Ich wußte schon mal garnicht, daß es verschiedene Wachse für verschieden Formen gibt und daß man Wachs auch Feilen kann (ohne, daß sich die Feile zusetzt).
Bisher habe ich meine Versuche (Bügel von Gürtelschnallen) in Kerzenwachs ausgeführt. Dabei ergaben sich wie gesagt folgende Probleme:
1) Ich habe mit den Fingern eine Schnalle “modelliert”. Das hatte zur Folge, daß sie recht ungleichmaßig war und der Wachs beim erhärten auch leicht brüchig wurde.
2) Ich habe mir eine Wachsplatte erstellt, etwas dicker, wie die letztliche Schnalle. Dann mit Zirkel eine gleichmäßige Form “aufgekratzt”. Diese habe ich danach mit Messer, Nadeln, kleinen Spachteln ausgearbeitet. Da ich aber keine scharfen Kanten haben wollte, habe ich diese mit einem Messer abgeschabt. Nur sind diese Schabspuren noch sichtbar, das meinte ich mit Kanten.
Letztlich habe ich diese “Kanten” noch versucht abzuflämmen, soll heißen, ich bin mit ner FLamme kurz drübergegangen, allerdings hat das auch nicht den gewünschten Effekt gehabt…
Vielleicht liegt es auch nur an meinem Anspruch, ich weiß es nicht, aber ich finde meine Modelle noch nicht so gelungen…
Gruß, Micha
Achso: Hat vielleicht einer eine Ahnung, wie man bronze erzeugt, die nicht so spröde ist? Das war bei meinen bisherigen Versuchen nämlich auch der Fall…
Welches Wachs sich am besten eignet, hängt stark davon ab, wie das fertige Stück aussehen soll:
Möchte man gerne stark “hinterschnittene” Modelle wie etwa kleine Plastiken o.ä. herstellen, werden meist weiche, modellier- und knetbare Wachse verwendet.
Für “technische” Formen, wie eben besagte Schließen, eignen sich eher harte Wachse. diese können teilweise ganz ähnlich wie Holz oder Metall bearbeitet werden (Sägen, Bohren und sogar Feilen).
So lassen sich präzise Wachsmodelle eigentlich am einfachsten herstellen.
Die verschiedenen Wachse gibt´s bei der Karl Fischer GmbH in Pforzheim.
Eigentlich kann man aber auch gewöhnliches Kerzenwachs verwenden. Als weiche, knetbare Variante kommt Bienenwachs in Frage.
Reproduzierbarkeit von Wachsmodellen:
Das Wachsausschmelzverfahren mit seiner “verlorenen Form” ist, wie der Name schon andeutet, EIGENTLICH weder besonders wirtschaftlich, noch für große Serien geeignet.
Heute wird deshalb meist ein Abdruck aus Silikon vom ursprünglichen Wachsmodell gemacht, also eine eigene Form, mit der dann auch hinterschnittige Wachsmodelle dank der Dehnbarkeit des Silicons gegossen werden können.
So werden mit diesem Verfahren heute Serien von mehreren tausend Teilen, besonders im Schmuckgewerbe, hergestellt.
Richtig:
“Früher” gab es kein Silicon…
Deshalb wurden wenn möglich wenig hinterschnittige Formen (z.B. bei Bügelfibeln) gewählt, diese zunächst in Blei gegossen (oder gleich in Blei geschmiedet) und die eigentlichen Formen wurden zweiteilig mit Hilfe des Bleimodelles erstellt.
Eine solche Form, kann zwar auch nicht oft (meist nur einmal) verwendet werden, sie ist aber, dank des Bleimodelles, reproduzierbar.
Griffe von Bronzeschwertern wurden teilweise in den bekannten Sandsteinformen, teilweise aber sogar in Bronzeformen gegossen, die heutigen Industrieell gefertigten Stahlformen in nichts nachstehen.
Für hinterschnittene Formen bleibt natürlich nach wie vor nur die verlorene Form.
Was für “Kanten” bleiben denn bei Deinen Versuchen sichtbar, und in welchem Verfahren hast Du´s bisher probiert?
Vielleicht kann ich als Außenstehender (bin Schmied, kein Gießer) noch ein paar Tips geben.
vor dem Guß kommt das Modell, deswegen interessiert mich nun ersteinmal, wie man ein solches am besten herstellen kann.
