Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Burgenbau im 21. Jh.

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Eintrag #1 vom 25. Mai. 2008 23:52 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Guedelon-Ableger in Deutschland, Österreich ...

Der Neubau einer Burg namens “Guedelon” in Frankreich ist mittlerweile weithin bekannt:
www.guedelon.fr
de.wikipedia.org/wiki/Guédelon
Eine neue, alte Burg (Rekonstruktion in Frankreich)
[Taverne, Thread: Eine neue, alte Burg (Rekonstruktion in Frankreich)]
Da war es nur eine Frage der Zeit, bis ähnliche Bauprojekte auch im deutschsprachigen Raum geplant werden würden. Im wesentlichen kleineren Maßstab wurden solche Ideen ja bereits verwirklicht:
Bachritterburg Kanzach (Baden-Württemberg)
vollständig rekonstruierter Nachbau einer Burg eines Niederadligen im frühen 14. Jahrhundert.
www.bachritterburg.de
Turmhügelburg Lütjenburg (Schleswig-Holstein)
Die Turmhügelburg im Nienthal von Lütjenburg ist das Mittelalterzentrum Schleswig - Holsteins mit Schwerpunkt des 13. Jahrhunderts. Es ist die authentische Rekonstruktion eines Wehrgehöftes aus der Zeit um 1250 und versteht sich als ein lebendes Museum.
www.turmhuegelburg.de
Siehe auch Archäoparks in Deutschland und anderswo
[Taverne, Thread: Archäoparks in Deutschland und anderswo]
Neben einem nach in der ganz frühen Planungsphase befindlichem privaten Projekt aus Baden-Württemberg ( www.die-neue-burg.de ) gibt es nun auch einen weiteren Anlauf im österreichischen Friesach (Kärnten):
Ohne moderne Technik 13.11.2007
Mittelalterstadt Friesach plant Bau einer Burg
oesterreich.orf.at/kaernten/stories/235389
Friesach, Kärntens älteste Stadt, plant den Bau einer weiteren Burg - nach mittelalterlichen Methoden. Nun geht es um die Finanzierung des auf 30 Jahre angelegten Projekts. Land Kärnten und AMS haben Unterstützung zugesagt.

		

Bauarbeiten wie im Mittelalter
Das Konzept von Bürgermeister Max Koschitz (SPß) und den Wissenschaftlern der Alpe-Adria-Universität Klagenfurt sieht eine mittelalterliche Baustelle mitten in Friesach vor:

	

Max Koschitz, Bgm. Friesach (Bild: ORF)
Schmiede, Zimmerleute und Steinmetze in Kleidung des Hochmittelalters errichten eine Burg - ohne modernes Werkzeug. Ochsen- und Pferdefuhrwerke bringen Holz und Gestein aus der Umgebung. 30 Jahre soll der Bau der Burg dauern.
Die Baustelle soll für Touristen und Wissenschaftler gleichermaßen Anziehungspunkt sein und so die Wirtschaft der Region beleben.
Burgenbau Friesach (Bild: ORF)

		

Burgbauprojekt in Frankreich gilt als Vorbild
Vorbild für diesen Friesacher Plan ist das Burgbauprojekt Guedelon in Frankreich, das mittlerweile ein Touristenmagnet geworden ist. Koschitz, Landeshauptmann Jörg Haider (BZß) und der Leiter des Arbeitsmarktservice (AMS), Josef Sibitz, hatten diese mittelalterliche Baustelle unlängst besucht.

		

Burgenbau Friesach (Bild: ORF)

		

Finanzierung durch Drittelregelung
Jetzt geht es darum, in Kärnten die nötigen Beschlüsse im Friesacher Gemeinderat und in der Landesregierung zu erreichen und die Finanzierung des Projekts auf die Beine zu stellen.

		

		

Jörg Haider, BZß (Bild: ORF)
Ein Teil des Baustellenbetriebes könnte über Besucher-Eintrittsgelder gedeckt werden. So blieben rund sechs Millionen Euro für die nächsten acht Jahre, sagt Haider: “Man müsste eine Drittelregelung machen und müsste schauen, dass man von Brüssel, von der EU eine Projektförderung bekommt. Ein Drittel der Kosten müsste die Gemeinde übernehmen, und ein Drittel würde das Land aufbringen.”
Wenn alles gut geht, kann man laut Haider auch mit Geld aus dem Zukunftsfonds rechnen und “darüber diskutieren, so ein Projekt mit einer Starthilfe von einer Million Euro zu versehen, weil damit ein nachhaltiger, langfristiger touristischer Nutzen für die ganze Region verbunden sein würde”.
Nach acht bis zehn Jahren soll sich der Burgbau - wie in Frankreich - durch die Eintrittsgelder der Besucher und durch Sponsoring selbst tragen.

