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Eintrag #1 vom 20. Feb. 2000 21:16 Uhr Thomas Martini  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas Martini eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo zusammen, ich habe einige Fragen und möchte infach mal schreiben, was ich so herausgefunden habe… ___ Das Leben auf einer Burg Das Leben war hier weit weniger romantisch als in unseren Vorstellungen. Die Räume konnten nur unzureichend geheizt werden und durch viele Ritzen pfiff der Wind. ßber den Boden huschten oft Ratten und Mäuse. Man wusch sich nur in unregelmäßigen Abständen und auch nur dort wo es “nötig” war. Ein warmes Bad, wegen des teuren Brennholzes, eh nur dem Burgherren vorbehalten. Eine Plage war in einer Burg auch weit verbreitet: Läuse!. Meist mehrmals täglich wurden sie ausgekämmt. Geschlafen wurde auf dem Fußboden oder in einem Himmelbett, das von allen Seiten verschlossen werden konnte, da es überall zog. Die Kinder schliefen gemeinsam in einem Bett, oft auch zusammen mit den Erwachsenen. Geschlafen wurde meist nackt. Als Beleuchtung dienten lange Kienspäne, die an der Wand in Eisenringen steckten Es gab auch kleine Talglampen, in denen Tierfett verbrannt wurde. Das Essen war meist nicht sehr abwechslungsreich, besonders im Winter. Hauptnahrungsmittel waren: Brot, Brei (Erbsen-, Hirsebrei und Hafermus), Eier, Milch und Käse. Fleisch war ein Festtagsspeise. Aus dem Burggarten gabs im Sommer noch Erbsen, Linsen, Bohnen, Kohl, Rüben, Fenchel, Selerie und Lauch. Getrunken wurde meist Quellwasser, Milch, Wein und Bier, das auch die Kinder tranken. Gekocht wurde auf dem offenen Herdfeuer in großen Kesseln, die meist an einem Schwenkarm über dem Feuer hingen. Die Spiele der Kinder bis 7 Jahren unterschieden sich nicht wesentlich von den heutigen. Puppen aus Holz und Ton standen zur Verfügung. Beliebte Spiele waren: Blindekuh, Seilhüpfen, Fangen, Verstecken, dazu war die Burg der ideale Spielplatz. Weitere Spielsachen waren Kreisel, Steckenpferde, Windrädchen und Murmeln. Jungen spielten auch “Ritter” mit Stöcken als Lanzen. ____ ich sollte dazu erwähnen, das ich gerade dabei bin eine paar Ideen zu sammeln und zu papier zu bringen. Eure Meinung ?
Angelo de la Vasantes

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Eintrag #2 vom 20. Feb. 2000 21:23 Uhr Thomas Martini  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas Martini eine Nachricht zu schreiben.

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Gibt es irgendwo Informationsmaterial oder Links, wo ich mehr erfahren könnte ???
Angelo de la Vasantes

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Eintrag #3 vom 21. Feb. 2000 13:47 Uhr Tina Melczuk   Nachricht

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…zu erwähnen wäre noch, daß meist nur 2 Mahlzeiten am Tag gegessen wurden, nämlich morgens und abends (wobei letzteres üblicherweise die Hauptmahlzeit war). Bei ärmeren Leuten bestanden diese Mahlzeiten zumeist nur aus Brei, aber auch bei den ´Herrschaften´ gab es seltener Fleisch und Obst oder Gemüse. Brot wurde selten meist recht trocken gegessen, da oft nur alle paar Wochen oder gar Monate gebacken wurde. Wer nicht satt wurde, hatte zuwenig Brot gegessen! Wenn man es sich leisten konnte, trank man morgens warmen, gewürzten Wein mit Honig. Es stank nach allerlei Getier, daß dicht bei den Wohnräumen lebte: Pferde, Schafe, Schweine, Hühner…nach Pech, Unrat und allerlei Verbranntem. Die Spiele waren nicht nur Zeitvertreib für Kinder, sondern wurden auch von Erwachsenen gespielt. Lederne, selbstgenähte Bälle hat man gefunden, die mit Roßhaar gefüllt waren.. mit Pfeil und Bogen wurde auch gespielt. Bis ins vorletzte Jahrhundert schlief man noch in kastenähnlichen Betten (sehen aus wie Wandschränke, wie hießen sie noch gleich?) um Zugluft fernzuhalten. Der ´Himmel´ des Bettes (meist aus massivem Holz) diente dazu, das Ungeziefer daran zu hindern, von der Zimmerdecke ins Bett zu fallen. Grrrr, wer will unter damaligen Bedingungen in einer Burg wohnen? Naaaaa? Freiwillige vor ;-))) Wen wunderts, daß man Glück hatte, wenn man 30 oder älter wurde. Grüße
Tina alias Arngard

