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Eintrag #1 vom 22. Sep. 2003 15:04 Uhr GastJohannes Lang   Nachricht

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Hallo liebe Tempus-vivit-Leser
Ich versuch seit geraumer Zeit Informationen über die Metallverarbeitung im Hochmittelalter(1220-1250) zu bekommen. Mir geht es hauptsächlich um die Herstellung von Draht.
Nun meine Frage: Wer hat Erfahrung auf diesem Gebiet, oder wer hat mir einen Buch-oder Internet-
tipp?
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir helfen könnt.
Besten Dank
Jo
Johannes Lang

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Eintrag #2 vom 22. Sep. 2003 16:26 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Nicht ziehen, drücken..

…oder besser, schlagen.
Draht wurde im HMA nach aktuellem Wissensstand geschmiedet, da die Technik zum Drahtziehen erst im Laufe des 14. Jhds aufkam.
Mit ein Grund für den horrenden Preis der Kettenhemden, falls die Frage hierauf abzielen sollte.
Gruß, Ivain

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Eintrag #3 vom 22. Sep. 2003 17:55 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht kommt drauf an...

…fuer welches Material.
Goldschmiede haben schon viel laenger Drahtzieheisen verwendet. Zum Beispiel beschreibt Theophilus Presbyter seiner “Schedula diversarum artium” Zieheisen (12. Jh.).
Es gibt wohl auch konkrete Nachweise anhand von gefundenen Zieheisen, an deren Loechern noch anderes Metall (Silber, Gold, Bronze) haftete.
Das Ziehen von Stahldraht laesst sich nur sehr schwer nachweisen, da Stahl auf Stahl nun mal keine besonderen Spuren hinterlaesst…
Gruss, Claudia

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Eintrag #4 vom 22. Sep. 2003 19:19 Uhr Ivo Malz (IMMS)  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ivo Malz (IMMS) eine Nachricht zu schreiben.

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Moin.
In Sachen Stahldrahtgibts auf folgender Page Artikel mit ein paar netten Erkenntnissen.
www.erikdschmid.com/TMRS_1.htm
Und zwar legen metallogafische Untersuchungen den Verdacht nahe, daß der Stahldraht seinen Werdegang als dünner, von einem Blech geschnittener Streifen begann, der dann durch diverse Zieheisen gezerrt und somit gleichmäßig geformt wurde.
Lest die Deatils am besten selbst nach, bevor meine verkürzte Wiedrgabe wieder ein verzerrtes Bild generiert.
Gruß
Ivo

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Eintrag #5 vom 22. Sep. 2003 19:27 Uhr Matthias Schulte-Michels   Nachricht

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Hallo,
schaut mal hier, weiß nicht, ob es sich lohnt aber Versuch macht kluch……
Gruß, Matthias

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Eintrag #6 vom 22. Sep. 2003 19:28 Uhr Matthias Schulte-Michels   Nachricht

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oi, oi, oi,
da kam ein Gewitter. Hier ganz schnell der Link: www.maerkischer-kreis.de/kultur/drahtmuseum.html
Gruß, Matthias

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Eintrag #7 vom 22. Sep. 2003 20:26 Uhr Matthias Schulte-Michels   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Sch.... Link

Na gut,
der Link klappt auch schon nicht mehr, und unter www.deutsches-drahtmuseum.maerkischer-kreis.de/ startmitte.html steht auch nicht wirklich was. Also hilft wohl nur hinfahren. Obwohl ich nur ca. 20 km entfernt wohne, war ich selber noch nie da, werde das aber demnächst nachholen. Werde dann mal schreiben, ob sich ein Besuch aus Mittelaltersicht lohnt.
Gruß, Matthias

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Eintrag #8 vom 23. Sep. 2003 12:04 Uhr GastJohannes Lang   Nachricht

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Vielen Dank für die schnellen Informationen.
Werde gleich mal reinschauen.
Grüße Jo
Johannes von Siglingen

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Eintrag #9 vom 25. Sep. 2003 17:50 Uhr Andreas Bichler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Bichler eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Interessante Aussage

