Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Fischfang im HMA / SMA

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Eintrag #1 vom 09. Jan. 2001 23:09 Uhr Christian Meier  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Christian Meier eine Nachricht zu schreiben.

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hat irgenjemand abbildungen oder texte über fischfang / verwertung usw im HMA und SMA ? über was aussagefähiges würde ich mich sehr freuen mfg
Christian

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Eintrag #2 vom 10. Jan. 2001 07:53 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Morgen! Hier in der Mark galt als Faustregel, daß jedes neugestiftete Kloster oder auch Komturei der Ritterorden mindestens einen eigenen Fischteich hatte, der, ganz so wie noch heute die Karpfenteiche, gezielt genutzt wurde. Noch heute nennt man den künstlichen Abfluß “Mönch”. Die Fischversorgung war u.a. durch die langen Fastenzeiten wichtig. Joachim

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Eintrag #3 vom 10. Jan. 2001 07:59 Uhr Nikolaus Hofbauer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaus Hofbauer eine Nachricht zu schreiben.

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Morgen, weil ich grad drüber gestolpert bin: Der Austellungskatalog zu Baseler Latrinenfundaustsellung “Fundgruben” hat einiges über Fischarten und Fangmethoden. Das gute Stück ist allerdings vergriffen, soweit ich weiß. Außerdem fällt mir spontan, die Abbildung aus dem “Rainer Musterbuch” ein, um 1200. (www.aeiou.at/aeiou.encyclop.data.image.b/b852754a.jpg) Da sind auch 2 Fischer zu sehen. Außerdem hab ich noch irgendwo eine Abbildung eines Angelhakenfundes zu Hause, ein Riesending, muß wohl für Seefisch bis Pottwal *g* gedient haben. Gruß Nikolaus

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Eintrag #4 vom 10. Jan. 2001 13:28 Uhr Matthias Doettlaff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Doettlaff eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Christian, wenn ich demnächst über wa zum Thema stolpere, poste ich es hier. Allgemein scheint der Fischfang in Flüssen im Spätmittelalter mancherorts ein Privileg des Grundherren gewesen zu sein, da etwa bei den Bauernkriegen Forderungen auftauchen, Forellen fangen zu dürfen, um Fisch für die schwangere Frau zu haben. Andererseits scheint bis zur Industrialisierung Lachs eine Volksspeise gewesen zu sein, da sie auf ihren Laichwanderungen auch in Europa sehr zahlreich auftauchten. Es gibt jedenfalls klösterliche Verbote, am Sonntag keinen Lachs zu essen, wenn man das die übrigen 6 Tage der Woche schon tut. Die Quellen hierzu muß ich noch ausgraben. Grußvoll, Mathias Topasius

