Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Darstellung eines Dominikaners

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Eintrag #1 vom 07. Jun. 2003 02:47 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Darstellung eines Dominikaners

Hallo!
Ich habe evtl. vor, einen Dominikanermönch darzustellen (13 Jhd), und brauche dazu noch diverse Informationen, die ich bisher nirgends finden konnte, vielleicht könnt ihr mir helfen…
Erstens brauche ich eine möglichst echt aussehende künstliche Tonsur, kann mir jemand einen Tip geben, wo ich sowas kriege? Oder wäre es eine lässliche Sünde, darauf zu verzichten?
Dann bräuchte ich die damaligen Ordenssatzungen; ich hab ein Buch gefunden im Katalog der Unibibliothek München (“Die Konstitutionen des Predigerordens unter Jordan von Sachsen”), aber nach München komme ich so bald nicht, weiß jemand vielleicht noch eine andere Infomöglichkeit?
Außerdem brauche ich dann natürlich einen Rosenkranz, wie hat sowas denn damals ausgesehen?
Und apropos Beten, ein Paternoster kann ich mir zur Not noch selbst zusammenreimen, aber mit den restlichen Gebeten wird das schon schwieriger. Wo kann ich denn die lateinischen Texte dazu finden?
Für Hilfe wäre ich euch sehr dankbar,
Sebastian

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Eintrag #2 vom 07. Jun. 2003 12:16 Uhr Dr. Frank Dierkes  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Frank Dierkes eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ausrüstung und Gebete

Nun Sebastian, dann höre zu:
1. Stelle nur einen Mönch dar, wenn du dich auf

 diese Rolle richtig einlassen willst. Die Szene

 kann nicht noch einen Lotterpfaffen von der Art

 Bruder Tuck oder Paterlassmalranda gebrauchen.

2. Für die korrekte Darstellung heißt es zunächst:

 Lesen, Lesen und nochmals Lesen! Auch Besuche 

 in diversen Klöstern, Domschatzkammern, UB´s

 und Priesterbedarfsläden sind Pflichtprogramm.

⇒ ich habe, bevor ich überhaupt es wagte, mich

 Frater zu nennen, alleine 1 Jahr recherchiert, 

 stelle diese Rolle nun seit 3 Jahren dar und

 gehe erst jetzt an die Darstellung eines 

 Paters.

3. Daher die Frage: Stellst du einen Conversbruder

 einen Vollmönch oder einen Presbyter dar? 

 Welche Weihen soll der Mensch haben, den du

 darstellen willst (davon hängen sowohl Aus-

 rüstung als auch Darstellung ab).

4. Was du dir anschaffen solltest: Das Graduale

 Romanum, das Vesperale Romanum, das Buch für

 Oblaten der Dominikaner, das Gotteslob, das 

 alte Laudate (Gotteslob auf Latein), ein Mess-

 lektionar (Regieanweisungen für Messen), die

 Schott-Messbücher für das Herrenjahr, einen

 Kathechismus, einen Liturgischen Kalender, die

 Ordensregeln der Dominikaner, für den ßberblick

 das Buch "Klosterleben im Mittelalter" (Insel-

 Taschenbuch-Verlag) und eine Bibel.

5. Darüber hinaus wenn du soweit bist: Eine zeit-

 lich stimmige Gewandung (Fragen dazu beantwor-

 tet das zuständige Klosterarchiv), ggf. einen

 Weihrauchschwenker mit Schiffchen, eine Pater-

 nosterschnur oder einen Paternosterkranz (was

 davon, hängt von der zeitlichen Einordnung ab)

 dann noch eine weiße Tischdecke für den Altar, 

 einen Ambo oder eine Buchauflage, Weihrauch, 

 Gefäße für Weihwasser, Wein und Oblaten - von

 der gesamten Restausrüstung mal abgesehen.

6. Lerne laut, artikuliert und flüssig predigen,

 denn der Dominkanerorden war ein Predigerorden.

7. Lerne Kirchengeschichte, damit du weißt, wer

 in der Darstellung deine Freunde und wer deine

 Feinde sind (oder willst du dich etwa mit Chor-

 herren zusammen sehen lassen???).

8. Lerne Demut und Geduld, denn viele der sog.

 Neo-Heiden in der deutschen Szene sind zwar 

 mehr als peinlich, können aber mit ihren un-

 qualifizierten Kommentaren sehr lästig sein.

9. Mache dich darauf gefasst, dass du - wenn du

 gut darstellst - von Menschen auf das Thema

 Blasphemie angesprochen wirst. Lerne daher das

 Kirchenrecht, damit du weißt, was du darfst

 und was nicht.

10. Mache dich auch darauf gefasst, dass du - wenn

  du gut darstellst - mit der Zeit mit deiner

  Rolle verwechselst wirst bzw. mit ihr so ver-

  wächst, dass dir Menschen Dinge erzählen, die

  du garnicht erfahren wolltest.

