Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Bewaffnung Kaufmann ca. 1240 auf Reisen/in der Stadt

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Eintrag #1 vom 02. Jul. 2003 21:26 Uhr Stefan Breu  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Breu eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ich hätte da eine Frage ... (so fangen viele an)

also auch ich,
zuerst mal Dank an Tempus-Vivit, die Tipps und Threads haben schon oft geholfen …
was trug ein Kaufmann in der o.b. Zeit an Waffen?
Schwert? Schild? Dolch?
könnt ihr mir helfen …
mit freundlichen Grüssen Stefan

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Eintrag #3 vom 08. Jul. 2003 22:15 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Liegt vielleicht an...

..der etwas vagen Frage…
Zuerst mal trug ein Kaufmann um 1240 wahrscheinlich keine Waffen.
Wieso auch, Wildwest war später und die ewige Rumrennerei unter Waffen finden wahrscheinlich nur heute so viele schick.
Zum Thema Entwicklung des Dolches gibts nen schönen Threat, der sollte dir in Bezug dahin weiterhelfen.
Bleibt noch die gern genommen ‘Ausnahme’ der Mensch auf Reisen.
Naja, ein Kaufmann der was auf sich hielt hatte seine Leute dabei.
Ansonsten ist je nach Vermögen die ganze Palette an zivil genutzten Waffen denkbar.
Tschulkdige, wenn das jetzt blöd klingt und dir nicht weiterhilft, aber die Frage hat so viel Potential wie “Welches Auto fuhr ein Bänker im 20. Jhd.?”
Gruß, Ivain

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Eintrag #4 vom 09. Jul. 2003 08:12 Uhr Stefan Breu  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Breu eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht so ganz sehe ich das leider nicht ...

Hallo ivain,
erst mal danke für deine Antwort. Um es vorwegzunehmen, ich bin nicht bestrebt mir das ganze Waffenarsenal zuzulegen welches damals möglich war, ebenso bin ich nicht am rumgefuchtel (negative bezeichnung) oder am Schaukampf (positive bezeichnung) interessiert.
Mir geht es einzig darum, was für Bewaffnung besass/trug ein Fernhandelskaufmann im Zeitraum 1280 aus der Gegend Mitteldeutschlands. Handelsbeziehungen soll er mit Italien/ Frankreich/ Belgien pflegen. Falls ich das nicht in meinem ersten Beitrag so deutlich rüberbringen konnte, möchte ich es hiermit nachholen.
In dieser Zeit war es durchaus üblich dass der Kaufmann selber noch auf Kauffahrt ging, das Sesshaftwerden setzte sich meines Wissens erst Ende des 14. Jahrhunderts durch.
Weiterhin wurde ein Kaufmann /als freier Bürger einer Stadt) im Ernstfall zur Stadtverteidigung herangezogen, es ist für mich also irgendiwe logisch dass derselbige auch eine eigene Grundbewaffnung besessen hat. Dass er damit an einem normalem Arbeitstag in seiner Stadt nicht rumgelaufen ist, ist mir eigentlich selbst klar.
Mir stellt sich jetzt immer noch die Frage, trug er Schwert (besser wahrscheinlich Falchion), dazu einen Rundschild und Dolch? Ich kann mir auch nicht so einfach vorstellen dass ein Kaufmann sich nur auf seine Knechte verlassen hat, wenn ja wie waren diese dann bewaffnet, der Kreis schliesst sich also für mich wieder. Mir geht es nicht (!!!) um ein vordergründiges Suchen nach Waffen welche ich auf MA-Märkten oder Treffen tragen oder vorzeigen will, genauso geht es mir nicht um das Klingenkreuzen.
Die mir bekannten Quellen in Bild als auch Textform schweigen sich leider dazu aus, ich besitze auch nicht die beste Bibliothek, das Inet kann mir bisher auch nicht weiterhelfen, deshalb stellte ich hier diese Frage.
Ich könnte es mir auch einfach machen und einfach festlegen: Schwert (*Ironie an* am besten noch ein 15.Jh. Flamberge-Bidenhänder (weil der gleichzeitig durch seine Länge als Doppelelle benutzt werden konnte)*Ironie aus*), unbedingt einen riesen Schild, Bogen oder Armbrust, Dolch, Kettenpanzer, Panzerhandschuhe, Beinlinge, Gambeson etc. Achja, die Lanze fehlte noch (trotz ohne Pferd)
Wenn ich das gewollt hätte, wäre ich Ritter geworden, da hätte ich mir auch nicht mehr soviel Mühe mit der Suchen von Infos machen müssen … (ohne damit jetzt sagen zu wollen dass es für Ritter einfache und allgemeingültige Strickmuster oder Ausrüstungsliste gäbe)
p.s. wenn mir in 700 Jahren jemand die Frage stellen würde, was ein Bänker für ein Auto gefahren haben würde, würde ich auch anfangen zu recherchieren, was für Autos gab es, wie waren die Vermögensverhältnisse, gab es regionale Zwänge (deutsche Autos in Deutschland) etc.
Und auch dann würde ich notfalls in Medien die mir zur Verfügung stehen um Beistand zur Lösung bitten, falls meine Recherchen im Sande verlaufen oder ich mich anfange im Kreis zu drehen.
Auch wenn der Beitrag etwas länger als geplant wurde, verabschiede ich mich mit freundlichen Grüssen für heute, Stefan