Wenn man nicht gerade auf Massenproduktion aus ist, sondern auf Einzelstücke, ist die Methode der verlorenen Form (hieß doch so?) wohl die beste.
Jetzt Stellt sich mir jedoch die Frage, wie man ein Wachsmodel am besten modellieren kann, abgesehen vom künstlerischen Können, welches mit Sicherheit ja auch noch eine Rolle beim Ergebnis spielt.
Ich habe bereits mehrmals versucht, das Modell einer Gürtelschnalle herzustellen, jedoch bin ich mit den Ergebnissen nie richtig zufrieden gewesen. Zum einen bekomme ich keine Gleichmäßige Form hin und zum anderen ist die Form nicht sauber, soll heißen, es sind immer Kanten sichtbar.
Jetzt mag das wie geasagt auch an meinem künstllerischen Können liegen, aber wie bearbeitet man einen “Klumpen Wachs” Mit Messer und Stechbeitel oder mit heißen Werkzeugen? Muß der Wachs noch warm, also verformbar, oder eher hart und spröde sein?
Wer damit Erfahrung hat, möge Sie der Gemeinschaft (und mir :-) doch bitte hier Kund tun.
Im Prinzip kann ich meinem Vorredner nur zustimmen; will aber noch etwas ergänzen.
Ich denke, das ein weiter Grund dafür ist, das auf Märkten nicht gegossen wird, daß kaum jemand nur “Gießen” wird.
Was bringt mir ein auf einer Veranstaltung erstellter Abguß von z.B. einem Gürtelbogen (sei es in Sand- oder Verlorene Form Guß), wenn ich den Rest nicht auch noch herstellen kann.
Das wäre zwar kein Muß - aber sinnvoll, wenn ich ein Handwerk darstellen will.
Und dann kommt nur der Goldschmied in Frage - von reinen “Gießern” habe ich nie gehört.
Wenn ich nun einen Goldschmied darstelle, dann habe ich folgende Probleme:
Alle Belege, die Ich über diesen Beruf kenne (und das sind erstaunlich gute) beschreiben den Beruf immer in Verbindung mit Werkzeugen, die größten Teils in eine feste Werkstatt integriert sind und daher nicht transportabel (ich sach nur “Ofen” ;o)).
Außerdem sind die Werkzeuge zahlreich und aufwendig in der Herstellung.
So ist es beim Schmied mit wenigen Hämmern, einem Amboß und einem Kohlefeuer provisorisch erstmals erledigt. Das reicht beim Goldschmied bei weitem nicht.
Außerdem sind die meisten Schmiedewerkzeuge heute noch den alten sehr ähnlich.
Goldschmiedewerkzeuge hingegen haben sich weiterentwickelt. Feilen, Punzen, Zangen, ßfen - all das sieht einfach heute nicht mehr so aus, wie vor 900 Jahren.
Langer Rede kurzer Sinn:
Ich glaube, daß der Hauptgrund für die mangelnde Darstellung von “Schmuckherstellern” auf Märkten darin liegt, das es einfach sehr aufwendig ist.
Auch ist eine solche Darstellung ansich kaum “A”, da Goldschmiede kaum herumgereist sind - eben aus oben genannten Grund.
Das ist aber, wie gesagt, eine Vermutung! Ich habe keinen Beleg dafür, aber auch keinen dagegen. Wenn ich Blödsinn gesagt habe, berichtigt mich. Ansonsten kann mir gerne jeder ne Mail schreiben, der wissen will, woher ich meine Belege beziehe.
Vor allem aber ist sauberer Bronzeguß eine sehr aufwendige und schwierige Angelegenheit…
Jeder kann sich auf den Markt stellen, ein Stück Eisen heiß machen und darauf rumklopfen…was für´s Auge ist das auf jeden Fall und die Qualität kann kaum jemand überprüfen.
Beim Gießen dagegen sieht auch der Laie sofort, ob´s jemand kann oder nicht.
Um auf einer Veranstaltung gute und historisch halbwegs korrekte Güsse zeigen zu können, bedarf es viel Efahrung und Vorbereitung! Die Modelle müssen erstellt oder organisiert werden (hier gibt´s durchaus auch rechtliche Probleme, die aber, solange keine Großserien produziert werden, im Hintergrund stehen).
