Eintrag #2 vom 14. Aug. 2003 19:30 Uhr
Harald Maußner
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Tach,
Also ich hab folgendes in einer Abhandlung über die Nürnberger Kleiderordnung des Spätmittelalters gefunden:
“Viele der im 14. und 15. Jahrhundert allgemein üblichen männlichen Kopfbedeckungen waren schon lange Zeit vorher bekannt. So z.B. das ”Schapel“, ein Kranz oder Stirnreifen, der aus natürlichen Blumen gefertigt werden konnte, meist aber aus metal oder kostbarem Stoff bestand und dabei häufig mit allerlei Ornamenten und Schmuksteinen verziert war. Die Tradition dieser Kopfbedeckung ließe sich beliebig über den mittelalterlichen Kornreif bis hin zum Lorbeerblatkranz der Römer zurückverfolgen. Schon immer galt das bekränzte Haupt des Mannes als Symbol des Erfolges, ja sogar des Sieges, das ihm besondere Auszeichnung und damit zugleich Würde verlieh. Deshalb wurden Kränze und Stirnreife über lange Zeit hinweg von Männern zu festlichen Anlässen getragen; in Nürnberg bis ins 17. Jahrhundert hinein….”
Julia Lehner, “Die Mode im alten Nürnberg” in Nürnberger Werkstücke zur Stadt und Landesgeschichte.
Weiter wird noch ausgeführt, daß zu kostbare Kränze vom Rat der Stadt Nürnberg wegen der Verschwendungssucht verboten wurden.
Demnach denke ich, daß eine Hochzeit durchaus ein Fest war auf dem der Mann solche Kränze trug.
= Realismus
Oder es soll vom Künstler des Buches als Symbol abgebildet sein, daß die Männer mit Kranz erfolgreiche dynamische Typen sind, der eine Frau nicht abgeneigt war. Denn der Kranz soll ja Erfolg darstellen.
=Symbolismus
Wie auch immer, fest steht, getragen wurden sie. Ich denke zu festlichen Anlässen leuchtete mir das bei jungen Männern ein.
Bei älteren, gesetzteren Männeren, wie mir, ohne Haare, wohl eher nicht - das schaut bestimmt scheiße aus.
Aber wenn die Haartracht paßt, schaut das schon schnittig aus, muß ich sagen.
Gruß Harry
