Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Erlebbare Geschichte für die Schule

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Eintrag #1 vom 28. Nov. 2000 17:39 Uhr Nina Pfeifer   Nachricht

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Hallo Zusammen! Ich schreib (immer noch, aber im Januar ist endlich SChluss!!)an meiner Zulassungsarbeit zum ersten Staatsex.(Lehramt RS) Thema heißt ungefähr: Mittelalterveranstaltungen als Ausdruck und Vermittlungsinstanzen von Geschichtsbewusstsein und Geschichtsinteressen. Inzwischen bin ich beim letzten (didaktischen) Teil angekommen. Aufhänger soll ungefähr sein ob und wie erlebbare Geschichte (und somit alle, die sich dafür interessieren) eine Chance für die Schule bieten - und umgekehrt. Und da ich nicht rein spekulativ einen Schulbezug herstellen möchte, bitte ich alle, die dazu Erfahrungen oder einfach nur Meinungen und Ideen haben, mir (und allen die´s noch interessiert) ihre Antworten in die Taverne zu stellen. 1. Hast du schon mal mit SChulen (oder mit Kindern allgemein) gearbeitet? (Erfahrungen?) 2. Was denkst du, können Schüler von dir lernen, das sie im “normalen GU” nicht lernen würden? 3. Was hältst du für SChüler wichtig übers MA zu wissen? 4. Besuch der auf dem Markt oder Besuch in der Schule? Wer kommt zu wem? 5. organisatorisch - praktische Anmerkungen? (Geld, Zeit, Kontakt…) 6. Wie könntet ihr euch Arbeit mit Schulen vorstellen? (praktische Vorschläge hab ich in der Taverne schon gefunden, ich dachte mehr an übergeordnete Aspekte - was erwarte ich vom Lehrer? Welche Voraussetzungen muss die Schule bieten? 7. Haltet ihr das MA für ein Thema, das Schüller besonders und per se (also unabhängig von Darbietung, Alter, Lehrer usw.)interessiert? Ich hoffe, das ist nicht zuviel auf einmal…aber wenn jeder nur zu einem Punkt was sagt, ist mir ja auch in jedem geholfen (-:
Danke, auch an alle, die auf meine Fragemails geantwortet haben.Nina

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Eintrag #2 vom 28. Nov. 2000 18:12 Uhr Nina Pfeifer   Nachricht

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Hab noch was vergessen: Kennt jemand Vereine/Gruppen, die mit SChulen arbeiten? Als Satzung / Gesamtkonzept?
Nina

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Eintrag #3 vom 28. Nov. 2000 20:27 Uhr Kati Engelhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kati Engelhardt eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Nina Ich habe zwar noch nicht direkt “pädagogisch” gearbeitet, aber wir hatten oft Kinder am und im Lager, teilweise ganze Zeltlager. Mir fällt immer wieder auf, daß gerade übers MA heftigste Vorurteile kursieren (siehe Thread 911), oft haben leider gerade Eltern und auch Lehrer nicht viel Ahnung von der Materie. Die meiste Kinderliterarur in Sachen MA ist auch sehr einseitig. Zu deiner 2. Frage fällt mir das Prinzip “lerning-by-doing” ein. Theoretischer Unterricht ist halt meistens ziemlich trocken, die meisten Kinder, die ich so erlebt habe, waren ziemlich scharf aufs anfassen und ausprobieren (wenn die Hemmungen erstmal gefallen waren). Zu Frage 6 möchte ich anmerken: Viele Erwachsene benehmen sich “besserwisserisch”, wenn man sie vor Kindern berichtigt, das dürfte zwar bei Lehrern nicht unbedingt vorkommen, aber man sollte ihnen vorher auch eine gewisse Fachkompetenz vermitteln. Was die Voraussetzngen der Schule betrifft, würde ich mir erstmal die Gegebenheiten ansehen und dazu eine passende “Show” ausarbeiten, vor allem auch in Absprache mit den Lehrern. Abhängig von dem was vom Veranstalter gewünscht wird, sollte man sich den Vorraussetzngen anpassen. Leider können Viele von ihre Vorstellungen vom Mittelalter nicht loskommen, oder wollen sich nicht auf etwas anderes einlassen. Die möchten dann, daß man mit Zelt etc. kommt um im “Kostüm” mit den Kindern Stockbrot zu backen (ich bin als “beratender Küchenhelfer” für eine Großveranstaltung engagiert, die “mittelalterlich” aufgezogen werden soll, ich werde da auf Lehrgänge geschickt, gesundheitlich aufwendigst gecheckt und im Endeffekt gibt´s dann Bratkartoffeln und Erbsensuppe, auf AUSDRßCKLICHEN Wunsch des Veranstalters, serviert bitte mit “verkleidet”). Auf diese Weise kann man gerade den Kindern kein wirkliches Bild vom Mittelalter vermitteln, sondern höchstens von Lagerfeuerromantik. Ich hoffe, ich komme mal dazu, meine großspurigen Thesen anzutesten, da ich mich jetzt vom Gruppenzwang Marktmittelalter freigemacht habe. Ich hoffe, der Mann nimmt es mir nicht übel, wenn ich offen mit seinem Namen rumschmeiße, aber frag doch mal bei Andreas Sturm nach, soweit ich weiß, arbeitet der öfter mal mit Schulen zusammen.
Kati