Wenn das alles zusammenkommt, dann kannst du sicherlich mit der Zeit einen guten Dominkaner darstellen.
Viel Glück dabei. Vielleicht sieht man sich mal.
Frank
+Pax. Pater Hermann ab Monastre (OSB), Cellerar zu Werden

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Eintrag #3 vom 08. Jun. 2003 18:50 Uhr Mike Wendl  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mike Wendl eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht kleiner Researchlink ;-)

nur zur Ergänzung meines Vorredners, lieber Sebastian:
Die Ordensregeln findest Du bequemerweise unter
“Constitutiones et Acta Capitulorum Generalium Ordinis Fratrum Praedicatorum 1232-2001”
Beschreibung:
Mit den »Akten und Konstitutionen des Dominikanerordens« liegen erstmals sämtliche Akten der Generalkapitel der Dominikaner (1232-2001), sowie die wichtigsten Ausgaben ihrer Konstitutionen (von 1692, 1857, 1932, 1968 und 1998) vor, zusammen mit dem Text des Sammelwerkes von Vincenzo Fontana und Cajetan Lo-Cicero (1862).
Dieses ehrgeizige Projekt des Historischen Institutes des Dominikanerordens möchte durch die vorliegende digitale Ausgabe diese Texte einer breiteren ßffentlichkeit wieder zugänglich machen, die in Druckform seit Jahrzehnten nicht mehr im Buchhandel erhältlich und auch sonst nur schwer zugänglich sind. Zugleich entsteht durch die Möglichkeiten der Aufarbeitung, die diese digitale Textfassung mit ihrer Software bietet, ein Werkzeug für die historische und juristische Forschung, wie es das in der Geschichte der Kirche noch nie gegeben hat.
Die vorliegende Edition basiert auf den Editionen der Generalkapitelsakten von B.M. Reichert, den Originalausgaben der Generalkapitelsakten seit 1844, den originalen Ausgaben der Konstitutionen von V.A. Jandel, S.M. Gillet, A. Fernandez und T. Radcliffe und der Ausgabe der »Constitutiones, declarationes et Ordinationes« von Cajetan Lo-Cicero.
Die Konstitutionen, also die Rechtstexte des Dominikanerordens, dienten nicht nur den Dominikanern als Wegweisung, ihr Ordensleben zu gestalten, sondern auch zahlreichen Männer- und Frauengemeinschaften des katholischen Ordenslebens. Gleichzeitig prägten sie auch die Verfassung der mittelalterlichen Gemeinden und Städte, ja sind eine der wesentlichen Quellen für die Entstehung unserer heutigen Demokratie.
Euro 198,00 :-( dafür aber als digitale Version incl. Volltextsuche etc.
ISBN 3-932544-68-4
Grüsslis aus Brandenburg
-mike-
aka Lui der Bauer
(der sich auch mal an einer Klerusdarstellung versuchen wollte, es aber dann doch lieber lässt…)

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Eintrag #4 vom 10. Jun. 2003 00:46 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Tonsur

Also erstmal vielen Dank für die vielen Infos. Aber ein Problem hab ich immer noch: Meine Freundin hat mir gerade zum xten Mal erklärt, dass sie mich mindestens umbringt, wenn nicht noch viel schlimmeres, falls ich mir eine Tonsur schneide. Deshalb wüsste ich gerne, ob es Alternativen gibt, wie künstliche Tonsuren (nicht schlagen, bitte) oder den ganzen Tag die Kapuze nicht abziehen. Wenn nicht, brauch ich mir die ganze Arbeit nämlich nicht machen…
Sebastian

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Eintrag #5 vom 10. Jun. 2003 12:59 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Link-Hinweis

Bevor Du die “Kernfrage” der Tonsur angehst, solltest Du, da kann ich meinen “Vorschreibern” nur Recht geben, Dich vielleicht doch erst einmal intensiv mit dem Orden der Prediger und seiner Geschichte bzw. Spiritualität beschäftigen.
Hierzu ein Hinweis, von dem zahlreiche weiterführende Links sich erschließen: dominikaner.orden.de
Es handelt sich um die offizielle Webseite der deutschen Dominikanerprovinz.
Um aber das Tonsu-Problem doch etwas ernstzunehmen, sei der Hinweis gestattet, dass zwar alle ma-lichen Orden natürlich die Tonsur trugen, aber diese oft nur alle paar Monate nachrasiert wurde.
Im übrigen wurde oft die Tonsur mit dem Scheitelkäppchen (Peleolus) bedeckt, unter dem sie dann auch verschwindet …
Doch wie gesagt: Das dürfte ein tertiäres Problem bei der Darstellung sein.
Mit guten Wünschen Nikolaj

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Eintrag #6 vom 10. Jun. 2003 23:46 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Ein tertiäres Problem

ist das sicherlich, aber ich möchte eigentlich vermeiden, Monate (oder noch länger) mit
der Lösung der primären und sekundären Probleme zu verbringen, nur um dann festzustellen, dass meine Darstellung an einem tertiären Problem scheitert; verständlich, oder?
Um aber noch auf ein anderes Problem zu kommen: Frank hatte das Kirchenrecht angesprochen und dabei kam mir folgendes Problem in den Sinn: Der (oder das?) Habit der Dominikaner hat sich ja, soweit ich das überblicken kann, in den letzten 800 Jahren kaum geändert. Die ßhnlichkeit zu einem echten, modernen Dominikaner ist also durchaus gegeben. Ergeben sich daraus Probleme? Ist das Tragen von Mönchsgewändern rechtlich irgendwie geschützt? (so wie das Tragen von Uniformen?)
Und dann wäre da noch eine Frage zur Predigt: Bis ich meine Recherchen soweit habe, dass ich mich an eine Darstellung machen kann, werde ich wohl auch ganz gut predigen können (hoffentlich, sonst bin ich im falschen Studium), aber historische Predigten sind für moderne Menschen doch einigermaßen seltsam, wenn nicht lächerlich anzuhören. Inwiefern kann man seinen Zuhörern eine wirklich authentische Predigt überhaupt zumuten, ohne dass sie fluchtartig das Weite suchen? (Und kann ich es verantworten, die teilweise wirklich ziemlich verquere Theologie der damaligen Zeit zu vertreten? Das aber nur nebenbei, für die Diskussion dieser Frage werde ich mir wohl einen Theologen suchen müssen…)
Mag sein, dass auch das eher tertiäre Probleme sind, aber ich denke, es spricht nichts dagegen, Probleme dann zu klären, wenn sie auftauchen, und nicht unbedingt zu warten, bis ich irgendwann einmal alle anderen Fragen beantwortet habe.
Sebastian

