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Eintrag #1 vom 20. Sep. 2003 11:23 Uhr Florian Treml   Nachricht

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angeregt durch den sehr guten Beitrag über Hussitische Kampfwägen von Jochaim Meinicke möchte ich hier einen “Thread” (so heißt das wohl)zum Thema Hussiten eröffnen.
Zusätzlich zum schon angeführten habe ich herausgefunden daß die Bewegung in Nachfolge des Johannes Hus 1369-1415 sich nach der Thronbeanspruchung Sigismunds auf die böhmische Krone 1419 in einem ersten! Prager Fenstersturz entlud und mit den Prager Artikeln 1420 die Hussiten dann wohl loszogen, von Nürnberg bis Preßburg (Ungarn) von Wien bis Danzig, mein Eindruck ist also, daß es sich um eine sehr! bedeutsame Bewegung gehandelt haben muß.
Die Hussiten haben sich dann wohl auch in Gruppierungen aufgespalten: als da wären die Kalixtiner(Kelchler), die Utraquisten(Universität,Bürger z.T. Adel) und die Taboriten(schrägerweise radikale Anhänger der Ideen eines Oxforder Professors, John Wiclif der auch massiv Johannes Hus beeinflußt haben soll). Zwei bedeutsame Führer: Jan Ziska (1360-1424) und Andreas Prokop (1380-1434), ingesamt wurden fünf Reichs- und Kreuzzugsheere geschlagen und die Utraquisten haben sich immer mehr durchgesetzt, nicht zuletzt in internen kriegerischen Auseinandersetzungen z.B. Schlacht bei Lipan 1434 Sieg über die Taboriten. Erst 1485 ging dann wohl im Frieden von Kuttenberg die Angelegenheit langsam zu Ende.
Zuerst bin ich, und vielleicht auch andere an allem! weiteren über die Hussiten interessiert, vor allem auch um einer weiteren Vergoogelisierung jeglicher Recherche entgegenzuwirken. Ist es nicht erstaunlich, wie sehr wir unser Geschichts- und Weltbild von Suchmaschinen beeinflußen lassen?
Darüber hinaus: wie entstanden z.B. diese Spaltungen?, wie gelangten Ideen von Oxford/England nach Böhmen?, stimmt das alles, was ich da so angeführt habe überhaupt?, wie konnte so eine weiträumige/bedeutsame Bewegung, wir sprechen ja von 65 Jahren kriegerischer Handlungen von ~1420-~1485 so ohne Spuren in unserem geschichtlichen Gedächtnis und Bild zu hinterlassen verschwinden?, gibt es Kampfberichte oder Schlachtbeschreibungen(5 Reichsheere!)?, wieweit war Luther eigentlich davon beeinflußt?, Fragen über Fragen über Fragen!
Während ich nun weitersuche, Ergebnisse werde ich hier bei Interesse sicher dann einbringen, stellt sich als letzte Frage, ob es da wohl Leute gibt die sich dafür interessieren? (und vielleicht etwas wissen!?)
Somit verbleibend,
Treml Florian

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Eintrag #2 vom 22. Sep. 2003 08:35 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Na, ja, viel weiß ich auch nicht, beziehungsweise müßte das zu Hause nachschlagen. Bernau (kurz über Berlin) haben sie jedenfalls 1432 nicht eingenommen. Das feiert man dort noch heute einmal im Jahr beim Hussitenfest in der Altstadt. Auf dieser leider sehr belegresistenten VA, bei der auch immer viele Tschechen anwesend sind, wird dann immer eine Miniaturstadtmauer gestürmt (obwohl die echte, erhaltende nur ein paar Meter weit weg ist…). Damals sollen die Bernauer heißen Bierbrei auf die Hussiten gekippt haben. Scheint aber auch viel Legende dahinterzustecken.
ßberhaupt war der Zug der Hussiten in die Mark eher als rascher Raubzug zu sehen. Natürlich durchaus auch mit dem Hintergrund, etwas “politischen Druck” auszuüben. Nach einigen Plünderungen (z.B. Strausberg (östlich von Berlin) zog man sich jedenfalls schnell wieder nach Böhmen zurück.
Hätten da die Askanier noch gelebt, hätte es so eine Schweinerei nicht gegeben. Mußte ich mal loswerden. Typisch SMA :-)
Grüße aus befreiten Mark
Joachim
ehrenamtlicher Bernaubesucher wider besseren Wissens :-)
von
Marca brandenburgensis AD 1260
Märkisches Leben zur Zeit der Askanier www.brandenburg1260.de

