moin zusammen, vielleicht wäre ja noch ´ne genauere Eingrenzung des Begriffes “Norddeutschland” vonnöten. Wenn man das Münsterland und Ruhrgebiet mit einrechnet (was anch meienr Definition Nroddeutschland ist) gibt es eine Unmenge an Burgen und befestigten äusern. An der Ruhr haben wir ein gutes Dutzend, nördlcih Richtung Lippe ist auch einige., und das Münsterland ist ja berühmt für seine Unzahl an Waserburgen. Hat da nicht irgendjemand in Lüdinghausen auf Burg Vischering demnächst einen Markt ? ;-) Sollte jedoch Niedersachsen und nördlich gemeint sein, muß ich passen, da ich mich in dem Gebiet nicht auskenne und Burgenkunde eh nciht mein Thema ist. Bis denne Thorsten
Hallöchen, ich wohne im Kreis Lippe und die edlen Herrn zur Lippe waren fleißig was das Burgen bauen angeht: - Die älteste und nur noch Ruine oberhalb von Detmold-Berlebeck ist meine namensgebende Burg, die FALKENBURG. Erbaut von Bernhard II. und seinem Sohn Hermann II. gegen Ende des 12 Jahrhunderts. Erbaut im Forstbanngebiet des Paderborner Bischofs…uiuiuiuiii… - Dann wäre da noch die BURG HORN, erbaut von Bernhard V. bis 1348. Nach der Landesteilung 1344 war sie Bernhards Hauptwohnsitz. (erhalten) - Mit 7400qm Fläche ist sie 4x so groß wie die FALKENBURG, wurde erbaut von Volkwin IV., nachdem der die “Oldenburg”, die alte Familienburg nach einer Abspaltung von seinen Geschwistern aufgegeben hatte: Die BURG SCHWALENBERG, geringfügig jünger als die FALKENBURG, erbaut Anfang des 13 Jahrhunderts.(erhalten) - Die BURG BLOMBERG, soll schon gestanden haben, als die Stadt Blomberg zwischen 1231 und 1255 gegründet wurde…wer sie erbaut hat ist nicht ganz klar, man geht jedoch davon aus, daß die Grafen zu Schwalenberg sie erbaut haben und sie später in den Besitz derer zur Lippe übergegangen ist. Sehr gut restaurierte Anlage, die heute ein Hotel beherbergt. - Er war einer der Schwalenberger Grafen, spaltete sich aber von seiner Familie ab und wird um 1243 erstmals als “Heinrich nobilis de Sterrenbergh” erwähnt.Auf einem Ausläufer des Dörenbergs errichtete er gegen 1240 die BURG STERNBERG, die zur Zeit mit viel Mühe restauriert wird, nachdem die ßberbleibseleiner Jugendburg “entkernt” wurden. Hier lebte und arbeitete im ßbrigen über lange Jahre die FAmilie Harlan. Unter Anderem wurden dort die “Sternberger Fiedeln” gebaut, und der Verein Musikburg Sternberg hat eine Beachtliche Sammlung alter Instrumente in seinen Besitz gebracht, die vorher der Familie Harlan gehörte. - So, von den Burgen zu den Schlössern: Das SCHLOß VARENHOLZ mitlerweile ein Weserreanaissanceschloß, aber die Anfänge liegen viel früher: Man munkelt von einer salischen Zwingenburg aus dem 11. Jahrhundert… - Das SCHLOß BRAKE bei Lemgo, ebenfalle Weserreanaissance, aber auch hier spricht man nach Ausgrabungen Mitte der 80er Jahre davon, daß sich dort schon im 11. Jahrhundert eine der “größten bisher bekannten Territorialburgen der Stauferzeit in Ostwestfalen - Lippe” befunden hat. - Zu guter Letzt: Das RESIDENZSCHLOß DETMOLD, auch heute noch Sitz des Adelsgeschlechtes derer zur Lippe. Die Bauzeit liegt weitestgehend im Dunkeln, aber es wird auf Mitte des 13. Jahrhunderts von datiert, anhand der baulichen Merkmale des Rundturms. Die älteste urkundliche erwähnung findet das Schloß im April 1366 als BURG DETMOLD. Sodele, ich finde das ist für einen kleinen Kreis wie das schöne Lippe doch schon einiges an Burgen, oder??? Euch immer ein fröhliches Lied auf den Lippen und viel Spaß mit der lokalen Geschichte Eurer Gegend,