Dann müssen Formen hergestellt werden, die einige Tage Zeit brauchen, um zu trocknen. Um Fertige Teile (Sprich: sauber nachgearbeitete und gebrauchsfähige Stücke) Auf dem Markt zeigen zu können, müßten diese ebenfalls vorbereitet werden, da sonst die Zeit, die zur Verfügung steht, nicht ausreichen würde.
Alles in allem eben ein riesen Aufwand.
Hinzu kommt noch, das ich zur zeit kaum jemanden kenne, der die ersten Versuche nicht recht bald aufgegeben hat. Nicht einmal moderne Gießereien sind zum größten Teil in der Lage, saubere Güsse zu liefern (mir völlig unverständlicher Weise).
Als Anfänger blamiert man sich recht schnell, weil´s nicht klappen will. Man sollte eben vorher schonmal ein Buch drüber gelesen und auch mal mit jemandem gesprochen haben, der sich mit sowas auskennt. Schade, daß das beim Schmieden nicht genauso offensichtlich ist, bei manchen “Schmieden” kräuseln sich einem die Fußnägel…
Schön, das Du die Sache mit der Umwelt ansprichst:
Das ist zwar tatsächlich ein Problem, da schon allein die oft verwendete Steinkohle (Holzkohle aber auch) recht bedenkliche Rückstände hinterlassen kann, von den diversen Schwermetallen ganz zu schweigen. Ist aber in dem doch recht geringen Maße, wie wir es auf Märkten treiben können nich´ soooo grausig.
Da sollte man sich eher mit den Nachbarn und der Feuerwehr absprechen.
Noch ein paar Takte zur Rechtslage:
Einfach irgend ein vorhandenes, gekauftes Stück abzugießen, ist in den meisten Fällen schlicht nicht erlaubt. Meistens kostet eine entsprechende Erlaubnis Geld, oft aber auch nicht…Fragen sollte man aber auf jeden Fall, damit keine Mißverständnisse entstehen.
Das erstellen eigener Modelle, was sowiso schöner ist, ist allerdings sehr aufwendig und ein Guß ist nur selten besser, als das Modell…
Schöne Funde aus dem HMA gibt es nur wenige, und leider weigern sich die meisten Museen beharrlich, Stücke für Reproduktionen freizugeben.
Kommt Zeit, kommt Guß!
Es sind meines Wissens nach einige am “üben”, die den Aufwand und die Fehlversuche nicht scheuen und sehr wahrscheinlich in ein paar Jahren auch auf Veranstaltungen das Handwerk des Bronzegießers sinnvoll und anschaulich zeigen können.
Einige sehr hoffnungsvolle Ansätze habe ich bereits gesehen.
Die mangelnde Auswahl an Bronze-Gerät (Fibeln, Schnallen,…) gerade für das HMA wurde bereits mehrfach beklagt. Bronzeguß im Lager, und auch Glasperlen-Fertigung, habe ich aber erst ein einziges Mal gesehen. Schmiede gibt es dagegen viele.
Ausreichende Temperaturen können erzeugt werden. An Ausstattung braucht es nicht mehr als auch für eine brauchbare Schmiede. Daran kann es wohl nicht liegen.
Das Verfahren der Giesskunst ist sicher bekannt, eventuelle Diskussionen dazu bitte in passende Threads.
Replizierbare Funde etc. sind ausreichend vorhanden.
Woran liegt das also ? Welche Probleme gibt es möglicherweise noch ? Hat schon jemand konkret Bekanntschaft mit diesen Problemen gemacht ?
Gibt es Vorschriften (z.B. Immisionsschutzgesetz), die der Darstellung/Ausübung solcher Handwerke entgegenstehen oder besonders berücksichtigt werden müßten ?
Ausnahme-Regeln für “Darstellungen”, analog “Sportwaffen-und Brauchtums-Paragraph” bei Schaukampf-Gerät ?
Dass man Buntmetall-Schlacke nicht in die Rosenbeete entsorgt und Nachbarn selten Holzkohlen-Rauch mögen, ist klar. Flüssiges Metall ist nicht ungefährlich.
Aber - sonst ?
Meine Frage gilt für alle “thermischen” und/oder “chemischen” Prozesse, also Gußverfahren (Bronze, Zinn), Glasperlen, Birkenpech-Herstellung usw., die ggfs. “umweltschädlich” sein könnten oder verwandte Probleme aufwerfen könnten.