Ich “binn schon seit ein paar jahren Wikinger”, allerdings habe ich bis jetzt nirgends schnittmuster für die Pluderhosen gefundengeschweigeden wei ich nicht wer die eigentlich wann getragen hat? Vieleicht könnt ihr mir da helfen, wäre sehr dankbar. ;)
mir würde noch ein zeitlich näheres Beispiel einfallen. Eine Kinderhose mit Füßlingen (für ein ziemlich kleines Kind und die tragen ja auch heute noch so Dinger), aus dem 8.Jh. in Elisenhof gefunden (friesische Wurtensiedlung). Soweit ich mich erinnern kann, ist der obere Teil der Hose auch ähnlich wie der aus Thorsberg.
Wer das genauer nachlesen will: H.J. Hundt, die Textilfunde von Elisenhof.
Korrekt, allerdings haben die Funde in Haithabu eine mögliche Konstruktion von wikingerzeitlichen Hosen ergeben, die den Thorsbjerg und Damendorf Hosenfunden nahezu identisch ist. Da dies bisher die besten Funde sind, kann man den Schnitt der Thorsbjerg (oder Damendorf)hose, die ja glücklicherweise gut bekannt sind, mit ziemlich gutem Gewissen dafür verwenden.
Ob man das nun mit oder ohne Füßlinge machen will, bleibt jedem selbst überlassen. Inga Hägg argumentiert in Bericht 20 der Ausgrabungen, daß fußlose Hosen wahrscheinlich eine eigene Bezeichnung in der nordischen Literatur hatten und möglicherweise nur von niedriger gestellten Männern getragen wurde.
Interessant für Wikibekleidung sind natürlich die beiden Bücher: Textilfunde aus Haithabu und Textilfunde aus dem Hafen von Haithabu.
Zum Wissenstand bezüglich der Hosen: Wir benutzen die Thorsberghose ohne Füsslinge, mein Mann zieht keine naalgebindeten Socken an (weil sie noch nicht fertig sind und im Sommer sowiso nicht), sondern steckt seine Füsslein brav in die Lederschuhe. Dann gibt es zwei Varianten der Beinwickel: a) entweder man zieht die Schuhe an und wickelt dann die Bänder bis zum Knie hoch, oder b) man befestigt das eine ende um die Füsse (gibt dann eh sowas wie einen Halbsocken) und geht dann bis zum Knie hoch, steckt die Füsse in die Schuhe und gut is.
Die Wickel dienten als Schutz vor allem vor Dornen und anderem Zeug im Unterholze würde ich sagen.
Im Winter kann man Socken oder Füsslinge aus naalgebindeten anziehen. (Kann man auch im Sommer - aber mir wäre das zu warm!)
Was trägt man unter der Hose?
Nun, das bleibt wohl jedem selbst überlassen, erstens siehts keiner - und zweitens muss es jeder mit seinem eigenen “a”-Gewissen ausmachen.
Zur Hosenlänge könntest Du mal bei www.vikingnet.de im Diskussionsorum unter “Gewandungen” nachschauen (S. 2, Thread “Kniebundhosen u. ä.”, Eintrag von Sylvia vom 27.8.03 und S. 4 Thread “Wickelgamaschen”).
steht glaub ich, dass das Bein bis unters Kie umwickelt war. Aber was war drunter Hose oder “nacktes” bein?Und wieso? Des mit den Socken oder Füßlingen würd mich auch intersieren.
Ich bin Morten und bin noh ganz neu in der scene! Aber weil ich gleich alles richtig machen will würde ich gerne mal fragen wie das nu mit den socken ist? Sin die damals mit gestrikten wollsocken rumgerannt oder wie ist das? Oder könnte es nicht sein dass das mit den hosen wie bei der brouche war? Einfach die “Füßlinge” mit annähen?