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Eintrag #7 vom 11. Jun. 2003 08:27 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Probleme, nichts als Probleme

Ein weiteres durchaus nicht zu vernachlässigendes Problem (ich meine das durchaus ernst) könnte Deine Freundin werden, wenn sie (Du) merkt, daß auf Veranstaltungen nicht mehr gekuschelt werden darf.
Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen. So eine Rolle ist verdammt schwer überzeugend rüberzubringen, man benötigt sehr viel Hintergrundwissen. Gut, wenn Dich die Kirchen/Ordensgeschichte extrem interessiert, wirst Du Dir das Wissen aneignen. Falls nicht: laß es bitte!
Joachim,
aus gutem Grund EX-Johanniter,
hab´s nämlich nicht gepackt
PS
Das mit Tonsur kann sich im Alter von selbst klären :-)

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Eintrag #8 vom 11. Jun. 2003 12:37 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Naja

wenn ich warten will, bis sich das Tonsurproblem von alleine löst, habe ich zumindest noch sehr viel Zeit zum recherchieren… :-)
Sebastian

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Eintrag #9 vom 11. Jun. 2003 13:05 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Ach ja,...

von wegen Freundin, ich geh einfach mal davon aus, dass auch bei den Mönchen hinter verschlossenen Türen durchaus einiges vorging, was die heilige Mutter Kirche gar nicht gut gefunden hätte… :-)
Sebastian

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Eintrag #10 vom 11. Jun. 2003 13:34 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Rechtsfragen

In der Tat haben sich die meisten der alten Ordenstrachten (von der Verwendung neuzeitlicher, heute spgar teils synthetischer Stoffe und einem etwas “moderneren” Schnitt einmal abgesehen) im Laufe der Jahrhunderte bis heute nicht wesentlich geändert. Angesichts ihrer Einfachheit bzw. Schlichtheit und Praktikabilität ist das ja auch nicht zu erwarten …
Und geistliche Trachten sind nach deutschem Gesetz durchaus geschützt; die Analogie zur Uniform stimmt da schon, auch im juristischen Sinne.
Allerdings gilt diese Analogie auch in dem Sinne, dass natürlich bei Theateraufführungen und Filmen u.ä.m. auch echte Uniformen Verwendung finden können (was würden sonst die ganzen Krimiserien machen!) und ebenso auch echte Ordentrachten usw.
Es kommt juristisch auf das Umfeld und die Intention an: Wenn eine Ordenstracht benutzt wird, um beispielsweise in XYZ Geld zu sammeln für einen vorgeblichen guten Zweck (nämlich sich selbst), ist das natürlich eine eindeutig betrügerische Absicht, die durch den unberechtigterweise verwandten Habit noch unterstrichen wird …
Wenn sie “lediglich” verwandt wird, um die Religion zu verunglimpfen, so hängt wiederum vieles davon ab, wie und wo dies geschieht, denn ggf. kommt das andere Recht der “Freiheit der Kunst” ins Spiel und es kann einen schönen langen Rechtsstreit geben, welches Recht nun stärker ist (dafür gibt es bereits mehrere beispielhafte Prozesse!).
Wesentlich ist hier auch die Frage nach dem Gefühl der Gläubigen, denn das deutsche öffentliche Recht schützt nach heutiger allgemeiner Auslegung - selbst beim so genannten “Gotteslästerungsparagraphen” - nicht einen objektiven Sachverhalt, sondern die Empfindungen der Gläubigen; anders gesagt: fühlt sich niemand in seinen religiösen Gefühlen beleidigt, greift auch kein Staatsanwalt ein.
Auf die konkrete Situation bezogen heißt dies aber wohl:
1. ma-liche Veranstaltungen tragen (vgl. auch die Diskussion zum Waffentragen) einen theaterähnlichen Charakter, besonders, wenn es sich um Museumsveranstaltungen o.ä., aber wohl auch um geschlossene Märkte handelt. Insofern wäre auch das Tragen von geistlicher Gewandung innerhalb dieser Grenzen (!) von daher problemlos, sofern
2a. nicht eine Verunglimpfung der Religion bzw. der Gefühle der Gläubigen erfolgt bzw.
2b. mit ihrer Hilfe (!) geldliche Vorteile erlangt werden sollen, also vorgegeben wird, für einen religiösen Zweck zu sammeln (wenn lediglich der “Schauspieler” für seinen Einsatz durch Einsammeln bei den Zuschauern entlohnt werden soll, ist es wieder etwas anderes).
Was die Gefühle der Gläubigen angeht, so ist dies auf MA-Märkten sicher nicht so leicht zu erwarten, da dort meiner Beobachtung nach ja weniger aktive christliche Gläubige zu finden sind.
Aber hier kommt es natürlich wesentlich auf die Art der Darstellung an: Ist diese sach- und zeitgemäß und somit m.E. eigentlich religionsfreundlich, sehe ich auch dort keine Gefahr.
Noch ganz kurz meine Meinung zur Art der Predigt: Wenn man zeigen will, welche Rolle und Aufgabe der Prediger erfüllt(e), und dessen Stellung auch dem heutigen Zuhörer zugänglich machen möchte (und vielleicht sogar noch etwas inhaltlich “rüberbringen” will), ist sicher eine “moderne” Predigtform angemessen, wenn man die historische Darstellung aber ganz umfassend anlegen will, bietet sich vielleicht doch eine historisch bezeugte Predigt (wie ja auch solche aus der Frühzeit des Dominikanerordens schriftlich überliefert sind)eher an. Aber dies muss sicher auch aus der Situation gesehen werden: Eine Marktsprechpersiflage, wie sie manche “Geißelprediger” auf bestimmten Märkten liefern, ist sicher keine adäquate Lösung.
Mit guten Wьnschen Nikolaj

