Ich kann bei reißenden Bruchen nur die Thursfield-Bruche empfehlen. Durch die schlauchartige Konstruktionsweise kann da überhaupt nichts kaputt gehen. Ist bei mir jetzt einige Zeit im einsatz und endlich habe ich keine Probleme mehr mit den biestigen DIngern.
Bei mir reisst da nix. Es darf kein zu festes Leinen verwendet werden, es sollte weich und fliessend sein.
Dann ist es sinnvoll die Bruche soweit zu wickeln, daß der Schritt nicht zu weit nach unten hängt. Weiter ist es ratsam, das Mittelteil in der Mitte, vorn und hinten weitestgehend zusammenzuschieben. Dadurch gibt es einen “Akkordeoneffekt”, d.h die Materialmenge des Mittelteiles lagert in Falten zwischen den beinen, und wird bei Bedarf freigegeben…
Ich habe die gleichen Erfahrungen wie Claudia (bzw. Thorsten, ich glaube, die Bruche war nicht für Claudia ;-) und Alex gemacht. Die gerade geschnittene Bruche reißt (trotz ausreichender Größe, Kappnaht und festem Leinen) an genau der Naht in der Oberschenkelbeuge/Schritt.
Einen anderen Schnitt werde ich demnächst ausprobieren, vielleicht hilft’s.
Also die Erfahrung kann ich nicht teilen. Ich habe alle meine Brouchen nach dem Schnitt, sowie ein paar nach Stella Mary Newton; weder die eine, noch die andere reisst. allerdings nähe ich auch grundsätzlich Unterkleidung mit Kappnähten. Ich denke, wenn das reisst, dann war schlicht der Mittelteil zu klein (nicht: die Brouche nicht weit genug), oder die Naht zu schwach, je nachdem, wo es reisst.
Wohlgemerkt habe ich meine engen 14Jhd Brouchen ebenso genäht, und habe alles damit gemacht, was man denen nur zumuten kann; vom wandern, kämpfen, rumrollen, schwer arbeiten über reiten: alles.
Ich hab die Bänder auf einem Bild aus Italien gesehen. Aber im deutschen Raum bisher noch gar nicht. Deshalb habe ich noch keine für meinen Freund gemacht, obwohl es sicher sehr praktisch wäre.
Ein weiteres Problem, was er hat, ist daß die Bruche trotz beträchtlicher Weite immer direkt am Beinansatz einreißt. Das scheint daran zu liegen, daß sie immer unter Spannung steht, sobald er Beinlinge trägt. Beim Hinsetzen / Hinhocken krachts dann. Leider auch dann, wenn er sie hinten etwas aus den Beilingen rauszieht, um mehr Weite zu haben zum Hinhocken etc.
Wie macht ihr das? Es scheint ja ausreichend Leute zu geben, die das Problem nicht haben. Bei uns hat jetzt schon die zweite Bruche Risse und weiter kann man die nun _wirklich_ nicht mehr machen.
sicherlich “sackt” der Beinling nach und nach etwas nach unten, aber das hält sich doch stark in Grenzen.
Wenn man da so eitel ist, kann man(n) ja wieder etwas hochziehen und oben festschnüren.
Zu den Hinweisen: es gibt einige Bildwerke aus dem 13. Jh. die m.E. Kniebänder zeigen. Bspw. findet sich da etwas im Braunschweiger Dom. Ich habe die Bilder auf dem Rechner, ich kann nochmal nachschauen. Wenn du daran Interesse hast, kannst du mir ja mal ne Mail schreiben.
klar kenne auch ich den Trick mit dem schrägen Fadenverlauf (zusätzlich bin ich mit köprgebundenen stoffen bisher auch _noch_ besser gefahren, weil die sicht so stark ausbeulen).
Trotzdem bleibt es als eine Art Naturgesetz bestehen, dass jeder Beinling, der beim Anziehen hauteng und knackig saß, nach spätestens zwei Stunden Tragen unten im Schuh ‘rumlabbert.
Bei meiner Recherche zu diesen Kniebändern sind mir im 13. Jh. nur spärliche Hinweise untergekommen. Deshalb lasse ich sie mittlerweile weg. Im 14. Jh. scheinen diese Bänder dann häufig aufzutreten.
Ansonsten lassen sich Beinlinge mit dem richtigen Material und der entsprechenden Technik (schräg zum Fadenverlauf) hauteng schneidern. Die Frage ist, ob es immer notwendig ist. Es gibt Darstellungen, gerade von nicht so hochgestellten Personen, wo die Beinlinge recht “lapprig” aussehen…
Immer mal wieder sehe ich Leute, die ihre Beinlinge unter dem Knie mit einem Brettchengewebe- oder Lederriemen sichern, so, dass sie nicht herabrutschen und an den Wade schön hauteng sitzen sollen.
Als ich einmal recherchieren wollte, wie genau das im HoMi eigtl,. gemacht wurde, konnte ich dazu nichts finden.
Allerdings sind mir die Wadengarnituren aus der Völkerungswanderungszeit bekannt.
Daher beschlich mich die Frage: Kann es sein, dass einer derartige Sicherung gar nicht ‘A’ ist, sondern sich einfach, weil eben praktisch, von den Alamannen ins HoMi herübergeschlichen hat?
Und, wenn’s das nicht gab, saßen die Beinlinge bei Otto-Normal-Bürger dann gar nicht so schön straff wie Abbildungen verheißen?
Klar, es gab die Methode des Einnähens, aber die ist ja wohl relativ ausschließlich dem höfischen Umfeld zuzurechnen…