Das Mineralsalz, daß ich in meinem Gedächtnis fehlerhafter Weise für die Farbe verantwortlich machte, war wohl ‘nur’ fü5r die Fixierung des Farbtons nötig.
Immerhin war Thueringen im Mittelalter DAS Zentrum der Waidherstellung. Deshalb war m.W. auf dem Gebiet des heutigen Deutschland Blau eine recht billige Farbe, billiger jedenfalls alls z.B. Krapprot. In anderen Laendern sieht das schon anders aus, in England war m.W. Krapp billiger als Waid.
Teure Faerbungen waren (mal abgesehen von Purpur):
- intensives Gruen, wie z.B. das, was wir heute als “Flaschengruen” bezeichnen, weil dieser Farbton nur durch Mehrfachfaerbungen von Gelb und Waidblau uebereinander erzeugt werden konnte
- sattes Schwarz (Mehrfachfaerbung von Blau und Braun, z.B. Waid und Walnuss)
- sehr intensives Blau (Waid-Mehrfachfaerbung)
Billige Farben sind gedecktes Gruen, Gelbtoene aller Art, Brauntoene aller Art, da sich diese leicht mit Einfachfaerbungen heimischer Pflanzen herstellen lassen.
Das, was eine Farbe teuer macht, ist also nicht nur der Farbrohstoff, sondern auch die Intensitaet, da diese entweder mit Mehrfachfaerbungen oder mit einer hohen Menge an Rohstoff einherging.
@Ivain: Wenn du magst, schau doch mal auf meine Web-Site,da gibt es unter dem Punkt Materialien, Rezepte etc. schon einiges (Ich gebs zu, ich bin ein wenig faul im schreiben…)
Aber mich würde die Anfangsfrage auch nochmal interessieren: Hat jemand einen Literaturhinweis zu der Symbolik von Farben, der für Einsteiger geeignet ist?
Bei den Marienbildern weiß ich zum Beispiel, dass rote Erdbeeren das Blut Christi symbolisierten, blau war heilig, deshalb trägt Maria immer einen blauen Mantel. Ebenso gibt es spezielle Bedeutungen für die Veilchen und Margarithen (weiß=Reinheit,Unschuld) und so weiter. Kennt jemand das Lexikon der Symbole?
Mein Wissenstand bislang war, daß Blau sich recht günstig auf mineralischer Basis gefärbt werden konnte.
Ich habe grad letztens wieder (gut, ja in einem Roman, allerdings sind die Hintergründe dessen komplett belegbar, aus Materiallisten et. entnommen) von billigem blauen Tuch für die Londoner Arbeiter gehört.
Jetzt lese ich zum Wiederholten male von der teuren Farbe blau.
Gibt es vielleicht verschiedene Blautöne, die anders gefärbt wurden und daher unterschiedlich teuer waren ?
Wenn ja, wie sehen die Unterschiede aus, bzw. wie/womit färbt man teures Blau ?
Viel aufschlussreicher für die Benutzung von Farben, ist der technologische Färbeprozeß und deren finanzieller sowie materieller Aufwand.
Schliesslich wurde ja nicht, wie heute,
schnell und billig(und grausig) mit Simplicol gefärbt ;o) !
Bibelillustrationen sind oft mit Symboliken und Metaphern versehen die dem Betrachter Aufschluss über den Sinn der dargestellten Szene geben sollten. Heute sind wir nicht alle in der Lage diesen “Code” zu entschlüsseln.
Beachten sollte man auch die Gesellschaftsschicht aus der der Auftraggeber dieser Werke vermutlich stammte. Kurzum, auch ich gebe auf die Illustrierten Farben nicht viel. Es gibt Abbildungen von Bauern auf dem Felde in den grellsten Farben und unpraktischsten Gewändern. Das wird sicherlich nicht die Realität gewesen sein. In einigen Kleiderverordnungen des 13. Jhd. wird den Bauern als Ausnahmefarbe Sonntags blau gewährt. Das aber nicht ohne guten Grund! Blau war sehr teuer und aufwendig zu färben, deshalb regelt sich das von ganz alleine. Kaum ein Mensch aus dieser Schicht wird blau getragen haben. Vermeintliche Freiheit.
Die zu verwendenden Farben richten sich also erheblich nach dem sozialen Stand den du darstellst.
Mein Tipp: beschäftige dich mit den Färbetechniken, das gibt viel Aufschluss.
Naja Purpur war eine klerikale Farbe, wenn es sich bei besagten Zimmermann z.B. um den lieben Herren Jesus persönlich handelt, nicht verwunderlich. Grün mehr für die Jugend (wenn auch teuer), leuchtende Farben für den Adel, Rot eine “ritterliche” Farbe; aber inwieweit der Maler damit was bezwecken wollte, ist soviel Spekulation, wie mancher Kunstaustellungsbedsucher modernen Kunstwerkern angedeihen lassen muss ;)
Ich persönlich pfeif offen gesagt auf die dargestellten Farben, sonst müsst ich z.B. mein Streitross grün anmalen ;), und wähle die Kleiderfarbe je nach Stand/Preis der Färbung aus.
D.h. ich entscheide, ob ich in der Darstellung die Farbe mir hätte wahrscheins leisten können- was gegen Purpur spräche ;)
…naja, dann kann ich mir ja einen Purpurmantel anschaffen, falls ich irgendwann mal einen Zimmermann darstelle. Belege gibts schließlich genug dafür ;-)
Letztens war ich in einem Laden einer bekannten Buchladenkette und habe eine wunderschöne Bibel gesehen, die voll war mit Illustrationen aus Bibelhandschriften des 8.-15. Jahrhunderts. War nur ein bisschen teuer, leider.
Jedenfalls hab ich eine Menge brauchbare Vorlagen für meine Kleidung darin gefunden, ich weiß bloß nicht, inwieweit ich diesen Illustrationen in ihrer Farbgestaltung trauen kann. Gerade Bibelillustrationen dürften ja oft ziemlich symbolisch gewesen sein. Deshalb wüsste ich gerne, welche Farben welche Bedeutung hatten. Interessant ist für mich vor allem das 12. und 13. Jhd.