Hallo Björn! Wir stellen einen Chirurgen und einen Medicus dar. Ein Medicus hat an einer Universität studiert (und zwar außer Medizin auch noch die 7 freien Künste, war also ein rundherum gebildeter Mensch). Seit im 11. Jh. die ersten Universitäten gegründet wurden, nahm auch die Zahl nicht-geistlicher ßrzte zu. Chirurg war ein handwerklicher Beruf (Chirurg heißt übersetzt auch Handwerker). Chirurgen und Bader waren auch durchaus nicht das gleiche. In Paris wurde Mitte des 13. Jh. eine Chirurgenvereinigung gegründet (die “Confrerie de Saint-Come et Saint Damien”, später “College de saint Come”), die eine Schule für Chirurgen unterhält, mit zweijähriger Ausbildung. Diese Vereinigung hatte einige Streitereien mit den Badern und der medizinischen Fakultät. Im allgemeinen arbeiteten Medicus und Chirurg oft zusammen, wobei der Chirurg den Anweisungen des Medicus Folge zu leisten hatte, er operierte auch unter seiner Anweisung. In den Städten gab es häufig einen Stadtarzt, der von der Stadt eingesetzt wurde. Er durfte von wohlhabenden Bürgern für seine Tätigkeit ordentlich Geld verlangen, die ärmeren Leute mußte er aber dafür im Zweifelsfall kostenlos behandeln. Eine Praxis hatte so ein Stadtarzt aber eher weniger, er kam vielmehr zu den Kranken ins Haus (wobei man es sich aber durchaus vorstellen kann, daß auch mal ein Kranker bei ihm vorbei schaute). Zu Posting Nr. 9: Mit Paracelsus wäre ich vorsichtig. Es ist zwar interessant zu lesen, aber Paracelsus hatte in vielen Dingen seine ganz eigene Meinung. Wenn er also eine Heilmethode etc. anführt ist das öfters nicht der Wissenstand seiner Zeit sondern seine eigene Vorstellung, er war wohl ein ziemlicher Exzentiker. Grüße
Zu Matthias, Posting Nr. 9: Der Begriff FELDSCHER - für MILITßRZT, stammt aus dem 18. Jahrhundert und stellte eine Zusammenziehung aus dem neuhochdeutschen (16. Jahrhundert) FELDSCHERER da. Dieser Begriff drückt aus, daß der BARTSCHERER gleichzeitig der Chirurg war. (Quelle:“Duden. Das Herkunftswörterbuch.”. Im Zivilleben war es ja auch nicht anders, wie Du, Matthias unten ja schon angedeutet hat. Der Bader - Chirurg war für die operativen Eingriffe Zuständig (was die, im Abendland bis zum 14. Jahrhundert fast ausschließlich GEISTLICH ausgebildeten “ßrzte” nicht durften!), dazu kam noch das Zahnreißen. Was nicht stimmt, ist daß beide Bereiche strikt getrennt waren. Die Baderchriurgen waren ebenso mit “konservativen” Heilmethoden vertraut, sie wandten z.B.Aderlässe an (wie die o.e. “ßrzte”, setzten Blutegel, brauten und verkauften Heiltränke, Tinkturen, Salben, Aufgüsse etc.! Der von mir weiter unten erwähnte “Medicus” aus Köln stellt übrigens einen solchen BAder - Chirurgen dar. Die Gruppe nennt sich “Plepps Colonia”. Die Adresse schicke ich Dir, Björn, per E-Mail rüber! Viel Spaß und Erfolg!
Hallo Matthias, Danke für den guten Buchtip! So was habe ich gesucht und es wird mir bestimmt weiterhelfen … Dear Friedhelm … Natürlich bedeutet einmal RD immer RD … Ich meinte nur, daß ich es in meiner knappen Freizeit nicht auch noch drauf anlegen will, den Sanni zu machen … natürlich helfe ich sofort, ohne darüber nachzudenken, wenn es erforderlich ist. Neben der rechtlichen Verpflichtung verspüre ich ebenso die moralische V… zu helfen, wo es geht … aber man geht einfach lockerer auf einen MA-MArkt, wenn man nicht “im Dienst”. Ich kann mich sonst nicht wirklich lockermachen … Trotzdem lasse ich mir das mit der MASANI mal durch den Kopf gehen, und melde mich mal bei gegebener Zeit bei Dir.