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Eintrag #5 vom 10. Jan. 2001 17:09 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo! Ich erlaube mir mal, den “Fisch-bezogenen” Teil meines Artikels in der Bibliothek hier noch mal zu posten…*gr* ---------- In Grabungen sind die ßberreste von Fischknochen resp. -schuppen meist zu einem geringen Prozentsatz vertreten. Dieser Anteil wird aber der tatsächlichen Bedeutung des Fisches als Nahrungsmittel nicht gerecht, da die Fischknochen einem viel größerem Schwund unterliegen als die Knochen der Säugetiere. Die Süßwasserfische spielten im Mittelalter eine weitaus größere Rolle als heutzutage. Fisch waren als Fastenspeise wichtig. Die noch nicht verschmutzten Gewässer (Flüsse und Bäche, die an Gerbereien vorbeiflossen bzw. vorbeigeleitet wurden, vielleicht einmal ausgenommen…) beherbergten reiche Fischbestände. In größeren natürlichen Seen und Flüssen wurde der Fischfang mit Hilfe von Schiffen betrieben, es wurde aber auch von den Ufern aus mit Angeln, Reusen und Netzen gefischt. Außerdem wurden kleinere Teiche zum Zwecke der Fischhaltung angelegt, auch in zur Verteidigung angelegten Wassergräben wurden Fische gehalten. Aus Grabungsfunden und mittelalterlichen Schriften können folgende Arten belegt werden: Renken, Saiblinge, Seeforellen, Brachsen, Aitel, Schleien, Schiede, Lauben, Barsche Kaulbarsche, Schrätzer), Hasel, Koppen, Quappen (Rute), Grundeln, Elritzen, Waller (Welse), Hechte, Flußaale, Karpfen, Gründlinge, Rotaugen, Neunaugen. Lachse wurden ebenfalls aus den großen Flüssen gefischt, die Bestände nahmen jedoch gegen Ende des Mittelalters immer mehr ab, so daß Lachs von der “Speise des armen Mannes” zu einem teuren Luxusprodukt wurde, das zum Teil auch aus Schottland und Irland importiert wurde. Meeresfische wurden in Küstengegenden ebenfalls frisch gefangen, ins Inland wurden sie hauptsächlich in haltbarer Form (also gepökelt, getrocknet, geräuchert) transportiert. Häufige Arten: Lachs, Rochen, Hering, Scholle, Knurrhahn, Merlan, Kabeljau, Makrelen. ------------- Für die sehr wasser- und fischreiche Region Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt es zahlreiche Funde und Literatur zur hier gut entwickelten Fischerei-Kultur. In den sogenannten Fischerkie(t)zen (z.B. bei der Burg Spandau oder der Burg Köpenick) konnten die Wenden (Slawen) ihre ursprüngliche, sehr fischereibetonte Siedlungskultur noch über Jahrhunderte aufrecht erhalten, nachdem die restlichen slawischen Altsiedelgebiete schon “eingedeutscht” waren bzw. ganz aufgegeben werden mußten. Abbildungen und Quellen zum Fischereiwesen in der Mark Brandenburg könnte ich bei Bedarf verschicken. Ruth P.S. Der Pottwal ist ja wohl kein Fisch! *gr* Nach mancher mittelalterlicher Definition gehörten allerdings auch viele “Nicht-Fische” zu den Fischen… beispielsweise der Biber, der wegen seines platten und mit besonderer (anscheinend als schuppenähnlich angesehenen) Haut versehenen Schwanzes als Fisch bezeichnet wurde und damit auch zu Fastenzeiten verspeist werden durfte…

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Eintrag #6 vom 10. Jan. 2001 20:35 Uhr Christian Peitz   Nachricht

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Gruesst Euch! Weihnachten sei Dank, zu dem Thema hab ich was gefunden. Bei Wilhelm Volkert, Kleines Lexikon des Mittelalters, steht geschrieben, im Laufe des Mittelalters wurde die Fischerei in Flüssen und Seen mehr und mehr von der Herrschaft in Anspruch genommen, es entstand das Fischereiregal. Es hatte also der König die Fischereirechte, die er aber an die Fürsten weitervergeben konnte und vergeben hat, aehnlich wie das Jagdregal. Das Fischen an der Kueste war frei, doch beanspruchte im Deutschordenstaat der Orden die Fischereirechte an seinen Kuesten.
Grüße, Kristan von Katzenelnbogen

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Eintrag #7 vom 11. Jan. 2001 09:55 Uhr Matthias Doettlaff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Doettlaff eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Christian, Conrad Gesner hat 1558 das mit Abstand umfassendste Buch über Fische geschrieben. Die Abbildungen sind Holzschnitte, aber teilweise so gut, daß man sogar das, was ich im Fischbestimmungspraktikum für Abfall, der aus der Genetik entkommen ist, eindeutig als Seeratte bestimmen kann, sogar in zwei Arten. Gesner befaßt sich zwar nicht mit den Fangmethoden oder den rechtlichen Grundlagen, wohl aber mit dem Allgemeinen Wissen zum Aussehen der Art und der Verwendbarkeit. Man kann Gesner als ersten Systematiker betrachten; er unterscheidet auch bereits deutlich zwischen Hörensagen und Dingen, die er selbst gesehen hat. Conrad Gesner: “Vollkommenes Fischbuch”, Reprint der dt ßbersetzung von 1670; Schlütersche Konrad von Megenberg geht zwischen 1347 und 1350 vorwiegend auf die antiken Quellen ein, die Albertus Magnus und anderen des HMA zur Verfügung standen. Auch weit mehr zu den Tieren an sich, als zur Fischerei. Viel wunderliches gibt es also in: Konrad von Megenberg: “Buch der Natur”, Inselverlag Frankfurt/M, 1990 Grußvoll, Matthias Topasius