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Eintrag #3 vom 07. Okt. 2003 21:18 Uhr Florian Treml   Nachricht

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da der, sozusagen erste, Beitrag noch unter Römischen Kampfwägen lief, aber wohl besser hier her passt und damit der Kasten wieder Blau wird habe ich mir die Freiheit genommmen, den ursprünglichen Text hierher zu kopieren. An dieser Stelle nochmals Dank an Joachim, vor allem daß er mich auf das Thema gebracht hat. Inzwischen habe ich auch noch was gesammelt, werde aber erst in Kürze dazu kommen, es hier reinzuschreiben. Bis dahin dies als Ergänzung:
Hallo Florian,
Ich zitiere einfach mal eine Passage aus dem Lexikon des Mittelalters, der sich auf die Taktik, insbesondere die Kampfwagen bezieht:
“Die Hussiten brachten eine Reihe neuer Elemente in Aufbau, Ausrüstung und Kriegführung des spätma. Militärwesens ein. Diese waren einerseits bedingt durch das ßbergewicht niederer Sozialschichten aus Stadt und Land in den hussit. Heeren, andererseits Resultat der Verbindung kriegserfahrener Hauptleute mit dem städt. Milizsystem, auf dem die straffe Organisation der Kriegführung sowie die militär. Verwaltung und Truppenversorgung beruhte. Aus der erfolgreichen Kooperation der Städtekontingente, die zuerst den Kern des hussit. Heers bildeten, gingen zwei Bünde unter Führung Prags und Tábors (1420) hervor, denen sich Haufen der Landbevölkerung, Adelsgefolge und Söldnertruppen anschlossen. Das Prager Städtebundheer verlor 1425 die Vormacht an den Städtebund der Taboriten und Orebiten (s. a. Feldheer).
Den zahlenmäßig stärksten Teil der hussit. Heere bildete das Fußvolk, das in selbständigen Haufen nach Waffengattungen, vorwiegend jedoch nach Kampfwagen organisiert war. Deren Besatzung (9-22 Mann) bestand aus Armbrust- und Feuerwaffenschützen sowie Streitkolben- und Lanzenkämpfern. 60 Wagen bildeten zumeist eine Wagenreihe, 180 eine Wagenburg (Feldheere verfügten sogar über etwa 300 Kampfwagen). Demgegenüber war die nur leicht ausgerüstete Kavallerie zahlenmäßig viel schwächer. Die dem Oberkommando unterstellte Artillerie verfügte über einige Dutzend schwere Feuerwaffen. Die Kontingente der beiden Städtebünde umfaßten ca. 4000 Mann, zusammen mit den Feldheeren betrug die Stärke der stehenden hussit. Heere insgesamt ca. 14000 Mann. Die Ausrüstung war stark von der sozialen Zusammensetzung geprägt. Neben den klass. Blankwaffen wurde v. a. dem Krieg angepaßtes landwirtschaftl. und handwerkl. Gerät verwendet, durch Rückgriff auf städt. Zeughäuser war aber auch eine große Zahl leichter Schuß- und Feuerwaffen verfügbar; die Feldartillerie verwendete bereits fahrbare Steinschleudern, Haubitzen und Tarrasbüchsen mit einer Schußweite bis 500 m sowie einige schwere Belagerungsgeschütze.
Der Einsatz von Kampf- und Versorgungswagen sowie bes. die Wagenburg waren Hauptmerkmale der hussit. Kriegstaktik seit Jan Zizka. Damit war eine verhältnismäßig schnelle Verschiebung großer Kampfverbände möglich, und die Taktik der Wagenburg wog einige Vorteile der sonst beweglicheren gegner. Truppen auf. Sie verhinderte zwar eine offensive Kriegführung, botjedoch Fußvolk und Artillerie Schutz vor feindl. Reiterei sowie die Möglichkeit zum Einsatz der Schuß- und Feuerwaffen. Die Verwendung von Kampfwagen beeinflußte die Verbreitung ähnl. Techniken in Mitteleuropa bis zum Anfang des 17. Jh. Die frühe, massierte Anwendung von Feuerwaffen schlug sich auch in der ßbernahme tschech. Termini (z. B. pístala ‘Pistole’; hákovnice ‘Haubitze’, ‘Arkebuse’) in anderen europ. Sprachen nieder.”
Grüße aus der Mark
Joachim
ehrenamtlicher Copyandpaste `ler
von
Marca brandenburgensis AD 1260
Märkisches Leben zur Zeit der Askanier www.brandenburg1260.de
Mit besten Grüßen

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Eintrag #4 vom 04. Feb. 2004 08:18 Uhr Holger Herzog  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Holger Herzog eine Nachricht zu schreiben.

