Ja prima, aber wenn es eine offizielle Magister-oder sonstwas Arbeit ist, müsste die ja einen Namen und Autoren haben, und sie müsste auch sonstwie evtl. verfügbar sein- darum geht es ;)
Handelsrouten: Was soll damit sein? Es gab sie, und Zeug wurde durch die Gegend gekarrt. Was, wo, von wem, wie benutzt, steht auf einem anderen Blatt, und muss man für eine sorgfältige Arbeit individuell erstmal nachweisen. Ein pauschaler Verweis auf “es gab ja Handelsrouten” als Erklärung für irgendeinen modernen Lösungsansatz ist alles, nur keine gescheite Arbeit.
Wie Ingo in den Beoträgen #2 und #4 schon schrieb, ist doch der Nachweis der Nichtgestattung von ledernen Schildüberzügen bereits Hinweis genug, in dieser Richtung zu forschen?
Dem Fragesteller ging es doch nicht um den Schildaufbau und dessen Schutzwirkung an sich, sondern um separate Schutzhüllen gegen Witterungseinflüsse.
Der Schild selbst steht wie geschrieben im Legermuseum in Delft und die Abhandlung habe ich direkt von dem Kurator erbeten und in Kopie zugesand bekommen.
Und Zu Deiner Meinung mit dem Kontinent…was ist mit den Handelsrouten?? Spätestens mit dem zweiten Kreuzzug bestanden feste Handelsrouten in die nordafrikanische Welt und auch über die Seidenstraße kamen exotische Handelswaren nach Europa. Nimm z.B. Weihrauch, welcher in der mittelalterlichen Welt ein fester Bestandteil des Kirchenzeremoniells war….auch dieser kommt nicht aus heimischen Gefilden.
Kann man die Arbeit irgendwo einsehen? Mag nämlich sein, dass die Beschaffenheit wie beobachtet ist, allerdings ob der von dir verwendeten Termini, wie z.B: “gehärtet” habe ich sehr sehr große Zweifel, ebenso ob des Materials, weil, wie ich sagte, ist das Harz schlichtweg auf dem Kontinent nicht heimisch.
Die Aufbaudaten habe ich nicht aus meinen Beobachtungen, sondern ich habe mich mit dem Kurator in Verbindung gesetzt, welcher mir eine wissenschaftliche Abhandlung über den Schild hat zukommen lassen. Der Aufbau ist also (gepaart mit meinen Beobachtungen) relativ gesichert. Und dem Aufbau liegen chemische Analysen zugrunde.
@ Kilian
…das meinte ich. Mittlerweile glaube ich jedoch, daß es sich um einen Alterungsprozess handelt, da der Terpinanteil ausgedampft ist…scheint ergo einmal etwas flexibler gewesen zu sein.
Bist Du dir mit dem Aufbau sicher? Was du als “glashart” bezeichnest, könnte in dem Falle Haseinleim sein, und wie kommst Du darauf, das Leder sei “gehärtet”? Kann es sich nicht auch einfach um feucht aufgezogenes Leder handeln?
Und dann schreibst Du, es wäre dann bemalte Leinwand vorne aufgebracht worden, ist ganz sicher über das Leder noch Leinen gespannt worden, oder meinst Du doch eher, es wäre dann auf das Leder gemalt worden?
Und zwecks Harz: das ist schon richtig, aber ob es ausgerechnet Copal war? Der stammt schliesslich grösstenteils aus Südamerika, Südostasien, und nur zum kleinen Teil aus Afrika.
im Legermuseum in Delft stehen zwei Schilde aus dem 14. JH. eines ist stark beschädigt, sodaß man einen Aufbau gut erkennen kann. Der eigentliche Lindenholzschild ist beidseitig mit anscheinend gepchtem Leinen überzogen (Pech kann es eigentlich nicht sein, weil glashart, also unlogisch). Pechartige Stoffe schützen schon einmal und dann ist das gesamte Brimborium noch mit gehärtetem Leder bespannt. Erst dann ist die bemalte Leinwand auf der Front aufgebracht. Eine Bemalung war im Mittelalter mit einer Firnis aus Copal, einem (Duft-)harz, überzogen, welcher auch noch scützt….. ich kann mir vorstellen, daß diese Entwicklung keine neue war und sich über Jahre hinweg so bewährt hat.
Reicht das in puncto Schutz aus?
Belege sind wirklich dünn gesäht…mein Rohling steht seit eineinhalb Jahren und wartet auf Weiterbau. Wenn jemand noch weitergehende Infos hat, immer her damit
schön das die Römer sich Eisenbeschläge um die Schilde genagelt haben, aber leider war das nicht die Eingagsfrage……..
Dort ging es nämlich um Schildbezüge im 11. Jahrhundert.
Um aber auf das Thema zurückzukommen, ich habe in der letzten Zeit mal die recht spärlichen Quellen analysiert…. Aber leider habe ich nichts über Schildbezüge aus der oben angegebenen Zeit gefunden. Da sich aber Leder oder Leinen nicht so gut erhält wäre es ….. Nein - Abbruch - ich werde nicht spekulieren, schon gar nicht wenn es nicht mal den “Hauch eines Beleges” gibt :-)
die römer haben auch schon ihre schilde geschützt. sie nagelten nach den ibererkriegen, wo man schlechte erfahrungen mit deren langschwertern gemacht hatte, einen eisenring um selbiges.
siehe auch Templerregel, sonst wär es wohl nicht extra aufgeführt…
XXXVI. überzüge bei Lanzen und Schilden soll es nicht geben.
überzüge über Schilden und Spießen und Zierat an Lanzen sollen nicht verwendet werden, weil das uns allen als nicht vorteilhaft, im Gegenteil als schädlich erscheint.
im römischen Militär war es meinem momentanen Kenntnisstand nach üblich, dass die Schilde durch Hüllen aus Leder vor Witterungseinflüßen geschützt wurden.
Nun frage ich mich: Ist bekannt, ob im mitteleuropäischen Raum des mittleren und 11. Jahrhunderts ebenfalls Schildhüllen dieser oder ähnlicher Art verwendet wurden.
Oder gab es andere Möglichkeiten, seinen Schild gegen Wind und Wetter zu schützen?
Ich habe leider bisher keinen Hinweis auf eine Schutzvorrichtung für Schilde gefunden, weder in Text- oder Bildform, noch als Fund.