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Eintrag #8 vom 13. Jan. 2001 00:51 Uhr Sascha Sturm   Nachricht

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Hallo! Ruths Ausführungen ist mal wieder schwerlich was hinzuzufügen;-) Eine Fischfamilie hätte ich allerdings noch für Dich, Christian, als Rheinanrainer, die Alsen (Also) mit Finte und Maifisch aus der Verwandtschaft der Heringe, die in den nördl. Küstenregionen vorkommen, früher kam der Maifisch regelmäßig bei der Laichwanderung den Rhein bis Basel hinauf, heute sind beide Arten jedoch selten. Da es für Alsen Rezepte gab, sind sie wohl auch gefangen und gegessen worden. Ebenfalls selten ist heute der Carpione, ein Verwandter der Forelle, der heute nur noch im Gardasee vorkommen soll. Sein Name ist allerdings auch schon aus einer mittelalterlichen Rezeptsammlung überliefert. Wenn Dich insbesondere noch Archäologische Ergebnisse am Niederrhein interessieren sollten, kann ich Dir noch Heinrich, Dirk: Fischknochen aus mittelalterlichen Siedlungsabfällen in Duisburg; in: Stadtarchäologie in Duisburg 1980-1990, hrsg. von Günter Krause, Duisburg 1992 (Walter Braun Verlag) Herr Heinrich erwähnt auch einen Nachweis für Alsen in Duisburg. Darüber hinaus erläutert er auch die Verarbeitung von Kabeljau zu Stockfisch in Norwegen und den Handel zunächst durch westdeutsche Kaufleute und später über die hansischen Verbindungen. Herzlichen Gruß Sascha

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Eintrag #9 vom 22. Jan. 2001 18:39 Uhr Christian Meier  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Christian Meier eine Nachricht zu schreiben.

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also, erstmal danke für die eingegangenen hinweise, werde es erstmal aufarbeiten und zusammentragen, wenn noch jemand was brauchbares hat oder auch museen kennt wo derartiges zu sehen ist, dann schreibt es doch bitte hier in den thread.
Christian

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Eintrag #10 vom 13. Mrz. 2001 07:40 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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In der Großen Heidelberger Liederhandschrift (Manesse) ist auf Tafel 99 der Minnesänger Pfeffel beim Angeln dargestellt. Die Angel besteht einfach aus Stock (vielleicht 1,5 Meter) und Schnur. Mehr Details sind leider nicht dargestellt. Im Begleittext wird das Angeln als höfische Unterhaltung aufgeführt. Grüße Joachim

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Eintrag #11 vom 02. Apr. 2001 12:51 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, Da ich meine Unterlagen gerade mal wieder durchgeflöht habe, sind mir zwei Abbildungen untergekommen, die Euch vielleicht interessieren könnten. Erstens habe ich ein Bild von zwei eisernen Angelhaken aus dem Kietz in Brandenburg (ca. 11. Jh) und dann noch eine Abbildung von Netzschwimmern aus Kiefernborke und Netzbeschwerern aus Ton, beides Funde aus dem Kietz in Potsdam (Datierung ähnlich). Bei Bedarf kann ich scans verschicken. Ruth