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Die hussitiche Revolution wie vor allem in der westeuropäischen Geschichtsschreibung auf ihre militärische Stärke reduziert. Verschiedene Gründe sind dafür zuständig.
- Nach der Schlacht am Weißen Berg (nicht Lipan) vernichtete die katholische Union alles protestantische in Böhmen und Mähren. Somit ist die Reformation in Böhmen und Mähern nach fast 200 Jahren entgültig gescheitert.
- Die h. R. wird auch und zum Teil zu recht als nationale Tschechische Bewegung begriffen und somit gegen die deutsche Krone gerichtet, aus wiederum nationalen Gründen, negativ bewertet. Das geht (ging) soweit das selbst DDR Historiker die h. R. als Vorgeplänkel zur deutschen frühbürgerlichen Revolution (Bauernkrieg) machten und die Auswirkungen auf die späteren Ereignisse bewusst oder unbewusst ignorierten.
Die h. R. ist ein Thema was insgesamt nicht so bewusst wahrgenommen wird. Viele Abschnitte sind an sich gut Dokumentiert, andere wie eben die Heerfahrt in die Mark sind echtes Rätselraten. Und die Beteiligung an der Diskussion hier zeigt auch wie wenig Interesse an diesem Teil der Geschichte besteht ob wohl es für alle Spämis aus Bayern, Hessen, Brandenburg, Polen, Ungarn und ßsterreich von echter Bedeutung ist.
Holger

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Eintrag #5 vom 18. Apr. 2004 21:30 Uhr Heike Amthor  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heike Amthor eine Nachricht zu schreiben.

