Moin Tina, im Gegensatz zu einigen anderen halte ich den Lehnhardt für einen guten Einstieg in die Kostümkunde, auch wenn er ein paar Schwächen hat. Er ist in dieser Beziehung auf gleichem Level, wie die Osprey-Bände im militärischen Bereich. Fritz, für Dich wäre er imho auch was - auf jeden Fall um Längen besser als das “Buch der Gewandungen”. Weiterhin empfehle ich Dir mal per Fernleihe Milla Davenport´s “Book of Costume” Bd. 1. Ich persönlich wäre froh gewesen, wenn ich vor 9 Jahren ein ähnliches Buch gehabt hätte (Hätte mich vor ein paar üblen Fehlern bewahrt - demnächst auf kriegsherren-von-og.de im Leychenkeller zu bewundern). Mit dem Bliaut bezeihe ich mich auf ein paar imo überzeugende englische Studien, deren genaue Titel ich bei Bedarf rüber reichen kann. Bis denn Thorsten
Cool, danke… das ist ja schon eine ganze Menge. Mich würde interessieren, wie diese Trompetenärmel denn ausgesehen haben. Und was Tina sagt, wenn es dokumentierte Unterschiede zwischen den einzelnen deutschen Regionen gibt, die sich auf mitte des 12.Jh beziehen, dann wär das sogar noch geiler!! Die Region, für die ich was suche ist der grobe Raum um Aachen herum. Also macht weiter!! Schmeißt mich mit Quellenangaben zu!! Gebts mir!! Gruß
Hi allerseits, ein paar Bilder und Anmwerkungen zur mittelalterlichen Mode findet ihre auch unter www.gewandung.de (ich will auch mal ein bißchen Reklame machen…. ;-)) Da gibt´s auch Literaturhinweise… Viel Spaß Gabriele
Was? Bliaut nicht hier getragen worden??? Oh je, dabei ist das eins der beliebtesten Kleider in meinem Angebot ;-) Dann sollte man dem Lehnardt aber mal Bescheid geben, der hat das doch so schön angepriesen in seinem Buch. Also ich denke mit der Cotte kann man aber wirklich nichts falschmachen, was ich mir auch gut vorstellen kann im Winter, eine Cotte aus Leinen drunter, eine aus Wolle drüber und draußen eben noch einen Umhang mit Gugel drüber. Zwiebellook ist ja selbst heute noch sehr beliebt. Ich frage mich allerdings immernoch, wie man ähhm frau über einer ausladenen Haube noch irgendeine andere z.B. wasserabweisendere Kopfbedeckung getragen haben soll. Interessant wäre aber wirklich mal ein Vergleich zwischen den einzelnen Gebieten des heutigen Deutschlands, zumal es ja damals noch kein zusammenhängendes Land war und selbst die gebietsbezogenen Dialekte besser gesagt Sprachen absolut auseinandergingen. Ich muß mir mal wieder meine Bücher vornehmen…
fritz, willst du mein “buch der gewandungen” haben ? zu zwecken der selbstblendung und des verkleidungsspiels bestens geeignet… gegen gebot abzugeben (zur not auch geschenkt ;-))
Hallo Fritz, in einer älteren Karfunkel ist ein Kleiderschnitt aus dem 12. Jhdt. abgebildet. Einige Anpassungen an die moderne Bearbeitung sind gemacht (z.B. Schnürung auf der Rückseite), allerdings kann man recht gut danach arbeiten, ich habe alle meine HMA-Kleider danach genäht. Wenn Du willst, kann ich Dir die Seiten kopieren. Die Tüten- oder Trompetenärmel, die Thorsten anspricht, sind im 12.Jhdt. regional auf Deutschland beschränkt. In England findet man diese nicht (Quelle: English Costumes, antiquarisch erstanden…) bzw. erst später im 14. Jhdt. Zum Winter: wenn man dicht gewebten bzw. leicht gefilzten Wollstoff nimmt, gibt es kein Zähneklappern. Wolle ist m.E. die beste Klimaanlage. Meinen dicken Mantel (aus zwei Woilachs gearbeitet) trage ich auch mal an Sommerabenden ohne ins Schwitzen zu kommen. Viel Spaß bei der weiteren Recherche,
Moin Fritz, an sich kannst Du auch die normalen Hemdkleider im Tunikaschnitt des 13. Jhdts. verwenden. Für das Unterkleid bieten sie sich eh´ an, sowie für dei “mormalen” Schichten. Umso höher der Status war, umso länger konnte die Schleppe und auf jeden Fall die ßrmel werden. Anfang des 12. Jhdts. gibt es noch die Tüten- und Trompetenrmel, die dann im Laufe des 12 Jhdts. immer länger wurden, bis sie teilweise hochgenommen werden mußten, um nicht auf dem Boden zu schleifen. Nach allem, was ich weiß ist der klassische Bliaud in Deutschland so gut wie nicht vorhanden gewesen. es war eher eine Mode, die in Nordfrankreich verbreitet war. In Deutschland wurden zu diesem Zeitpunkt teilweise noch sehr breite Verzierungen getragen, Tasächlich