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Eintrag #1 vom 17. Okt. 2006 00:09 Uhr Iris Gillessen-Brandt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Iris Gillessen-Brandt eine Nachricht zu schreiben.

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Hab da mal ne Frage an die Färber-Fraktion:
Bin stolze Besitzerin zweier Walnuss-Bäume und habe beschloßen, mich auch mal im Färben zu versuchen. Bisher waren alle Versuche recht erfolgreich, was aber momentan eher nebensächlich ist.
Ich hatte vor, die Walnussschalen zu sammeln und aufzubewahren, was ich mir eigentlich so vorgestellt hatte, dass ich sie trockne und dann in einem Weidenkorb lagere.
Nachdem ich also nun reichlich gesammel habe ist mir aufgefallen, dass das mit dem Trocknen garnicht so einfach ist und die schalen langsam zu einem braunen Brei verklumpen und eine braune Brühe unten rausläuft (von der ich denke, dass das der Rohstoff ist, auf den ich es eigentlich abgesehen habe, die “Farbe”). Meine Idee war nun, die Schalen auszukochen und den Sud auf Flaschen zu ziehen oder aber in Plastikbeuteln einzufrieren bis er geraucht wird. Geht das? Oder kann man das irgendwie anders machen? Bekomm die Schalen einfach nicht trocken und hab Angst, dass die ganze Mühe umsonst war, spätestens, wenn sich Schimmel einnistet…..
Brauch dringend Hilfe….
P.S. Konnte nix passendes finden, aber sollte das Thema schon mal irgendwo erörtert worden sein, so entschuldige ich mich und bitte um Verschiebung
Iris

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Eintrag #2 vom 17. Okt. 2006 10:49 Uhr Patrick Artner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Artner eine Nachricht zu schreiben.

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Ich habe mich theoretisch mit dem Färben mit Walnussschalen beschäftigt und XXXX Seiten dazu gelesen. Mangels Rohstoff bin ich dann aber auf gekaufte/getrocknete und gemahle Schalen ausgewichen.
Hängengeblieben ist bei mir das man Walnußsud (stand dort im Zusammenhang mit Kaltfärbung) einfach stehen lassen kann und jährlich mit neuen Schalen etwas auffrischt und wieder benutzt. Lagerung demnach wohl im großen Plastikfass, draussen, in Färbeflüssigkeit wobei die Inhaltsstoffe wohl Schimmelhemmend sind.
Mein Sud (aus getr. Schalen, gemahlen) hat (in der Wohnung) allerdings innerhalb von 2 Wochen weiße Punkte (vermutlich Schimmel) auf der Oberfläche schwimmen gehabt. Ich denke mal draussen über Winter sollte das kein Problem sein … und Regenwassertonnen(250-500l) kosten 5-15 - im Baumarkt ;o)
Padreigh

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Eintrag #3 vom 17. Okt. 2006 11:53 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Apfelscheiben trocknet man bei 80-100 Grad im Ofen, der zwecks Abzug einen Spalt offen steht.
Evtl rettest du so auch zumindest die noch nicht matschigen Schalen ?
Ansonsten sollte Einfrieren auch ein ganbarer Weg sein, das ganze zumindest solange zu rettern, bis du konkrete Informationen hast.
Gruß, Ivain

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Eintrag #4 vom 17. Okt. 2006 13:16 Uhr Susan Sziborra-S.  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Susan Sziborra-S. eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
Also unser Walnußsud ließ sich bisher auch nie länger als drei Wochen aufheben, dann schimmelte es arg. Da Pilz (auch Schimmel) unheimlich auf saures Milieu abfährt, kann ich mir auch nicht vorstellen, warum die Inhaltsstoffe schimmelhemmend sein sollten. (Walnüsse und Walnusshüllen schimmeln bei entsprechender Umgebung ja auch im üblichen Tempo). Außerdem glaube ich, daß der Farbstoff sich im Wasser auf Dauer verhält, wie so vieles, das nicht auf die Existenz im Wasser ausgelegt ist; er wird sich zersetzen/verändern. Den Sud einfrieren würde ich zuerst experimentell ausprobieren, ich kann mir vorstellen, daß das auch was mit dem Farbstoff macht.
Vielleicht probierst du einfach nochmal, die Schalen nachzutrocknen. Alles auf Zeitungspapier ausbreiten (sollte man beim Trocknen immer - ßbereinanderlagerung macht irgendwie stets Gammel), in nem trockenen und warmen Raum lange lange lange trocknen lassen.
Ansonsten: schmeiß es halt weg. Walnußschalen kosten ´nen Appel und ´n Ei.
Gruß Suse
www.familia-ministerialis.de