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Leider habe ich kein Passwort, deshalb logge ich mich über meine Freundin ein. Mein Name ist Mirko van Keeken!
Hallo Florian,
ja, die Hussiten sind eine Gruppierung, die überhaupt nicht in Vergessenheit geraten ist oder war. Das zeigt sich daran, dass ihre Beurteilung zu verschiedenen Zeiten in den letzten Jahrhunderten so unterschiedlich war. Namhafte Historiker nahmen sich dieses Themas an: F. Palacky (Abgeordneter im Paulkirchenparlament von 1848), der Prager Professor Pekar (Praekommunismus), J. Macek (Kommunismus und Postkommunismus), F. Seibt (leider vor einiger Zeit verstorben und sein “Schüler” F. Prinz (München).
Hus wurde in der Rezeption immer instrumentalisiert und jeweils nur ein Teil seiners Lebens und Wirkens wurde betrachtet: Entweder wurden seine kirchlichen Aussagen bewertet, oder der nationale Anstrich der hussitischen Bewegung oder auch die soziale Seite, die sich in den Hussitenkriegen offenbahrte. Erst in der modernen Forschung durch Seibt, Prinz u.a. (da gibt es auch einen Sammelband, der in den späten 1990ern erschienen ist), wird die Gesamtheit der hussschen Lehrern und der Hussitischen Bewegung zu einem Bild zusammen getragen.
Ich selber habe das Glück, in Giessen studiert zu haben. Dort machte ich bei Professor Moraw zum Thema “Die hussitische Bewegung - eine Gefahr für das Reich?” meine Examensprüfung. Er vermittelte mir einen Briefwechsel mit F. Seibt (beide waren Mitglieder im Collegium Carolinum).
Aber zum Thema:
F. Grauss bewertete die hussitische Bewegung noch als Krise, für Seibt war sie bereits eine Revolution. Was, so könnten wir uns fragen, ist so schlimm daran, wenn ein paar Tschechen glauben, sie stehen Gott so nahe, wie jeder Mönch oder Papst?
Jan Hus (oder Jan von Husinetz) war weder Gründer noch Führer dieser Bewegung, die der inquisitorischen Terminologie folgend “Hussitisch” genannt worden war.
In jedem Lexikon ist wohl zu lesen, dass er ca. 1370 geboren wurde und ab 1390 in Prag studierte. Sein Taschengeld besserte er sich mit Abschreibarbeiten auf und da ein Prager Professor namens Biceps ein Kritiker der Lehren Wyclifs gewesen war, wurden diese Lehren in Prag diskutiert. Hus hatte die Aufgabe, die Kopierarbeiten zu erledigen. Natürlich beschäftigten ihn diese Thesen genauso wie die von Konrad Waldhauser, Milic von Kremsier und Matthias von Janov. 1396 wurde er Magister uns schon 1400 Prister und Beichtvater von König Wenzels Frau am Hof. König Wenzel unterstützt Hus, der in 12 Jahren 3000 Predigten an das tschechische Volk hält. Die Diskussion über Wyclif führt an der Prager Universität zum Streit der 4 Nationes, woraufhin die deutschen Professoren und Studenten ausziehen, um die Uni Leipzig zu gründen. Hus wird der neue Rektor und predigt weiter wyclifistisch-hussitische Theorien, bis 1412 der Erzbischhof dies verbietet. Erst nachdem 3 seiner Anhänger hingerichtet werden, zieht Hus sich nach Südböhmen zurück predigt der Landbevölkerung und verfasst seine Bibelübersetzung. 1413 verfasst er sein Kirchenreformwerk “De ecclesia”, was letztendlich zu seiner Verurteilung führt.
In diesem Werk erstellt er für die Kirche unangenehme Thesen: Das Papsttum beginnt mit Konstantin und ist daher entbehrlich. Er spricht sich gegen die Verweltlichung und den Reichtum des hohen Klerus uas, für das Abendmahl in beiderlei Geschlecht auch für Laien “sub utraque specie”, es gäbe eine unsichtbare Kirche und die einzige Autorität sei das eigene Gewissen und die Bibel, die dem Volk zugänglich gemacht werden müsse. Das Gesetz Gottes stehe über dem Gesetz der Fürsten und deshalb gäbe es einen notwendigen Ungehorsam gegenüber den Gesetzen, die gegen dieses göttliche Recht verstossen.