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Eintrag #4 vom 21. Feb. 2000 14:34 Uhr Ameli (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ameli eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Arngard, meinst Du den “Alkoven” Gegen stechendes und beißendes Getier versuchte man sich auch zu schützen, indem man blut- und ähnlich getränkte Lappen ins Zimmer legte. Die Plagegeister sollten sich dann von den Menschen abwenden und auf die bereitgestellten Schüsseln stürzen. Na Mahlzeit!
Ameli/Elisabeth von Tannenberg

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Eintrag #5 vom 21. Feb. 2000 21:39 Uhr Tina Melczuk   Nachricht

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Hi Ameli, genau die meinte ich, mir fiel bloß das Wort nicht mehr ein ;-) Ich meine, die gab es in Norddeutschland noch lange in alten Bauernhäusern.
Tina alias Arngard

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Eintrag #6 vom 22. Feb. 2000 01:46 Uhr Matthias Schlegel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Schlegel eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Tina ! Diese Dinger werden im norddeutschen Sprachgebrauch “Upkammer” genannt, wohl deshalb, weil eine Art Treppe (ich kenn´s auch als Stiege) in das Schlafgemach führt, welches im Allgemeinen nicht größer als 1 x 2m ist und 50 - 100cm über dem normalen Bodenniveau liegt. “Up in´d Kammer” eben … Mein Heuerhaus ist Baujahr 1914 und hatte sowas auch mal; Freunde von mir wohnen in einem alten Bauernhaus von 1885, in dem diese Kammer noch mit Schnitzerein versehen ist. Dient heute den Kiddis der Beiden als Versteck und Rumpelkammer … Wieso die Kammer so weit über dem Fußboden liegt, kann ich nur vermuten … warme Luft steigt halt nach oben, und so hat sich der temperierte Mief wohl etwas länger gehalten. Sollte ich mich diesbezüglich irren, bitte ich um Berichtigung. Gruß,
Matthias

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Eintrag #7 vom 22. Feb. 2000 21:30 Uhr Tina Melczuk   Nachricht

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Hi Matthias, also ich kannte bis jetzt nur den Begriff Alkoven, zumindest hab ich sowas schon von meinem Vater gehört, der aus dem Norden stammt. Aber ich weiß es eben nicht ganz genau, jedenfalls war das Bett in eine Art Schrank gebaut, der des nachts von innen zugemacht wurde um die Wärme zu speichern. Grüße,
Tina alias Arngard

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Eintrag #8 vom 23. Feb. 2000 01:06 Uhr Thomas Martini  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas Martini eine Nachricht zu schreiben.

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Zeitvertreib der Erwachsenen Bei Kinder wie Erwachsenen sehr beliebt war “Tricktrack”, dass heutige Backgammon. Schach und Dame wurden aber auch gespielt. Eine Art Fußball gab es auch: Eine gefüllte Schweinsblase mußte mit Händen und Füßen ins Tor getragen werden. Im Sommer ging die Burgfamilie auch gern zur Jagt. Dabei zählten Falken zu den wertvollen Jagtgehilfen, sie konnten Hasen und Kaninchen schlagen. Ansonsten gab es auch noch die Treibjagt mit Hunden und Pferden. Ein weiterer Höhepunkt im Burgleben waren Turniere die meist mit großen Festen verbunden waren. Bei diesen Festen traten auch Sänger und Gaukler auf. Mittelpunkt aber war das Turnier. Hierbei traten verschiedene Ritter gegeneinander an und mußten sich mit der Lanze vom Pferd stoßen. Der Sieger wurde im “k.o. System” ermittelt und erhielt eine Siegesprämie ____ ich hatte nochwas gesammelt zum Thema Spiele für Erwachsenen auf einer Burg… Bin gespannt was Ihr davon haltet
Angelo de la Vasantes

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Eintrag #9 vom 23. Feb. 2000 04:10 Uhr Kai (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Kai eine Nachricht zu schreiben.

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Gerade zum letzten Punkt ist zu unterscheiden, wem wessen Vogel zustand! Nicht jeder hatte einen Habicht zur Verfügung (Jagd auf Karnickel und Hasen). Gerade bezüglich der Greifen wurden eifersüchtige Standesunterschiede offenbar! Gruß, Kai

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Eintrag #10 vom 23. Feb. 2000 20:28 Uhr Martin (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Martin eine Nachricht zu schreiben.

