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Eintrag #1 vom 31. Mai. 2005 16:52 Uhr Michael Oeser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Michael Oeser eine Nachricht zu schreiben.

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Kennt jemand eine Adresse, wo man diese, oft in Fechtbüchern abgebildeten, engen Hosen mit Latz (inkl. “Hasenpfote”)und Bundschnürung sowie das dazugehörige Wams (oft mit nur angenestelten ßrmeln zu sehen) herbekommt, oder hat jemand Schnittmuster?
Habe bei meiner Googelei nix gefunden.
Hoffe, ich konnte mich halbwegs klar ausdrücken ;-)
pax vobiscum

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Eintrag #2 vom 31. Mai. 2005 17:34 Uhr Sandra Neuser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sandra Neuser eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
für Schnittmuster schau mal auf’s www.landsknechtsportal.de oder als Bezugsquelle bei www.mittelalter-zubehoer.de . Da habe ich erst letztens Hose, Wams und diverse Accesoires bestellt und bekommen und ich bin begeistert. Du musst ihm allerdings klarmachen, das Du Leinenfütterung willst, sonst knallt er Baumwolle rein.
Viele liebe Grüsse, Sanni

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Eintrag #3 vom 31. Mai. 2005 18:24 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Moin,
Die geschlossene spätmittelalterliche Hose, für die ich im übrigen keine Fechtbücher als Vorlage nehmen täte, spiegelt sich auch in den Alpirsbacher Kleiderfunden wieder; eine vermutlich knechtische, nicht angenestelte, früh-16Jhdliche (was für ein Wort) Leinenhose.
Machen täte ich sie aber aus _dehnbarer_ Wolle.
Finden tut man den Schnitt auch im Medieval Tailor’s Assistant, siehe hier:
www.ig-mim.de/buecher.php?searchString=tailor
Wamsschnitt, Form etc. sind aber regions-und zeitenspezifisch, Burgund wie Norddeutschland wie Süddeutschland wie Italien hatten andere Schnitte und Formen. Die Hose hatte keine “Bundschnürung” So du einen Tunnelzug meinst denn wurde vorne ebenfalls mit Nesteln geschlossen, soweit ich weiss.
Unbedingt multiple Gemälde aus verschiedenen Regionen angucken und vergleichen, bevor Du was nähst!
Gruss, Jens

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Eintrag #4 vom 01. Jun. 2005 00:13 Uhr Wolfgang Ritter  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolfgang Ritter eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Michael,
Sehr schön sind die Sachen von www.medievaldesign.com Ist allerdings nur italienische und flämische/burgundische Mode des 15. Jhdts., aber von der Qualität her hervorragend - nicht nur was die Kleidung angeht!
Michael Maucher hatte zumindest früher eine ganz brauchbare Spämi-Hose im Programm, wie es jetzt aussieht, weiß ich nicht. Link: handelsherr.com
Für süddeutsche Mode empfehle ich Dir den Artikel “Tracht des 15.Jhdt” bei www.landsknechtsportal.de
Generell empfehle ich Dir aber gerade wegen der Hose das Selbermachen, denn die 15.Jhdt Mode ist eng auf den Leib geschneidert und das gelingt am besten, wenn man/frau es selber macht. Insofern ist der schon zitierte “Medieval tailors assistent” schon empfehlenswert.
Von Wolf Zerkowski/Rolf Fuhrmann gibt es “Kleidung des Mittelalters selbst anfertigen”, nähere Infos auf der TV Startseite, ist vielleicht auch für das 15. Jhdt. was dabei.
Achja, beim Maßnehmen UNBEDINGT zu zweit arbeiten, denn alleine für eine Spämi-Hose abstecken/maßnehmen ist der pure Alptraum!
Zwecks Vorlagen-Studiums immer einen Besuch wert und auch nicht sooo weit weg von Bruchköbel ist das Frankfurter Städel. Auch unter www.wga.hu/index1.html gibt es viele gute Bildquellen. Einfach mal ein bisschen die Künstler abklappern….
Noch eines: (Zitat)“…das dazugehörige Wams (oft mit nur angenestelten ßrmeln zu sehen)”
Mich würden hier Deine Fundstellen wirklich interessieren, denn eigentlich kenne ich so gut wie keine Abbildungen von Wämser mit angenestelten ßrmeln. Meistens sind die ßrmel angenäht und nur im Achselbereich offen, zwecks besserer Beweglichkeit. Genau aus diesem Grund habe ich bislang davon abgesehen, mir eine “Cowboy-Weste” zu machen, obwohl ich jeden Sommer meine ßrmel verfluche….also wäre ich für Belege dankbar!
Grüße
Wolfgang Ritter

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Eintrag #5 vom 01. Jun. 2005 00:33 Uhr Wolfgang Ritter  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolfgang Ritter eine Nachricht zu schreiben.

