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Eintrag #1 vom 12. Mrz. 2006 18:35 Uhr Philipp Roser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Philipp Roser eine Nachricht zu schreiben.

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Weiß jemand, ob und wo es möglich ist, Cordierit herzubekommen? Das Mineral hat die Eigenschaft, je nach Richtung des Lichteinfalls und dessen Polarisierung blau/violett bis gelb zu erscheinen. Es wurde von den Wikingern benutzt, um auf hoher See den Stand der Sonne selbst bei geschlossener Wolkendecke und sogar Nebel festzulegen.
Falls mir jemand Hinweise geben könnte, woher man Stücke des Minerals bekommt und eventuell auch über den Preis bescheid weiß, so wäre ich jenem sehr verbunden.
Danke
Phal

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Eintrag #2 vom 12. Mrz. 2006 23:35 Uhr Birgit (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Birgit eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Phillip,
hmm das kommt mir bekannt vor.
Als ich als Kind mit mit meinen Eltern vor zig Jahren Urlaub an der Nordsee gemacht habe.
Wurden dort Kitschfiguren aus einen sehr merkwürdigen weissen Stein an die Touris verkauft. die auch mit einen Material überzogen waren das deine beschriebenen Eigenschaften aufwies.
Könnte sein das es Cordierit gewesen ist.
Ich weis nicht ob diese Figuren heute noch hergestellt werden.
Wenn ja, dann könntest du da mal nachfragen wo die ihr Rohmaterial beziehen.
Hoffe das meine Erinnerung dir weiterhilft. :-)
Bridget die dazulernende

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Eintrag #3 vom 13. Mrz. 2006 10:27 Uhr Sandra Neuser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sandra Neuser eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
Ein Cordierit ist das selbe wie ein Iolith - Ein Iolith ist normalerweise blau, das kommt allerdings von den Hämathiteinlagen, die im Cordierit enthalten sind und im hellen Cordierit eben nicht vorhanden sind.
Ich weis jetzt nicht in wie weit diese Hämathiteinlagen hinderlich sind, aber wäre andernfalls nicht der Gebrauch eines Ioliths denkbar?
Liebe Grüsse, Sanni

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Eintrag #4 vom 13. Mrz. 2006 10:53 Uhr Heiner Michels  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heiner Michels eine Nachricht zu schreiben.

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Nach zwei 2 Minuten google-Suche:
www.hde.ch
Gruß,
Heiner

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Eintrag #5 vom 19. Mrz. 2006 14:55 Uhr Dirk Jerusalem  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dirk Jerusalem eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo zusammen,
was den Cordierit so interessant macht ist sein sehr deutlicher Pleochroismus. D.h. er absorbiert Licht je nach Richtung zu seiner Kristallstruktur unterschiedlich. Beim Cordierit ist dies sehr deutlich (blau / gelb-grau).
Was mich jetzt aber stutzig macht ist die Erwähnung im Wikinger-Umfeld.
@Philipp Könntest Du Deine Behauptung da irgendwie belegen? Denn selbst wenn sie ihn benutzt haben sollten, würde ich doch gerne wissen wie sie ihn bezeichneten. Der Name Cordierit stammt nämlich von einem frz. Mineralogen aus der Neuzeit. Es ist also ganz definitiv einiges an Interpretation nötig um daraus dann einen Cordierit zu machen …
Viele Grüße,
Terricus

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Eintrag #6 vom 24. Mrz. 2006 14:35 Uhr Norbert Schuller  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Norbert Schuller eine Nachricht zu schreiben.

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Soweit mir bekannt ist, dürfte von den Wickingern zur Navigation im Nebel v. a. der Doppelspat (Islandspat, Sonnenstein), ein spezieller Kalkstein verwendet worden sein. Das ist chemisch aber was anderes als Cordierit (silikatisch).
Lie Grü,
Norbert
Norbert

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Eintrag #7 vom 31. Mrz. 2006 08:08 Uhr Dirk Jerusalem  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dirk Jerusalem eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Norbert,
also wie/warum man jetzt allerdings zur Navigation nutzen kann ist mir da nicht klar. Wie soll man sich das vorstellen? Ausser der rießigen Doppelbrechung hat der Kalkspat ja nichts zu bieten. Also wo ist da die technische Anwendung?
Gruß,
Terricus

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Eintrag #8 vom 31. Mrz. 2006 22:48 Uhr Norbert Schuller  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Norbert Schuller eine Nachricht zu schreiben.

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[hüstelnd]: ßhem, ja.
Ich kann nirgends eine gute physikalische Erklärung dazu finden und habs auch selber noch nie probiert, aber irgendwie geht das so ähnlich:
Das weiße Sonnenlicht wird in der Atmosphäre an Wassertröpfchen und auch an größeren Molekülen gestreut. Die verschiedenen Farben reagieren dabei unterschiedlich. Rot geht ziemlich grade weiter und wird kaum polarisiert, blau wird stark abgelenkt (drum ist der Himmel blau, am Morgen und am Abend aber oft rot), die übrigen Farben liegen irgendwo dazwischen. Außerdem wird das gestreute (v. a. blaue) Licht dabei polarisiert. Die Polarisationsebenen bilden dabei konzentrische Kreise um die Sonne.
Der Doppelspat hat die Eigenschaft, Licht mit verschiedenen Polarisationsebenen in verschiedene Richtungen zu brechen, und irgendwie soll der Stein dann, wenn man ihn in die Gegend der Sonne hält, bläulich werden.
Wie das wirklich genau funktioniert würde mich selber interessieren.
Lie Grü,
Norbert