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Eintrag #4 vom 28. Nov. 2000 21:09 Uhr Patrick Seehaber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Seehaber eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Nina. Wir (Hippodromus) haben in diesem Jahr ein paar Termine in Grundschulen ( jedesmal die 4. Klasse ) wahrgenommen. Meine Erfahrungen sind auch noch recht frisch, aber ich versuche mal kurz, Deine Fragen zu beantworten. 1) Ja . :0) Ich habe die Zusammenarbeit mit den Schulen als etwas sehr Schönes empfunden, da man -im Vergleich mit Marktterminen- selten ein so wissensdurstiges Publikum hat. Die Kinder UND die Lehrer haben eine Menge Fragen gehabt, die wir in den 4 Stunden nicht in der Lage waren, zu beantworten… 2)Der Knackpunkt bei einer solchen Aktion liegt, wie Kati schon sagte, in dem hohen Lerneffekt der Kinder, die viel mehr von dem Gesehenden und Berührten verinnerlichen, als im GU, wo sie mit der Materie “nur” auf verbaler Weise oder in Form von Bild/Schriftmaterial konfrontiert werden. Ganz von dem hohen Lernerfolg abgesehen, lernen die Kinder auch etwas über Dinge, die eben nicht in den Lehrbüchern stehen, die ja sehr allgemein und leider oft noch sehr klischeebeladen gestaltet sind. So waren es oft die ganz alltäglichen Dinge im Mittelalter, die die Kinder fasziniert haben (Feuermachen, KLeidung , Essgeschirr etc.) . 3)Hmm, komische Frage…. Keine Ahnung! Wichtig ist mir nur, dass die Kinder begreifen wann, wo und warum man das Gezeigte getragen, angewendet, etc. hat. Was nun definitiv gezeigt wird, ist mir egal, solange die Kids nicht vor Langeweile sterben. (Wobei klar sein sollte , dass die Darstellung von Folterszenen, Hinrichtung und sonstiger Gewalt aussen vor bleiben sollte :0) ) 4)Beides hat Vor- und Nachteile… Auf dem Markt lässt sich ein schöner Tag verbringen - hat aber meistens nichts mit dem Mittelalter zu tun… Ist aber sicher ein schönes Erlebnis für die Kinder. Will man “richtiges Mittelalter” vermitteln, dann sollte man sich die richtigen Leute in die Schule holen, oder sich mit ihnen auf einem Markt in ihrem Lager verabreden… 5)Kontakt bekommt man am besten per e-mail oder telefonisch. Eine frühe Terminabsprache ist sehr ratsam, da viele Aktive nicht nur zwei Termine im Jahr haben und ihre Zeit planen müssen… 6)Die Schule muss eigentlich nur einen Raum bieten. Das “mittelalterliche” Zeug wird von der Gruppe mitgeschleppt - mehr ist nicht notwendig. Wir waren in Klassenräumen oder in der Turnhalle und es hat an nichts gefehlt. Vom Lehrer erwarte ich eine freie Hand - d.h., er soll mir nicht ins Wort fallen, um auch mal was schlaues loszuwerden…:0) Schön ist es, wenn man sich vorher mit dem Lehrer trifft und das Konzept kurz erläutern kann. Ausserdem kann man erfragen, welche Themen schon behandelt worden sind, um die Kinder nachher nicht zu langweilen. 7)Ich glaube (nein, ich behaupte), dass Grundschüler durch die Bank für das Mittelalter zu begeistern sind. ßltere Schüler haben bestimmt Interesse, aber das kann wahrscheinlich besser der Nikolai Thon beantworten ( er ist Lehrer )… Wende Dich mal an ihn. Hoffentlich habe ich Dir ein bisschen geholfen, Grüße, Patrick.
www.Hippodromus.de

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Eintrag #5 vom 28. Nov. 2000 21:37 Uhr Dr. Frank Dierkes  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Frank Dierkes eine Nachricht zu schreiben.

