Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Frühmittelalter

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Eintrag #1 vom 21. Jun. 2009 10:08 Uhr Kai Pätz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kai Pätz eine Nachricht zu schreiben.

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ich war jetzt schon öfters bei Ritterspielen , und habe Gefallen gefunden , aber um es richtig darzustellen ,fehlen mir viele Informationen , im Jahrhundert , in der Kleidung und in der Rüstung ! Ich habe bei Wiki mal eingegeben Thüringen-Geschichte , na toll , wer in früheren Zeiten nicht alles durch mein Land geschlichen oder eingefallen ist. Waren meine Vorfahren nun Kelten oder Germanen ?Hermuduren ,Turonen , Warnen ,Angeln ? wenn mir da jemand helfen kann , wäre schön , meine Heimat ist der jetztige SOK-Kreis !

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Eintrag #2 vom 21. Jun. 2009 14:31 Uhr Anna (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Anna eine Nachricht zu schreiben.

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Ich hab keine Ahnung, was SOK heißt, aber Deine Vorfahren sind entweder Slawen oder Deutsche Ostsiedler des Ostfränkischen Reiches (Ottonen/Salierzeit, 10./11. Jh).
Falls der “SOK-Kreis” im südlichen Thüringen (deutlich südlich der großen “Grenzflüsse” Elbe usw.) liegt, sind Deine Vorfahren Franken oder Bajuwaren.

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Eintrag #3 vom 21. Jun. 2009 14:36 Uhr Stefan Siebert  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stefan Siebert eine Nachricht zu schreiben.

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Wer Deine Vorfahren waren, könntest Du nur durch Ahnenforschung herausbekommen. Und bis ins Frühmittelalter dürfte die nicht hinabzuführen sein.
Du willst wahrscheinlich eher wissen, welcher Stamm in deinem Wohngebiet siedelte. Dazu ist aber zuerst wichtig, dass Du Dich für einen konkreten Zeitpunkt entscheidest. Denn die vage Zeitspanne “Frühmittelalter” umfasst nunmal auch die sogenennte Völkerwanderung. Und Wanderungen haben es an sich, dass so manch ein Stamm durch Deine Heimat gezogen ist.

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Eintrag #4 vom 21. Jun. 2009 15:55 Uhr Kai Pätz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kai Pätz eine Nachricht zu schreiben.

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Der SOK-Kreis , ist Pössneck , Lobenstein , Schleiz zusammengefasst ! ich bin mehr an der Grenze zu Oberfranken (600m ) aufgewachsen . Direkt an der Saale , habe gestern eine Doku gesehen über die Valusschlacht , und die Kleidung könnte eigentlich so gleich gewesen sein , denke ich mal! da würd es bestimmt keine großen Unterschiede geben .

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Eintrag #5 vom 21. Jun. 2009 16:05 Uhr Kai Pätz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kai Pätz eine Nachricht zu schreiben.

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ja ich meinte nicht meine direkten Vorfahren , die hab ich schon zurück verfolgt , ungefähr 200 jahre !meine heimat ist direkt an der Grenze zu Oberfranken , der Fluss Saale fließt an meiner Stadt vorbei! Hirschberg/Saale ist glaub ich seit 500 jahren erwähnt. Wer da damals geherrscht hat , weiss ich ungefähr , nur welcher Stamm sich damals dort angesiedelt hat ,davor , weiss ich halt nicht.

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Eintrag #6 vom 21. Jun. 2009 16:07 Uhr Kai Pätz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kai Pätz eine Nachricht zu schreiben.