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Die schwerste Zeit was die Nahrung anging war wohl das Frühjahr. Fast alle Vorräte des Winters aufgebraucht, und die neue Saat noch nicht aufgegeangen. Haustiere wie Schweine wurden spätestens im November geschlachtet, um sie nicht durch den Winter füttern zu müssen. Die Jagd kann man als Nahrungsquelle bei Adligen wohl vernachlässigen, sie war in erster Linie Zeitvertreib, wie Tierknochenfunde belegen.
mfg Martin

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Eintrag #11 vom 02. Mrz. 2000 12:53 Uhr Thomas Martini  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas Martini eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Kai, dass heisst, je nach Greifvogel, wurde die Person geachtet oder verachtet ? Ist das, sozusagen, gleichzusetzen mit Politischer Position heute ? Gruß
Angelo de la Vasantes

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Eintrag #12 vom 09. Mrz. 2000 12:36 Uhr Rüdiger Landskron   Nachricht

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Nur mal so zwischendurch: Der Kachelofen kam bereits ab dem mittleren 12.Jh. in Burgen der heutigen Schweiz vor und wurde so perfektioniert, daß ihn sich auch reichere Bauern ab Anfang 13. Jh. leisten konnten. Von einer kleineren Burganlage wird berichtet, daß sogenannter Ofen so ge- baut war, daß er vier Zimmer beheizen konnte. So nachzulesen in dem Buch “Adelsburgen in Deutschland”. Genauere Verlagsdaten weis ich hier jetzt leider nicht, kann ich bei Interesse aber nachlegen. Servus
Rudeger Wolf von Haldenberg

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Eintrag #13 vom 18. Mrz. 2000 16:52 Uhr Kai (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Kai eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Angelo, sorry, nochmals, hatte meinen Eintrag vergessen und war danach nicht mehr auf dieser Seite … Beizvögel wurden schon verhältnismäßig früh “katalogisiert”, bereits im 8.Jhdt. verfaßte Al Gitrif das erste Buch über Greife, deren Einsatz  und Krankheiten. Er unterteilte ausschließlich in Leistungsgruppen und stellte allen anderen den Habicht voran, an zweiter Stelle den Wanderfalken, gefolgt vom Sakerfalken, Lannerkfalken und dem Sperber, lediglich der Besitz des seltenen “weißen Habichtes” (Accipter gentilis albidus) sollte ein fürstliches Privileg darstellen. Ebenso verfuhr der Hohenstaufe Friedrich II. in seinem Buch “De arte venandi cum avibus” (“ßber die Kunst mit Vögeln zu jagen”). Für ihn war ausschließlich die Fähigkeit der Greifvögel zur Beizjagd ausschlaggebend. Er favourisierte primär die nordischen Jagdfalken (Gerfalken), dann die Saker-, Lanner- und Wanderfalken, den Habicht und schließlich den Sperber; vom Merlin (kleinster europäischer Falke) sprach er nur mit Geringschätzung. Die eigentliche soziale Einteilung der Greifvögel nahm wohl erstmals Juiliana Barnes, ßbtissin von Sopwell bei St. Albans vor. Sie schrieb: “Adler, Gyr und Milane dem Kaiser (wobei die Bezeichnung ”Gyr“ wahrscheinlich den weißen Gerfalken meint, der Milan als Wild gedacht ist und der Adler als Statussymbl angeführt wird), die nordischen Falken den Königen (alle anderen Gerfalken), die ”faucons gentils“ den Prinzen (die Wanderfalken), die ”oiseaux batards“ den Baronen, die ”faucons montagnards“ den Herzögen, die ”pelerins“ den Grafen (”Bastardvogel“, ”Bergfalke und “Pilger” beziehen sich auf den Wanderfalken in seinen verschiedenen Brutarealen Felsen, Baum und Boden), die “sacres” den Rittern (Saker-, bzw. Würgfalke), “lanners” den Knappen (Lanner-, Feldeggsfalke), Merline den Damen, Lerchenfalke den jungen Edelleuten (Baumfalke), Sperber den Priestern und Habichte den Freisassen (m.E. einer der besten Vögel, sehr seltsam).“ RIESENTHAL, Otto: ”Die Geschichte der Jagd.“ ohne Angaben (habe ich nur als Kopie): ”Der Gerfalke“, ”Der Sakerfalke“, ”Der Wanderfalke“ SCHALWAT, Frank: ”Die mittelalterliche Sozialordnung bezüglich der Einteilung von Beizvögeln." Gruß, Kai