Hallo Björn Als Initiator des Medieval Medical Service (www.msani.de) versuche ich die Rolle des Medicus und die Hilfeleistung an den Gewandeten unter einen Hut zu bekommen. Dabei ist mir die Hilfeleistung aber wichtiger als die Darstellung.Ich persönlich halte eine Darstellung einer Rolle ohne entsprechenden Background für wenig sinnvoll, das bezieht sich aber nicht nur auf den Medicus sondern, allgemein zu den Rollen. Das Dir nach zehnjähriger Tätigkeit im RD die Lust vergangen kann ich nachfühlen, aber einmal RD immer RD!!!!! So ist es wenigstens bei mir. Tach Roland Wo zum Geier hast Du den Thread über SanDienst auf MA Veranstaltungen gefunden? Ich erinnere mich da nur an einen Thread den ich mal gestartet habe und der dann ziemlich zerrissen wurde u.a. von Johannitern. Sollte ich mich irren???? Off Topic Hilmar ich will auch fett schreiben und Links setzen können. ;-)) Godehardt von Quendrope
Hallo Björn, so weit ich informiert bin, ist der Beruf des Arztes im Mittelalter die meiste Zeit über von dem des Chirurgen getrennt gewesen. Chirurgische Tätigkeiten wurden vor allem von Badern ausgeübt, bzw dem Feldscher (gab´s den eigentlich unter dem Namen schon im HMA?). Der Medicus hat seinen Schwerpunkt bei der Heilung von Krankheiten. Wenn Du Lust am Lesen von Fraktur und altertümlichen Neuhuchdeutsch hast, dann gibt es halbwegs erschwingliche Reprints. Mit Krankheiten befaßt sich in erster Linie folgendes Buch: “Practicierbüchlin Außerlesener Artzeneystück” von D. Ioan. Dryandrum [Dr. Johannes Dryander]; Faksimile der Ausgabe von 1589 [1. Auflage 1527], Antiqua-Verlag, Lindau, 1979 Für den Wundheiler ist garantiert auch folgendes interessant: “Die grosse Wundartzney, Buch I und II” von Paracelsus; Reprint der Ausgabe von 1536, im Verlag Th. Schäfer erschienen. Ansonsten gibt es noch eine Reihe von Büchern zur Geschichte der Medizin - da habe ich abner gerade keine Titel zur Hand… Ein schönes neues Jahr wünscht Matthias Topasius der Zauberwercker
Hallo Björn Unabhängig davon, ob Du spielen oder arbeiten willst: Da Du Dich nun mal als Rettungs-Sanitäter geoutet hats, schau doch bitte auch kurz bei www.masani.de vorbei. Gute Leute werden da immer gebraucht.
ßhm … vieleicht hat man mich etwas falsch verstanden, bzw. mein Text nicht richtig gelesen. Ich will definitif einen Medicus DARSTELLEN, d.H. SPIELEN. Von San-Diensten hab ich nach 10 Jahren Ehrenheimer-Arbeit als Rettungssanni die Nase etwas voll … deswegen … Nur SPIELEN, nicht ARBEITEN!
Rene´, wenn ich Dich richtig verstanden habe, geht es Dir darum, einen Medicus DARZUSTELLEN , also zu SPIELEN. Ist das richtig? Wenn ja, finde ich das prima, denn es gibt viel zu wenige, die diese doch sehr spektakuläre, interessante und vielseitige “Berufsgruppe” darstellen.Allerdings ist die Materie kompliziert und vielschichtig. Außerdem hat Ronald recht, wenn er auf “Kompetenzprobleme” hinweist. Aber wenn Du SPIELEN willst, dann spiele und überlaß die ERSTE HILFE den zuständigen Kräften. An dieser Stelle erst mal ein Buchtip, ich melde mich später noch mal: Schwabe, Hans: “Der lange Weg der Chirurgie….”, Strom - Verlag, Zürich, 1986.
Guten Morgen Björn, bitte schau Dir bezüglich deiner Anfrage doch mal den Thread Sanitätsdienst auf M.A. Vernastaltungen an. Da hatten wir (Der Johanniter-Orden) mal den vorschlag gemacht ein mobiles Feldlazarett (so wie es sich für den Hospitaliterorden gehört !) aufzubauen und im Einzelfall Ersthilfe zu leisten … Du kannst Dir ja mal die Reaktionen der Behörden durchlesen, die uns bis zur Klage drohten !! Daher möchte ich Dich warnen, dich zu sehr in diese Helferrolle zu versteifen ! Es könnten sich verschiedene Organisationen auf die Füße getreten fühlen .. Das ist leider eine traurige Tatsache, daß selbst wenn man helfen will und kann wird man bestraft. Ich möchte Dich nicht verunsichern oder dich abschrecken .. Ich möchte Dich nur vor der Entäuschung bewahren, mit der wir konfrontiert wurden .. Trotzdem alles Gute für die Zukunft !! Ronald
aka Reinold v. Theiss - Vom Orden des Hospitals des heiligen Johannes zu Jerusalem
Erstmal ein dickes Dankeschön an euch beide (Rene und Carsten) für die Info … Eigendlich hatte ich mir noch keinen festen zeitlichen Rahmen gesteckt, aber … naja so irgendwo zwischen 13. und 15. Jhd. ungefähr. Das böse Wort mit “A” war mir, was den zeitlichen Rahmen angeht, nicht unbedingt von höchster Priorität.
Ich glaube, Tempora Nostra hat einen Medicus. Irgendwo habe ich noch die Adresse eines Kölner Medicus, muß ich mal ´rumkramen! Ansonsten: Könntest Du, Björn, Deine Frage dahingehend präzisieren, um welchen Zeitraum es sich handeln soll?
Hallo Bjoern, auf dem Mittelaltermarkt 1998 in Kaiserslautern gab es einen Medicus. War ein sehr interessanter Stand. Wende Dich doch mal an die Legende, die den Markt gemacht haben. Vielleicht haben die ja noch die Adresse von dem Mann. (www.DieLegende.de)
Aaaaaalso, mir kam mal so die Idee, nachdem alle mit rüstung und schwertern (O.K.,O.K., nicht alle aber viele), mal was ganz anderes auszuprobieren. Bisher habe ich auf MA-Märkten noch nie einen Medicus gesehen, oder gehört, daß jemand so einen dargestellt hat. Da ich gerade eine Rettungsassistenten-Ausbildung mache, interessiere ich mich natürlich auch brennend wie es damals mit der medizinischen Versorgung ausgesehen hat, nur leider ist mir sehr wenig bekannt zu diesem thema. Kann mir irgendjemand von euch einen Tip geben wie ein Medicus ausgesehen hat, was er so bei sich trug, ob er umherwanderte, oder eine art Praxis hatte? ßber jede Anregung und Hilfe wäre ich überaus dankbar!