Mit dem Abzug der deutschen katholischen Professoren wandelte sich die kirchliche Diskussion hin zu eienr nationalen. Und mit der Ablehnung klerikaler Reichtümer empfing die Bewegung ihren sozialen Charakter. Ranke resümiert zum Konstanzer Konzil und der Verbrennung von Hus: “Jetzt, da Hus tot war, wurde er erst eigentlich lebendig.”
Eine Gefahr für das Reich war diese Bewegung, da Karl der IV Böhmen eine politische Sonderstellung in der Goldenen Bulle von 1356 zubilligte: Der König von Böhmen war als Erzschenk einer der 7 Kurfürsten. Prag wäre beinahe eine deutsche Hauptstadt geworden, blieb aber zusehends Drehscheibe der politischen Reichsmacht. Wien und Prag wetteiferten darum, die bedeutenste Stadt zu werden. Waren alle Länder der Kurfürsten unantastbar, unteilbar und durch Erstgeburt vererbt, so hatte der tschechische Adel noch das Recht zur Königswahl im Falle des Aussterbens der Linie (dieses Recht führte oftmals zu Bürgerkriegen). Nach dem Tode Karls wird Wenzel König von Böhmen und Sigismund erhält die Mark Brandenburg. Erst 1410 behauptet sich Sigismund gegenüber Wenzel und dem Markgraf Jobst von Mähren und besteigt den Thron und hat bald ein gewaltiges Problem: Er muss sich dem hohen Klerus als starken Herrscher zeigen und hart gegen Ketzereien vorgehen - Hus wird verbrannt und Wyclifs Gebeine fürs Verbrennen noch einmal ausgegraben. 452 böhmische Adelige beschweren sich nutzlos über dieses Urteil und in Böhmen predigen sogenannte Hussiten, man müsse das Reich Jesu mit dem Schwert erbauen. Daraufhin werden Heiligenbilder zerstört, Kirchen entweiht und Ablasstruhen mit Kot verschmutzt. 1419 stirbt Wenzel und es scheint jetzt die Möglichkeit gegeben zu sein, dieses Reich Jesu zu installieren, so glaubten es die Taboriten. Dafür erschlugen sie alle Deutschen, derer sie habhaft werden konnten wegen ihrer Kaisernähe. Sigismund jedoch hat Probleme, auf die Hausmacht seines alten Geschlechtes der Luxemburger zurück zu greifen.
Wie in jeder Bewegung gibt es auch hier verschiedene Gruppen, die nur einige wenige Ziele gemeinsam haben. Seit 1431 führen die gemäßigten Utraquisten Verhandlungen mit Sigismund. Der gesteht ihnen den Laienkelch zu, dafür ziehen sie aber mit ihm am 30.5.1434 gegen den Taboriten Prokop den Großen in der Schlacht von Lipany zu Felde. Seitdem fühlten sich die Utraquisten (Calixtiner) wieder in dem Kreis der Katholiken geborgen. Einzig die radikale Gemeinde der “Böhmischen Brüder” bildete sich als Nachfolger der Taboriten.
Ketzerbewegungen sind immer ein Indikator für Verschiebungen innerhalb des Kräftesystems in einem mittelalterlichen Staat. Parrallelen zwischen Luther und Hus gibt es viele (Verhältnis zum Papst und zum Kaiser, Predigt, Bibelübersetzung,…) und Luther wird die lehren Wyclifs und Hus auch gelesen haben. Dazu haben die “Böhmischen Brüder” noch im 16. Jhdt gepredigt. Die Arroganz des “dicken Fleisches zu Wittenberg”, wie Müntzer Luther nannte, wird ihn genauso vor einer direkten Verbindung gewarnt haben wie der Drang nach Sicherheit oder auch die Kirchenpolitik: Hus ist als Ketzer verurteilt und verbrannt worden. Dies hatte Luther nicht wirklich vor. Es wäre für ihn taktisch sehr unklug gewesen, sich auf Ketzer zu berufen. Die Unterteilung in Reformatoren und Vorreformatoren ist ein Konstrukt späterer Historiker entweder aus offensichtlichen Gründen (die Spaltung der Kirche erfolgte erst nach Luther) oder aus politischen Gründen: Deutsche und später westlich orientierte Historiker nahm,en Abstand zu dem Namensgeber einer deutschfeindlichen und vorkommunistischen Bewegung. Wie wichtig die Bewegung für den tschechischen Nationalstaat war, zeigt der Ausspruch zur ersten tschechischen Republik: “Unser (Wahl-)Programm heisst Tabor!”
Ich hoffe, dir hiermit einen Gefallen getan zu haben.
Solltest du Literaturhinweise benötigen, stehe ich gerne zur Verfügung.
Grüße
Mirko van Keeken -Viatores Temporis- (vankeeken@web.de)

