Da sich Falk bereits selbst korregiert, bin ich so frei und füge seinen Verbesserungen noch einige hinzu.
Es wurde nicht das Griechische Kreuz, sondern ein Lateinisches, oder auch Passionskreuz (der untere Schenkel ist langgezogen) benutzt. Was das angesprochene “T”- oder Halbe Kreuz betrifft, so handelt es sich hierbei um die Form des sog. Antonius Kreuzes.
Die Interpretation der Lilienenden im Hochmeisterwappen ist schwierig. Eine Verleihung durch Ludwig den Heiligen dürfte jedoch in´s Reich der Mythen und Legenden verwiesen werden. Die neuere Forschung geht eher davon aus, daß es sich hierbei um ein Symbol der Patronin des Ordens, der Heiligen Jungfrau, handeln soll.
ist auf dem ersten Bild sehr schön das Hochmeisterkreuz illustriert.
Der Sariantbruder trug de facto keinen schwarzen Mantel mit umrahmten Kreuz, sondern einen grauen, was ihm den Beinamen “Graumäntler” eintrug - und als Vollbruder des Ordens, im Gegensatz zum Halbbruder - mit vollem schwarzen Kreuz.
Was die Bekleidung der Brüder betrifft, so äußert sich die Regel eindeutig: es waren ihnen modische Neuerungen und Schnitte, enganliegende Kleidung, Schnäbel an den Schuhen, etc. schlichtweg verboten. Ihre Gewänder sollten von “geistlicher Farbe” sein, ergo Schwarz, Weiß, Grau und Braun. Von einer speziellen Farbkombination, wie sie Falk erwähnt (weiße Cotte & schwarze Surcotte), ist im Grundgesetz des Ordens nichts erwähnt. Im Gegenteil, die Regel sieht für die Ritterbrüder explizit vor, sie “sollen weiße Mäntel tragen zum Zeichen der Ritterschaft, doch sollen sie sich in den anderen Kleidern nicht von den anderen Brüdern unterscheiden.” (Meines Erachtens wirft die Formulierung “andere Brüder” ein weiteres Problem auf, das sich auf die Sariantbrüder beziehen könnte, aber diese Diskussion würde den Rahmen sprengen.)
Desweiteren soll ein jeder Bruder an Mänteln, “cappen” und den Waffenröcken ein schwarzes Kreuz tragen. Wie groß dieses zu sein hat, darauf wird nicht weiter eingegangen.
Was die Stoffe betrifft, so nennt die Regel lediglich das Leinentuch, das zur Herstellung von Hemden, Unterkleidern “und zu anderen Dingen” erlaubt war.
Glücklicherweise kommt uns der (damals eher ärgerliche) Mantelstreit zwischen Deutsch- und Tempelherren zur Hilfe. In einer Anordnung wurde beschieden, daß die Deutschen weiterhin weiße Mäntel tragen durften, aber nicht das Weiß, welches die Templer nutzten. Daher sollten sie ihre Umhänge aus einem Stoff namens “Stanforte-Tuch”, einem Wolltuch, herstellen.
Noch einen Hinweis zur Flagge: Falk hat nicht recht, wenn er behauptet, entnäme man das goldene Jerusalemkreuz dem Wappen, so würde man das heutige BW-Kreuz sehen; man würde ein stinknormales Lateinisches Kreuz sehen. Die Enden des Jerusalemkreuzes bildeten nicht den Abschluß, sie waren in das Ordenskreuz eingelegt, wie heute noch die Türen in der Elisabethkirche (hab leider keinen Link parat) eindrucksvoll darstellen.
Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung (insofern es mit der Antwort etwas Zeit hat).
Die Flagge mit dem großen Goldenen Krückenkreuz und denn vier kleinen goldenen Krückenkreuzen in den “Ecken” ist KEINE Deutsch-Ordensflagge, sonder das Banner des Königreichs von Jerusalem!
Der deutsche Orden führte es weil er sich als permanente Botschaft des
Heiligen Landes (und besonders des Königreichs von Jerusalem) im Heiligen
Römischen Reich (also Deutschland) verstand (sorry für die Fehlinformation).
Die Geschichte der anderen Flagge ergibt sich wie folgt:
Ab 1198 das einfache schwarze Balkenkreuz
Ab 1219 im schwarzen Balkenkreuz das goldene Krückenkreuz von Jerusalem,
durch König Johann von Jerusalem anlässlich der Verdienste des Ordens um die
Belagerung von Damiette verliehen (offensichtlich gemäß “Narratio de primordiis
Theutonici”, früheste bekannte Ordenschronik; evtl. bestätigt durch M.-L.