neigten die Deutschen noch recht lange zu protzigen Veruzierungen. Ich würde aber auch gerne mal einen Mann mit Bliaud sehen - mal sehen, welcher Machoritter sich traut mit Schnürungen aufzutreten ;-) Auf dem Kopf wäre ein einfacher Schleier angesagt, ich habe aber auch schoon turbanähnliche Kopfbedeckunge gesehen (meine unterlagen sind - wie gewöhnlich - zuhause). Wenn Du ein Obergewand aus einem vernünftigen Wollstoff, möglichst noch gefütter nimmst und die Dame dazu noch ein Unterkleid trägt, gegebenefalls ein gefütterter Mantel, der vielleicht auch noch eine Kapuze hat, sollte es mit Wärem kein Problem geben. Ich selber trage im HMA eine mit Leinen gefütterte Wolltunika und eine dicke, leinene Untertunika und habe selbst auf Winterevents noch nie gefroren. Bis denn Thorsten
Hallo was ich auf fast allen abbildungen gesehen habe war das die Frauen einen umhang getragen haben sowie du vielleicht bedenken solltest das sie ja wolle auch auf der haut getragen haben also wenn du ein wollenes unterkleid und ein wollenes überkleid trägst ist es wirklich warm auch im winter (ich habe mir aus sehr dünnen wollstoff ein unterkleid genäht ich gestehe auch das ich drunter nochmal eins aus nessel trage (aber ab einer bestimmten zeit wenn man es an hat juckt es nicht mehr) und ich denke auch das die zwiebeltechnik im winter sehr beliebt war :o)
hoi Danke erstmal… Das Buch der Gewandungen nenne ich auch schon serit ein paar Jahren mein Eigen. Allerdings sind mir die Angaben da ein bißchen zu verallgemeinert. Mich würde etwas regional und zeitlich spezielleres interessieren. Außerdem würde ich gerne wissen was frau so im Winter trug. Dieses Bilaut war ja nun nicht SOO die Skijacke… Gebt mir Input! Jaaahhh!!!
Ich habe einige Zeichnungen zu diversen mittelalterlichen Gewändern auf meiner Seite (www.gewandungsschneider.de), das Bliaut ist auch abgebildet und wurde in der Tat speziell im 12. Jhdt. getragen, in der Form wie schon beschrieben. Ab dem 13. Jhdt. dagegen trug frau eine gerade geschnittene Cotte mit Surcot als Obergewand (wie in der Manesseschen Liederhandschrift sehr schön zu sehen). Getragen wurde die Cotte im Grunde das ganze Früh- und Hochmittelalter durch. Und das von Weiblein wie Männlein, nur die Länge varrierte, bei Frauen knöchel- bis bodenlang, je höher gestellt desto länger konnte das Gewand sein. Beim Mann modisch mal knöchel-, waden- oder knielang…naja, da könnte man jetzt noch weiter ausholen ;-)
Hy Fritz Ich kann dir folgendes Buch empfehlen: Das Buch der Gewandung Edition Deagon Sys G&S Verlag Xenia Krämer u. Michael Störmer ISBN: 3-925698-42-6 29.80 DM Steht ne Menge drin, auch zu der Zeit die du suchst. Die Schnittmuster sind zwar nicht perfekt aber gut genug was brauchbares zu schneidern. Viel Spaß beim nähen.
Hallo Fritz. Ich habe vor einiger Zeit meiner Freundin einen Bliaud ( BliauT ?) genäht. Das ist ein gerade geschnittenes, durch Keile erweitertes Kleid mit Schleppe und weiten ßrmeln, wobei die Weite der ßrmel und länge der Schleppe dem Stand anzupassen sind. Die seitlichen Nähte sind von der Achsel bis zur Hüfte offen gelassen und der Stoff des Vorder- und Rückenteils ist dort leicht rundlich (nach Innen) ausgeschnitten. Lässt sich die Frau dort einschnüren oder einnähen, dann sitzt das Kleid hauteng und es bilden sich viele kleine Querfalten über dem Bauch und Rücken. Ist der Bliaud aus Leinen gefertigt, dann kann man ihn auch gut im Sommer tragen - um ein Unterkleid kommt man aber trotzdem nicht herum , da man durch die seitliche Schnürung und im ßrmel sonst nur nackte Haut sehen würde :0) ) Die Hochzeit des Bliaud ist meines Wissens nach von 1160-1180. Bei Interesse schicke ich Dir ein Bild und ein “Schnittmuster”. Grüße, Patrick.
Hallo Ihr! Ich suche momentan Material über die Frauenmode der Mitte des 12. Jahrhunderts, vor Allem Kleidung für die etwas kühleren Tage im Jar. Die Region beschränkt sich auf das westliche Deutschland. Wenn Ihr mir Buchmaterial, Tipps, Internetseiten, Bilder o.ß. geben würde, wäre ich Euch sehr dankbar. Sollte bereits ein Thread über Frauenmode des 12.Jh existieren und ich ihn übersehen habe, dann wäre es nett wenn Ihr mir diesen nennen würdet. Also, tobt Euch aus Gruß