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Tach Nina. Nur so als Anregung und Ideensammler: Schau Dir mal die folgende URL an www.her.nw.schule.de/pgherne/u-projekt.htm Im Rahmen eines Unterrichtsprojektes des 7. und 10. Jahrganges des Pestalozzi-Gymnasiums Herne hatte der Nicolaj Thon (Lehrer) den Themenbereich “Living History” seinen Schülern näher bringen wollen. Vorab natürlich reichlich Theorie, aber Ziel war eine - dann auch durchgeführte - Ausstellung auf Schloß Strünkede/Herne. Neben der Konzeption der Ausstellung hatten die Schüler als weitere Themenpunkte: “Mittelaltermärkte”, “Gewandungskunde”, “Handwerk” etc. (findest Du alles unter der URL). Wir von Herbularius haben sowohl die Kontaktpersonen in die MA-Szene gestellt, als auch Ausstellungsstücke gestellt, Tips zu Erstellung von Gewandung gegeben und mit den Schülern zusammen dann die Ausstellungseröffnung gestaltet und das Schloß belebt. War eine gute Erfahrung beiderseits und hat Spaß gemacht. Grüße Frank
Benedicte! Frater Hermann von Monasterium

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Eintrag #6 vom 28. Nov. 2000 23:36 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

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Hallo Nina! Ich wurde schon öfters zu Schulen eingeladen, es betraf immer die 4. Klasse. Natürlich kann ich als Einzelperson nicht alles zeigen, sondern nur die Ausrüstung eines Ritters um 1250. Die Absprache mit der/dem Lehrer/in war immer relativ kurz. Aber sie nahmen es alle jeweils auf sich, mir Knappendienste zu leisten, was sie ein wenig “versaute” ;o). Die Kinder waren sehr an den Sachen interessiert, die ich ihnen in die Hand geben konnte, und was ich ihnen erzählte. Die Lehrer/innen hielten sich dabei fast gänzlich zurück. Muß sagen, daß es mir jedesmal Spaß bereitet, soetwas zu machen. Dafür erhalte ich nichts. Es kam aber auch schon vor, daß mich Lehrer/in nachträglich zum Essen einlud, als dank. So ein Dankeschön finde ich persönlich besser als Knete. Ist irgendwie Persönlicher, und man kann mit den Lehrer/innen auch nochmal über die Geschichte sprechen. Ich bemerkte oft, das gerade für das MA eine große Wissenslücke bei den Lehrer/innen vorhanden ist. Gruß v. Arlen

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Eintrag #7 vom 29. Nov. 2000 07:54 Uhr Michael Schröder  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Michael Schröder eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Nina, Wir haben auch schon Termine an Schulen oder Kindergärten gehabt. Besonders gut kommen dabei bei Schülern und Lehrern Darbietungen/Inhalte an die unser Sarwürcker mal als “Infotainment” bezeichnet hat, also kurze Vorträge/Vorführungen zu Themen wie “Von der Faser zum Tuch” bzw. “Die Rüstungstechnik im HMA”. Dabei bekommen die Zuhörer durchaus den Umgang z.B. einer Spindel erklärt oder es wird z.B. ein “freiwilliger” Lehrer :-) mal eingerüstet (Gambeson, Kette, Plattenrock, Helm…..). Besonders letzterer Punkt kommt bei Schülern besonders gut an. Sie mögen es irgendwie ihre Lehrer unter 35 kg Rüstung kleiner werden zu sehen. Unser Webmaster wollte da letztens auch noch Unterrichtsmaterial für Schulen zusammenstellen. Melde dich doch mal bei J.-P. Friederich unter webmaster@media-aetas.de
Grüße, Bärchen

