Für die Herstellung von Fackeln habe ich noch keine Belege gesehen. Die einfachste Form ist sicherlich das Umwickeln mit etwas, jedoch ist Spalten auch vorstellbar. Da kann man sich experimentell austoben…. Die Verfügbarkeit von Teer ? Der Aufwand scheint mir aus heutiger Sicht beträchtlich, so mit Meiler oder Ofen. Allerdings ist es ja auch ein Allroundzeug… Ich könnte mir Vorstellen, das daß vielleicht ähnlich wie mit der Holzkohle war, so mit Köhler im Wald… Oder das man einmal im Jahr losging zum Teerschmelzen… Oder so. Die Arbeitsgruppe Teerschmelze hat da sicherlich eher Info´s drüber. Thema Windschutz : Bei einem Wickie habe ich Lampen mit Schweinsblase drumherum gesehen (anstatt des Glases..). Inwieweit das Belegbar ist ? Auf jeden Fall ist es eine Möglichkeit. Von den Römern weiss ich von Metalllampen mit Rohhaut drum.
Moin, da ich mich mit der Bearbeitung von Knochen beschäftige, fällt eine Menge ausgekochtes Fett an. Dies brennt sogut wie geruchsneutral. Als Gefäß bieten sich flache Tonlichte an, die man mit dem Fett füllt und einen geflochtenen Docht aus Leinenfäden, Lindenbast Binsen etc. benutzt. Edeler sind hängende Glasgefäße (ähnlich den Trichterbechern). Sylvia Kienholz ist eine Nadelholzkrankheit. Nach kienigem Holz sucht man am besten in Walsrodungen.
Moin Patrick, was den Windschutz angeht, so gibt es einge Beispiele von Lampen aus´m 14. Jhdt. (is´ nunmal meine Zeit), die aus Metall waren, Löcer hatten und nach vorne offen waren (Lochamer Altar?). Bis dann Thorsten
Hallo! Vielen dank für die Infos, ein paar Fragen habe ich aber noch, 1) Wie genau wurden denn dann die Fackeln gefertigt, wurde das Gühmaterial drumgewickelt oder Spaltete mann die Spitze um etwas hineinzustecken? 2) wie lange brennen die Kienspäne in etwa ? 3) Wie ist das mit windgeschuetzten Lampen? Sowas wie Glasscheiben drum herum war ja unerschwinglich. Gab es keine windgeschützten Lampen? machte man die Flamme einfach so groß das sie nicht ausging? 4) wie gut war die Verfügbarkeit von brennbarem Teer ? konnte den jeder irgendwie bekommen / Herstellen oder war das auch eher was für die gehobenen Schichten ? Grüße
Moin zuammen, interessates Thema, ich muß zuhause noch mal checken, ich habe irgendwo ein Heft der SCA, das sich konkret mit Beleuchtung beschäftigt. ßllampen sind auf jeden Fall o.k, es kommt aber ein wenig auf den Typ an. Wir selber nutzen flache, runde ßllampen, die durchgehend in ganz Mitteleuropa von der `ömerzeit bis ins 15. Jhdt. verwendet wurden. Wir haben da auch Nachbildungen von Lampen mit mehreren Flammen, doch nicht, wie die beliebten Akru-Teile im Kreis angeordnet, sondern an der Front der Lampe. Afaik ist der Aladintypus, der auch geegentlich auf den Märkten verwendet wird nicht verwendbar. Ich habe vor einiger Zeit in einem englischen Magazin - ich denke es war der Call-to-arms - eine Beleuchtungsart, wohl der ärmeren Leute, gesehen, die ich jetzt nicht genau einordnen kann. Sie haben bei einer Pflanze (ich werde nochmal zuhause nachsehen um was es sich handelt, vielleicht finde ich das Heft ja wieder) die Fasern aufgespleißt und in einen einfachen Halter gesteckt um sie dann anzuzünden. Weiß jemand vielleicht von sich aus, um was für eine Pflanze es sich handelt und ob hier in Deutschland die Dinger auch verbreitet waren? Nach Auskunft des Heftes war das wohl zumindest in England eine weitverbreitete Methode. Bis dann Thorsten
Ach so, eine Bezugsquelle für Teer / Pech kann man sicherlich von der Arbeitsgruppe Teerschwele des Museumsdorfes Düpel in (oder bei) Berlin bekommen. 030 8026671
Also, wemnn es etwas zum reinfüllen war, ist mit Sicherheit Talg das Produkt der Wahl. Läßt sich ähnlich verwenden wie Wachs, nur Kerzen würde ich damit nicht ziehen (Weich und fettig - dürfte dann auch sehr schnell runterbrennen). An den Geruch kann man sich, finde ich, gewöhnen. Soweit ich weiss, eignet sich für Kienspan nur besonders Harzhaltiges (Nadel-)Holz, meißtens aus einem verletztem - oder aus dem Wurzelbereich eines Baumes. Soweit ich weiss (Hörensagen !!) wird gerne das Holz von toten Bäumen genommen. Diese sollen dann irgendwie so zu Tode gekommen sein, das im Wurzelbereich trotzdem noch einige Zeit eine Harzproduktion stattfand. Aus dem gleichem Material wurde auch der Teer/ das Pech hergestellt, das ein echtes Allzweckmittel war (Kleben, abdichten von Schiffen, Fackeln…). Dazu wurden ´Harzlieferanten´ in einer Art Meilerbrand (oder speziellen ßfen) dazu gebracht, ihr Harz abzugeben, welches dann in Gefäßen gesammelt wurde. (Sehr stark vereinfacht). (Experimentelle Archäologie in Deutschland) Beiheft 19 1998 Isensee Verlag Oldenburg Isbn 3-89598-508-2 Dann soll es noch Binsenfackeln gegeben haben, da weiss ich aber noch nicht mehr drüber. Wir experimentieren damit. Als Docht (Glühmittel) kann man bei Fackeln oder Lampen z.B. getrocknetes Moos nehmen, Stoffe waren doch sehr teuer. Da kann man sich aber auch durchaus noch mal bei ´Mutter Natur´ umschauen. Prinzipiell läßt sich da wohl alles verwenden was Glüht und sich Formen läßt…. Die Gesundheitsgefährdung ist bei allem gegeben, was stark Qualmt. Daher würde ich diese Art Beleuchtungsmittel nur im Freien (oder in zugigen MA-Burgen) verwenden….