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Eintrag #6 vom 19. Apr. 2004 10:45 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

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Gesamttitel: Die hussitische Revolution / Frantisek Smahel. Aus dem Tschech. übers. von Thomas Krzenck. Red.: Alexander Patschovsky
Verfasser: Smahel, Frantisek *1934-*
Sonst. Personen: Krzenck, Thomas ; Patschovsky, Alexander *1940-*
Erschienen: Hannover : Hahn, 2002
Schriftenreihe: Monumenta Germaniae Historica : Schriften ; 43
Einheitssachtitel: Husitská revoluce <dt.>
ISBN: 3-7752-5443-9
www.perlentaucher.de/buch/13147.html
Viele Grüße Roman

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Eintrag #7 vom 20. Apr. 2004 09:37 Uhr Florian Treml   Nachricht

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Hallo Mirko,
vielen Dank für deinen umfangreichen Beitrag.
»»Solltest du Literaturhinweise benötigen, stehe ich gerne zur Verfügung. »»
Daran wäre ich sehr interessiert. Wenn sie diese hier posten könnten?
Auch Danke an Roman, für den genannten Titel.
Bisher hatte ich über die Hussiten eigentlich fast ausschließlich militärisches, über ihre Taktik und Vorgehensweise im Kampf gelesen.
Mit besten Grüßen

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Eintrag #8 vom 02. Mai. 2004 21:32 Uhr Mirko Van Keeken  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mirko Van Keeken eine Nachricht zu schreiben.

