Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Fechtende Frauen

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Eintrag #6 vom 20. Jan. 2001 12:32 Uhr Anette Hampel   Nachricht

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Und nocheinmal Hallo, ich wollte hier keine erneute Schlammschlacht zu dem Thema ins Leben rufen, ich wollte auch garnicht wissen welche Argumente dagegen sprechen. Meine Frage war nach konkreten Quellen zu diesem Thema also Quellen über fechtende oder kämpfende Frauen. Es gibt auch einige so z.B. Berichte der Araber während der Kreuzzüge über kämpfende Frauen auf Seiten der Kreuzfahrer. Es gibt bekannte Räuber-Hauptfrauen wie Bärbel Krämer (genannt Schleiferbärbel)geb. um 1740 die eine Räuberbande angeführt hat. Im Zeitalter der Landsknechte gab es einen großen Troß der einen eigenen Weibel hatte und eine eigene Fahne auf der eine Frau war. Auf Holzschnitten dieser Zeit kann man Waffentragende Frauen sehen. Es gibt auch einige überlieferte Berichte über Frauen die als Mann verkleidet in Heeren dienten. Dabei ist nicht zu vergessen das nur die erwähnt werden die auch erwischt wurden also haben die Historiker heute keine rechte Vorstellung von der Dunkelziffer. ßbrigends wurden keinesfalls alle in Männerkleidern erwischten Frauen bestraft. Ganz sicher haben Troß-Huren gewußt wie sie sich wehren konnten. Ich habe mich bereits intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und möchte dieses Medium nutzen um evt. weitere Quellen oder Literatur zu finden. Es ist keineswegs notwendig mich über die übliche Rolle der Frau in vergangenen Jahrhunderten aufzuklären . Ich möchte mich bei allen schon mal bedanken die sich jetzt nocheinmal mit diesem Thema auseinandersetzen und mir vielleicht weiterhelfen können.
Grüße, Anette

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Eintrag #5 vom 20. Jan. 2001 11:32 Uhr Birgit Kapraun  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Birgit Kapraun eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Anette, tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, aber für den angegebenen Zeitraum wirst du wohl kaum was über dein thema finden. in dieser zeit gab es sehr festgefügte vorstellungen, was die “richtigen” verhaltensweisen für mann und frau waren, und fechtende frauen paßten wirklich nicht ins bild. hinzu kommt noch, daß die kirche, die nun wirklich eine sehr prägende kraft der zeit war sehr klare vorstellungen von der unterordnung der frau unter die männerwelt hatte. was glaubst du wie das das soziale klima gegenüber kämpfenden frauen geprägt hat? und noch ein paar pragmatische denkanstöße: bekanntermaßen begannen die ritter ihre waffenausbildung sehr früh. niemand wäre jedoch auf die idee gekommen, einem mädchen in diesem alter eine waffe in die hand zu drücken. für jungs war das selbstverständlich. und kein mädchen wäre mit sagen wir 10 jahren auf die idee gekommen, daß sie kämpfen lernen will. wenn doch hätte sie wahrscheinlich eine ordentliche tracht prügel bekommen und das thema wäre schnell erledigt gewesen. in einer zeit, wo die mädels den mann zu heiraten hatten, den die eltern/vater ausgesucht hatten war ein selbstbestimmter lebensweg nicht so drin. in einem alter wo sie selbst entscheiden kann und vielleicht ihren kopf durchsetzt hat jeder mann ihr schon einige jahre training (und muskelaufbau!) voraus. ich denke nicht, daß frau sowas wieder aufholen kann. kommt noch hinzu, daß frauen unter der munt / vormundschaft ihres vaters bzw. später ehemannes standen. d.h. sie hätte wahrscheinlich gar nicht selbst entscheiden können. (kann hierzu jemand eine rechtliche unterfütterung liefern?) und was soll sie mit der waffenkenntnis anfangen? in den krieg ziehen? in einem heerlager mit männern, für die sie als kämpfende frau sowieso freiwild ist??! irgendwann kommt´s raus und dann steht aber eine massenvergewaltigung an (sorry wenn das jetzt hart klingt, aber ich halte es einfach für realistisch). wenn sie aber zuhause bleibt, wo soll sie die zeit hernehmen, ständig im training zu bleiben? im alltagsleben gab es genug zu tun. und ohne dauerndes training kann sie es gleich lassen weil nicht im training = unterlegen (ich bin im ma nicht an der waffe, kann mal bitte einer der herren oder damen, die mit dem schwert umgehen sich zu wort melden ob ich da falsch liege!) und was soll sie zuhause mit der waffenkenntnis anfangen? welche motivation sollte sie übrigens haben zur Waffe zu greifen? Ruhm und Ehre? Sorry, aber das war im Buch der damaligen Frau einfach nicht geschrieben. Das war einfach in den Köpfen der Leute nicht denkbar. sie wäre von jeder kanzel als “Mannweib” verdammt worden. (Frauen die sich HEUTE trauen in sogenannten Männerberufen tätig zu werden können Dir da sicher auch noch die eine oder andere Geschichte erzählen) Die Fürstinnen, die als Heerführerinnen bekannt sind, standen soweit ich weiß nicht im direkten Kampf mann gegen mann / frau. Und um ein Heer zu kommandieren brauchts nicht in erster linie muskelkraft sondern intelligenz und korrektes einschätzen der sachlage - das kann eine frau genausogut wie ein mann, mindestens! *g* (So, jetzt können die Männer verbal über mich herfallen!) *g* Mir würden wahrscheinlich noch ein paar gute argumente einfallen, wieso frauen nicht “an der waffe” waren (notfälle wie die verteidigung der burg mal ausgenommen) aber das soll erstmal genügen. Was deine Einschätzung angeht, daß gesellschaftlich hochgestellte frauen vielleicht die freiheit hatten das fechten zu erlernen: ich denke, diese frauen hätten es als weit unter ihrer würde angesehen, selbst zur waffe zu greifen. denn die hatten genug männer unter sich um sich von denen verteidigen ZU LASSEN. und im ma war das kämpfen nicht als “freizeitsport” angesehen. jagd mit falken dagegen z.b. schon, und da mischten die edeldamen auch mit. wenn du aber bei einer schlacht die sehr reale möglichkeit hast, deine eigenen eingeweide von außen zu betrachten ehe du draufgehst weiß ich wirklich nicht, was eine frau dazu bringen sollte, darauf auch noch hinzuarbeiten. für die gesellschaftlich niederen schichten der frauen gelten meine einwände von oben: 1. niemand bringts den mädels bei 2. wenn sie sich doch irgendwie an die waffe traut ist sie freiwild. ich kanns mir richtig vorstellen. kommt eine junge frau (auch noch hübsch weil jung) zu einem soldatenhaufen und fragt ob sie ihr was zum waffengang beibringen könnten. na, die antworten kann ich mir vorstellen! “Klar, hab da ein schönes Schwert, das kann ich Dir gerne mal reinstecken, hast auch was davon, gröhl, schenkelklopf” So in der Art. Will dich wirklich nicht davon abhalten, mit dem schwert zu kämpfen, wenn du das willst - aber die Literatursuche wird nicht viel bringen.

