Ich weiß zwar nicht wie es sich bei Turnierlanzen verhält, aber bei Kriegslanzen aus dem 15. Jh. sieht man zumeist einen Lanzenring, kurz hinter der Handhabe der Lanze, um die Waffe damit gegen den Rüsthaken zu pressen und so ein Durchrutschen zu verhindern (s. Hausbuch). Kann mir jemand sagen aus welchem Material dieser Lanzenring gefertigt war und wie er auf dem Lanzenschaft aufgebracht wurde?
Im 12. Jhdt. wurde meines Wissens nach das Turnier noch in seiner Ursprungsform ausgeführt - also eher manöverartige Kampfspiele. Gut kann man das z.B. bei der Biografie Guillaume de Marechal (William Marshal) nachlesen, der in der zweiten Hälfte des 12. Jhdts. sich durch Turniere und als “Pate” für den jungen Richard I. hocharbeitete. Es wurde zwar teilweise mit stumpfen Waffen gekämpft, doch sind mir “Krönchen” erst aus dem 14. Jhdt. bekannt, kann mich da aber irren.
Gute Quelle zum Thema: “Das ritterliche Turnier im Mittelalter ” von Fleckenstein, Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht 1985.
Das Middelaldercentret in Nykobing Falster organisiert regelmäßige Turniere, die haben sich sicherlich eingehend mit dem Thema außeinandergesetzt, ich würd dort mal nachfragen:
Eigentlich schade, dass zu diesem Thema so wenig Resonanz erfolgt. Auch ich habe Interesse am möglichst authentischen Nachbau von Turnierlanzen und habe bisher nahezu nichts gefunden. Kann mir z.B. nicht vorstellen, dass die metallenen “Krönchen” der Turnierlanzen niemals (?) bei irgendwelchen Ausgrabungen gefunden wurden - doch Hinweise darauf konnte ich bisher nicht entdecken.
Kann mir hier jemand Funde (am Besten natürlich mit Quellenangabe) nennen von Turnierlanzen (Angaben zur Holzart, Durchmesser, Länge, Gewicht, Form, auch Form, Material und Größe der Krönchen)?
Oder sind einem hier vielleicht sogar Bezugsquellen für diese Materialien bekannt?
Sollten es keine Krönchen zu kaufen geben, könnte ich mir vorstellen, diese auch selbst zu fertigen, vielleicht aus einem dickwandigen Stück Eisenrohr in der entsprechenden Stärke - gibt es dazu Anregungen oder Vorschläge?
Beim Schaft könnte ich mir vorstellen, dass evtl. das Holz zur besseren Stabilität komprimiert wurde (Druck bei feuchter Wärme).
die Esche ist eigentlich keine explizit geschützte Baumart. Was nicht bedeutet das sie von jedermann gefällt oder beschnitten werden darf. Genaue Auskunft über generell geschützte Gehölze geben die regionalen Baumschutzverordnungen. Diese finden sich in den Landesnaturschutzgesetzten. In der Regel sind alle Bäume ab 60 cm Stammumfang geschützt. Nach unten abweichende Regelungen gibt es bei einigen Arten (z.Bsp. auch die Eibe, ab 30cm ). Für jede Manipulation am lebenden Baum, mit oben genannten Kriterien, bedarf es einer amtlichen Genehmigung.
Diese Genehmigung ist oft mit saftigen Auflagen (Erstazmaßnahmen) verbunden. Also nicht erwischen lassen, oder Totholz sammeln ;o).
Ansonsten ist Esche sehr gut wegen ihrer Elastizität und ihres geringen Gewichtes geeignet.
schließe mich der frage nach dem holz an… allerdings steht ja esche soweit ich weiß unter naturschutz, was für ein holz könntet ihr also noch empfehlen?
ich möchte mir eine Rolandlanze bauen und benötige noch ein par Informationen dazu. Wie lang, weches Holz, usw. kann mir bei diesem Problem jemand helfen?