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Eintrag #11 vom 11. Jun. 2003 22:47 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Augustinusregel

Als ich heute in der Bibliothek saß und nach dem “Praeceptum” (Augustinusregel) gesucht habe, habe ich leider keine ßbersetzung gefunden. Auch in diversen Onlinekatalogen anderer Bibliotheken habe ich nichts gefunden, nicht einmal eine lateinische Ausgabe.
Jedenfalls wollte ich mal anfragen, ob mir da jemand einen Tip geben kann, wo ich was finden kann (am besten eine ßbersetzung, mein Latein ist nicht unbedingt Kirchenvätergeeignet, aber zur Not wird auch das gehen :-) )
Sebastian

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Eintrag #12 vom 12. Jun. 2003 10:11 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Augustinerregel

Die Augustinusregel findet sich nach meinen Unterlagen (auch in lateinischer Sprache und als Word-Dokument zum Herunterladen) unter folgender URL: www.augustiner.de/html/inhalt_set.htm?ordensregel
Hoffe, dass diese Angabe noch gültig ist.
Beste Grüße Nikolaj

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Eintrag #13 vom 12. Jun. 2003 10:17 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Augustinerregel II

Hier noch ein weitererLink zu einer (in diesem Falle nur deutschsprachigen) Textausgabe der Augustinerregel: www.heiligenlexikon.de/index.htm?[…]
Beste Grüße Nikolaj

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Eintrag #14 vom 12. Jun. 2003 10:29 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Augustinusregel III

Und hier zum Dritten noch ein Hinweis auf eine Buchausgabe u.a. der Augustinusregel:
Die großen Ordensregeln (Basilius, Augustinus, Franziskus, Ignatius von Loyola, hrsg. von
von Hans Urs von Balthasar, Laurentius Casutt, Franz Fäßler, Winfried Hümpfner, Leodegar Hunkeler, Mario Schoenenberger, Robert Stadler
Johannes Verlag Einsiedeln (Dezember 1994)
So, das dürfte sicher erst mal zum Weiterstudium genügen.
Beste Grüße Nikolaj

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Eintrag #15 vom 12. Jun. 2003 14:15 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Freundin

Hallo Sebastian!
Was da bei den Mönchen hinter verschlossenen Türen so vor sich ging, weiß ich natürlich nicht, aber es werden schon verschlossene Türen gewesen sein…
Wie mittelalterbegeistert ist Deine Freundin? Wenn sie nur ganz selten auf eine Veranstaltung mitkommt, fällt es sicher nicht so ins Gewicht, aber wenn Ihr überwiegend zusammen auf Veranstaltungen gehen wollt, ist das schwieriger. Ihr müßtet sozusagen ein heimliches Verhältnis darstellen. Alles andere fällt schon auf. (Gerade letztes Wochenende habe ich mich über einen Bischof mit Kinderwagen amüsieren können :o)
Eine Alternative zum Mönch wäre Weltklerus. Sicherlich nicht so stark mit dem Schwerpunkt Predigen, aber bis die Kirche beim Weltklerus das Zölibat durchgesetzt hat, hat es doch ziemlich gedauert. Aber letzten Endes bleibt es Deine Entscheidung!
Bis denn
Karen Thöle

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Eintrag #16 vom 26. Jun. 2003 13:13 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Weltklerus

Hallo Karen,
Weltklerus wäre sicher auch eine reizvolle Alternative, aber da habe ich ein Problem mit der Darstellung. Vom Klerus außerhalb des Klosters habe ich eigentlich keine rechte Vorstellung, aber ich sehe folgende Schwierigkeit: Wenn ich mich nicht gerade als Hausgeistlicher irgendeinem Adligen anschließe, dann habe ich eigentlich keine allzu große Daseinsberechtigung, denn meine Aufgabe wäre doch die Betreuung meines Kirchspiels, und das fehlt mir dann. Vor allem die Kirche kann ich mir ja schlecht auf den Rücken schnallen und auf Veranstaltungen mitnehmen. :-) Was tu ich also den lieben langen Tag? Warum bin ich Faulpelz nicht in meiner Kirche? Aber ich werde die Möglichkeit überdenken. Kannst du mir Literatur für den Einstieg empfehlen?
Sebastian