		

Josef Sibitz, AMS (Bild: ORF)
AMS strebt Beschäftigungsprojekt an
Sollte der Plan in Friesach umgesetzt werden, wird das AMS das Projekt mitfinanzieren, sagt AMS-Leiter Sibitz: “Wir würden ein Beschäftigungsprojekt starten, im Zuge dessen langzeitarbeitslose Personen beim Bau der mittelalterlichen Burg sinnvoll eingesetzt werden könnten.”
Bis zu 40 Menschen könnten auf der Burgbaustelle beschäftigt werden. Das Ziel von Koschitz lautet: Wenn Friesach im Jahr 2015 das 800-jährige Stadtjubiläum feiert, soll die neue Burg bereits erkennbar sein.
Friesach 01.12.2007
Burgprojekt nimmt Formen an
oesterreich.orf.at/kaernten/stories/239835
Der Plan, in Friesach eine neue, mittelalterliche Burg nach mittelalterlichen Baumethoden zu bauen, nimmt langsam Formen an. Am kommenden Dienstag dürfte der Friesacher Gemeinderat grünes Licht für das Projekt geben.
Projekt über 35 Jahre
Das Land Kärnten stellte bereits 400.000 Euro für den Grundankauf bereit, eine Million Euro aus dem Zukunftsfonds könnten noch dazukommen. Insgesamt entstehen in den ersten acht Jahren des Baus Kosten von rund acht Millionen Euro, mittelfristig sollen Eintrittsgelder den Bau finanzieren.
35 Jahre lang wird es dauern, bis die Burg fertig ist. Das Langzeitprojekt soll sich zum Anziehungspunkt für Touristen und Historiker entwickeln. Auf der mittelalterlichen Baustelle selbst sollen bis zu 40 Menschen Arbeit finden, darunter auch Langzeitarbeitslose und beeinträchtigte Menschen, soweit der Plan. Das Konzept zum Burgbau stammt von den Historikern der Alpe-Adria-Universität Klagenfurt, sie werden das Projekt auch wissenschaftlich betreuen.
“Eine ein klein wenig verrückte Idee”
Der Vorstand des Geschichtsinstitutes, Johannes Grabmayer, über das Projekt:
“Vielleicht ist die Idee ein klein wenig verrückt, ich habe gedacht, haben die nicht genug Burgen in Friesach, was wollen sie denn? Seit ich aber weiß, worum es geht, bin ich von dem Virus ‘Burgbau’ befallen. Es ist ein langfristiges Projekt, die Idee lautet, eine mittelalterliche Burg wird mit den Methoden und Materialien des Mittelalters von Menschen gebaut, die mittelalterliche Kleidung tragen. Es gibt ein vergleichbares Projekt in Burgund (Frankreich), 2003 hatten sie 220.000 Besucher und 2005 250.000, Tendenz steigend.”
Hervorragende Chancen auch für Wissenschaft
Die wirtschaftlichen Chancen für Friesach seien hervorragend, Menschen würden Arbeit finden, auch Vieles lernen können, außerdem sei es für den Tourismus interessant. Auch für die Wissenschaft könnte man viele Erkenntnisse gewinnen, von der Herstellung des Mörtels angefangen. Man wisse nämlich nicht genau, warum der alte Mörtel teilweise schon Jahrhunderte halte. Die Zuschüsse am Anfang seien nötig, aber sobald die Menschen den Bauplatz besuchen, könne man Eintritt verlangen. Es sei quasi eine Landesausstellung über viele Jahre, so Grabmayer.
TOURISMUS 20.05.2008
kaernten.orf.at/stories/279245

	

Friesach: Grundstückskauf für Mittelalterburg
Die Stadtgemeinde Friesach ist dem geplanten Bau einer mittelalterlichen Burg einen Schritt näher: Der Gemeinderat beschloss Montagabend, die dafür notwendigen Grundstücke anzukaufen.
Stadtgemeinde erwirbt fünf Hektar Land
Die Stadtgemeinde Friesach erwirbt fünf Hektar Land von den Brüdern und den Schwestern des deutschen Ordens, weitere vier Hektar werden auf 70 Jahre gepachtet.