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Eintrag #12 vom 20. Jun. 2001 13:13 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo, die eisernen Angelhaken aus Brandenburg und diverse Netzschwimmer und Netzsenker kann man in der Ausstellung “Europas Mitte um 1000” (zur Zeit in Berlin, danach “wandert” sie aber auch in diverse andere Städte) bewundern. Zusätzlich wurden dort eiserne “Fischstecher” ausgestellt - eine Art Dreizack oder große dreizackige “Gabel”. Ruth

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Eintrag #13 vom 20. Jun. 2001 19:38 Uhr Dietrich (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dietrich eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Christian, in der “Mendel´schen Zwölfbrüderstiftung” gibt es zwei Abbildungen von fischern: 1. Heintz Vyscher, der 52. Bruder, um 1425. Dieser wird gehend dargestellt, über der linken Schulter einen Kescher, bestehend aus einer Stange mit Astgabel und einem dazwischen gespannten Netz, über der rechten Schulter zwei kleine, mittels eines Trageriemens miteinander verbundene Fässer mit je einem breiten Schlitz an der Oberseite. 2. Fritz Richtel, der 99. Bruder, 1426. Dieser steht in einem Bach und fischt mittels eines solchen Keschers, während im Hintergrund zwei an einer Stange aufgehängte Reusen zu sehen sind.
Dietrich

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Eintrag #14 vom 21. Jun. 2001 07:25 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Noch zu Ruth: Das interessante am Spieß war, daß der Stiel nicht symmetrisch in der Mitte sondern fluchtend mit einem der beiden seitlichen Zacken angebracht war. Gruß Joachim

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Eintrag #15 vom 11. Jul. 2001 16:18 Uhr Ole (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ole eine Nachricht zu schreiben.

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www.wdr5.de/scala/index.phtml?[…] ein museum für fischerei in troisdorf bei bonn, wird am fr 13.7.01 im radio vorgestellt…
mfg Ole

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Eintrag #16 vom 17. Okt. 2001 10:49 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
In der Ausstellung “Marksteine” (Geschichtliches zu Brandenburg-Preußen) in Potsdam kann man (Angel-)Köder aus Blei, datiert auf das 15. Jh., bewundern. Die beiden ausgestellten Exemplare sind länglich und haben ungefähr Fischform mit stilisierter Schwanzflosse, Länge ca. 5- 7 cm. Der eine Köder besitzt einen Haken, der andere einen runden Durchbruch zur Befestigung der Leine.
Ruth

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Eintrag #17 vom 30. Nov. 2001 16:38 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
ich bin gerade bei der Literaturrecherche über folgende Publikation gestolpert:
Fischerei und Fischhandel im Mittelalter. Angelika Lampen. Matthiesen Verlag, Wulfshagen, 2000. ISBN 3786814619
Ruth

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Eintrag #18 vom 30. Nov. 2001 22:25 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

