Ich fürchte, es sind stilisierte mappae. Es sieht nicht wirklich nach Notizbüchern aus (zu wenige Seiten), und die Schreiber in den oberen Bildern verwenden Wachstafeln.
ohne Bild ist Deine Frage etwas schwierig zu beantworten.
Entweder handelt es sich um eine mappa, ein Stück Tuch in dem andere Dinge, z.B. Wachstafeln eingeschlagen wurden, oder um ein (Notiz-)Buch im modernen Sinn.
Letztere sind als codex bekannt. Codices waren vereinzelt schon seit Iulius Caesar bekannt. Auch Martial oder Iuvenal erwähnen sie. In der Spätantike hatten sie die Buchrollen als Literaturträger verdrängt.
Wachstafeln als wiederverwendbares Schreibmaterial sind noch aus dem Mittelalter bekannt.
Ich frage mich schon des längeren, was zur Ausstattung eines antiken, byzantinischen oder frühmittelalterlichen Schreibers gehört. Nun habe ich auf einem Konsulardiptychon (Rufius Probianus, Staatl. Museen Berlin) gleich zwei interessante Dinge gesehen. Das erste sind grössere, mehrlagige Wachstafeln, das zweite sieht mir sehr nach einem Aktenordner aus: im unteren Feld tragen Gratulanten so etwas wie eine in der Mitte gefaltete Pappe (oder Leder?) in der Hand, so dass die Faltung unten ist, die Finger die beiden Kanten (ungefähr einen Fingerbreit nach innen gefalzt) auseinander halten und die Seiten offen.
________
U____J
ungefähr so (ein Königreich für einen Scanner…)
Sofern man den Proportionen trauen kann, sind sie ungefähr Din A4. Diese Dinge werden sorgfältig gehalten und sehen aus, als wenn etwas drin getragen wird. Technisch wäre das ja eine gute Idee für Dokumente. Kennt jemand sowas?
Etwas ähnliches könnte auch der Johannes im Wiener Krönungsevangeliar in der Hand halten (der gebogene Rücken und das fehlen von farblich abgesetzten Deckeln deuten darauf hin, dass es kein Buch ist, aber es könnte natürlich einen gebundenen, aber noch nicht eingebundenen Kodex darstellen).