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Eintrag #7 vom 09. Jul. 2003 08:53 Uhr Ulrich Busse  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ulrich Busse eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kaufmann

Ich neige dazu, Ivains Ansicht zu teilen.
Dass ein Kaufmann an seinem Wohnort zur Stadtverteidigung herangezogen wurde, halte ich für eher unwahrscheinlich. Die Kaufleute gehörten eher zu denen, die herangezogen haben, weil sie den “Pool” für die Besetzung der Stadträte bildeten (Ratmannen). Sicher ist nicht auszuschließen, dass auch mal einer selbst zur Armbrust gegriffen hat, typisch war das kaum. Solange genug dienstbare und dienstpflichtige Menschen in der Stadt waren, wurden die Verteidiger je nach Größe der Stadt eher nicht aus der städtischen High Society rekrutiert.
Was die Reiseverteidigung angeht, also für Schwert und Schild als Kaufmannsbewaffnung habe ich auch bisher keine Anhaltspunkte. Im 13. Jhd. wurden auch nicht alle Nasen lang Kaufleute überfallen.
Wie Ivain schon sagte, waffenfähiges ziviles Werkzeug bei des Kaufmanns Knechten, vielleicht auch der eine oder andere Spieß.
Für eine Kaufmannsdarstellung halte ich die Frage der Bewaffnung für vernachlässigbar …
Beste Grüße von der Spree
Ulli

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Eintrag #8 vom 09. Jul. 2003 08:54 Uhr Mike Wendl  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mike Wendl eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ritter aufwändiger als Kaufmann?

Hallo Stefan!
Du kannst Dich gleich davon verabschieden - überleg Dir das mit nem Kaufmann seeeehr gut - ich weiss wovon ich spreche..
Ich baue seit 2 Jahren an nem Kaufmann 1300 Süddeutsch und die Kerle waren reich - richtig reich….
Wenns günstig sein soll mach lieber nen Adligen… kommst besser weg.
Ansonsten mail mich mal an - evtl kann ich Dir ein paar Literaturtipps geben
Lui

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Eintrag #9 vom 09. Jul. 2003 09:54 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht reich?

Kaufmann, zwar nicht meine Zeit, aber mein Thema…
Zunächst war wohl nicht jeder Kaufmann reich.
(Glaubt mir, ich stelle im frühen 21. Jahrhundert einen Kaufmann da und bin nicht reich und fahre einen 12 Jahre alten Golf)
Vielleicht solltest Du Dir überlegen, was Du verkaufst und in welcher Position.
Wenn Du Fugger heißt bekommst Du langfristig ein Problem mit einer glaubhaften Darstellung. ;-)
Aber sicher weißt Du schon, ob Du selbständig bist oder ein Beauftragter. Ob Du mit Luxusgütern handelst oder mit Alltagsgegenständen.
Demnach würde ich meine Ausrüstung bestimmen. Als Tuch oder Geschmeidehändler könnte ich mir schon das tragen eines Dolches vorstellen, aber immer und überall, Schwert oder und Wappenschild auf alle Fälle nicht. Wenn Du auf Reisen eine Fuhrmannschaft dirigieren solltest,
käme eventuell ein Ger und ein “veraltetes” Rundschild dazu, aber eher hinten auf dem Wagen, besser wäre eine Stock zum antreiben (..der Ochsen vor dem Wagen, nicht auf…) Beachte, dass Du am besten vorankommst, wenn Du ein friedlichen Eindruck machst und mit dem Einverständnis des örtlichen “Warlords” handelst.
Das sind eher ßberlegungen und ich kann es nicht bezeugen, das es so war.
In meiner Zeit (955 n.Chr.) kenne ich viele Funde von Halbfabrikaten (teilweise beim Transport verloren gegangen, in der Ostsee) und Theorien über Manufakturen, welche mich zum Schluß kommen lassen, das es schon damals Handelverbindungen gab und diese vom Kaufmann eine Spezialisierung verlangten, wie Logistik oder Vertrieb.
Gruß
sascha.klauss.bei.t-online.de

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Eintrag #10 vom 09. Jul. 2003 09:58 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht So wird das doch schon klarer.

Die Wehrpflicht des Mittelalters Jetzt Gut, jetzt ist klar, wo die Frage hinsoll, damit kann man arbeiten.
Zum Thema Knechte und Waffendienst…
Wehr- und damit verbundenen Wachdienst selber - mit einer dem Besitz entsprechenden Ausrüstung - zu leisten, oder aber diese Ausrüstung einem bezahlten Dienstmann zu stellen, der den Dienst dann übernimmt.
Leider habe ich für Städte um 1240 keine Quellen, aber ab 1300 gehörte zur Ausrüstung eines Zunfthandwerkers eine volle Infantrierüstung.
Kette, Gambeson, Haube, Helm, Spieß, Schild, Schwert.
Die Kaufleute und anderen reichen Bürger stellten z.B. in Straßburg die “Constofles” Bürgerliche mit Kampfausrüstung und Taktik eines Ritters. (Der entsprechende Text schweigt sich bei der Datierung leider aus, redet in Straßburg aber allgemein von der Zeit ab 1230)
Die meisten Quellen zu Rüst und Wehrpflicht in Städten findet man allerdings erst ab 1300, aber vielleicht hilft dir das schnomal weiter.
Gruß, Ivain

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