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Eintrag #17 vom 26. Jun. 2003 13:21 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht constitutiones antiquae

Ich habe eine Ausgabe der constitutiones antiquae aufgetrieben, und das nicht für 198-, auch nicht für 100@, nicht einmal für 50-… Nein, für sagenhafte 4- Fernleihgebühr!!!!!!! Ist das nicht TOLL, Jim? - Doch, das ist es, John! Das ist ja wirklich UNGLAUBLICH!!! Wie ist das nur möglich??? :o)
Spaß beiseite, bis ich die übersetzt habe, hat sich das Tonsurproblem wahrscheinlich wirklich von allein gelöst. Falls sich außer mir noch jemand dafür interessiert (was ich ja eigentlich nicht glaube, aber egal), bräuchten wir sie ja nicht zweimal übersetzen, sondern könnten sie aufteilen. Hat jemand Interesse?
Sebastian

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Eintrag #18 vom 29. Jun. 2003 22:38 Uhr Carsten Baumann   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Tonsurkappe,

Nein, DIE Augustinus - Regel hat es nicht gegeben. Es sind drei - angeblich auf Augustinus zurückgeführte “Regeltexte” bekannt, die allesamt sehr knapp gehalten sind! Wenn du die aktuelle lateinische Fassung möchtest, bitte: hier ist sie!
Allerdings ist die ma Fassung der Dominikaner - Regel nicht vollkommen identisch mit der “Regel nach Augustinus”.
Was die Tonsur betrifft: Du brauchst keine Tonsur - Imitation sondern eine Tonsurkappe, dann erledigt sich die Frage nach der Tonsur von alleine!
Wenn Du eine Vorstellung über die Weltgeistlichen bekommen willst, wende dich doch einfach an Hans F. Blaß, der hat darüber gearbeitet!
REGULA SANCTI PATRIS NOSTRI AUGUSTINI
1. Ante omnia, fratres carissimi, diligatur Deus, deinde et proximus, quia ista sunt praecepta principaliter nobis data.
2. Haec sunt quae ut observetis, praecipimus in monasterio constituti.

                                         CAPUT I

                             DE FINE ET FUNDAMENTO VITAE COMMUNIS

3. Primum, propter quod in unum estis congregati, ut unanimes habitetis in domo et sit vobis anima una et cor unum in Deum.
4. Et non dicatis aliquid proprium, sed sint vobis omnia communia, et distribuatur unicuique vestrum a praeposito vestro victus et
tegumentum, non aequaliter omnibus, quia non aequaliter valetis omnes, sed potius unicuique sicut cuique opus fuerit. Sic enim
legitis in Actibus Apostolorum, quia erant illis omnia communia et distribuebatur unicuique sicut cuique opus erat (Act. 4, 32 et 35).
5. Qui aliquid habebant in saeculo, quando ingressi sunt monasterium. libenter illud velint esse commune.
6. Qui autem non habebant, non ea quaerant in monasterio quae nec foris habere potuerunt. Sed tamen eorum infirmitati quod opus
est tribuatur, etiam si paupertas eorum, quando foris erant, nec ipsa necessaria poterat invenire. Tantum non ideo se putent esse
felices quia invenerunt victum et tegumentum, quale foris invenire non poterant.
7. Nec erigant cervicem, quia sociantur eis ad quos foris accedere non audebant, sed sursum cor habeant et terrena vana non
quaerant, ne incipiant esse monasteria divitibus utilia, non pauperibus, si divites illic humiliantur et pauperes illic inflantur.
8. Sed rursus etiam illi qui aliquid esse videbantur in saeculo non habeant fastidio fratres suos qui ad illam sanctam societatem ex
paupertate venerunt. Magis autem studeant, non de parentum divitum dignitate, sed de pauperum fratrum societate, gloriari. Nec
extollantur, si conununi vitae de suis facultatibus aliquid contulerunt, nec de suis divitiis magis superbiant, quia eas monasterio
partiuntur, quam si eis in saeculo fruerentur. Alia quippe quaecumque iniquitas in malis operibus exercetur ut fiant, superbia vero
etiam bonis operibus insidiatur ut pereant; et quid prodest dispergere dando pauperibus et pauperem fieri, cum anima misera
superbior efficitur divitias contemnendo, quam fuerat possidendo?
9. Omnes ergo unanimiter et concorditer vivite, et honorate in vobis invicem Deum cuius templa facti estis.

                                         CAPUT II

                                       DE ORATIONE

10. Orationibus instate horis et temporibus constitutis.
11. In oratorio nemo aliquid agat nisi ad quod est factum, unde et nomen accepit; ut si forte aliqui, etiam praeter horas constitutas, si
eis vacat, orare voluerint, non eis sit impedimento, qui ibi aliquid agendum putaverit.
12. Psalmis et hymnis cum oratis Deum, hoc versetur in corde quod profertur in voce.
13. Et nolite cantare nisi quod legitis esse cantandum; quod autem non ita scriptum est ut cantetur, non cantetur.