		

30 Jahre Bauzeit.

		Grundsteinlegung für Juli geplant

Laut Bürgermeister Max Koschitz soll im Juli der Grundstein für den Bau der Mittelalter-Burg gelegt werden. Diese soll nach “mittelalterlichen Methoden” in einem Zeitraum von über 30 Jahren errichtet werden.
Die Anlaufkosten für die ersten Jahre betragen acht Millionen Euro. Finanziert wird das Projekt von Stadtgemeinde, Land Kärnten, EU und Arbeitsmarktservice.
Kärnten im Mittelalter-Fieber
www.orf.at/071114-18660/?[…]
Kärnten: Arbeitslose bauen eine Burg
15.11.2007 | 18:12 | ROBERT BENEDIKT (Die Presse)
Eine “mittelalterliche” Baustelle soll Besucher nach Friesach, Kärntens älteste Stadt, locken. Kosten: Sechs Millionen Euro.
diepresse.com/home/panorama/oesterreich/343500/index.do
ßsterreicher wollen eine Mittelalter-Burg bauen, wissen aber nicht, wer zahlen soll
burgerbe.wordpress.com/[…]/osterreicher-wollen-ein[…]
Website im Aufbau:
www.friesach.at/friesach/burg/index.htm
Was haltet ihr von solchen Projekten, auch und besonders angesichts der Tatsache, dass zur gleichen Zeit hunderte von tatsächlich “original mittelalterlichen” Burgen zunehmend verfallen bzw. nicht selten unsachgemäß saniert und/oder ausgegraben werden?
Wo gibt es ähnliche bereits realisierte, begonnene oder für die nächste Zukunft konkret geplante Vorhaben?

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Eintrag #2 vom 26. Mai. 2008 13:04 Uhr Joachim Dittrich  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Dittrich eine Nachricht zu schreiben.

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Diese Burg, die da in Baden Württemberg entstehen soll, ist für die Zeit um 1050 viel zu modern gestaltet, würde eher in die Zeit 1250 passen.
Bergfried? Schildmauer? angesetzte Vorburg? Lage auf Bergsporn? Nuja, das wäre im Gesamtbild wahrhaftig erst 13. Jahrhundert.

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Eintrag #3 vom 26. Mai. 2008 13:23 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Meines Wissens nach soll im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 (Essen/Ruhrgebiet) eine Motte/Einfache Wasserburg, wie sie hier noch im 14. Jhdt. in Gebrauch waren, in Herne gebaut werden. Details kenne ich aber noch nicht, nur´n paar Insider-Informationen.
Thorsten

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Eintrag #4 vom 26. Mai. 2008 13:36 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Museumsdorf != Historische Rekonstruktion.

Nur der Vollständigkeit halber, da es zwei komplett getrennte Ansätze sind:
Weder die Bachritterburg noch die Turmhügelburg lassen sich mit Guedelon vergleichen.
Bei beiden Einrichtungen war das Ziel, mit modernen Methoden eine Kulisse zu schaffen, die im benutzbaren Teil den historischen Vorgaben weitestgehend entspricht (Durch Vorschriften notwendige Details wie Notausgänge und Beleuchtung mal beiseite).
Dies ist mit Abzügen auch ganz gut gelungen, aber schon im Ansatz nicht mit der Rekonstruktion und Betreibung einer historischen Baustelle, die dieses Gebäude erst schaffen soll, zu vergleichen.
Ich finde diese Idee an sich nicht schlecht, frage mich halt nur, ob das wirklich gut durchgeplant ist.
Wie die Vergangenheit zeigt, rutschen leider viele gut angefangene Projekte in triviale ab, sobald die Förderung ausläuft.
Fraglich, was dann mit der auf etliche Jahre geplanten Baustelle passiert.
Die Kosten für ein solches Projekt gegen die Kosten der Erhaltung einer existierenden Burg zu stellen funktioniert so nicht.
die Förderungen sind nicht zuletzt wirtschaftliche für “strukturschwache Regionen”, sprich, das sind ABM Maßnahmen und Wirtschaftsmotoren.
Mit dem selben Geld könnte man auch Freizeitparks oder Kurstätten bauen, aber rein von der Budgetverteilung her keine Burgen (sofern sie nicht in eben einem solchen strukturschwachen Gebiet liegen) sanieren.

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Eintrag #5 vom 30. Mai. 2008 11:11 Uhr Maik Tritschler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Maik Tritschler eine Nachricht zu schreiben.

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Die Vorburg ist durch einen Graben von der Kernburg getrennt. Schildmauer war nie vorgesehen. Weiß garnicht woher das kommt und außerdem ist Bergfried und Spornburg überholt. Schon die exemplarische Burgstelle ist auf einem Berg…

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Eintrag #6 vom 30. Mai. 2008 16:01 Uhr Maik Tritschler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Maik Tritschler eine Nachricht zu schreiben.

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betraf das “Die neue Burg”-Projekt

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