Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Blättergranz beim Bräutigam??? - Hausbuch - 15 Jahhundert

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Eintrag #1 vom 14. Aug. 2003 14:32 Uhr Juni (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Juni eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Was ist das für ein Kranz?

Im Hausbuch sind sehr oft Männer mit Blätterkränzen auf dem Kopf zu sehen, und dabei steht immer eine Dame die eine Gugel trägt. Diese Beobachtung lässt sich aber nicht nur im Hausbuch machen, sondern auch in anderen Quellen sieht man diese Abbildungen (z.B. “Die Frau im Mittelalter” sieht man ein Doppelporte eines Paare, er trägt einen solchen Kranz und sie steckt ihm eine goldene Spannge an das Ende der Gugel welche er auf der Schulter liegen hat). Mir stellt sich die Frage, ob dies ein Bräutigam ist, oder ob das Paar verlobt ist oder ob das eine Art Hochzeitstradition ist.
Ich hab da mal ein bischen nachgefoscht und bin dabei auf ein Hochzeitsritual heidnischen Ursprunngs gestoßen, bei dem der Mann (also in diesem Fall das männliche Prinzip der Natur) als “der herr der grünen Wälder” mit einem Eichenkarnz auf dem Haupt dargestellt wird. Dabei kann ich allerdings nicht sagen welche Art Kränze die Männer in den Abbildungen tragen (ich meine damit das material aus dem die Kränze geflochten sind). Hat jemand zu diesem Brauchtum nähere Informationen oder einen weiteren Hinweis um dem ganzen auf die Spur zu kommen?
Vielen Dank Juni

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Eintrag #2 vom 14. Aug. 2003 19:30 Uhr Harald Maußner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Harald Maußner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Haarkranz

Tach,
Also ich hab folgendes in einer Abhandlung über die Nürnberger Kleiderordnung des Spätmittelalters gefunden:
“Viele der im 14. und 15. Jahrhundert allgemein üblichen männlichen Kopfbedeckungen waren schon lange Zeit vorher bekannt. So z.B. das ”Schapel“, ein Kranz oder Stirnreifen, der aus natürlichen Blumen gefertigt werden konnte, meist aber aus metal oder kostbarem Stoff bestand und dabei häufig mit allerlei Ornamenten und Schmuksteinen verziert war. Die Tradition dieser Kopfbedeckung ließe sich beliebig über den mittelalterlichen Kornreif bis hin zum Lorbeerblatkranz der Römer zurückverfolgen. Schon immer galt das bekränzte Haupt des Mannes als Symbol des Erfolges, ja sogar des Sieges, das ihm besondere Auszeichnung und damit zugleich Würde verlieh. Deshalb wurden Kränze und Stirnreife über lange Zeit hinweg von Männern zu festlichen Anlässen getragen; in Nürnberg bis ins 17. Jahrhundert hinein….”
Julia Lehner, “Die Mode im alten Nürnberg” in Nürnberger Werkstücke zur Stadt und Landesgeschichte.
Weiter wird noch ausgeführt, daß zu kostbare Kränze vom Rat der Stadt Nürnberg wegen der Verschwendungssucht verboten wurden.
Demnach denke ich, daß eine Hochzeit durchaus ein Fest war auf dem der Mann solche Kränze trug.
= Realismus
Oder es soll vom Künstler des Buches als Symbol abgebildet sein, daß die Männer mit Kranz erfolgreiche dynamische Typen sind, der eine Frau nicht abgeneigt war. Denn der Kranz soll ja Erfolg darstellen.
=Symbolismus
Wie auch immer, fest steht, getragen wurden sie. Ich denke zu festlichen Anlässen leuchtete mir das bei jungen Männern ein.
Bei älteren, gesetzteren Männeren, wie mir, ohne Haare, wohl eher nicht - das schaut bestimmt scheiße aus.
Aber wenn die Haartracht paßt, schaut das schon schnittig aus, muß ich sagen.
Gruß Harry

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