Ivain, hast du dafür entsprechende Literatur?
Denn zumindest der Beruf des Drahtzieher ist durch Etienne de Boleaus “Livre des metiers” erstmals 1268 für Paris nachgewiesen. Er unterscheidet bereits zwischen Eisendrahtziehern “traifiliers de fier” und Messingdrahtziehern “traifiliers d’ archal”.
Aus:
Europäische Technik im Mittelalter:800-1400;Tradition und Innovation;ein Handbuch/hrsg. von Uta Lindgren, Berlin, Gebr. Mann, 2001, S. 208.
Viele Grüße
Andi

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Eintrag #10 vom 25. Sep. 2003 18:15 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Zieher...

Grüß Euch,
ich entsinne mich, daß Drahtziehen schon bei römischen und byzantinischem Schmuck durchaus üblich war.
Worums mir aber geht: Die Erwähnung eines “Berufes” heisst definitiv nicht, daß es das Verfahren erst ab da gegeben hat. Die Spezialisierung in Handwerkszünfte und Unterberufe war nur die Folge der Zunftwerdung und der kommenden Grossproduktion in Manufakturen.
Das Drahtziehen konnte daher schon lange vorher durch den Schmied oder einen Gehilfen sozusagen nebenher gemacht worden sein, bis die Masse eine eigene Fertigung forderte bzw. rentabilisierte.
Hier in diesem Falle wäre eine materialkundliche Untersuchung sinnvoll…
miles roma ! miles imperatore ! Euer Haduwolff

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Eintrag #11 vom 25. Sep. 2003 18:47 Uhr Andreas Bichler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Bichler eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Bin

absolut bei dir Hadu - es sollte lediglich ein Hinweis darauf sein, dass es im 13. Jh bereits eine derartige Berufsgruppe gab.
Viele Grüße
Andi

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Eintrag #12 vom 26. Sep. 2003 08:55 Uhr Ameli (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ameli eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Drahtziehen in Haithabu

Hallo,
im Wikingermuseum von Haithabu ist eine Vitrine dem Drahtziehen gewidmet. Soweit ich es in Erinnerung habe, ist dort sogar ein bearbeiteter Stein mit entsprechenden Bohrungen um Drähte immer feiner ziehen zu können.
Also Drahtziehen schon um die erste Jahrtausendwende mit Werkzeug belegt.
Gruß
Ameli / Elisabeth von Tannenberg

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Eintrag #13 vom 26. Sep. 2003 20:50 Uhr Thomas Schlosser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas Schlosser eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Solche oder ähnliche Steine...

, wie von Ameli beschrieben, habe ich auch schon im Deutschen Drahtmuseum in Altena gesehen. Ich kann mich nicht mehr an die genaue Datierung erinnern, aber ich meine das die Steiner aus dem 11jhd waren. O.K. das ist recht wage, aber ein Besuch im Drahtmuseum lohnt auf jeden Fall, denn wenn man etwas über Draht und Drahtziehen wissen will, dann DA! Zudem gibt es im Shop noch jedemenge Literatur zum Thema Draht!
Grüße
Thomas

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Eintrag #14 vom 07. Dez. 2004 15:55 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

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Wir haben dort folgende Drahtzieheisen gesehen:
Kaernten Magdalenenberg 45 n Chr
Suedtirol San Zeno ca. 5.-2.Jh. v.Chr
Niederbayern Eining ca. 2.Jh. n.Chr
Norwegen Hjelmstad 8.-11.Jh
Norwegen Oslo ca. 8.-11.Jh
und zwei aus Haithabu, wobei ich die genaue Datierung nicht mehr weiss.
Bilder gern per mail.
Wenn man dazu die Beschreibungen von Theophilus Presbyter nimmt, hat es gezogenen Draht schon zehr viel laenger gegeben als angenommen.
Die Frage, welches Material da gezogen worden ist, bleibt allerdings. Dazu konnten wir im Dahtmuseum leider auch keine Auskunft bekommen.
Gruss, Claudia

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