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Eintrag #9 vom 03. Apr. 2006 23:11 Uhr Silvio Vass  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Silvio Vass eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Leuts,
schön dass sich hier jemand mit dem “Solarstein” der Wikinger befasst. Ich selbst beschäftige mich auch seit geraumer Zeit mit diesem Thema und finde es höchst interessant.
Der Sonnenstein wird in einigen Islandsagen erwähnt und findet sich auch in vielen Inventarlisten von Kirchen und Klöstern der nordischen Gegend. Es gibt aber nach meinen Wissen nur einen Bericht wo explizit die Anwendung eines solchen Steines erwähnt wird.
Praktisch wurde der Cordierit (Mg2AI4Si5O18) als Navigationshilfe benutzt und zwar folgendermaßen:
Da der Magnetkompass erst im 13Jhr. Einzug in der Nautik des Nordens hielt verwendete man unter anderem auch einen sogenannten Sonnenkompass, oder auch Peilscheibe genannt. Man fand bei Ausgrabungen im ehemaligen Benediktinerinnenkloster am Siglufjord (heute Unartoq-Fjord) Grönland 1948 die Hälfte einer kleinen Holzscheibe ( 7 cm Durchmesser und ca. 0,6 cm dick ) Diese kleine Scheibe wurde und wird in der Fachwelt sehr kontrovers mit vielem Für und Wider diskutiert. Carl Solver war einer der Ersten der das Fragment als Erster als Teil einer Peilscheibe deutete. Mit einer solchen Peilscheibe lässt sich sehr gut die Himmelsrichtung finden. Man muss allerdings einiges an Wissen aufbringen. Man fand auf der Scheibe Ritzungen die als Gnomon Linien also Sonnenschattenlinien schon seit der Antike bekannt sind. Die Erstellung einer sogenannten Gnomonlinie erfolgt über den Zeitraum eines ganzen Tages. Dabei wird die Peilscheibe auf der sich mittig ein kleines Stäbchen als Schattenwerfer befindet, waagerecht aufgestellt und von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang wird stündlich der Sonnenschatten den das Stäbchen wirft markiert. Am Ende des Tages werden alle Markierungen miteinander verbunden. Man hat nun eine Gnomonkurve. Dort wo die Kurve dem Stäbchen am nächsten kommt liegt Norden. Nun kann man mit Hilfe der Scheibe immer recht genau seine Position bestimmen. Da sich der Lauf der Sonne aber ändert und nicht konstant bleibt, braucht man auf das Jahr verteilt mehrere solcher Gnomonlinien. Auch wenn man einen Breitengrad verlässt braucht man neue Linien. Alles in Allem keine leichte, aber sehr genaue Methode. Mit Hilfe des Cordierit konnte man nun feststellen wo die Sonne steht auch wenn man diese gar nicht sah. Selbst heute benützen Piloten bei Flügen in Polnähe statt dem äußerst unzuverlässigen Magnetkompass einen sogenannten Twilight Compass. Dieser besteht zur Hauptsache aus einem Polaroidfilter.
Von den Mineralien , welche den Nordleuten zur Wikingerzeit zur Verfügung standen hat wohl nur Cordierit die selbe Wirkung wie ein Polaroidfilter. Bekannt für seine Zweifarbigkeit (Dichroismus), der Stein schimmert je nach dem Winkel des einfallendes Lichtes gelblich oder blau, kann bei klarem Zenit die Richtung zur Sonne anzeigen, wenn man die Winkelrechte denkt zu den zwei Stellungen, in denen das Cordierit gelblich leuchtet.
Wenn man also mit einem Sonnenkompass navigieren wollte, musste man schon den Stand der Sonne kennen. Die Verwendung des Steines ist aber ebenfalls recht umstritten, weil die praktische Anwendung sich von der in einer Islandsage beschrieben Anwendung unterscheidet. Dies lässt nun zwei Schlussfolgerungen zu. Zum Einen es handelt sich nicht um Cordierit sondern um ein anderes Mineral und zum anderen, der Schreiber hat seine Angaben an einigen Stellen beschönt. Letzteres wird als recht wahrscheinlich angenommen.
Es findet sich aber auch in anderer Literatur Aussagen über Steine mit besonderen Fähigkeiten. So soll Papst Clemens VII. einen Stein besessen haben, auf dem angeblich ein Punkt korrespondierend zum Sonnenlauf umherwanderte.
Was aber auch immer für Steine verwendet wurden, Cordierit bleibt dennoch ein sehr schönes Mineral.
Abschließend sei noch bemerkt das es wesentlich mehr Berichte über Irrfahrten in dichtem Nebel gibt als Berichte über Sonnensteine. Das Wissen von Navigation war damals ein geheimes. Heute könnt ihr es euch recht einfach zu Eigen machen. eine sehr gute Quelle findet ihr im Buch von Dr. Uwe Schnall “Navigation der Wikinger ” .
Viel Spaß damit wünscht Euch der Jaegoor.

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