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Ja, endlich komme ich mal wieder zum Schreiben. Sorry, aber der Tag hat doch nur so wenige Stunden…
Etwas Literatur:
F. Palacky: Die Geschichte des Hussitenthums; in: Kritische Studien, Prag, 1868
A. Kutschera: Aus den Tagen der Hussitenkriege - König Siegmund im Kampfe um Prag; in: Aus ßsterreichs Vergangenheit, Bd.5, Leipzig, Prag, Wien, 1917
F. von Bezold: König Sigmund und die Reichskriege gegen die Hussiten; München, 1872
J. Macek: Die Hussitenbewegung in Böhmen; Prag, 1958
J. Macek: Die hussitische Revolutionäre Bewegung; Berlin, 1958
L. Krummel: Geschichte der Böhmischen Reformation im 15. Jhdt; Gotha, 1866
G.A. Benrath: Wegbereiter der Reformation; Bremen, 1967
Handbuch der Kirchengeschichte; Freiburg, 1073
F. Seibt: Hussitica - Zur Struktur einer Revolution; in: E. Boshof: Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte, Heft 8; Köln, 1990
R. Friedenthal: Ketzer und Rebell. Jan Hus und das Jahrhundert der Revolutionskriege; München, 1972
M.D. Lambert: Ketzerei im Mittelalter; München, 1977
R. Kalivoda: Das hussitische denken im Lichte seiner Quellen; Berlin, 1969
E. Werner: Der Kirchenbegriff bei Jan Hus u.a.; Berlin, 1967
Seibt, Ferdinand: Geistige Reformbewegung zur Zeit des Konstanzer Konzils; In: Die Welt zur Zeit des Konstanzer Konzils 1965, 31-46; auch in Seibt: Hussitenstudien [1987] 1991
Seibt, Ferdinand: Hussitenstudien. Personen, Ereignisse, Ideen einer frühen Revolution; München 1987; 2. Aufl. München 1991
www.bautz.de/bbkl/h/hus_j.shtml
Ich hoffe, Du hast jetzt viel Zeit zum Lesen….
Grüße
Mirko van Keeken

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Eintrag #9 vom 11. Aug. 2004 00:47 Uhr Holger Herzog  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Holger Herzog eine Nachricht zu schreiben.

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Ich versuch mal ein paar der Fragen die Florian am Anfang gestellt hat zu beantworten.
- die Hussiten haben sich nicht gespalten sie waren nie eine einheitliche Bewegung
- Wiclif spielt eine große Rolle, da Hus vieles von Wiclif übernommen hat, aber die radikalen Hussiten (zu den auch die Taboriten gehörten) sind Anhänger des Hus und nicht Wiclif
- viele Prager Studenten, u.a. auch Hieronymus von Prag haben im Oxford Studiert und kamen so an die Wiclif Schriften.
- es gibt einige Zitate von Luther in denen er auf die Hussiten eingeht und somit kann man von einer Kenntnis der Huslehre ausgehen. Deutlicher ist die Sache bei Th. Müntzer der ist extra nach Parg gegangen um an der Bethlehemskapelle zu predigen.
@Joachim
mach doch mal nich immer Bernau so schlecht :-)
Naja mal noch mehr zum lesen:
Hussitisches Heerwesen von Jan Durdik
Deutscher Militärverlag Berlin 1961
Jan Hus (Briefe von 1414 bis 1415) von Joachim Dachsel
Evangelische Verlagsanstalt Berlin 1964
Die Hussiten von Heinz Rieder
Casimir Katz Verlag 1998
Geschichte der Inquisition im Mittelalter von Henry Charles Lea
Vito von Eichborn 1997
und unentbehrlich:
Die Hussiten (Die Chronik des Laurentius von Brezova)
Verlag Styria 1988 (aus dem Lateinischen und Alttschechischen übersetzt)
auf der trivium-seite ist noch einwenig mehr:
www.trivium-bernau.de/trivium/doctrina/hus/menu.htm
Holger

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Eintrag #10 vom 21. Feb. 2005 23:11 Uhr Mirko Van Keeken  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mirko Van Keeken eine Nachricht zu schreiben.