                                         CAPUT III

                               DE FRUGALITATE ET MORTIFICATIONE

14. Carnem vestram domate ieiuniis et abstinentia escae et potus, quantum valetudo permittit. Quando autem aliquis non potest
ieiunare, non tamen extra horam prandii aliquid alimentorum sumat, nisi cum aegrotat.
15. Cum acceditis ad mensam, donec inde surgatis, quod vobis secundum consuetudinem legitur, sine tumultu et contentionibus
audite; nec solae vobis fauces sumant cibum, sed et aures esuriant Dei verbum.
16. Qui infirmi sunt ex pristina consuetudine, si aliter tractantur in victu, non debet aliis molestum esse nec iniustum videri, quos facit
alia consuetudo fortiores. Nec illos feliciores putent, quia sumunt quod non sumunt ipsi, sed sibi potius gratulentur, quia valent quod
non valent illi.
17. Et si eis, qui venerunt ex moribus delicatioribus ad monasterium, aliquid alimentorum, vestimentorum, stramentorum,
operimentorum datur, quod aliis fortioribus et ideo felicioribus non datur, cogitare debent quibus non datur, quantum de sua saeculari
vita illi ad istam descenderint, quamvis usque ad aliorum, qui sunt corpore firmiores, frugalitatem pervenire nequiverint. Nec debent
velle omnes, quod paucos vident amplius, non quia honorantur, sed quia tolerantur, accipere, ne contingat detestanda perversitas, ut
in monasterio, ubi, quantum possunt, fiunt divites laboriosi, fiant pauperes delicati.
18. Sane, quemadmodum aegrotantes necesse habent minus accipere ne graventur, ita et post aegritudinem sic tractandi sunt, ut
citius recreentur, etiam si de humillima saeculi paupertate venerunt, tamquam hoc illis contulerit recentior aegritudo, quod divitibus
anterior consuetudo. Sed cum vires pristinas reparaverint, redeant ad feliciorem consuetudinem suam, quae famulos Dei tanto
amplius decet, quanto minus indigent. Nec ibi eos teneat voluptas iam vegetos, quo necessitas levarat infirmos. Illi se aestiment
ditiores, qui in sustinenda parcitate fuerint fortiores; melius est enim minus egere, quam plus habere.

                                         CAPUT IV

                         DE CUSTODIA CASTITATIS ET FRATERNA CORRECTIONE

19. Non sit notabilis habitus vester, nec affectetis vestibus placere sed moribus.
20. Quando proceditis, simul ambulate; cum veneritis quo itis, simul state.
21. In incessu, in statu, in omnibus motibus vestris nihil fiat quod cuiusquam offendat aspectum, sed quod vestram decet
sanctitatem.
22. Oculi vestri, et si iaciuntur in aliquam feminarum, figantur in nemine. Neque enim, quando proceditis, feminas videre prohibemini,
sed appetere, aut ab ipsis appeti velle, criminosum est. Nec solo tactu et affectu, sed aspectu quoque, appetitur et appetit
concupiscentia feminarum. Nec dicatis vos animos habere pudicos, si habetis oculos impudicos, quia impudicus oculus impudici
cordis est nuntius. Et cum se invicem sibi, etiam tacente lingua, conspectu mutuo corda nuntiant impudica, et secundum
concupiscentiam carnis alterutro delectantur ardore, etiam intactis ab immunda violatione corporibus, fugit castitas ipsa de moribus.
23. Nec putare debet qui in femina figit oculum et illius in se ipse diligit fixum, ab aliis se non videri, cum hoc facit; videtur omnino, et a
quibus se videri non arbitratur. Sed ecce lateat et a nemine hominum videatur, quid faciet de illo desuper inspectore quem latere nihil
potest? An ideo putandus est non videre, quia tanto videt patientius, quanto sapientius? Illi ergo vir sanctus timeat displicere, ne velit
feminae male placere. Illum cogitet omnia videre, ne velit feminam male videre. Illius namque et in hac causa commendatus est
timor, ubi scriptum est: Abominatio est Domino defigens oculum (Prov. 27, 20).
24. Quando ergo simul estis in ecclesia et ubicumque ubi et feminae sunt, invicem vestram pudicitiam custodite; Deus enim qui
habitat in vobis, etiam isto modo vos custodiet ex vobis.
25. Et si hanc de qua loquor oculi petulantiam in aliquo vestrum adverteritis, statim admonete, ne coepta progrediatur, sed de proximo
corrigatur.
26. Si autem et post admonitionem iterum, vel alio quocumque die, id ipsum eum facere videritis, iam velut vulneratum sanandum
prodat, quicumque hoc potuit invenire; prius tamen et alteri vel tertio demonstratum, ut duorum vel trium possit ore convinci et
competenti severitate coërceri. Nec vos iudicetis esse malevolos, quando hoc indicatis. Magis quippe innocentes non estis, si fratres
vestros, quos indicando corrigere potestis, tacendo perire permittitis. Si enim frater tuus vulnus haberet in corpore, quod vellet
occultare, cum timet sanari, nonne crudeliter abs te sileretur et misericorditer indicaretur? Quanto ergo potius eum debes
manifestare, ne perniciosius putrescat in corde?
27. Sed antequam aliis demonstretur, per quos convincendus est, si negaverit, prius praeposito debet ostendi, si admonitus
neglexerit corrigi, ne forte possit, secretius correptus, non innotescere ceteris. Si autem negaverit, tunc nescienti adhibendi sunt alii,
ut iam coram omnibus possit non ab uno teste argui, sed a duobus vel tribus convinci. Convictus vero, secundum praepositi, vel
etiam presbyteri ad cuius dispensationem pertinent, arbitrium, debet emendatoriam sustinere vindictam. Quam si ferre recusaverit,
etiam si ipse non abscesserit, de vestra societate proiciatur. Non enim et hoc fit crudeliter, sed misericorditer, ne contagione pestifera
plurimos perdat.
28. Et hoc quod dixi de oculo non figendo, etiam in ceteris inveniendis, prohibendis, indicandis, convincendis vindicandisque
peccatis, diligenter et fideliter observetur, cum dilectione hominum et odio vitiorum.
29. Quicumque autem in tantum progressus fuerit malum, ut occulte ab aliqua litteras vel quaelibet munuscula accipiat, si hoc ultro
confitetur, parcatur illi et oretur pro illo; si autem deprehenditur atque convincitur, secundum arbitrium presbyteri vel praepositi gravius
emendetur.