Favreau - “Studien zur Frühgeschichte des Deutschen Ordens” sowie Tumler)
Die Hochmeisterflagge ist dieselbe erhält aber noch folgende Zusätze:
Ab 1226 über dem schwarzen Balkenkreuz mit dem Kreuz von Jerusalem das
Herzschild mit dem deutschen Reichsadler, vermutlich durch Kaiser Friedrich II.
anläßlich der Erhebung der Deutschordens-Hochmeister in den Reichsfürstenstand
verliehen (ebenfalls “Narratio”).
Ab 1250 Ablösung der Krückenenden des Kreuzes von Jerusalem durch vier
Lilien, vermutlich durch König Ludwig IX. (“den Heiligen”) von Frankreich während
des 6. Kreuzzuges verliehen (unter anderem ebenfalls “Narratio”, allerdings
etwas fragwürdig).
Das so entstandene Hochmeisterkreuz findet sich ab etwa 1300 in allen
Quellen.
Danke an meinen Bruder Andy der mir auf die Finger geklopft hat. :)
Wenn Du mal vorbeikommen willst können wir gerne was ausmachen *g*.
Also wir haben unsere Muster aufgenäht, es erschien die einfachste Lösung. Ich bin aber sicher das alle anderen von Dir aufgeführten Möglichkeiten auch ihr Werk tun.
Einweben wär’ glaub ich ziemlich abgefahren.
Wolle ist natürlich prima für so ziemlich jeden Zeitraum. Im Süden Europas waren sogar Baumwoll-Gemische bekannt (Barchent, glaub ich).
Noch etwas wichtiges zu Stoffen was ich das letzte Mal vergessen hatte:
Im deutschen Orden war es verboten exklusive Güter zu tragen also Schmuck, edle Stoffe, usw…
Solche galten als “weibischer Schmuck”.
Bei höhergestellten Persönlichkeiten fand man allerdings trotzdem solche Dinge als der Orden schon etwas länger existierte. Aber solche kleinen Regelbiegungen findet man ja überall.
Ich weiß leider nicht ob und wie sowas geahndet wurde.
Vielleicht hat jemand die Antwort mal gucken wer noch so schreibt.
Also, was sie für Waffen und Rüstungen trugen hängt von der Darstellungszeit ab die Dich interessiert. In der Regel dieselben die auch “normale” Ritter der jeweiligen Zeit nutzten.
Solange sie noch Waffenröcke trugen waren diese weiß mit schwarzem Kreuz auf der Brust. Im Anfangsstadium ein griechisches Kreuz, welches mit der Zeit zu einem Pranken-Kreuz wurde.
Ungerüstet (also wenn sie nicht im Kriegszustand waren) trugen sie eine weiße Cotte die bis zu den Knöcheln reichte, darüber eine schwarze Surcotte die etwas kürzer war (gerade so das man die weiße Cotte noch herausgucken sehen konnte).
Beinlinge waren schwarz, manchmal auch grau oder erdfarben also ungebleicht.
Der Mantel war typisch nach Zeitraum geformt (Seit Gründung bis zum Hochmittelalter Halbkreisförmig danach weiß ich leider nicht).
Er war bei Ritterbrüdern weiß und hatte ein Kreuz (wie beim Waffenrock, entsprechend des Zeitraumes geformt) über der linken Brust. Es hatte früher einen Durchmesser von ca. 30 cm, Heute ca. 10 cm.
Der Sariant-Bruder dagegen hatte vermutlich einen schwarzen Mantel mit schwarzem Kreuz auf weißem Grund (’ne art Rahmen um das Kreuz).
Der Halbbruder oder dienende Bruder hatte vermutlich einen grauen Mantel.
Das Kreuz auf Waffenrock und Mantel war ein “lateinisches Kreuz”, also ein “T”.
ßber Sariant- und Halbbruder ist man sich allerdings nicht vollkommen sicher, meine Angaben beruhen auf dem mir bekannten neuestem Stand der Forschung (Also bitte mit Vorsicht genießen und noch andere Quellen mit einbeziehen, falls Dich etwas anderes als der Ritterbruder interessiert).
An Stoffen benutzten sie bestimmt auch die selben Stoffe wie alle anderen Menschen zu der jeweiligen Zeit.
Zu denn Flaggen:
Mir sind zwei bekannt. Beide sind quadratisch, weiß und durch ein schwarzes Kreuz geviertelt.
Die eine hat in jeder der vier (ich weiß den Fachausdruck gerade nicht, verzeihung!) “Ecken”
nochmal ein kleines schwarzes Kreuz.
Die andere hatte freie Ecken, allerdings durfte der deutsche Orden nach der Eroberung Jerusalems (oder Palästina’s!?) das goldene Balkenkreuz in der Flagge tragen. Es wurde über das schwarze “gelegt”. Wenn man sich das goldene Kreuz aus der Flagge wegdenken würde hat man jenes Kreuz, welches man Heute auf Bundeswehrfahrzeugen sieht.