Thomas wirft wieder mal die gesamte Geschichte des DO in einen Topf …
Deine Anfrage, da habe ich Dich richtig verstanden, bezieht sich aber eindeutig auf das erste Drittel des 13. Jh.?
Mir ist nicht bekannt, das im HMA - ausser dem Hochmeister - Gebietiger des Ordens eigene Banner führten, will sagen, ihr pesönliches Wappen. Das erwähnt auch die Regel nicht. Dabei handelt es sich erst um eine Sitte des DO im SMA in Preußen.
Lediglich das eigene Amtssiegel wird hervorgehoben:
“Regel 19: Daz diekein brûder insigele habe âne die ambehtlûhte.
Wir setzen ouch, daz diekein brûder âne die, den ambeht bevohlen sint, diekein insigel habe noch brieve sende noch die lese, die ime von iemanne werden gesant, âne des obersten urlop, vor dem man ouch lesen sal die brieve, die gesant sint oder die man wil senden, ob ez im gevellet.”
(PERLBACH, Max: “Die Statuten des Deutschen Ordens nach den ältesten Handschriften, Halle a.d. Saale, 1890, S. 45)
Dabei handelt es sich meist um testamentarische Darstellungen, die die einzelnen Balleien, Kommenden und sonstige Verwaltungsobjekte in ihren Siegeln verwandten.
Als Banner und Fahne gilt im 13. Jahrhundert (wie gesagt, bis zur Einführung des Hochmeisterwappens) wohl einzig und allein das schwarze lateinische Kreuz auf weissem Grund.
(u.a. in: ARNOLD, Udo: ”Der Deutsche Orden als Korporation: Geistliche Gemeinschaft in acht Jahrhunderten.")
Das Siegel der Sachsenhausener Kommende liegt mir leider nicht vor (nur das Balleisiegel von Franken), diesbezüglich würde ich beim Deutschen Orden nachfragen.
Die Ritterbrüder waren keineswegs alle gleich. Du selbst schreibst von der Hierarchie der Ordensstruktur. Diese gab es nicht nur auf dem Papier, sondern war realer Bestandteil des Ordenslebens. Jede Stufe dieser Hierarchie war mit konkreten Privilegien verbunden, die die Unterschiede zwischen den Ordensbrüdern unterstrichen. So wie im weltlichen Leben, so gab es auch für den Orden die Möglichkeit der hierarchischen Abgrenzung mittels verschieden teuerer Stoffe. Später kam dann noch das Thema Pelze hinzu.
Offiziersränge gab es im MA nicht. So etwas kam erst mit dem entstehen der Söldnerheere (stehende Heere) auf. Du brauchst Dich nur mal zu informieren, wie ma. Heere strukturiert waren. Bei den Komturen ist es aber eine ganz einfache Angelegenheit. Die hatten neben ihren Amtssiegeln (= Wappen) auch eigene Banner (= Wappen), die im Bezug zur Komturei standen. Wie das in der Praxis aussah, kannst Du während der Nachstellung der größten Ordensschlacht (Tannenberg/Grunwald 1410 - siehe Thema 344) sehen, zu der Du uns nächstes Jahr begleiten könntest.
ich suche nun schon seit einiger Zeit Bildquellen,
die Deutschordens Ritter im 13. Jahrhundert darstellen (Alltagsleben, Heerlager etc.). Es wäre schön wenn mir jemand geeignete Bücher bzw. besser Online-Quellen nennen könnte.
Die Deutschritter waren zwar alle “gleich”, aber es muß doch im Feld gewisse “Offiziersränge” gegeben haben, weiß jemand wie die Ritter die einzelnen Befehlshaber (ich weiß daß der Hochmeister ein eigenes Wappen hatte) gekennzeichnet hatten. Ich kenne zwar die Ordens- Hierarchie, was ich mich frage ist z.B. ob und wie sich ein Komtur von einem einfachen Ritterbruder unterschieden hat.