Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Drill im FMA?

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Eintrag #1 vom 06. Jun. 2003 00:50 Uhr Marcus Schreiber   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Gab es Drill?

Moin,
beim Lesen stellen sich ja immer wieder Fragen, aber Antworten such man meist…und sucht…und sucht…
Was ich mich hier frage ist, ob es im Frühmittelalter (speziell bei den Wikis) eine Art Drill gab, bzw. ob Kampfmanöver wie der Schildwall in irgendeiner Form geübt wurden?!
Verbürgt ist die Einübung militärischer Praktiken für die Napoleonische Zeit, aber irgendwie muss man sich ja auch früher vergewissert haben, dass die eigenen Mannen nicht übermässig dahingemetzelt wurden!?!?
Lasst mal was hören
Beorn Guntarsson

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Eintrag #2 vom 06. Jun. 2003 07:02 Uhr Heiko Marquardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heiko Marquardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Normalerweise...

…war es üblich Kampftechniken zu Trainieren, allerdings ob das in Richtung Drill wie bei modernen Armeen geht, weiss ich nicht.
Viele Grüße >8o)

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Eintrag #3 vom 06. Jun. 2003 08:37 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Naja...

…also fern davon ein Experte zu sein, kann ich nur aus meinem begrenzten Wissensfundus sagen, dass, obgleich ich nicht weiss, wie es im FMA war, man die Sozialstruktur und die Herkunft der Kämpfenden bzw. die Art und Weise, wie sie zum Kampfe kamen, beachten sollte.
So ist es unwahrscheinlich, dass generell mit den truppen geübt wurde, denn die bestanden zum Grossteil aus Bauern und Fusssoldaten, letztere, so sie denn dies professionell betrieben, hatten schon ßbung, aber eben nicht alle im Heer oder gar miteinander.
Was die oberen Zehntausend auf ihren Pferdies betrifft, da ist aus zahlreichen Berichten verbürgt (ich sage nur: Crecy, Bannockburn), dass diese eher ein disziplinloser Haufen waren, und einfach taten, was sie wollten, und auf das Kommando von einzelnen so gut wie nie achteten.
Bedenkt man dann noch das Fehlen einer Uniform und die Anzahl der Truppen (die im FMA, man möge mich schlagen falls ich mich irre, speziell bei der auf ßberraschungsangriff ausgelegten Taktik der Wikies eher geringer war als im HMA/SMA), dann wird’s doch etwas unübersichtlich um beim Feindkontakt noch irgendeine gedrillte Taktik durchzuhalten.
Im Endeffekt ist die generelle Trainiertheit der einfachen Truppe erst im SMA bei den Schweizern stark hervorgetreten, und hatte prompt durchschlagenden Erfolg, und führte auch mit als einer der Gründe zum Aussterben des berittenen gepanzerten Kriegers als ausgebildeten Elitekämpfer.
Solange es also kein stehendes Heer gab, was erst im SMA der Fall war, sah es wohl bis auf Einzelgruppen düster mit Aufeinandereinspielen aus, denke ich.
Aber wie gesagt, I’m far from an Expert.
Für die Dinge besonders bezüglich der Ridderlies berufe ich mich mal auf
-Maurice Keen, das Ritterrum, Artemis&Winkler
-The scotish&welsh wars 1250-1400 Christopher Rothero
-Byzantium at War 600-1453 (gut für vergleichende Taktiken, die Byzantlies waren allerdings da mal wieder vorraus und haben trainiert)
-English Medieval Knight 1300-1400
-Bannockburn 1314 von Pete Armstrong
Grüsse, Esca

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Eintrag #4 vom 06. Jun. 2003 10:53 Uhr Heiko Marquardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heiko Marquardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Aber Jens...

…die Wikis hatten doch bestimmte Formationen drauf gehabt. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen das die nicht vorher geübt werden.
Gut, ich denke mal nicht das die da laufend “Reserveübungen” hatten, aber dim vorfeld einer Schlacht müssten doch Waffenübungen erfolgt sein. Weil der Sieg hängt davon ab das mehr Männer bei mir überleben als beim gegner und da macht doch nur ßbung den Meister!
Allerdings ist FMA auch nicht so meine Welt, insofern beruhen meine Argumente auf vermutungen. *seufz*
Viele Grüße >8o)

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Eintrag #5 vom 06. Jun. 2003 11:13 Uhr Georg (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Georg eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Wickies?

Äh, pardon, aber bitte nicht vergessen, dass ´die Wikinger` in allererster Linie Bauern waren…

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Eintrag #6 vom 06. Jun. 2003 11:26 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ein paar Gedanken dazu...