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Eintrag #8 vom 29. Nov. 2000 14:35 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, bevor ich selbst in diesem Thread gelandet bin, wurde ich ja freundlicherweise (vielen Dank!) schon erwähnt, fühle mich von daher verpflichtet, noch etwas zu sagen, auch wenn schon das Meiste angeführt worden ist. Im schulischen Geschichtsunterricht nimmt das MA nach den meisten neueren Richtlinien, die natürlich von Bundesland zu Bundesland auf Grund der föderativen Struktur des Bildungswesens in Deutschland mehr oder minder abweichen, wieder eine recht wichtige Stelle ein - allerdings in den Kl. 7 od. 8, d.h. in einem relativ frühen Alter für die Vermittlung geschichtlicher Zusammenhänge. In der Sek II spielt hingegen das MA weiterhin kaum eine oder keine Rolle, da dort andere Themen - größtenteils zeitnähere (Franz. und russ. Revolution, Industrialisierung, Imperialismus, vor allem natürlich Nationalsozialismus und neueste Zeit = Geschichte der BRD/DDR dominieren und von den “alten” Zeiten eben die Antike den Vorrang bekommen hat). Somit kann MA-Gruppen bei der Vermittlung von Einblicken in die MA-Geschichte durchaus eine wichtige Funktion zukommen, die die meisten LehrerInnen auch gerne annehmen werden, wenn einige Bedingungen erfüllt sind: - So darf sich beispielsweise die Darstellung natürlich nicht auf den rein militärischen Bereich beschränken (wir pflegen heute Geschichte primär als soziale Entwicklungsgeschichte zu sehen, nicht als Schlachtengeschichte!), sondern muss mindestens ebenso stark auch zivile Gegebenheiten vermitteln. - Es muss eine gewisse Authentizität vorliegen; damit ist nicht gemeint, dass jede Naht mit der Knochennadel handgenäht sein muss, sondern dass keine echten historischen Fehler vorliegen (und dass man die “Anpassungen” bzw. ßbernahmen moderner Fertigungstechniken etc. auch deutlich macht). - Die SchülerInnen müssen die Gelegenheit erhalten, selbst mit “Hand anzulegen”, will sagen: einige Fähigkeiten nicht nur demonstriert zu bekommen, sondern selbst ausüben zu können. - Es geht nicht nur darum, einen “Stauneffekt” (womöglich mit einem gewissen Schuss Grusel durch besonders tolle Schilderungen von Folterkammern) zu erzielen, sondern Einblicke in das Leben des MA in seinen unterschiedlichen Formen dadurch zu vermitteln, dass man Dinge, die sonst allenfalls in den Vitrinen der Museen liegen, selbst “handeln” kann, also anfassen und in ihrer Funktionalität unter erfahrener Anleitung erfahren. - Vom Reenactor kann erwartet werden, dass er über hinreichende eigene geschichtliche Kenntnisse etwa auch der Sozialordnung des MA verfügt (oder sonst wenigstens die nicht ehrenrührigen, sondern ehrlichen Worte “Das weiß ich leider nicht! Da muss ich nachschauen! Vielleicht weiß das Euer Lehrer!” kennt und benutzt). - … Soviel zur Einordnung des Ganzen: Konkrete Handlungsansätze für den Unterricht ergeben sich teils schon daraus, teils aus der Notwendigkeit, auch “Erfolgserlebnisse” zu vermitteln (so sollte man beispielsweise beim Schreiben mit der Feder nicht erwarten, dass auch der/die Begabteste in einigen Minuten die Beherrschung der ihm/ihr neuen Schreibmaterialien erlernt; man bereite also ggf. Blätter vor, in die er/sie nur den Namen eintragen braucht o.ä.m.). Doch sind das schon Details. Im übrigen gestatte ich mir (leicht unverschämt, ich weiß!) auf den 1. Vortrag am Samstagmorgen des Usertreffens zu verweisen ;-)
Beste Grüße Nikolaj (Argl. Rhisiart ap Maredudd)

