige Kulturgüter. Bodendenkmaler werden zerstört, weil das Geld für planmäßige Grabungen fehlt. Museen knapsen mit geringsten Mittel und oft wären die Türen ohne private Fördermittel geschlossen.
Ein reines Renomierprojekt für die Hauptstadt - Von mir ein klares Nein Danke!!
Lieber an vielen Orten kleine Projekte und Museen fördern - da haben wir alle mehr von!
Ja, ich gehöre seit Jahren zu den Befürwortern des Wiederaufbaus und ich freue mich von ganzem Herzen, daß ich das erleben darf. All die Jahre ßberzeugungsarbeit und die zahllosen Spenden waren in diesem Fall nicht umsonst. Nach dem Gendarmenmarkt und dem Berliner Dom werden nun mit dem Schloß und dem Neuen Museum die letzten großen Reste der Nachkriegsverstümmelung in Berlins Herzen beseitigt. Herzlichen Glückwunsch an den Verein Historisches Berlin und alle die sich mit mir so richtig von Herzen über diese Entscheidung freuen können.
In Berlin berät der Bundestag zur Zeit über die endgültige Gestaltung des ehemaligen Schloßplatzes (zu DDR-Zeiten Marx-Engels-Platz).
Seit Jahren tobt ein Streit zwischen Befürwortern einer Rekonstruktion des alten SAtadschloßes, das unter Ulbrich Anfang der 50er des vergangenen Jahrhunderts gesprengt wurde und denen, die sich für eine komplett neue, zeitgemäße architektonische Lösung ausprechen.