Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Fasnet - oder Fastnacht

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Eintrag #1 vom 22. Jan. 2002 19:23 Uhr Angelina Von Borcke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Angelina Von Borcke eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
die fünfte Jahreszeit steht an - und durch Zufall bin ich heute über die Internetseite meiner Stadt darauf gestoßen, daß hier die Fasnet eine lange Geschichte hat, die wohl auch schon ins MIttelalter zurückggeht:
1310
17. November Erwähnung des Worts Fasnet in einer Urkunde. An das Spital müssen Hühner abgegeben werden.
1360
Predigt über Fasnetsküchle in der Predigerkirche.
1501
300 Personen aus Schaffhausen möchten nach Rottweil zur Fasnet. Dies wird verboten.
1520
Beleg über die Spende von zwei Ochsen für die Trinkstuben Rottweils vom Abt von St. Georgen.
1546
Erster Erwähnung von Larven und Verkleidung im Rottweiler Stadtrecht.
Weiß jemand, wie alt denn der Brauch der Fasnet nun ist? Die Rottweiler Fasnet scheint eine der ältesten, belegten zu sein….
Hu-hu-hu, Angelina.

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Eintrag #2 vom 25. Jan. 2002 18:44 Uhr Bernd (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Bernd eine Nachricht zu schreiben.

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Zitat von der Webseite der Basler Fasnacht: www.fasnachts-comite.ch
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1376, am Tag vor Aschermittwoch, fand auf dem Münsterplatz ein Turnier statt, bei dem sich die Bürger von den Rittern provozieren liessen. Die Bürgerschaft griff zu den Waffen und vertrieb die Edelleute, von denen beim Tumult vier ums Leben kamen, In der Folge wurden 12 Bürger enthauptet und Kaiser Karl IV. entzog die Stadt durch Verhängung der Reichsacht dem Schutz des römisch-deutschen Reiches. Dieser folgenschwere Tag ging in die Annalen Basels ein als die “böse Fasnacht” und gleichzeitig als älteste Nachricht über fasnächtliches Treiben.
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Eintrag #3 vom 27. Jan. 2002 17:58 Uhr Angela Kobelt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Angela Kobelt eine Nachricht zu schreiben.

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Ich hab´auch noch ´was anzubieten:
Den ältesten deutschsprachigen Nachweis des Wortes (nämlich “vasnaht”) findet sich im Parzival-Roman des Wolfram von Eschenbach (um 1206).
Und wenn ich noch ein wenig länger in meinen Unterlagen stöbere, fällt mir vielleicht auch wieder ein, in welchem Zusammenhang der Begriff dort gebraucht wird …!
Gruß, Angela.

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Eintrag #4 vom 19. Jan. 2004 23:24 Uhr Ralf Roletschek  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ralf Roletschek eine Nachricht zu schreiben.

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ich hab das schon woanders gepostet, hab da ein bisschen Geschichte auf einer Seite: www.forstfasching.de/geschichte-fasching-karneval.php
Das mit Basel war mir aber auch neu :-)
Ralf

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Eintrag #5 vom 18. Jan. 2004 19:29 Uhr Ralf Roletschek  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ralf Roletschek eine Nachricht zu schreiben.

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Ich schreibe an einem Bericht über den hiesigen Fasching, soll Mittwoch in der Regionalzeitung kommen. Gut die Hälfte (den historischen Teil) hab ich schon online: www.forstfasching.de/[…]/geschichte-fasching-karne[…] hab das alles nach bestem Wissen zusammengestellt was aber nicht heißt daß ich alles wissenschaftlich belegen könnte. Hat jemand Ahnung von der Materie?
Speziell meine Aussage, daß Fasching nicht auf heidnische Gebräuche zurückzuführen ist, wird doch an der einen oder anderen Stelle anders behauptet.
Danke Ralf

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Eintrag #6 vom 19. Jan. 2004 19:08 Uhr Ralf Roletschek  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ralf Roletschek eine Nachricht zu schreiben.

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In dem obigen Zusammenhang suche ich für die Mittelalter- Zeit auch noch 1 Public-Domain Foto, das irgendwie an ‘närrisches Treiben’ erinnert…
Danke Ralf

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Eintrag #7 vom 20. Jan. 2004 01:57 Uhr Angela Kobelt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Angela Kobelt eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Ralf,
du schreibst da einen schönen Artikel zu einem sehr schönen Thema. Leider sind zum Thema Karneval viele Theorien verbreitet, die entweder nicht belegbar, oder schlichtweg falsch sind:
Die Herkunft solcher Wörter wie “Karneval” und “Fastnacht” ist immer noch nicht eindeutig geklärt (sie wird wahrscheinlich auch nie genau geklärt werden).
Es halten sich hartnäckig zahlreiche Worterklärungen, die keinerlei faktische Grundlage haben. Ein typisches Beispiel dafür ist das Wort “carrus navalis”, welches einen antiken Prozessionswagen mit Schiffsförmigen Aufbauten bezeichnet.
Du schreibst in deinem Artikel, daß das Wort “Karneval” möglicherweise aus diesem Begriff heraus entstanden sein könnte. Diese Theorie ist aber mittlerweile widerlegt. Das Wort “carrus navalis” ist nicht antiken Ursprungs. Es wurde im Jahr 1853 von Karl Simrock im “Handbuch der deutschen Mythologie” kreiert.1891 hielt der Begriff Einzug in das “Lateinisch-romanische Wörterbuch” von Gustav Körtings und etablierte sich in den folgenden Jahren als terminus technicus der Archäologen für das antike Dionysos-Schiff. Und so ließen sich dann die frühen Volkskundler zu der Annahme verleiten, daß die karnevalesken Schiffsumzüge des Mittelalters mit dem Dionysos-Kult zusammenhingen … .
Ganz davon abgesehen, den ersten Beleg für das Wort “Karneval” in der deutschen Sprache stammt aus dem Jahr 1699, im Rheinland taucht das Wort sogar erst 1780 auf.
Diese und viele anderen Informationen findest du in:
Mezger, Werner. Narrenidee und Fastnachtsbrauch. Konstanz, 1991
Dabei handelt es sich um eine gut lesbare und sehr inforeiche Habil-Schrift, bestimmt eines der besten Bücher, die zur Zeit zum Thema zu haben sind. Darin steht auch einiges über die Theorien,in denen der Karneval in direkter Linie auf heidnische Bräuche zurückgeführt wird. Solche Thesen erlebten waren zur Zeit nationalsozialistischer Volkskunde und Geschichtsforschung äußerst populär, werden mittlerweile aber von keinem ernstzunehmenden Wissenschaftler mehr vertreten (womit nicht gesagt werden soll, daß es überhaupt keine Bezüge zwischen den Festen der christlichen Mittelalters und denen der “Heidenzeit” gibt).
Viele Grüße, Angela

