Wer sich näher mit der Darstellung befassen will, lege ich sehr den Katalog der Ausstellung eine Welt in Bewegung ISBN 978 - 3 - 422 - 06801 - 8 zu Herzen.
Es sind dort viele Funde aus Karlburg (Raum Würzburg) abgebildet.
Zu Textilien ist der Textilfunde der Eisenzeit in Norddeutschland zu Empfehlen ISBN 3 - 529 - 01515 - 6 , dort wird die Bekleidung des Mannes von Bernuthsfeld behandelt, einer Moorleiche die in das 8. oder 9. Jhr. n. Chr. datiert wird
Nach Durchsicht unsrer Unterlagen gibt es im Stutt.Psalter 7 Phrygische Kappen, davon haben vier Runde Pöppies dran, die nur bei den Hl. drei Königen andersfarbig sind.
Die haben aber jeder gleich drei davon an der Mütze. Fibeln sind insgesamt aber immer andersfarbig dargestellt. Das hieße die Drei hl. Könige könnten Fibeln an der Mütze haben. Ich halte es, wenn es nicht eher ein Symbol für gemusterten Stoff ist, dann für kleine emaillierte Scheiben, die direkt auf die Klotte genäht waren, so wie bsp. bei der blauen Dalmatika. Aber gemusterte Seide etc. liegt da näher.
Aber wichtige Fakten sprechen gegen die Trageweise an der Mütze: die Männergräber mit Fibeln haben nie! eine im Kopfbereich, aber es gibt, wenn auch sehr selten, Frauengräber mit Fibeln an dieser Stelle.
Dieser Fakt wiegt meiner Meinung nach mehr, wie eine Abbildung.
Fibeln an Mützen? Um eine Feder reinzustecken oder wozu? ;-)
Nein mal ernsthaft, gibt es da irgendwelche ßberlieferungen zu? Scheint mir nicht ganz schlüssig wenn man mal den Verwendungszweck einer Fibel bedenkt.
Leider hab ich ( aus mangel von Kamera) keine Bilder, doch ich werde mal eine Beschreibung des aktuellen Standes der Trach Rekonstruktion abgeben,
Phrygische Mütze Reinfarn Gefärbt aus Wolle gefilzt, mit Kreuzemailfibel als Verziehrung
Sagum (Rechteckmantel) Redessa Gefärbte Wolle, mit mit Waid gefärbter Wolle bestickter Rand.
Verschlossen durch eine Scheibenfibel.
Tunica aus Krappgefärbter Wolle in Diamantkörper. Verziert mit einfarbiger Brettchenborte (Redessa) mit Krappfarbiger Wolle im Arkantusdekor bestickt.(nach Vivianbibel)
Ja leider ist es wirklich so, dass es diese 4/4 Borten nicht für diese Zeit gegeben hat. Es gab viele Borten mit Muster, aber die waren viel aufwändiger als die meist auf Märkten zu kaufenden.
Aber woher soll amn das auch alles wissen? Der Händler sagt meist ist authentisch für die Zeit und man glaubt es, weil man die Schildchen gesehen hat wo das Jahrhundert draufsteht. Warum auch nicht… man kann ja nicht alles sofort wissen und da die meisten Leute diese Borten tragen kann es ja gar nicht so falsch sein, da die sich bestimmt nicht alle irren. Leider sind diese einfachen Muster ein Szenemythos, genauso wie Wisbylaterne, Steckstuhl und Co.
Da man aber schon so viel Mühe in seine Sachen gesteckt hat, die Brte ja meist auch nicht grade billig ist, lässt man es dann meist Zähneknirschend dran…. oder….
wie schon vorgeschlagen man trennt sie besser ab und ersetzt sie gegen aufgenähte Stoffstreifen mit oder ohne Stickereien, oder bestickt die Tunika direkt. Es gibt aber noch einfache Brettchenborte die nur mit Streifen ist, dafür gibt es auch Belege in früherer Zeit und sowas ist auch schick. Widderhorn und Co kommen gegen eine schlichte Eleganz eh nicht an ;O)
Wegen der Borten würde ich micht nicht entmutigen lassen, einfach entfernen und unter Erfahrung abhaken, vor allem weil viele den Fehler schon gemacht haben sollte man sich nicht noch zusätzlich ärgern…
ich weis nicht wie ich anfangen soll ohne das es “Klugscheisserisch” wirkt….. aber die Borten (so hübsch, wie sie auch aussehen…..). Bist Du Dir sicher das es so etwas gegeben hat? Ich bin eigendlich der Meinung das es keine “sogenannten” 4/4 Muster gegeben hat. Und wenn Borten dann waren sie in Köperwebung oder broschiert (z.B. Silber oder Goldlahn).
Wie wäre es mit Stickereien. Arkantusrauten auf der Hose/Schuhe/etc… ist zwar aufwendiger, aber auch glaubwürdiger…- meine ich jedenfalls.