Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Bundschuhe im Mittelalter

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Eintrag #1 vom 25. Aug. 2008 10:08 Uhr Sissi (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Sissi eine Nachricht zu schreiben.

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So, jetzt muss ich aber doch mal fragen: Als ich anfing mit auf Märkte zu gehen und mich damals von Fantasy Richtung GroMi entwickelte erklärte mir jeder, dass es ein Faupax sein bei einer Mittelalterdarstellung Bundschuhe zu tragen - “is was für Kelten und Römer..”
Nun habe ich mir zur Recherche meiner Darstellung (landsässisch- Region Donnersberg-um 1250) das Buch “Bauern im Mittelalter” von Werner Rösener gekauft und lese dort sehr interessiert:
“…; die Bauern aber trugen in der Regel weiterhin einfache Fußlappen, Holzschuhe oder Bundschuhe. Vorallem der Bundschuh, der vor dem großen Bauernkrieg von 1525 ein weitverbreuitetes Symbol für revoklutionäre Bauernbewegung war, blieb bei der großen Masse der bäuerlichen Bevölkerung allgemein in Gebrauch. Es handelt sich dabei um eine Schuhform, die aus Rindleder hergestellt und durch Bänder zusammengehalten wurde; als Bänder diehnten Schnüre oder Riemen, die durch besondere, auf der Oberfläche des Schuhs angebrachte Lederstreifen gezogen wurden.”
Wie seht Ihr das? Durch die Beschreibung vermute ich, dass diese Bundschuhe anders ausgesehen haben, als jene, die ich mir heute unter Bundschuhe vorstelle, allerdings dürften doch diese damals auch nicht genäht worden sein, sonst wären es ja keine Bund- sondern Wendegenähte Schuhe, oder? Aber wie sahen diese Bundschuhe denn aus? Wer hat weitere Quellen?
Fragen über Fragen….

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Eintrag #2 vom 25. Aug. 2008 11:22 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Wenn Du Dir die zeitgenössischen Bilder, die auch die Bundschuh-Fahne zeigen ansiehst, dann wirst Du sehen, dass es sich um einen “normalen” Schuh handelt. Die Abbildungen, die ich im Kopf habe - z.B.
www.vl-museen.de/aus-rez/pix/lembke0201.gif
www.eichfelder.de/worms/w_hist/14_reform/bundschuh.jpg -
zeigen einen Schuh, der viel ßhnlichkeit mit den mittelalterlichen Wendeschuhen (Halbstiefel) hat und der halt gebunden wird. Darum der Name. Wer es sich leisten konnte, wird wohl Schnallen oder die modischen Kuhmaul-Schuhe getragen haben, die wohl für die Feldarbeit nicht so geeignet sind.
Das hat nichts mit den sandalenähnlichen Teilen, die man auf MA-Märkten findet, zu tun.
Bis denn
Thorsten

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Eintrag #3 vom 25. Aug. 2008 11:53 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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In deinem letzten Absatz liegt die Antwort.
Ein “später” Bundschuh sieht anders aus, als der “klassische” Bundschuh, den man heute unter diesem Namen auf Märkten findet, und der sich - mehr oder weniger grob - an antiken Modellen orientiert.
Zum späten Bundschuh hilft ein Blick auf die Fahne der erwähnten Bundschuhbewegung:
de.wikipedia.org/w/index.php?[…]
Man kann dieses Thema auch genralisieren:
Wenn zwei Objekte im Laufe der Geschichte den selben Namen tragen, weißt das zwar in der Regle auf ähnliche Konzepte (Bundschuh ⇒ Schuh zum Binden, Form variabel) hin, die Ausführung kann aber je nach Epoche vollkommen anders sein.
Andere Beispiele wären die auch im Artikel zu findenden Holzschuhe, was für weite Teile des Mittelalters schlicht Trippen und keine Klompen bedeutet.
Man könnte jetzt noch über Beinlinge und Hosen, oder über Wildleder aus Rind, oder… sinnieren, das wären aber nur weitere Beispiele ab vom Thema, der Punkt ist klar, denke ich.
___
Tante Edit sagt:
Blödes Netzprobleme, Fipse war schneller.

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Eintrag #4 vom 25. Aug. 2008 16:03 Uhr Sissi (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Sissi eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Dankeschön..

..die Antworten und Abbildungshinweise haben mir sehr geholfen!

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