*kicher* Eine wahrlich bewegende Frage. Justament habe ich mir letzte Woche ein Buch über die die Eßkultur des MA zugelegt. Und tatsächlich erwähnt der Autor Bruno Laurioux dort auf Seite 9 Lasagnes: “Die Hypothese, der Gebrauch von Teigwaren in Italien gehe auf die Reisen Marco Polos zurück, gehört endgültig in das (äußerst umfangreiche!) Arsenal kurioser Legenden für jene, die der Geschichsschreibung der ”großen Männer“ nachhängen. Es besteht eine deutlich erkennbare Entwicklung vom Laganum, einem dünn ausgerollten Teigkuchen [aus römischer Zeit, A.] zu den Lasagnes, die seit Beginn [!] des 13. Jahrhunderts in Texten erwähnt werden - zu einer Zeit also, als Marco Polo noch in der Wiege lag!” Und weiter auf Seite 45 zählt er für die italiensche Küche des des SMA Nudeln wie Ravioli, Makkaroni, Vermicelle, Gnocchi und einige mehr auf. Jedoch sind diese Teigwaren zu diesem Zeitpunkt noch eine rein italiensche Vorliebe. Wer von uns also nicht das Glück hat, just einen pästlichen Gesanten oder ähnliches darzustellen, der wird wohl leider weiter in der Alltagsküche auf Nudeln verzichten müssen… Allenfalls bei einem Festbankett des Hochadels mit einem der berühmtsten Köche seiner Zeit könnte man das auf deutschem Boden noch durchgehen lassen. ;o) Bruno Laurioux Tafelfreuden im Mittelalter Die Eßkultur der Ritter, Bürger Bauersleut Bechtermünz Verlag; Stuttgart, 1992
ISBN 3-8229-0727-X Ist übrigens kein Kochbuch, sondern eine recht gut gelungene Abhandlung über Ernährung, den kulturellen Hintergrund und was man sonst noch so wissen sollte. Guten Appetit, Andreas