                                         CAPUT V

                 DE HIS QUIBUS UTITUR TRANSITURA NECESSITAS EORUMQUE CUSTODIBUS

30. Vestes vestras in unum habete, sub uno custode vel duobus vel quot sufficere potuerint ad eas excutiendas, ne a tinea laedantur;
et sicut pascimini ex uno cellario, sic induimini ex uno vestiario. Et, si fieri potest, non ad vos pertineat, quid vobis induendum pro
temporis congruentia proferatur, utrum hoc recipiat unusquisque vestrum quod deposuerat, an aliud quod alter habuerat; dum tamen
unicuique, quod cuique opus est, non negetur. Si autem hinc inter vos contentiones et murmura oriuntur, cum queritur aliquis deterius
se accepisse quam prius habuerat et indignum se esse qui ita vestiatur, sicut alius frater eius vestiebatur, hinc vos probate quantum
vobis desit in illo interiore sancto habitu cordis, qui pro habitu corporis litigatis. Tamen si vestra toleratur infirmitas, ut hoc recipiatis,
quod posueritis, in uno tamen loco, sub communibus custodibus habete quod ponitis.
31. Ita sane, ut nullus sibi aliquid operetur, sed omnia opera vestra in commune fiant, maiori studio et frequentiori alacritate, quam si
vobis singuli propria faceretis. Caritas enim, de qua scriptum est quod non quaerat quae sua sunt (1 Cor. 13, 5), sic intellegitur, quia
communia propriis, non propria communibus anteponit. Et ideo, quanto amplius rem communem quam propria vestra curaveritis,
tanto vos amplius profecisse noveritis; ut in omnibus quibus utitur transitura necessitas, superemineat, quae permanet, caritas.
32. Consequens ergo est ut etiam si quis suis filiis, vel aliqua necessitudine ad se pertinentibus, in monasterio constitutis, aliquid
contulerit, vel aliquam vestem, sive quodlibet aliud inter necessaria deputandum, non occulte accipiatur, sed sit in potestate
praepositi, ut in re communi redactum, cui necessarium fuerit, praebeatur. Quod si aliquis rem sibi collatam celaverit, furti iudicio
condemnetur.
33. Indumenta vestra secundum arbitrium praepositi laventur, sive a vobis, sive a fullonibus, ne interiores animae sordes contrahat
mundae vestis nimius appetitus.
34. Lavacrum etiam corporum, cuius infirmitatis necessitas cogit, minime denegetur, sed fiat sine murmure de consilio medicinae, ita
ut, etiam si nolit, iubente praeposito, faciat quod faciendum est pro salute. Si autem velit, et forte non expedit, suae cupiditati non
oboediat. Aliquando enim, etiam si noceat, prodesse creditur quod delectat.
35. Denique, si latens est dolor in corpore, famulo Dei, dicenti quid sibi doleat, sine dubitatione credatur; sed tamen, utrum sanando
illi dolori, quod delectat expediat, si non est certum, medicus consulatur.
36. Nec eant ad balneas, sive quocumque ire necesse fueiit, rninus quam duo vel tres. Nec ille qui habet aliquo eundi necessitatem,
cum quibus ipse voluerit, sed cum quibus praepositus iusserit, ire debebit.
37. Aegrotantium cura, sive post aegritudinem reficiendorum, sive aliqua imbecillitate, etiam sine febribus laborantium, uni alicui
debet iniungi, ut ipse de cellario petat, quod cuique opus esse perspexerit.
38. Sive autem qui cellario, sive qui vestibus, sive qui codicibus praeponuntur, sine murmure serviant fratribus suis.
39. Codices certa hora singulis diebus petantur; extra horam qui petierit, non accipiat.
40. Vestimenta vero et calceamenta, quando fuerint indigentibus necessaria, dare non differant, sub quorum custodia sunt quae
poscuntur.