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Eintrag #14 vom 24. Jul. 2001 22:19 Uhr Jan Koopmann   Nachricht

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Hallo,
ich kann zwar zu dem Thema selbst nicht soviel beitragen, habe aber ein paar fragen, die mir auf den Fingern brennen. Und zwar:
1. Weiß jemand wie stark die Besatzung einer typischen Ritterburg in Friedenszeiten war? Wie viele Wachen gab es, wie viele Bedienstete?
Wie groß war eigentlich der Herrschaftsbereich einer solchen Burg an Fläche und Bevölkerung?
Wäre schön wenn ihr mir das beantworten könntet
Jan

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Eintrag #15 vom 25. Jul. 2001 08:11 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Jan, “Ritterburg” ist nicht gleich “Ritterburg”. Hier in der Mark gab es z.B. große landesherrliche Burgen (wie Spandau) aber auch winzige Wehranlagen wie etwa eine Motte. Eine Burg konnte also die ßbersicht über einen großen Landstrich haben, genauso aber auch nur der Kontrolle eines Flußüberganges dienen. Hier sicherten sich die Askanier als Landesherren die direkte Kontrolle über die strategisch wichtigen, besser ausgebauten Burgen. Kleinere Anlagen wurden an Ministerialen vergeben, der nach meiner Recherche vielleicht eine Handvoll Männer hatte, um seinen Wohnturm zu verteidigen, die in Friedenszeiten aber andere Aufgaben hatten.
Die Anzahl der Besatzung war im Kriegsfall das Geheimnis. Man hätte Burgen beim Einfall in fremdes Gebiet natürlich umgehen können. Da man aber nicht genau wußte, welche Besatzungszahl dort stand, war das immer ein Risiko, da einen die Burgbesatzung vom Nachschub usw. abschneiden konnte. Das war einer der strategischen Faktoren der Burgen.
Joachim
www.brandenburg1260.de

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Eintrag #16 vom 25. Jul. 2001 11:25 Uhr Dietrich (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dietrich eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Jan,
wie Joachim schon schrieb, hing die Stärke einer Besatzung immer von Größe und Verwendungszweck einer Burg ab. Diente sie als ständiger Wohnsitz seiner Besitzer, konnten mit Bediensteten und Verwandten durchaus einige Dutzend bis zu einigen Hundert Menschen zusammenkommen, je nach Rang des Besitzers und Größe der Burg.
Meistens waren Burgen aber spärlich besetzt; mehr als ein Vogt und vielleicht 3 oder 4 Mann dürften selten als Besatzung dort gewesen sein. Ich weiß sogar von einem Fall, in dem der Vogt allein auf der Burg war, während seine Knechte im Dorf bei ihren Familien wohnten. Als dann die Burg überraschend angegriffen wurde, verrammelte der Vogt das Tor und schoß eine kanone ab, um seine Leute im Dorf zu alarmieren.
Dietrich

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Eintrag #17 vom 16. Sep. 2001 01:00 Uhr Martin H   Nachricht

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Hallo Dietrich,
meiner Ansicht nach dürfte das mit den “3-4 Mann” aber eher Ausbnahme gewesen sein, weil Burgen im Hochmittelalter gesellschaftliche und auch wirtschaftliche Zentren gewesen sind, da das Städtwesen noch in den Kinderschuhen steckte und die Burg, wie schon zuvor gesagt, als Kontrolle und Zentrum einer (kleineren/größeren) Landschaft und auch als Rückzugspunkt diente. Zudem war sie noch ein sehr teures Bauwerk. Das wußten auch Feinde, es diesen so schwer wie möglich zu machen war also im Interesse des Burgherren….
Gruß Wolf von Miroldes

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Eintrag #18 vom 16. Sep. 2001 22:52 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

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von der Burg zu Oberkirch erbaut Ende 12.- Anfang 13.Jh. weiß ich, das sie als reine überwachungsburg erbaut war und über recht wenig wohlichen Komfort verfügte. burgbesatzung war wohl ein Vogt und eine mir nicht bekannte Anzahl Söldner, die im Verbund mit einer Schwesternburg auf dem Nachbarberg die Aufgabe hatte, einen Handelsweg zu kontrollieren. Da diese Burg einen auffallend guten Rundumblick bietet, aber strategisch ungünstig am Hang liegt, so dass sie von oberhalb angegriffen werden konnte fragte ich nach und erfuhr, das diese Burg als eine Art Polizeistation gedacht und erbaut wurde. Im Kriegsfalle wäre sie bei ßbermacht wohl aufgegeben worden.
Die Burg ist recht klein, könnte aber gut 30-40 Mann kasernierte Besatzung beherrbergt haben, doch das ist Spekulation. Angeblich ist die Burg mit ihrer gut 6.10km weit entfernten Schwesternburg durch einen Tunnel verbunden, was ich in Anbetracht mittelalterlicher Bergbautechnik und dem Aufwand des Unterhalts für unwarscheinlich halte…
Gruss, Uli