N´ Abend! Ich reich auch mal noch was nach. Zwei Burgen, beide an der Ruhr gelegen, damit eindeutig sogar noch vor dem Mittelgebirge, wenn auch knapp;-) Beide liegen auf der ersten Terrasse über dem Fluß, also nicht mal auf einem Berg. Beide sind allerdings auch nur als Ruinen erhalten. Die eine ist Burg Blankenstein in Hattingen, aus dem 13. Jh., erhalten sind Torhaus und viereckiger Burgfried. Die Burg gehörte zum Besitz der Grafen von der Mark. Die andere ist Haus (huyss) Hardenstein in Witten-Herbede, wahrscheinlich von 1354, erhalten ist ein runder Turm (mit Zinnen;-) und allerlei Mauerwerk des Palas. Gebaut ward das Prachtstück für die Familie derer von Hardenberg. Auch die gut erhaltene und restaurierte Burg Vondern in Oberhausen stammt in Teilen bereits aus dem 13. Jh. Nun ja, vielleicht lehne ich mich ja jetzt etwas weit aus dem Ostfenster, aber wie wäre es denn noch mit der Marienburg (Ostpr.) im jetzigen Malbork? Zugegeben jetzt nicht mehr so ganz deutsch, aber im 13. Jh. sah das anders aus. Und, um mal noch ein Beispiel für die Renaissance-Schlösser zu geben: Schloß Strünkede in Herne hat einen Eckpavillon, an dem zunächst die quadratische, leicht aus der sonstigen Mauerflucht hervorspringende Form auffällt. Schaut man von innen durch eines der Fenster kann man für en Schloß ungewöhnlich dicke Mauern bemerken. Kaum verwunderlich, bedenkt man, daß dieser Teil des Schlosses bereits aus der Mitte des 14. Jh. stammt und wehrhafter Kern einer Turmburg war. Auch der das ganze umgebenden Gräfte dürfte es einigermaßen egal gewesen sein, ob sie ein Schloß oder eine Burg schützte. Dazu korrespondiert der Bau noch ganz nett mit der aus gleicher Zeit stammenden, unweit gelegenen, gotischen Burgkapelle. Herzlichen Gruß Sascha
Ebenso Grüße! An jeder Ecke so ein bröseliges Gemäuer: Limburg (restaurierter Bergfried) oberhalb Holzhausen im Wiehengebirge, Ruine eines Burgfrieds in Rhaden, große Fliehburganlage Babilonie bei Obermehnen, Wallanlagen und Burgareal der Reineburg oberhalb Lübbecke, “Wittekindsburg” bei Porta Westfalika (alle Kr. Minden-Lübbecke)! Weiter könnte ich noch die Schaumburg nennen, wohl die erste Burg, die ich in meinem Leben zu sehen bekam, weiß aber gerade gar nicht mehr, wo die liegt (Schaumburger-Land vielleicht?). Die haben dort einen Kerker in dem eine elendig aussehende, angekette Puppe mir damal einen gehörigen Schreck einjagte… Falls es noch eine etwas frühere Epoche zur Entkräftung der dummen Behauptung eines burgenfreien (Norddeutschen)Tieflandes sein darf, sei hier “Frühmittelalterlicher Burgenbau in Mittel und Osteuropa” von J. Henning & A.T. Ruttkay (Hrsg.) erwähnt, das ich gerade blättere… Alles auf den ersten Blick weniger spektakulär aber dennoch in vielfältiger weise vorhanden! viel spass beim weiteren sammeln, ThomaS
Hi Hadu. Schau doch mal in Otto Piper´s “Burgenkunde”, hast Du doch bestimmt im Regal stehen. In der ßbersichtskarte sind eine ganze Menge Burgen und Burgruinen verzeichnet. Vielleicht kannst Du ja anhand dessen einen ßberblick der HMA-Burgen gewinnen. Im Harz gibt es übrigens eine ziemliche Anzahl an Ruinen. Erwähnen möchte ich hier nur mal die Burg Regenstein (nähe Blankenburg), die zum grosen Teil aus dem Felsgestein “herausgemeißelt” wurde. Ansonsten sind mir (ausser dem bereits von Wolf erwähnten) in Hamburgs Umgebung nur Reste von Holz-Erde-Konstruktionen bekannt. Gruß
Hallo, da wäre noch das Schloss in Hamburg-Bergedorf 1225 von den Dänen gebaut vom Herzog v. Orlamünde ausgebaut und der Wehrturm in HH-Neuwerk “Nige Werk”, der Turm wurde im 1310 als Bollwerk gegen Piraten errichtet und steht heute noch genauso da.