Also, was Du schon wieder denkst, Harald… *kopfschüttel*
Wenn Du auf einem event früh genug (bzw. früher als die Gesuchten) aufstehst, kannst Du mitbekommen, wie ein Wiki nach dem anderen gähnend aus seinem Zelt krabbelt, und da sich der gestreifte Pyjama noch nicht so wirklich durgesetzt hat, stehen die wackeren Krieger dann halt in der Unnerhos da, wischen sich die schlafverklebten ßugelein und hoffen, daß irgendjemand schon Kaffeewasser heißgemacht hat :-)))
nach meinen Informationen (die keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder hyper-A erheben) wurden Beinwickel noch Anfang des 20. Jhds. auf einigen Dörfern getragen und dienten v. a. als Gummistiefel-Ersatz, da man sich dann die eigentliche Hose auf dem Feld nicht so eingesaut hat. Ich weiß aber nicht, ob das 1:1 auf die Wikis übertragbar ist.
Und was das “Untendrunter” angeht: Wenn wir davon ausgehen, was die meisten (auch viele qualitativ gut ausgerüstete)Reenactor z. Zt. drunter tragen, dürfte “Slipform, blau, mit kleinen bunten Autos” nicht verkehrt sein :-)))
Da es hier um Beinbekeleidung von Wikingern geht wollte ich als neuer wissen wie des mit den Wadenwikeln ist. Sind die für die “erweiterung” für knielange Hosen oder nur als schutz, wärme oder änlichem da? Gibt es ausserdem einen unterschied bei der Kleidung für Erwachsene und 15 jährige?
ich hab neulich gehört, dass bei den Nordmännern auch Kurzehosen (bis knapp übers Knie) getragen wurden. Is da was dran? Wäre im Sommer oft nicht schlecht.
Ich habe mal eben die ISBN und den Rest zu dem Buch was Thorsten angesprochen hat rausgesucht. Also das Buch heißt:
Berichte über die Ausgrabungen in Haithau, Bericht 20, Die Textilfunde aus dem Hafen von Haithabu, von Inga Hägg, Herrausgegeben von Kurt Schietzel, erschienen im Wachholtz Verlag Neumünster und jetzt die ISBN 3 529 1920 8
Viele Einträge zu dem Thema gab es ja bisher leider nicht. Obwohl es ein Interessantes Thema ist. Das mit den Beinlingen bei Wikingern war mir z.B. neu.
Ich bin selbst Wikinger-Darsteller ca. 1000. Mich würde brennend Interessieren, ob jemand etwas genaueres über Unterkleidung unter der Hose weiß. Welche Unterhosen hatten die Wikinger?
Etwas über Bruchtücher (Dreieckstücher die untenherum umgebunden wurden) habe ich mal gehört, aber was dran ist, und ob es irgendwelche Belege gibt konnte ich nicht herausfinden. Ich wäre also über Einträge hierüber sehr Dankbar.
… als Sockenäquivalente gab es normalerweise entweder Füsslinge, d.h. quasi Strampelhöschen pder aber Naalbindingsocken. Versenlose Socken die in einer speziellen Rundstricktechnik gemacht wurden.
ich bin zwar kein direkter Wikinger-Darsteller doch kann ich Dir ein paar Tips geben.
Ein guter Anfang sind die Thorsberg-Funde, die zwar aus dem 5. Jhdt. stammen, jedoch wo einige frühe Hosenschnitte gefunden wurden, die auch einige Jahrhunderte später noch Gültigkeit haben.
Ich würde aber die “Socken” weglassen, da ich in der nordeuropäischen Mode keine ßquivalente gefunden habe. Ansonsten kann ich nur sagen, daß diese Art Hosen bequem wie eine Jogginghose ist.
Weiterhin sind in Birka und Haithabu Pluderhosen gefunden worden, die mit den Rus in Verbindung gebracht werden. wenn Du also nicht gerade einen Nordseefahrenden Wiki darstellen willst, wären die auch in der Darstellung möglich.
In Haithabu sind auch Fragmente von beinlingen gefunden worden (afaik Ende 10. Jhdt.), bei denen es möglich wäre, daß sie entweder zusätzlich zu den Hosen oder schon wie in der hochmittelalterlichen Mode in Verbindung mit einer Bruch getragen wurden.
Als Quellen empfehle ich die Fundberichte zu den Birkafunden von Geijer oder die Textilfunde in Haithabu (wobei ich von beidem gerade keine ISBN zur Hand habe).