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Eintrag #8 vom 20. Jan. 2004 02:10 Uhr Angela Kobelt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Angela Kobelt eine Nachricht zu schreiben.

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Vor lauter “carrus navalis” habe ich es fast vergessen: auch für die Wörter “Fastnacht” oder “Rosenmontag” gibt es mehr als eine mögliche Erklärung. Wer sich für die (schätzungsweise) 895724 anderen etymologischen Deutungsversuche interessiert, die während der letzten Jahrhunderte entstanden sind, ist mit dem Buch von Werner Mezger ebenfalls gut bedient.
Viele Grüße, Angela

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Eintrag #9 vom 20. Jan. 2004 13:59 Uhr Ralf Roletschek  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ralf Roletschek eine Nachricht zu schreiben.

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aber es macht wirklich Spaß und bildet (jaja, auch bei dem Thema) Ich hab es längst aufgegeben, das Ganze wissenschaftlich korrekt zu machen. Im Studium hätte ich sowas nicht abgeben dürfen ;-)
Ist wie ne Statik die man nicht hinbekommt, Vielleicht eventuell, es könnte aber auch, nimmt man allgemein an… usw. Ich hab heut Nacht schon wieder Neues Material entdeckt, muß mich sputen und in die Redaktion. Wenn ich es fertig habe linke ich es hier mal. Die Version die jetzt online ist, ist schon 1,5 jahre alt. Aber vorher werd ich mir wohl das Buch besorgen müssen, danke für den Tip
Ralf

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Eintrag #10 vom 20. Jan. 2004 15:50 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

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Zu Deiner Seite: Die bekannteste ethymologische Ableitung von “Karneval” ist nicht von “carne” und “levare” (da stimmt die Reihenfolge von “v” und “l” nicht), sondern von “carne” und “vale” (“leb wohl”, üblicher lateinischer Abschiedsgruß).
Oswald von Wolkenstein (1377-1445) hat übrigens ein Lied geschrieben “Es nahet gen der vasenacht” (oder so ähnlich), nachzulesen z.B. in der Ausgabe der “Lieder Oswalds von Wolkenstein” von Karl Kurt Klein.
Bilder zur Illustration: Direkt zum Thema passt natürlich das Gemälde “Kampf zwischen Fasching und Fasten (von 1559) von Pieter Bruegel d. ß. (anzusehen auf der Seite www.khm.at/system2.html?/static/page436.html
Etwas älter, nämlich von ca. 1316, aber nicht ganz zum Thema passend ist ein Bild aus dem ”Roman de Fauvel“. Leute verkleidet, z.T. mit Masken, aber nicht für den Karneval, sondern ein sogenannter ”Charivari“, mit dem die Leute das frischverheiratete Paar Fauvel und Vaine Gloire aus dem Schlaf wecken, um ihre Hochzeit zu kritisieren. Gesehen hab ich das Bild als Schwarzweiß-Abbildung in dem Buch ”Spielmann, Schalk und Scharlatan", Autor fällt mir nicht mehr ein. Die Abbildung müßte sich mit ein bißchen Suche aber wohl auch noch anderswo finden lassen.
Wie es mit den Veröffentlichungsrechten dieser Bilder aussieht, mußt Du selbst wissen, Urheberrecht ist nicht meine Stärke.
Bis denn
Karen Thöle

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Eintrag #11 vom 30. Jan. 2007 15:57 Uhr Christian (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Christian eine Nachricht zu schreiben.

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Helau,
ich würd das gerne wieder ein wenig beleben.
Bräuche aus vergangenen Zeiten, typische Kostüme, Figuren etc., Speisen alles irgendwie.
Die Ursprünge der Fassenacht im Mittelalter, die Wiederbelebung besonders in den rheinischen Hochburgen. Die Ursprünge in der Napoleonischen Zeit. Verballhornungen damliger Bräuche, Rituale, Uniformen, Armeen zu Narrentümern. Was Euch so einfällt!
Danke!
Karl

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Eintrag #12 vom 31. Jan. 2007 09:56 Uhr Christian (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Christian eine Nachricht zu schreiben.

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Sehr gute Beiträge bei Wikipädia:
de.wikipedia.org/wiki/Karneval,_Fastnacht_und_Fasching
de.wikipedia.org/[…]/Karnevals-,_Fastnachts-_und_F[…]
de.wikipedia.org/[…]/Karnevals-,_Fastnachts-_und_F[…]
Allerdings ist auch hier nur wenig geschichtliches drin.
Mich würden Quellen interessieren, vor allem zu den Auschweifungen der Mittelalterzeit und Verfolgung, wenn die Fastnacht zu lang gefeiert wurde. Hat da wer was?
Karl

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