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Moin!
Erstmal ne Spekulation:
Aufgrund des lichtbrechungsverhaltens des Wasser ist ein sichtbarer Fisch ja nicht dort, wo man ihn sieht sondern woanders, weshalb man beim Fischestechen unter den Fisch zielen soll. Könnte es möglich sein, das der unten erwähnte Fischerspeer deshalb asymetrisch ist, damit über die Stange anvisiert wirt, die nach unten hängenden Zacken aber den Fisch voll treffen?
Zitat:
Reinhold Reith, Lexikon des alten Handwerks, verlag Ch. Beck, München, 1990, ISBN 3 406 344704
“Bereits im 14./ 15. Jh entwickelten sich die Fischerzünfte analog zu Zusammenschlüssen anderer Handwerke in den Städten…
Die Mitglieder dieser Zünfte hatten einen Anteil am Fischrecht in den zünftischen Gewässern und konnten ihre gefangenen oder erhandelten Fische auf dem Markt verkaufen. Oft bildeten Fischer mit anderen Handwerkern zusammen eine Zunft.
der zwei bis dreijährigen Lehrzeit folgte noch eine Gesellenzeit von durchschnittlich zwei Jahren. Ein Meisterstück wurde nur selten gefordert.
Der Zugang zum fischmarkt wurde vom Rat reguliert: Hierbei traten häufig Spannungen auf, da der Rat an ausreichender Fischversorgung interessiert war, die Fischer fremde Anbieter jedoch nicht immer gerne duldeten. (…) Für fremde Fischer standen oft weniger Verkaufstage zur Verfügung… Alle Versuche der Fischer, von den Marktzulieferern fremde Ware zu erwerben, um damit Fürkauf, d.h. Zwischenhandel zu betreiben, wurden vom Rat der Städte mit der Zeit unter Strafe gestellt.
Auf dem Fischmarkt wurden die Fische lebend in Behältern zum Verkauf angeboten. Nürberg unterschired zwischen ”Grünfischern“, die nur frischen Fisch verkaufen durften und ”gesalzenen“ Fischern. …
Die Preise wurden allgemein seit dem ausgehenden SMA vom Rat festgesetzt, der Verkauf von Kleinfischen durfte nach einem geeichten Hohlmaß, ansonsten nur nach Gewicht erfolgen. Die Fische unterstanden der Lebensmittelkontrolle durch die zünftischen Fischmeisterund durch vom Rat beauftragte Marktbeschauer…
Durch die gesteigerte Nachfrage nach dem Lebensmittel Fisch wurde die gezielte ”Fischproduktion eingeführt. In ganz Deutschland wurden Teiche angelegt, die meist mit Karpfen besetzt wurden. Neben den zünftischen Fischern gab es viele dörfliche Nebenerwerbsfischer die ihren Fang dem Grundherren lieferten oder auf den Markt brachten. (absatz von mir gekürzt)
Die Technik der Fischerei hing von der Art des Gewässers ab Die Fischrei mit der Angel war in großen Gewässern, sofern nicht besondere Nutzungen vorlagen, für jeden gestattet. Die feine Angelschnur bei fliegender Angel wie auch bei der Grundangel, bestand aus geflochtenem Pferdehaar, die grün eingefärbt werden konnten. An diese wurden, mit Vorfächern (keine Ahnung was das ist) versehen, ein oder mehrere Angelhaken gebunden. Sowohl natürliche Köder als auch lebende Fische, aber auch künstliche Fischimitationen, waren in Gebrauch. …
Das festgestrickte Garn (der Netze) wurde von einem oder zwei Schiffen aus um einen Fischschwarm gelegt oder mit zwei starken Leinen durch den Fluss gezogen, wobei sich Fische in einem Sackartigen Trichter verfingen (Zuggarn). …
Eine große Vielfalt ist bei den Netzen anzutreffen: Netze die im flachen wasser eingesetzt wurden (Stell-, Grund- und Bodennetze) und Netze für tiefes Wasser (Schwebnetze) Daneben kamen noch Reusen und Fischfallen zum Einsatz. Von untergeordneter Bedeutung war das Fischstechen. Neben transportablen Geräten gab es noch feste Fangeinrichtungen: große Senknetze, die Salmenwagen, feste Holzhäuschen mit Netzen im Rhein, - und Fischwehre. Die Maschengröße der Netze wurde zunehmend normiert, damit durch feines Garn nicht untermaßige Fische gefangen wurden. Ebenso wurden in den meisten Regionen Schonzeiten, etwa der Mai für ßsche und Forelle, und ein Schonmaß für Fische festgelegt.
Zitatende.
Allerdings beschreibt das Buch nur die Situation im SMA und danach, aber so einiges dürfte auch schon für frühere Zeiten gegolten haben.
Megaposting,sorry, aber vielleicht kanns ja wer brauchen. Machts gut, und danke für den Fisch.
Gruss, Uli das Rudel e.V.