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Florian, welche Fortschritte machen deine Studien? Können wir mit der Darstellung eines hussitischen Kampfwagens incl. Predigern rechnen?
Mirko van Keeken

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Eintrag #11 vom 24. Feb. 2006 12:30 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

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Nachricht der “Damals”-Redaktion vom 24.02.2006
Hussiten zerstörten nicht nur Bildwerke, sie schufen auch welche. Bilder dienten ihnen als Agitationsmittel für ihre antiklerikale Propaganda. Auch darin wurden sie zu Vorläufern der Reformation.
Sie brachen in die Kirchen ein, rissen die Bildtafeln von den Wänden und schlugen die Figuren von den Altären: Dieses Horrorszenario bilderstürmerischer Revolutionäre beherrschte lange die Sicht auf das Verhältnis der Hussiten zur Kunst. Zu Unrecht, denn die Einstellung der Hussiten gegenüber den Künsten war so heterogen wie ihre Reformbewegung selbst.
Während nämlich die radikalen Reformer unter Berufung auf John Wyclif und das Alte Testament den Gebrauch von Bildwerken in der religiösen Praxis grundsätzlich ablehnten, bezogen Jan Hus und die gemäßigten Utraquisten eine moderatere Position. In seiner Schrift “Auslegung des Glaubens” beurteilte Hus bildliche Darstellungen zum Zweck der geistlichen Belehrung durchaus positiv. Er stützte sich dabei auf die ßußerung des heiligen Gregorius, daß Analphabeten durch Bilder “an den Wänden lesen können, was sie in Büchern nicht zu lesen vermögen”.
Künstlerische Prachtentfaltung in Kirchen verwarf Hus dagegen als von der Frömmigkeit ablenkende “Sinnestäuschung”. Die Kunst sollte nicht zu ästhetischem Genuß und zu unnützer Beschäftigung mit falschen Dingen verführen. Ein Standpunkt, den der böhmische Ketzer mit dem heiligen Bernhard von Clairvaux teilte.
Daß die hussitische Bewegung selbst Bildschöpfungen hervorbrachte, wissen wir aus schriftlichen ßberlieferungen. So wird uns kurz nach 1400 von Wandbildern berichtet, die in der Prager BethlehemKapelle, in der Hus als Prediger wirkte, angefertigt wurden. Das eine Gemälde zeigte den Papst, wie er mit großem Gefolge hoffärtig zu Roß in Rom einreitet, das andere den demütigen Einzug Christi in Jerusalem auf einem Esel. ßhnliche Wandgemälde wurden um 1404 auch in einem Wohnhaus in der Prager Neustadt ausgeführt. Hier war unter anderem die Krönung des Papstes mit der Tiara der Dornenkrönung Christi gegenübergestellt. Schließlich erfahren wir von Plakaten mit antiklerikalen Bildern, die Studenten um 1412 auf ihren Protestzügen durch Prag trugen. Alle diese Bildschöpfungen sind inzwischen verlorengegangen.
Zu den wenigen noch erhaltenen Bildzeugnissen der Hussiten gehören vor allem einige Buchmalereien, die sich in zwei utraquistischen Kodizes in der Universitätsbibliothek Göttingen (Ms. theol. 182) und im Prager Nationalmuseum (“Jenaer Kodex”) befinden. Die beiden Werke in tschechischer Sprache, die der persönlichen Erbauung dienten, waren von wohlhabenden und gebildeten Bürgern in Auftrag gegeben worden.
Die Miniaturen der beiden Bände, die auf eine ältere, uns unbekannte Vorlage zurückgreifen, zeigen neben einigen historischen Szenen vor allem antithetisch (gegensätzlich) aufeinander bezogene Darstellungen der oben erwähnten Art . Ihre religiös-polemische Thematik beruht dabei auf einem Traktat des Nikolaus von Dresden, eines in Prag lebenden Theologen aus Sachsen.
Nikolaus sah in der Papstkirche den in der Bibel prophezeiten endzeitlichen Antichristen am Werk. In seiner Schrift von 1412 stellte er die Machtgier, Prunksucht und moralische Verkommenheit des Klerus der Demut, Bescheidenheit und Opferbereitschaft Christi und seiner Jünger gegenüber. Solche Konfrontationen hatten in der mittelalterlichen Kirchenkritik bereits eine längere literarische Tradition. Die Hussiten griffen das Verfahren der Antithese auf und setzten es verstärkt in der Bildpropaganda ein.
Die Göttinger Handschrift aus der Zeit um 1463 thematisiert die Kritik am Lebenswandel der Geistlichkeit mit antithetischen Bildpaaren. In der Wahl der künstlerischen Mittel könnte sie darüber hinaus die Forderung nach Schlichtheit in der Kunst reflektieren - wenn nicht wirtschaftliche oder technische Gründe dafür verantwortlich waren, daß die Hände, die hier am Werk waren, sich einer auffallend einfachen, aber plakativen Formensprache bedienten: In den sparsam kolorierten Federzeichnungen wird jedenfalls auf alle unnötigen Details und auf üppige Formgebung verzichtet. Zusätzliche Texte erläutern die einzelnen Darstellungen und betonen so die rein belehrende Absicht der Darstellungen. Vielleicht müssen wir uns die eingangs erwähnten Prager Wandgemälde und studentischen Transparente ähnlich bescheiden vorstellen.
Die um 1500 ausgeführten Illuminationen im Jenaer Kodex entsprechen zwar in ihrer Thematik weitgehend den Göttinger Darstellungen, nicht aber in ihrer ßsthetik. Die Kritik am kirchlichen Prunk beschränkt sich hier ganz auf die Bildthemen, im künstlerischen Ausdruck findet sie keine Entsprechung. Der farbenpräch-tige, teilweise unter Verwendung von Gold ausgeführte Bildschmuck zeugt nicht nur von geübten Künstlern, sondern auch von einer anderen Einstellung des hussitischen Auftraggebers zur Kunst. Bescheidenheit und Sinnenfeindlichkeit waren bei den Hussiten nun nicht mehr angesagt.
Das in der hussitischen Bildpropaganda beliebte Prinzip der Gegenüberstellung fand seinen Widerhall im Bilderkampf der Reformationszeit. Die reformatorische Bildpropaganda bediente sich in hohem Maße des antithetischen Bildaufbaus, wie zahlreiche Holzschnitte zeigen. Als bekanntestes Beispiel gilt die Wittenberger Flugschrift “Passional Christi und Antichristi”. Die 1521 unter Luthers Aufsicht von Philipp Melanchthon und dem reformatorisch gesinnten Juristen Johann Schwertfeger zusammengestellte, von Lukas Cranach dem ßlteren mit hochwertigen Holzschnitten ausgestattete Schrift konfrontiert in 13 Bildpaaren ebenfalls das Leben Christi mit dem unchristlichen Lebenswandel des Papstes.
Die Szenen, die für die Bildpaare des Passionals ausgewählt wurden, decken sich allerdings nur in einigen wenigen Fällen mit denen der hussitischen Werke, etwa in der Gegenüberstellung des päpstlichen Fußkusses und der Fußwaschung Jesu. Auch die Gestaltung der Bilder präsentiert sich als eigenständige Leistung. Dennoch dürfen wir einen Zusammenhang zwischen der Wittenberger Kampfschrift und ihren hussitischen Vorläufern annehmen, und sei es nur, daß diese als Anregung dienten.
Luther hatte im Herbst 1519 damit begonnen, sich intensiver mit Hus zu beschäftigen. Am 14. Februar 1520 schrieb er - selbst noch ganz erstaunt über seine Entdeckung - an den Hofprediger und Geheimsekretär seines Landesherrn Friedrich der Weise, Georg Spalatin: “Wir sind alle Hussiten, ohne es zu wissen.” In dieser Zeit rückte das verketzerte Schrifttum der Böhmen allgemein stärker ins Blickfeld der deutschen Reformation. Sehr wahrscheinlich gehörten dazu auch illustrierte Antithesen. Gerade sie mußten in der Frühphase der reformatorischen Bildpropaganda auf ein gesteigertes Interesse stoßen.
Quelle: Rudolf Veit
Bild: Der Papst küßt schöne Frauen, Miniatur aus der Hussiten-Handschrift der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Ms. theol. 182
Mit freundl. Gruß Nikolaj

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Eintrag #12 vom 10. Okt. 2010 10:41 Uhr Holger Herzog  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Holger Herzog eine Nachricht zu schreiben.

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Hier mal ein link zu dem Feldzug in die Mark Brandenburg 1432:
www.trivium-bernau.de/internet/doku/doku.php?[…]
Hier Bilder von unserem Streitwagen:
vom Bau:
www.facebook.com/home.php?[…]
bei einer VA:
www.facebook.com/home.php?[…]

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