Besagtes Beispiel ist aber spezifisch 15tes, Konzil von Konstanz, und die vor Ort zu dem Zeitpunkt herrschende Situation. 13tes, und jenseits dieses Szenarios, sieht es mit einer solchen Konstruktion meines Wissens nach mau aus.
In Buoch und Umgebung (Esslingen, Remstal) fanden sich kaum Grapen, nur kleine Formen mit Füßchen. Die überwiegende Formen von Töpfen waren die Kugeltöpfe mit glatten Boden, in verschieden Größen.
das Problem ist natürlich, dass sich auch dieser Backofen schlecht in ein Lager transportieren ließe.
Deswegen war meine Idee eben,
einen ähnlichen Backofen wie abgebildet so zu konstruieren, dass er in ein paar handlichere Teile zerlegt und damit einfacher transportiert werden kann.
Ich weiß, es gibt dafür keine Belege,
aber ein Backofen auf einem Mittelalterevent, der zumindest optisch und funktionell so wie ein (im MA fest aufgebauter Backofen) konzipiert ist wäre auf jeden Fall eine wesentliche Bereicherung gegenüber der auf gummibereiften an Marktveraufsbuden stehenden Backöfen.
(Ach ja, bevor einer frägt, Wir stellen das 13. JH dar, ich würde mich aber auch für alles Wissenswerte Querbet über Backöfen freuen!)
Deshalb auch danke für die “Grampen” - eine Interessante Neuigkeit, die mir noch nicht bekannt war. Bin schon am überlegen ob und wie sich diese realisieren liese.
ist der Punkt. Wenn Du in einem Gefäß mit engem Hals etwas bäckst, bekommst Du es nicht mehr raus.
M.W. kommen aber ab dem 13. Jahrhundert dreibeinige Gefäße mit weitem Hals (und Deckel) auf. Diese habe ich mit unter den Begriff “Grapen” gefasst. Ich lasse mich aber gerne korrigieren, wenn es dafür eine Spezialbezeichnung gibt.
Backen im Kugeltopf gestaltet sich wegen der Verengung am Hals eher, wie der Guss in verlorener Form. Das gilt auch für die mir bekannten slawischen Standbodengefäße des 12./13. Jahrhunderts. Ob es davor auch Gefäße mit weitem Hals gegeben hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber wenn man nicht gerade eine Pfanne mit Deckel verwendet, ist ein weithalsiger Grapen (egal jetzt, ob aus Bronze oder Keramik) schon das Gefäß der Wahl.
Alternativ gibt es auch noch die Möglichkeit, einen Mörser als Backform zu nutzen. Rezepte für derartige “Mörselkuchen” finden sich gleich in mehreren spätmittelalterlichen Kochbüchern.
Den findet man zwar in mehreren Versionen der Rhiechenthal-Chronik, die beschreibt allerdings mit dem Konzil in Basel eine besondere Situation, eben dem Konzil in Konstanz, bei dem ungewöhnlich viele Personen in einer Stadt zusammen kamen. Normalerweise sollte man davon ausgehen können das die in einer Stadt vorhandenen Backmöglichkeiten ausreichen. In Feldlagern könnte man so etwas sicher vermuten, einen nachweis kenne ich nicht.
Zum Bau, ich weiß von einer Rekonstruktion, bei der, glaube ich ein gemauerster Ofen mit Lehm abgedeckt wurde. Das ganze war letztendlich als Ofen nutzbar aber kaum transportabel.
Ob Kugeltopf, Grapen oder Standbodentopf- ähnliche keramische Lösungen gibt es eigentlich das ganze Mittelalter über. Carola, ich nehme an, Du meinst bronzene Grapen- ich bin mir der Beleglage vor dem 13ten Jahrhundert dafür nicht sicher, meine aber, dass es mindestens für das 12te bereits Exemplare gibt.
dieser Frage möchte ich mich ebenfalls noch einmal anschließen.
Hat jemand eine Idee, wie sich ein transportabler Backofen für das MA-Lager konzipieren und umsetzen ließe?
Ich hab an alles Mögliche bereits gedacht - 3 Teilig aus Backsteinen, aus Metall zum über den Grill hängen, Metallrahmen der mit Backsteinen ausgekleidet wird etc…
Ich bin aber echt noch auf keinen grünen Zweig gekommen!
auf der Seite von www.experimentum-info.de wird ein transportabler Backofen gezeigt.Die Gruppe führt den Ofen auch vor. Die können wahrscheinlich auch über die Bauweise detailliert Auskunft geben.