Ist das nicht auch eine Frage wie regulär eine Armee war?
Ein wilder Haufen, der plündernd durch die Gegend zog, hat danach wohl kaum geübt.
Aber es sind “Kasernen” und Militärlager gerade bei den Wikinger belegt.
(Sorry, ich weiß jetzt gerade nicht wie der Platz heißt, aber da gibt es doch einen allseits bekannten kreisrunden Wall mit mehreren symmetrisch angeordneten Langhäusern im hohen Norden Deutschlands/Dänemark, der als “Kaserne” angesprochen wird). Dort wird man nicht nur gesoffen oder sich gelangweilt haben…
Ein frühmittelalterlicher Panzerreiter wird meiner Meinung nach nicht mit einer teuren Ausstattung versehen worden sein, ohne ein wenig zu üben und somit seine Qualifikation unter Beweis zu stellen..
Ich glaube auch das byzantinische Strategikon des Maurikios circa 600 A.D., könnte man als Handbuch für ßbungen heranziehen (Nein nicht unbedingt bei den Wikis).
Wie genau diese ßbung aussahen? Wer weiß neben Drill gab es eventuell Wettkämpfe, vielleicht auch in einer Gruppe?
Solche Gruppenspiele werden heute auch noch gerne genommen, um eine Gruppe zu festigen und eine Hierarchie innerhalb einer solchen Gruppe bildet sich dann automatisch…
sascha.klauss.bei.t-online.de

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Eintrag #7 vom 06. Jun. 2003 12:48 Uhr Walter Ruf  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Walter Ruf eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Sascha,
meinst Du evtl das Trelleborg Fort?
Also, soweit ich weis, gab es Militärübungen der Fyrd, afaik. eine Art Miliz, zu der jeder Teilnehmer mindestens einen Bogen oder eine Axt mitbringen musste, ähnlich den Wehrübungen in der Schweiz…
Auch glaube ich mich erinnern zu können, das bei Berufsarmeen der Kampf im Verbund geübt wurde, sowie das Verhalten bei Pfeilbeschuss…
Käme ich an meine Bücher ran, könnt ich genaueres raussuchen, aber ich glaube bei einem zeitgenössischen Bericht über die Jomsviking wird ein 2 stündiges Training, jeden Tag vor dem Frühstück und vor dem Abendmahl erwähnt…
Wenn ich mein Abrbeitszimmer Chaos enttwurschtelt hab, guck ich nach für die Quellenangabe…
Gruss,
Grimar

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Eintrag #8 vom 06. Jun. 2003 12:57 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

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..das wird es sein.
Danke!
sascha.klauss.bei.t-online.de

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Eintrag #9 vom 08. Jun. 2003 22:06 Uhr Rolf Schubert   Nachricht

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Hallo,
ja es gab Trelleborg, dazu kamen auf dänischen Boden noch Fyrkat, Nonnebacken und die größte (288 Meter Durchmesser) die Aggersborg. Fyrkat und Nonnebacken sind sie kleinsten der vier Ringburgen mit einem Durchmesser von 120 Metern. In Trelleborg wurden noch Gebäude vorgelagert.
In allen Ringburgen war Militär stationiert und die haben garantiert nicht nur Hnefertafl gespielt.
Auf meiner Homepage, gehe ich auf Taktik und Strategie eines Wikiheeres ein. Hier der Link: www.huskarl.de
Aber eines schon vorweg, man kann getrost davon ausgehen das die Jungs schon gut trainiert waren…
Rollo Rolfson, Lodur Sippe

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Eintrag #10 vom 22. Aug. 2003 10:38 Uhr Hagen Haas   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Oranier

ßber die genauen ßbungsmethoden im FrühMA bin ich auch nicht so auf dem Laufenden. Mit Sicherheit haben zu allen Zeiten Krieger bzw. Soldaten auch in gewissem Umfang gemeinschaftliches Vorgehen geübt. Aber der “moderne” militärische Drill geht zurück auf die sog. “Oranische Heeresreform”, welche die Niederländer im 80jährigen Krieg gegen die Spanische Krone durchführten (so etwa um die Wende zum 17. Jhdt.). Die Ideen dafür hatten die “Oranjes” durch das Studium antiker - v.a. römischer - Literatur bekommen. Hat sich übrigens gelohnt, denn die Niederländer sind ja heute bekanntermaßen nicht mehr katholisch.
Und Gustav Adolf hat im 30jährigen Krieg mit der weiterentwicklenten niederländischen Taktik die Kaiserlichen das Fürchten gelehrt.
Grüße in die Runde, Hagen.

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