Wäre es nicht der bessere Weg, wenn ihr euch zuerst einmal genau über das Zeitfenster klar werdet?
Oder, noch besser, wenn ihr für den räumlichen und zeitlichen Kontext die Fundlage recherchiert und dann nach vorliegenden Funden eure Darstellung angeht?
Etwa eine ‘Rekonstruktion einer Frauentracht aus dem Grab NN, vermutlich aus dem jahr XXXX’.
Denn der von euch anvisierte Weg führt schnell dazu, dass man anstatt einer fundierten Darstellung nur eine historisiernde ‘Gewandung’ mit ein paar mehr oder minder unklar belegten Teilelementen anfertigt.
Was auch kein Verbrechen ist, kein Problem. Nur eben wäre das halt keine historisch korrekte Darstellung, sondern Fantasiegewandung.
Schon mal vielen Dank für die Antworten, das hat mir auf jeden Fall schon weitergeholfen.
Ich werd mir jetzt (zusammen mit meinem Mann) genau überlegen, wann unsere Charaktere genau gelebt haben sollen und dann werden wir uns noch mal intensiv in die (Bild-)Recherche stürzen…
… ist eigentlich nicht die wesentliche Frage, zumal sie nicht ganz eindeutig zu beantworten ist.
Je nach Autor wird die Ottonenzeit (grob gesagt, das ganze 10. Jahrhundert) schon zum Hochmittelalter oder noch zum Frühmittelalter gezählt. In skandinavischenLändern (für Friesland durchaus interessant) weicht die Einteilung noch stärker ab.
Wichtiger für Dein Projekt dürfte die Einordnung der von Dir angestrebten Darstellung nach Jahreszahlen sein. “Mit dem Verfall des Karolingerreiches” spielt sich wohl irgendwo zwischen dem 9. und dem 11. Jahrhundert ab - eine genauere Eingrenzung wäre besser.
Dann könntest Du nämlich für die Recherche der Kleidung auch auf passende datierte Funde oder Abbildungen zurückgreifen.
Ich möchte mir eine halbwegs realistische Gewandung zulegen (ob nun selbst genäht, oder in Auftrag geben, weiß ich noch nicht) und bräuchte etwas Hilfe für die Einschätzung.
Es soll eine “einfache” Frau sein, die in der Region des “Auricherlandes” in Ostfriesland lebte.
Zur Zeit, als Ostfriesland in einzelne Bezirke unterteilt war, die von sogenannten “Redjeven” vertreten wurden. Allerdings sind die Zeitangaben etwas schwammig, ob es sich hier noch um das Früh- oder bereits um das Hochmittelalter handelt.
Hier zB ein Zitat: “Mit dem Verfall des Karolingerreiches löste sich Ostfriesland aus den früheren Bindungen. Es entstand ein Verbund selbständiger, selbst verwalteter Bezirke, die jeweils jährlich als ihre Vertreter so genannte ”Redjeven" (Rechtsprecher, Ratsmänner) wählten, die sowohl die Gerichtsbarkeit ausübten als auch die Verwaltung und Organisation ihrer Bezirke regelten. So blieb der im Mittelalter in Europa verbreitete Feudalismus in Ostfriesland unbekannt. Vielmehr verstanden sich die Friesen als freie Menschen, die keiner Obrigkeit verpflichtet waren.
Vielleicht könnte mir jemand etwas Hilfestellung leisten, ob ich mich nun hier im Früh- oder im Hochmittelalter befinde (Siehe v.a. Hinweis auf die Karolinger); bzw welche Art von Gewandung es zu der Zeit für einfache Frauen gab.