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Eintrag #19 vom 31. Jan. 2002 18:22 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

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Moin!
fundstück, das zur Diskussion anregen könnte…
Aus: ritter, Bürger, Bauersmann, Heinrich Pleticha, Arena Verlag 1985, Isbn 3-401-04222-X, S19
“Das Essen war-zumindest in den frühen Köstern- sehr einfach und entsprach etwa der bäuerlichen Alltagsmahlzeit mit den Grundnahrungsmitteln Brot, Bohnen, Eier, Käse und Fisch, dazu Wasser und Milch, gelegentlich auch WEin. Fleisch hatte Benedikt (hl. Benedikt, Benediktinerregel) ja ausdrücklich untersagt, aber schon die berühmte franz. ßbtissin Heloise (Hier fehlt leider ein Datums und Quellenverweis im Buch) kritisierte zu Recht, das Fisch vielfach teurer als Fleisch sei und deshalb einen größeren Luxus bedeutete.”
Inwieweit dieser Vorschlag umgesetzt wurde ist mir allerdings nicht bekannt. Vielleicht weiß jemand mehr.
Gruss, Uli das Rudel e.V.

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Eintrag #20 vom 01. Feb. 2002 09:16 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Uli,
ich glaube, die Datierung und Regionalangabe ist in dieser Frage genau der wichtige Knackpunkt. Fisch war nicht immer und überall teuer, das ist - natürlich - auch eine Frage der Verfügbarkeit.
Hier in der Mark Brandenburg z.B. (*gr*) legten die großen und kleineren Klöster ganz gezielt Fischteiche an - abgesehen davon, daß es sowieso eine Wasser- und damit Fisch-reiche Gegend war.
Ruth

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Eintrag #21 vom 27. Jun. 2002 16:30 Uhr Alexander Diederich   Nachricht

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Zugegebenermassen etwas spät möchte ich bezogen auf Eintrag Nr. 18 von Uli kurz erläutern, was ein “Vorfach” ist.
Beim Angeln gilt bezogen auf das Material, also auch auf die Schnur, der Grundsatz “so kräftig wie nötig, aber so fein wie möglich”.
Nun kann man durch die Wahl des Köders und die Stelle wo man selbigen platziert zwar ungefähr beeinflussen, was für ein Fisch möglicherweise beissen wird, aber wie schon an der Formulierung zu erkennen ist, ist dies nur sehr eingeschränkt möglich.
Was passier also, wenn man sein Gerät auf einen 2 KG schweren Weissfisch eingestellt hat und plötzlich ein 50 KG Wels anbeisst? Der schwächste Teil der Angel gibt nach, im ungünstigsten Fall die Rute selbst. Daher baut man in das “System Angel” eine Sollbruchstelle ein. Als erstes Stück Schnur, unmittelbar nach dem Haken, wird eine Schnur verwendet, die schwächer ist als der Rest, das sog. Vorfach. Sollte wirklich ein zu schwerer Fisch anbeissen, so bricht nicht die Rute und man verliert nicht zig Meter Schnur, sondern eben nur das kurze Stück (ca 25 cm) Vorfach und den Haken mit Köder.
Dass das Vorfach allerdings schon so alt ist überrascht mich. Man lernt eben nie aus.
Gruß,
Alex.

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Eintrag #22 vom 11. Jul. 2002 10:54 Uhr Sascha Sturm   Nachricht

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In der FAZ von heute wird von einem Fund von Austernschalen im Leipziger Thomaskirchhof, einem alten Klosterareal berichtet. Da der Bericht Skelette des 13. / 14. Jh. erwähnt und das Kloster nur bis ins 16. Jh. bestand, gehe ich mal davon aus, dass der Fund sich auf das MA bezieht.
Die Archäologen vermuten, dass die Austern lebend von der Nordsee bis nach Leipzig gebracht wurden. Die Funde werden als ein Zeichen von Wohlstand der Mönche gesehen.
Herzlichen Gruß
Sascha
www.herbularius.de

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Eintrag #23 vom 13. Apr. 2006 11:50 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

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historischerfischer.de
Auf der Seite von Jörg finden sich umfangreiche Informationen zur historischen Fischerei und zu Seilherstellung

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