Gott zum Gruß und allzeit sichere Wege,Arfast Harksen
Hiho Hadu, klassische Höhenburgen hat es wohl in der norddeutschen Tiefebene (warum wohl ;O) nicht gegeben, mit einer mir bekannten Ausnahme: Der Lüneburg, welche aber nach dem Tod Herzog Wilhelms im Jahre 1369 und den nachfolgenden Kämpfen mit Magnus (Torquatus) von Braunschweig zerstört wurde. Als mittelalterliche Burgen und Ruinen im ostfälischen Raum mögen (wenn Du die rekonstruierten Pfalzen in Braunschweig und Goslar [dort aber schöne Kemenaten in der Stadt] außen vor läßt) gelten die Plesse bei Göttingen, natürlich unser Bodenteich, die Burgruine Knesebeck (zu den Herren vdK siehe meine Magisterarbeit :-), weiterhin die Ruinen Harzburg (oberhalb von Bad Harzburg: dort Otto IV. 1219 gestorben), Lichtenberg (bei Salzgitter: Münzstätte; Burg Heinrichs des Löwen) und Kyffhausen (bedeutende Reichsburg) am Harz. Noch vorhandene Bergfriede in Salzwedel (landesherrliche Burg Albrechts des Bären) und Dannenberg (Waldemarturm, in dem der Dänenkönig nach Bornhöved einsaß), weiterhin Befestigungen des 14. Jahrhunderts in Tangermünde an der Elbe, die Johanniterkomturei in Werben … außerdem sind natürlich noch die vielen Burgen an Saale und Unstrut zu nennen (hier auch mein Tip: Burg Querfurt, die ist nämlich anders als die Neuenburg 1 a mittelalterlich !!!), Hanstein und Ludwigstein an der Werra, also wohl auch kaum schon am Weißwurstäquator, ähm, und die Wartburg gibts ja auch noch … bestimmt noch wesentlich mehr, wenn Du mir Zeit zum ßberlegen gibst … Also es gibt schon was, indes zumeist ohne Zinnen. Schöne Grüße,
Hallo nochmal; ich hatte noch etwas vergessen. Sollte jemand Interesse an Foto`s von der Hohnstein haben kann er sich bei mir per E-Mail melden; ich schicke dann ein paar eingescannte Bilder.
Tach! Stadtbefestigungen fallen mir so ganz spontan in Rostock und - partiell - in Duisburg ein, wenn das noch zum Norden zählt. Was die umgemodelten Renaissance-Schlösser angeht, möchte ich davon doch so manches als gut erhaltenes Original gewertet wissen. Denn der alte Kern steht ja, machmal nur gering modifiziert, mitten drin. Man muß eben nur mal genauer hinsehen. Das finde ich allemal doch besser als eine Ruine oder gar eine Nachschöpfung des 19. Jh. mit ihren Fiktionen. Eine Wasserburg, wie sie im Flachland häufig war ließ sich einfach bequemer zum Schloß umfunktionieren als so eine schlecht erreichbare Höhenburg, die bald aufgegeben wurde und dann verfiel, bestenfalls noch als Steinbruch taugte. Herzlichen Gruß Sascha
Hallo Haduwolff, eine sehr gut erhaltene Burgruine befindet sich bei Neustadt im Südharz. Es handelt sich um die Burg Hohn stein, welche im 12. Jahehundert erbaut und 1627 durch einen Brand zerstört wurde.Dabei wurden jedoch fast nur die hölzernen Dachkonstruktionen zerstört. Erhalten geblieben ist ein vorgelagertes Bollwerk durch welches man in die Vorburg gelangt. Von der Hauptburg sind der heute noch vier Stochwerke hohe Burgfried, ein Großteil des Wohnhauses und der Lagerräume sowie Ställe und ein kleiner Kirchenraum erhalten geblieben.
Grüß Euch, mit alten und neuen Freunden zusammensitzen und klönen ist ja ganz nett. Als dann in Mellnau aus der Ecke südlich des Weiswurschtäquators freundlicher Spott über “Euch da oben, die ihr nicht mal richtige Burgen haben” kam, begann ich, aufzuzählen. Ein paar fielen mir ein, dann aber war schnell Schluß, mit dem Argument: “das sind doch alles umgemodelte Renaissance- und Barockschlösser!” Der Abend war etwas fortgeschritten, und ich ging eine Wette ein… Also, gibt es DIE Burgen, so mit dickem Bergfried, Zinnen und Türmen auch im Norden, im (buchstäblich) flachen Land? Ruinen lassen wir auch gelten, wenn sie noch gut dastehen. Gut erhaltene Erdwerke, Motten usw. zählen auch, eigentlich alles zwischen 1100 und 1400. Stadtbefestigungen - hab ich nicht miterwähnt, aber gelten bestimmt auch… Also, gibt es sie, die klassischen Burgen, oder ist mit Weserrenaissance und Sparrenburg schon Schluß?