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Eintrag #9 vom 30. Nov. 2000 17:11 Uhr Mirko Van Keeken  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Mirko Van Keeken eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Nina, erstmal wünsche ich dir sozusagen als Leidensgenosse viel Glück für dein Examen. Ich bin selbst Referendar für Geschichte und Sozialkunde und habe natürlich Gruppenmitglieder der Viatores Temporis und auch mich selbst in meinen Unterricht eingebracht. Auf jeden Fall freut es die Schüler, wenn sie nicht wieder nur das Buch öffnen müssen. Andere Lehrer reagieren aber manchmal etwas eifersüchtig, da wir den Schülern damit etwas bieten, was sie nicht können. Unser Wissen über Alltagsgeschichte geht weit über das Buch hinaus und ist quasi schon in der Realität erprobt. Es ist wichtig, dass nicht eine einzelne Person, ob nun Ritter oder Bauer, den Unterricht besucht. Viele Schüler wollen auch unterschiedliche Bezugspersonen erhalten. Ein Vortrag des Ritters über die Rüstung bringt denjenigen nichts, die eher Handarbeit oder Lebenssituationen erfragen wollen. Der jeweilige Fachlehrer muss aber auch wissen, was er seinen Schülern zumuten kann. In eine Klasse mit 3 hyperaktiven Kindern schicke ich keinen Schwertkämpfer, der genau erzählt, wie man sich damals abschlachtete. Die Schüler übernehmen das in ihr Handlungsmuster dieses Tages. es kann also auch passieren, dass sie sichj auch noch Stunden später die Köpfe einschlagen. Der Lehrer sollte also schon vorher wissen, wer kommt und dafür eine geeignete Lernmöglichkeit liefern. Für einen Stundenfüller ist diese Aktion entweder zu schade oder zu gefährlich. Glücklicherweise ist die Burg Herzberg um die Ecke, also lade ich das ganze Kollegium mit den betreffenden Klassen dazu ein, mal im Sommer, wenn das supertolle Event dort stattfindet, vorbeizuschauen und sich eine grössere Bandbreite anzuschauen. Die Schüler müssen aber auch kritisch geimpft werden. Wir kennen ja alle das Problem, dass man auf einem Markt nicht nur Wahrheiten erlernen kann. Der hessische Ritterbund läd jedes Jahr die umliegenden Schulen zu “Mittelaltertagen” auf die Burg ein. Das halte ich eigentlich für sinnvoller. Unsere Schule plant einen Projekttag Mittelalter, der aber noch in der Anfangsphase liegt. Zu der Didaktik: Während meines Studiums erklärte ich meinem Didaktikprofessor Bergmann (!), dass ich einen Mittelalterverein eröffnen möchte und das noch mit einem relativ hohem Anspruch (damals ;-)). Er sprach seine Bedenken dagegen aus, es liesse sich nicht realisieren und es gäbe kein Publikum. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Geschichtsdidaktiker uns als Sandkastenhistoriker (wenn überhaupt) sehen und belächeln. Gerade Gymnasiallehrer legen viel Wert auf ihre wissenschaftliche Geschichtsbildung, die sich wohl allzuoft auf die “Hohe Tagespolitik” der Geschichte bezieht. Eine Vorführung muss also auch thematisch in die Stundensequenz eingearbeitet werden. Das Lehnswesen als Bestandteil des Rahmenplanes der Mittelstufe eignet sich wunderbar, um das Verhältnis, Aussehen und Umgang zwischen den Lehnsteilnehmern zu dokumentieren. Dreifelderwirtschaft, Handel, Stadtleben, Kreuzzüge oder auch Klosterleben sind weiter Beispiele einer längeren Liste. Ich denke, das waren erstmal meine ungeordneten Gedanken
Viel Glück

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Eintrag #10 vom 31. Mrz. 2004 19:45 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

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Für die Herner Schulen (rund 10 werden sich wohl und hoffentlich beteiligen) ist gerade ein museumspädagisch geprägtes Projekt angelaufen - in Zusammenarbeit mit den beiden Museen in Herne (Städtisches Emschertal-Museum und Westfälisches Landesmuseum für Archäologie), der Stadtbildstelle, der Stadtbibliothek und dem Kulturamt der Stadt Herne.
Nähere Informationen unter: www.learn-line.nrw.de/angebote/e-teams/[…]/indexfr[…]
Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen, sich die Ergebnisse am Abschlusswochenende einmal anzusehen. Ein Eintritt wird nicht erhoben.
So ist jeder willkommen - i.d.R. in Gewandung des 21. Jahrhunderts.
Wer in historischer Gewandung kommen will, sollte bitte bedenken, dass es sich um eine Veranstaltung mit museumspädagogischer Zielsetzung und den entsprechenden Standards handelt, nicht um einen der üblichen “mittelalterlichen” Märkte und Lager …
Also ganz klar: LARP und Phantasiegewandungen aller Art sind nicht willkommen!
Mit freundl. Gruß Nikolaj

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