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Eintrag #4 vom 20. Jan. 2001 10:58 Uhr Silvia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Silvia eine Nachricht zu schreiben.

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Da kann ich mich nur anschließen! Macht den Thread hier zu. Tschüs Aisling

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Eintrag #3 vom 20. Jan. 2001 00:59 Uhr Thurid (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thurid eine Nachricht zu schreiben.

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Um eine weitere Schlammschlacht zu vermeiden, hier ein paar threads: 21, 57, 827, und vielleicht 65 und 934.
Hedwig Swende von Weinheim, Freie Ritterschaft Odenwald

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Eintrag #2 vom 19. Jan. 2001 22:53 Uhr Ralph Kirsten   Nachricht

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Liebe Annette! Nur ein kleiner Hinweis: Es gibt bzw. gab bereits Threads, in denen dieses Thema diskutiert wurde. Leider haben die meisten Beiträge mehr über die Autoren als über das Thema ausgesagt.Und so eben hast Du eine neue Arena für einen äußerst emotianal geführten Geschlechterkampf eröffnet. Viel Spaß! Ralph.

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Eintrag #1 vom 19. Jan. 2001 20:42 Uhr Anette Hampel   Nachricht

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Hallo, ich versuche seit einiger Zeit etwas über kämpfende (bevorzugt fechtende) Frauen in der Zeit von 1100 bis 1800 herrauszufinden. Leider ist mir das bisher nur teilweise geglückt. Es wäre toll wenn jemand Quellen oder Literaturhinweise zu diesem Thema hat und nicht nur wage Geschichten. Mir ist bereits bekannt das in der Antike Frauen bei verschiedenen Völkern gekämpft und auch gefochten haben und auch im fraglichen Zeitraum ist mir bereits vereinzelt etwas bekannt. Nur definitive oder ausführliche Quellen fehlen mir noch. Auch über Männerkleidung tragende Frauen (verkleidete Frauen) weiß ich nicht allzuviel und würde mich über Hinweise freuen. Natürlich ist mir klar das fechten und kämpfen nicht zu den Alltagstätigkeiten der Frauen gehörte und das wahrscheinlich nur gesellschaftlich sehr hochgestellte oder sehr niedrig stehende Frauen die Freiheit hatten das Fechten zu erlernen.
Grüße, Anette

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