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Eintrag #5 vom 17. Okt. 2006 14:42 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

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Ich hatte versucht, meinen Walnuß-Sud aufzubewahren, und zwar im Einkochtopf auf dem Balkon im Sommer.
Geschimmelt hat es zwar nicht, aber nach etlichen Wochen sah die Brühe (gemahlene Walnußschalen und Wasser), die ursprünglich bei mir die Assoziation “flüssige Zartbitter-Schokolade” ausgelöst hatte, aus wie Sch*** und roch auch so. Ich war froh, daß ich mich schon entschieden hatte, nichts mehr zu färben und das Zeug einfach wegzukippen.
Bis denn
Karen Thöle

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Eintrag #6 vom 17. Okt. 2006 23:21 Uhr Elisabeth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Elisabeth eine Nachricht zu schreiben.

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Vom Einfrieren der Schalen habe ich auch schon häufiger gehört, und zwar von Leuten, die das wohl tatsächlich schon einmal ausprobiert haben. Nun brauchst Du nur noch eine riesige Tiefkühltruhe ;)
Viele Grüße, Elisabeth

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Eintrag #7 vom 18. Okt. 2006 05:51 Uhr Iris Gillessen-Brandt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Iris Gillessen-Brandt eine Nachricht zu schreiben.

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Vielen lieben Dank für die vielen Tipps!
Werds dann wohl mal mit einfrieren probieren, scheint mir irgendwie am sinnigsten.
Wird eh in vier Wochen wieder aufgetaut, berichte dann auch mal über das Ergebnis.
Liebe Grüße,
Iris

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Eintrag #8 vom 18. Okt. 2006 11:30 Uhr Alexandra Krug  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexandra Krug eine Nachricht zu schreiben.

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Meine Walnussflotte steht nun schon seit mehr als drei Wochen neben unserem Walnussbaum. Ich habe eine Regenwassertonne dazu benutzt. Sie steht allerdings auch an einem sehr schattigen Platz. Ich sammle jeden Tag die grünen Schalen ein, die vom Baum fallen und werfe sie hinein und rühre dann um. Diese Brühe habe ich nach Beendigung der Ernte dann abgeseiht und darin erstmal gefärbt. Letztes Jahr ließ ich das ganze auch den Winter über stehen und im Frühjahr hat sich dann schon eine Schimmelschicht gebildet. Ich haben den Schimmel einfach mit einem Sieb entfert (er schwimmt ja nur oben drauf) und dann nochmal gefärbt. Hat auch geklappt.
Wer jetzt die Nase rümpft wegen dem Schimmel: Eva Heller beschreibt in “Wie Farben wirken” zum Thema Blaufärben folgendes: “Wenn der Gestank nachließ, der Farbstoff aus den Blättern gelöst war, konnte man aber noch nicht färben […] Erst wenn sich Schimmel auf der Brühe gebildet hatte, konnte man die zu färbenden Stoffe und Garne einlegen.”
Ich habe nun schon oft gelesen, daß die Färberei gundsätzlich immer auch kalt geht und daß es da nur eine Frage der Zeit ist, bis der Farbstoff von den Fasern aufgenommen wird. Was aber beim Kaltfärben immer ganz wichtig ist: Der ph Wert. So wie es mir scheint, darf dieser nicht eine halbe Stunde lang über ph 4,5 kommen, sonst ist die ganze Kunst dahin. Da die Walnuss ja jede Menge Gerbsäure enthält und man deshalb auch kalt damit färbt, erklärt ja ganz gut, daß hier wohl immer dieses saure Milieu vorherrschen tut. Und dann macht es gar nix, wenns mal schimmelt. Allerdings würde das auch mit Krapp und anderen Färbepflanzen gehen. Das Färben ist halt ein Fermentationsprozeß und der ist nicht immer so wohlriechend wie ein schönes, frisches Krappsüppchen ;-))
Nicht umsonst wurden auch die Färber in der spätmittelalterlichen Stadt aus olfaktorischen Gründen an den Stadtrand verwiesen.
Na, insofern lebe ich auch mittelalterlich: Auch unser Hof befindet sich am Ortsrand und meine Färbeexperimente - insbesondere mit Waid - habe ich auch ganz weit weg vom nächsten Nachbarn verlegt…
Viele Grüsse, Alexandra

