, wie von Ameli beschrieben, habe ich auch schon im Deutschen Drahtmuseum in Altena gesehen. Ich kann mich nicht mehr an die genaue Datierung erinnern, aber ich meine das die Steiner aus dem 11jhd waren. O.K. das ist recht wage, aber ein Besuch im Drahtmuseum lohnt auf jeden Fall, denn wenn man etwas über Draht und Drahtziehen wissen will, dann DA! Zudem gibt es im Shop noch jedemenge Literatur zum Thema Draht!
im Wikingermuseum von Haithabu ist eine Vitrine dem Drahtziehen gewidmet. Soweit ich es in Erinnerung habe, ist dort sogar ein bearbeiteter Stein mit entsprechenden Bohrungen um Drähte immer feiner ziehen zu können.
Also Drahtziehen schon um die erste Jahrtausendwende mit Werkzeug belegt.
ich entsinne mich, daß Drahtziehen schon bei römischen und byzantinischem Schmuck durchaus üblich war.
Worums mir aber geht: Die Erwähnung eines “Berufes” heisst definitiv nicht, daß es das Verfahren erst ab da gegeben hat. Die Spezialisierung in Handwerkszünfte und Unterberufe war nur die Folge der Zunftwerdung und der kommenden Grossproduktion in Manufakturen.
Das Drahtziehen konnte daher schon lange vorher durch den Schmied oder einen Gehilfen sozusagen nebenher gemacht worden sein, bis die Masse eine eigene Fertigung forderte bzw. rentabilisierte.
Hier in diesem Falle wäre eine materialkundliche Untersuchung sinnvoll…
Denn zumindest der Beruf des Drahtzieher ist durch Etienne de Boleaus “Livre des metiers” erstmals 1268 für Paris nachgewiesen. Er unterscheidet bereits zwischen Eisendrahtziehern “traifiliers de fier” und Messingdrahtziehern “traifiliers d’ archal”.
Aus:
Europäische Technik im Mittelalter:800-1400;Tradition und Innovation;ein Handbuch/hrsg. von Uta Lindgren, Berlin, Gebr. Mann, 2001, S. 208.
der Link klappt auch schon nicht mehr, und unter www.deutsches-drahtmuseum.maerkischer-kreis.de/ startmitte.html steht auch nicht wirklich was. Also hilft wohl nur hinfahren. Obwohl ich nur ca. 20 km entfernt wohne, war ich selber noch nie da, werde das aber demnächst nachholen. Werde dann mal schreiben, ob sich ein Besuch aus Mittelaltersicht lohnt.
Und zwar legen metallogafische Untersuchungen den Verdacht nahe, daß der Stahldraht seinen Werdegang als dünner, von einem Blech geschnittener Streifen begann, der dann durch diverse Zieheisen gezerrt und somit gleichmäßig geformt wurde.
Lest die Deatils am besten selbst nach, bevor meine verkürzte Wiedrgabe wieder ein verzerrtes Bild generiert.
Goldschmiede haben schon viel laenger Drahtzieheisen verwendet. Zum Beispiel beschreibt Theophilus Presbyter seiner “Schedula diversarum artium” Zieheisen (12. Jh.).
Es gibt wohl auch konkrete Nachweise anhand von gefundenen Zieheisen, an deren Loechern noch anderes Metall (Silber, Gold, Bronze) haftete.
Das Ziehen von Stahldraht laesst sich nur sehr schwer nachweisen, da Stahl auf Stahl nun mal keine besonderen Spuren hinterlaesst…
Ich versuch seit geraumer Zeit Informationen über die Metallverarbeitung im Hochmittelalter(1220-1250) zu bekommen. Mir geht es hauptsächlich um die Herstellung von Draht.
Nun meine Frage: Wer hat Erfahrung auf diesem Gebiet, oder wer hat mir einen Buch-oder Internet-
tipp?
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir helfen könnt.