Hallo alle miteinander. Ich hätte noch die guten alten Wachsschalen der Wikinger zu bieten, allerdings weiß ich nicht, was die darein gefüllt haben, da Wachs, wie ja allgemein bekannt Luxusproudkt war. Außerdem gabs diese Klasse Rohhautlampen. die waren ähnlich, wie deine Laterne, meistens aber rund und mit mehreren senkrechten Streben, um die dann einfach Rohhaut gewickelt wurde, war die erstmal trocken, war das Zeug gut fest und wohl auch recht stabil.
Kienspäne - irgendwie schwierig zu erklären, aber eigentlich ein total simples Ding. Stell Dir ein Stück Holz vor, ca. 20 cm lang, Querschnitt z.B. 1 * 1 cm (starke Variationen!). Am besten geeignet ist harzhaltiges [Kiefern-] Holz, von dem einfach mit dem Beil eben Späne in diesem Format abgespalten werden. Gehalten wurden Kienspäne meist mit einer Klemmhalterung. Ich habe z.B. einmal einen Kienspanhalter geschmiedet, der einfach aus einem Stück Bandstahl (5 cm breit, gut 25 cm lang) hergestellt wurde. Das eine Ende wird spitz angeschmiedet, das andere Ende ca. 7 cm eingepalten (und verschnörkelt *g*). Sieht also im Endeffekt wie ein einfaches Y aus. Das spitze Ende schlägt man irgendwo ein (Wand, Boden, Holzklotz etc), in die gespaltene Seite wird der Kienspan eingeklemmt. Der Vorteil dieser Methode ist, daß man über die Neigung des Spans sowohl Helligkeit als auch Brenndauer desselben regulieren kann (“je senkrechter desto dunkler” *g*). “Kien-” ist bei uns im Plattdeutschen noch verbreitet, und bedeutet meines Wissens schlicht “Kiefer” (z.B. auch Kienäpfel = Kiefernzapfen). Aber dazu sollte vielleicht jemand mit besserem linguistischen Wissen etwas sagen… (Stefan? Bist Du da?)
Gunther Markgraf von Bärennoth Admin ´Tempus vivit!´
Hallo, Kienspäne sind sehr harzhaltige Scheite von Kiefer- oder Fichtenholz. Heute bekommt man sie ab und zu als Grillanzünder für teuer Geld; vielleicht kannst du mal in einem Sägewerk nachfragen, ob die da harzige Reste haben. Holzteer wird verwendet, um z.B. Holz zu imprägnieren oder Pferdehufe zu behandeln. Ich würde das Zeug nicht verbrennen, da ich nicht sicher bin, ob es gesundheitsschädlich ist. Eine Alternative wäre sicher Rindertalg, den es im Schlachthof oder beim Metzger günstig geben dürfte.
Hi Johanna, Nun aber die Frage, woe man die Sachen, welche du beschrieben hast, heute bekommt, oder was ist das genau??? ich kann mir im moment bei besten willen nicht vorstellen, was Holzteer oder Kienspäne sind. mit was wurde anfang des 15 Jh. eigentlich Licht in´s dunkel gebracht???
Sey gegrüßt Patrick an Beleuchtungsquellen dienten beim kleinen Volk und auch beim nicht so reichen Adel hauptsächlich Kienspäne, die schön qualmten und stanken (Kerzen waren teuer). ßllampen wurden nachweislich seit der Antike benutzt, doch wurde in diesen hauptsächlich Rindertalg gebrannt, der ebenso stank und qualmte wie die Kienspäne. Auch wurde Holzteer verbrannt, Geruch und Sichtbehinderung wie oben. Quelle: Kienspäne wurden in größerer Zahl in unserer Burg Wolfsegg gefunden, ebenso Kienspanhalter Gehab Dich wohl
Johanna Markgräfin zu Wiesenthal, Daniel Schweickhart zu Wolfsegg
Hallo, Nachdem ich mir nochmal ein paar Fotos angesehen habe viel mir auf, das in den meisten Gruppen (auch bei mir) diese praktsichen Holzlaternen mit Glaßscheiben weit verbreitet sind. Alein dadurch das diese große Glaßelemente haben fallen sie ja eigendlich für A Darstellungen aus. Die Frage ist was gab es alles an Laternen und Lampentypen im HMA. Was ist mit den beliebten 3 oder 4 flammigen ßllampen aus Ton die am so häufig findet. Gibt es für sowas irgendwelche Belege ? wenn ja für welche Zeit? Was gab es sonst noch an (Windgeschützten) Lampen? Primär interessiert mich das Jahr 1190. Eine andere Frage ist, wie machte man damals Fackeln? Ich meine jetzt möglichst lange brennende Exemplare, die man z.B. Auf einer nächtlichen Wanderung verwenden konnte (Oder benutzte man da schon andere Arten von Lampen ?) es interessiert mich welches Holz / Brennmaterial man verwendete, um sowas möglichst A nachzubasteln. Fragen über Fragen… Grüße