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Eintrag #9 vom 19. Okt. 2006 09:28 Uhr   Nachricht

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Meinen Walnuss-sud hebe ich immer eine Weile auf, allerdings nicht länger als der Winter dauert. Wenn es wieder wärmer wurde, bildete sich kein oben aufschwimmender Schimmel, sondern wine Geleeartige Masse (vermutlich auch ein Pilz - nein, dsa Ding hat keine Augen und bewegt sich auch nicht). Dafür hat sich der Geruch in Grenzen gehalten.
Für mich stellt sich dann auch die Frage: Wurde sowas aufgehoben? Oder wurde einfach mit dem Rohstoff gefärbt, wenn er zu bekommen war, also im Herbst? (Mit Ausnahme der Färbestoffe, die einfach zu trocknen und zu konservieren sind - ich denke auch, dass der Wert der Färbedroge nicht unerheblich für solche ßberlegungen sind - Stichwort Handel/Transport)
Irka

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Eintrag #10 vom 19. Okt. 2006 10:25 Uhr Alexandra Krug  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexandra Krug eine Nachricht zu schreiben.

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Ich denke schon, daß sicherlich immer mit den Pflanzen der Saison aktuell gefärbt wurde. Zum Thema Handel/Transport habe ich allerdings auch schon in Quellen gelesen, daß so “einfache” Färbedrogen wie z.B. die Walnuß oder auch Birke, also Pflanzen, die wirklich überall zu bekommen waren, nicht groß gehandelt wurden. Es wird da beschrieben, daß man oft anhand der Farben der Kleidung genau sehen konnte, woher die (einfachen) Leute kamen: Man nahm sich einfach das, was in der unmittelbaren Umgebung wuchs. Andere Pflanzen wie das Waid wurden natürlich weit gehandelt. Da ist das Anbaugebiet ja deutlich auf Mitteldeutschland beschränkt. Die Waidblätter wurden von den Stängeln gezogen, mit einem Mühlstein gewalkt und zu Bällen geformt und sind so in den Handel gelangt. Dennoch scheint auch Waid in der Kleidung in allen Bevölkerungsschichten weit verbreitet gewesen zu sein. (Vielleicht auch nur fürs “Sonntagsgewand”), weil der Farbstoff einfach sehr lichtecht und sehr haltbar war, was man ja z.B. von Zwiebelschalen und Birkenblättern nicht gerade behaupten kann. Muß man ja schon beim ersten Trocknen des frisch gefärbten Stoffes an der Sonne aufpassen, daß nicht eine Seite heller wird als die andere… Nicht umsonst haben sich bald die Färber gegen Ende des 13. Jhd. in Schlicht- und Schönfärber aufgeteilt. Die Färbungen hatten einfach verschiedene Qualitäten und so machte es Sinn, mit dem einen zu handeln und mit dem anderen nicht.
Viele Grüsse, Alexandra

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Eintrag #11 vom 19. Okt. 2006 11:13 Uhr David Seidlitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um David Seidlitz eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Alexandra,
an diesen Quellen wäre ich interessiert, sofern es auch welche sind…
David

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