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@Jens:
“Die geschlossene spätmittelalterliche Hose, für die ich im übrigen keine Fechtbücher als Vorlage nehmen täte….”
Was hast Du denn gegen die Hosen in den Fechtbüchern?
Talhoffer finde ich kleidungstechnisch ziemlich detailliert (und da ich Talhoffer eigentlich eher bescheiden finde, wenn es ums Fechtstudium geht, beweist das, wie uuunglaublich objektiv ich bin….muss mal kurz innehalten, Rührung und so…..so, fertig! Tschuldigung, wird allmählich spät)
Von Dürer ganz zu schweigen, auch wenn’s ein bisschen spät ist…
Und für die Südländer empfehle ich Fillipo Vadi, Arte Gladiatoria Dimicandi! Schön bunt und schnittig! Inklusive der Nestelschnüre!
Gruß,
Wolfgang
Wolfgang Ritter

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Eintrag #6 vom 01. Jun. 2005 09:06 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Gegen die Hosen in den Fechtbüchern habe ich an sich nichts, Wolfgang, nur ist ein Fechtbuch eben ein Fechtbuch und nur sehr bedingt tauglich für die Kleidungsrekonstruktion, in meinen Augen. Dafür gibt es sicher bessere Bildquellen.
Insbesondere sind da einige Stellen, nunja, anatomisch fragwürdig ;)
Medievaldesign btw. hat so seine Stärken und Schwächen- uneingeschränkt täte ich es nicht empfehlen. Herrn Maucher…naja…ich empfehle den Internet-Shop Thread ;)
Insgesamt würde ich sagen, selbermachen ist die beste Wahl, wenn es passen soll, und man nicht so richtig Geld für nen Schneider ausgeben soll, der vor Ort maßnimmt. Alles andere ist…schwierig ;)
Gruss, Jens

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Eintrag #7 vom 01. Jun. 2005 11:32 Uhr Michael Oeser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Michael Oeser eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Anatomisch fragwürdig...

Das ein Fechtbuch nicht perfekt zur Bekleidungsrekonstruktion taugt ist im Grunde klar, aber es war ja auch nur ein Anhaltspunkt, um klar zu machen, was ich meine (ist ja auch gelungen).
Aber was die “anatomische Fragwürdigkeit” angeht ist das wohl schon richtig. Zumindest habe ich in einem Buch über die Fugger gelesen, dass diese “hasenpfotenmanie” bei unseren medivalen Geschlechtsgenossen irgendwann derartige Formen annahm, dass man allzu mächtige Auswüchse sogar per Gesetz verboten hat.
@Wolfgang: das mit dem angenestelten ßrmel meine ich mal irgendwo gesehen zu haben, kann mich aber auch täuschen und es war nur die Optik des Achselbereichs, die mich verwirrt hat.
BTW hat jemand ne Ahnung, ab wann es eigentlich diese im Schritt geschlossenen Hosen gab - also waren die auch bereits gegen Ende des 14. aktuell?
pax vobiscum

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Eintrag #8 vom 01. Jun. 2005 11:54 Uhr Peter Dietl  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Peter Dietl eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
zu den geschlossenen Hosen habe ich folgendes:
also laut Ulrich Lehnart
“Kleidung & Waffen 1370 - 1420” kommen die gänzlich, dh. auch hinten geschlossenen Hosen Ende 14.Jhdt. im deutschen Raum zusammen mit den Ringpanzerhosen auf (Reibung von diesen Hosen zwischen Leinenbrouche und Ledersattel hätte sonst die Familienplanung innerhalb weniger Stunden durcheinandergebracht).
Schon um 1380 schon (im Codex Gelren (?)) vorne geschlossene Beinlinge gezeigt, diese entstehen mit den immer kürzeren Schecken (vgl. böhmischer Schnitt mit Dreieck vor dem Gemächt).
Hoffe, ich liege mit einer geschlossenen, aber im Bund ziemlich knappen Hose für 1420 nicht gänzlich falsch.
Peter von Teplitz

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Eintrag #9 vom 01. Jun. 2005 13:25 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Moin,
Geschlossene Hosen, gerade in Deutschland, kenne ich vor dem frühen 15ten (ca. 1420ger-30ger) nicht.
Der Argumentation vom Ulli in seinem Buch kann ich mich nicht anschliessen, dafür fehlen mir eindeutige bildliche Belege. Für breite Beinlinge gibts dafür jede Menge.
Gruss, Jens

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Eintrag #10 vom 25. Sep. 2006 15:21 Uhr Patrick (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Verschluss vorne an Wams - genestelt?

Hallo!
Ich habe ein Frage, die wohl in diesen Thread gut reinpasst. Ich stelle einen Söldner aus der ersten Hälfte des 15. Jhs. dar. Vor einiger Zeit, als ich noch wenig Zeit zum Nähen hatte, habe ich mir ein Wams bei Medievaldesign gekauft. Ist zugegebenermaßen nicht gerade der beste Laden, aber Schnitt und Material passten. Jetzt hab ich jedoch einige Zweifel bekommen, ob der Verschluss mit Nestelspitzen vorne auch historisch Korrekt ist, da ich bisher keine Belege dafür finden konnte. Alle Darstellungen, die ich eingesehen habe, sind geknöpft.
Das Wams sieht ungefähr so aus wie dieses, nur ohne Kragen und Puffärmel:
www.medievaldesign.com/farsetti/farsettolaccibig.jpg
Eine ähnliche Ausführung habe ich bei der Gilde von St. Olaf gesehen:
www.olofsgillet.org/images/olofsgillet_078.jpg
Kann mir vielleicht jemand eine Quelle für diese Verschlussart nennen? Ansonsten werde ich die Nestelschnüre vorne durch Stoffknöpfe ersetzen.
Gruß,
Patrick

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