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Eintrag #19 vom 17. Sep. 2003 13:04 Uhr Beitrag anonymisiert

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Jetzt mal weg von den Männern in der Burg! Es tummelten sich nämlich noch mehr Menschen in der Burg.
Zu nennen wären da die Mägde (melken, Eier sammeln, Tiere versorgen, kochen, waschen, backen, putzen, schleppen etc), sogar eine Bierbrauerin (ja, in Schottland = Urquart Castle gibt es Belege, daß diese Aufgabe oft Frauen zufiel) und natürlich die Hausfrau (samt Gefolge) mit Töchtern, Schwestern, Mutter und ärmlichen Verwandten. Die Hausfrau hatte neben der Repräsentation, dem Gebären und Erziehen von Kindern dafür Sorge zu tragen, daß im Haushalt alles reibungslos ablief, sie kontrollierte ihre Mägde und Frauen, aber sie packte auch selbst mit an. Die Aufgaben waren: Vorräte überwachen und auffüllen, wozu sie z.B. auch den Schlüssel zum Gewürzschrank am Gürtel trug und sämtliche verwendeten Gewürze abwog, Gäste bewirten, das Essen zusammenstellen und die Mahlzeiten überwachen, Heilen von kleineren Wunden und Wehwechen, Silberzeug, Geschirr, Möbel, Kleider und Tücher überwachen und die Textilherstellung. Die meiste Zeit wird sie mit ihren Frauen in der nicht immer beheizten Kemenate gesessen und feine Tücher für ihre eigenen Kleider und die ihres Gatten und der Kinder hergestellt haben (und zwar beim Spinnen angefangen), um diese dann selbst zusammenzunähen und zu besticken. Aber auch Wandbehänge (in zugigen Burgen recht praktisch) und Sitzkissen (unentbehrlich für Fenstersitze und Holzbänke), Bettvorhänge, Decken und Kissen wurden selbst hergestellt. Die Bedingungen waren dabei bestimmt nicht optimal: feuchte Kälte, schlechtes Licht und starre, einseitige Haltung und Bewegungen werden nicht wenig gesundheitliche Probleme verursacht haben. Natürlich halfen ihr dabei alle anderen Frauen, die sie auch überwachen mußte (es gibt extra Regeln, den Ausgang und die Besuche der ihr anvertrauten Jungfrauen zu kontrollieren, wohl oft eine heikle Sache in diesen Männerburgen).
Dazu kam, je höhergestellt und erfahrener die Dame war, die Erziehung der ihr anvertrauten Jungfrauen. Meist fand bei Mädchen genau wie bei Jungen ein Kinderaustausch statt, wohl in der Annahme, im anderen Haushalt würden sie strenger erzogen. Oft vollzog sich der Austausch auch nach oben, das heißt, Ritter schickten ihre Töchter an den Hof des Lehnsherrn, um sie von dessen Gattin erziehen (und verheiraten)zu lassen. Einmal bekam das Mädchen so einen breiteren (Heirats-)Horizont, die Gräfin oder Herzogin war aber auch höfisch gebildeter. Sie lehrte Lesen, Schreiben, Handarbeiten, Tanzen, Manieren (beim Essen, beim Gespräch, bei der Begrüßung), aber auch Kräuterkunde und erste Hilfe, denn Heilen war ein wichtiger Arbeitsbereich. Latein, Französisch und sogar Dichtkunst konnten gegebenfalls dazukommen.
Wen das interessiert, in unserem Mittellandespiel Allerland spielen wir diese Erziehung aus. Sehr gut nachlesen läßt sich das auch bei “Die Waldgräfin” von D. Trodler, einem der bestrecherchiertesten Bücher, die ich kenne.
Bis bald, wenn mir noch mal mehr einfällt.
Nicola (Auszubildende Zofe)

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Eintrag #20 vom 22. Sep. 2003 09:03 Uhr Holger Hirt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Holger Hirt eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo uli!
Welche Burg in welchem Oberkirch meinst du denn?
Handelt es sich vielleicht um die www.Schauenburg.de ?
Dann wären deine Infos aber nicht korrekt.
Gruß
Holger
William von Falkenbach

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