                                         CAPUT VI

                           DE PETENDA VENIA ET OFFENSIS CONDONANDIS

41. Lites aut nullas habeatis, aut quam celerrime finiatis, ne ira crescat in odium, et trabem faciat de festuca, et animam faciat
homicidam. Sic enim legitis: Qui odit fratrem suum homicida est (1 Io. 3, 15).
42. Quicumque convicio, vel maledicto, vel etiam criminis obiectu, alterum laesit, meminerit satisfactione quantocius curare quod
fecit, et ille qui laesus est, sine disceptatione dimittere. Si autem invicem se laeserunt, invicem sibi debita relaxare debebunt, propter
orationes vestras, quas utique, quanto crebriores habetis, tanto saniores habere debetis. Melior est autem qui, quamvis ira saepe
temptatur, tamen impetrare festinat, ut sibi dimittat, cui se fecisse agnoscit iniuriam, quam qui tardius irascitur et ad veniam
petendam difficilius inclinatur. Qui autem numquam vult petere veniam, aut non ex animo petit, sine causa est in monasterio, etiam si
inde non proiciatur. Proinde vobis a verbis durioribus parcite; quae si emissa fuerint ex ore vestro, non pigeat ex ipso ore proferre
medicamenta, unde facta sunt vulnera.
43. Quando autem necessitas disciplinae, minoribus coërcendis, dicere vos verba dura compellit, si etiam in ipsis modum vos
excessisse sentitis, non a vobis exigitur, ut ab eis veniam postuletis, ne apud eos quos oportet esse subiectos, dum nimia servatur
humilitas, regendi frangatur auctoritas. Sed tamen petenda venia est ab omnium Domino, qui novit etiam eos, quos plus iusto forte
corripitis, quanta benevolentia diligatis. Non autem carnalis, sed spiritalis inter vos debet esse dilectio.

                                         CAPUT VII

                              DE REGENDI OBOEDIENDIQUE RATIONE

44. Praeposito tamquam patri oboediatur, honore servato, ne in illo offendatur Deus; multo magis presbytero, qui onmium vestrum
curam gerit.
45. Ut ergo cuncta ista serventur et, si quid servatum non fuerit, non neglegenter praetereatur, sed emendandum corrigendumque
curetur, ad praepositum praecipue pertinebit; ita, ut ad presbyterum, cuius est apud vos maior auctoritas, referat, quod modum vel
vires eius excedit.
46. Ipse vero qui vobis praeest, non se existimet potestate dominantem, sed caritate servientem felicem. Honore coram vobis
praelatus ist vobis, timore coram Deo substratus sit pedibus vestris. Circa omnes seipsum bonorum operum praebeat exemplum,
corripiat inquietos, consoletur pusillanimes, suscipiat infirmos, patiens sit ad omnes. Disciplinam libens habeat, metum imponat. Et
quamvis utrumque sit necessarium, tamen plus a vobis amari appetat quam timeri, semper cogitans Deo se pro vobis redditurum
esse rationem.
47. Unde vos magis oboediendo, non solum vestri, verum etiam ipsius miseremini, quia inter vos, quanto in loco superiore, tanto in
periculo maiore versatur.

                                        CAPUT VIII

                                  DE REGULAE OBSERVANTIA

48. Donet Dominus, ut observetis haec omnia cum dilectione, tamquam spiritalis pulchritudinis amatores et bono Christi odore de
bona conversatione flagrantes, non sicut servi sub lege, sed sicut liberi sub gratia constituti.
49. Ut autem vos in hoc libello tamquam in speculo possitis inspicere, ne per oblivionem aliquid neglegatis, semel in septimana
vobis legatur. Et ubi vos inveneritis ea quae scripta sunt facientes, agite gratias Domino bonorum omnium largitori. Ubi autem sibi
quicumque vestrum videt aliquid deesse, doleat de praeterito, caveat de futuro, orans ut ei debitum dimittatur et in temptationem non
inducatur.
Gruß von Carsten

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Eintrag #19 vom 30. Jun. 2003 12:16 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Habit

Hallo
Kann mir vielleicht jemand ein paar Hinweise zum Habit geben? Ich habe bisher nicht soviele Abbildungen von Dominikanern gefunden, und die paar, die ich gefunden habe, sind ein bisschen undeutlich. Trugen die damals schon ein Skapulier? War die Kapuze am Mantel angenäht oder trug man eine Gugel? Und welche Materialien kommen in Frage? Leinen? Wolle? Beides? Und was ist mit Beinlingen?
Sebastian

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Eintrag #20 vom 04. Jul. 2003 13:31 Uhr   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Danke

Hallo Carsten,
ich habe ganz vergessen, mich für die Augustinusregel zu bedanken. Das tue ich also hiermit. Sorry.
Sebastian

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Eintrag #21 vom 25. Dez. 2003 21:31 Uhr Sebastian Fricke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sebastian Fricke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Darstellung eines Dominikaners - Internet?

Hallo,
Ich stelle auch einen Sominikaner dar, habt ihr noch mehr Links im Net als den einen zum Dominikaner Orden? Leider komm ich selber nicht dazu danach zu suchen zur Zeit!
Bruder Gilbert von Bärenfels

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Eintrag #22 vom 29. Dez. 2003 18:58 Uhr Mario Bessert  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mario Bessert eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ordensregeln

Ein Glück das ich mich“nur” für einen Schreibermönch des Benediktinerordens entschieden habe.Ich sitzte häufig über den Benediktinerregeln.Dieses Buch gibt es unter anderem günstig im Manufactum-Katalog.Auch ich kenne das Problem und habe mir so manche Nervenzelle zermürbt,welchem Orden ich mich“anschliesse”.Denn die Besucher schauen einmal auf das,was du tust,aber auch auf das,was du bist.Aber während Du dich über Deine Bücher wirfst,solltest Du dich auch ein wenig mit Latein beschäftigen.Ab und zu ein paar lateinsche Sprüche rüber zubringen,zeigt immer ein Bild geistlicher Gelehrigkeit.
pax vobiscum

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