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ich meinte Varus und nicht Valus , sorry

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Eintrag #7 vom 21. Jun. 2009 17:00 Uhr Sina Klausnitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sina Klausnitz eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Kai, zuerst einmal willkommen hier und viel Freude bei Deinem neuen Hobby. Grundsätzlich gehst du schon mal richtig an die Sache ran … suchst Dir eine Region (Deinen Heimatkreis) und eine gewisse Zeitspanne.
Problematisch ist nur, dass Du unbedingt die Thüringer in Deiner Gegend haben willst bzw. noch früher, zur Varusschlachtzeit hier etwas finden willst. Vermutlich wird das nichts werden.
Ohne jetzt gross mich durch die archäologische Literatur zu wühlen würde ich ganz grob sagen, dass Hirschberg erst eine Siedlung der deutschen Ostkolonisation gewesen ist.
Wenn Du früher willst, dann wären die Slawen geeignet, hier mal ein link aus einem anderen Forum www.fma-portal.de/forum3/viewtopic.php?f=85&t=733 mit viel Literatur.
Möglich ist auch zur Recherche ein Besuch auf der Burg Ranis, die haben eine kleine archäologische Abteilung und ganz besonders in Weimar im Museum für Ur- und Frühgeschichte.
Mein Rat wäre, wenn Du denn im SOK bleiben willst - eine sehr gute Slawendarstellung oder eine entsprechende eines deutschen Kolonisators (12./13. Jahrhundert) anzustreben. Was anderes würde mir für dieses Gebiet zu spekulativ bleiben.
Wenn Du Dich dann festgelegt hast, dann findest Du hier bei TV! genügend Hilfe und Rat für eine möglichst authentische Ausstattung.
Viele Grüsse, Sina

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Eintrag #8 vom 21. Jun. 2009 17:46 Uhr Sina Klausnitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sina Klausnitz eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Kai, noch ein Nachtrag: Ausser vielleicht auf ganz grossen Übersichtskarten wirst Du für den SOK-Kreis keine Angaben von dort siedelnden “Stämmen” finden. Ob überhaupt von einer germanischen Besiedlung der entsprechenden Gebiete um die Zeit der Varusschlacht herum gesprochen werden kann, bin ich mir nicht so sicher, ich denke eher nicht. In dem verlinkten Thread findest Du auch ein paar Ausführungen zur Siedlungsentwicklung im Vogtland, also in direkter Nachbarschaft (oder gehört ihr nicht doch dazu??).
Die ethnische Interpretation archäologischer Funde ist ein lang umstrittenes Thema, welches immer mal wieder in die eine Richtung (man kann Ethnien anhand der Funde bestimmen) oder die andere Richtung (man kann es nicht) tendiert. Dies kommt noch zu den schon genannten Schwierigkeiten der Besiedlungsgeschichte für den SOK Kreis dazu, so dass ich äusserst vorsichtig wäre, mit “Stämmen” im genannten Gebiet zu argumentieren.
Falls Du wirklich in die Zeit der Varusschlacht eine Darstellung wagen willst, dann gibt es genügend Funde, die eine Reko zulassen würden, aber definitiv nicht in SOK, eher im westlichen Thüringen (–> Besuch in Weimar).
Also, für SOK einen Slawen oder einen deutschen Kolonisator oder für das Gebiet des heutigen Thüringen/Sachsen-Anhalt einen varuszeitlichen Barbaren - den aber nicht in SOK verortet!
Viele GRüsse, Sina

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Eintrag #9 vom 21. Jun. 2009 21:27 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Ohne mich zuweit aus dem Fenster lehnen zu wollen, denn die Thüringer habe ich noch nicht allzu weit abgeklappert, würde ich von Slawen-Darstellung in dieser Gegend weitestgehend abgehen - nicht alle Gegenden der ehemaligen DDR waren slawisch …
Meines Wissens nach sind seit der Spätantike (afaik 3. oder 4. Jhdt.) die Thüringer belegt, wohl ein germanisches Völkergemisch. Diese waren das gesamte FMA in fröhlichem Bündnis- und Kriegsreigen speziell mit Franken und Sachsen. Es gehörte auch schon zur merowingischen Zeit zum fränkischen Reich, bis hin zum Ausbau unter Ottonen etc.. Also nicht so viel mit Slawen und Ost-Siedlung …
Soweit ich das überblicken kann, sollte es eigentlich einiges an Literatur zu den Thüringern geben, kann da unter Umständen mal von der anderen Seite aus herangehen, und meine fränkisch/Sächsischen Quellen anschauen.
Spätestens ab merovingischer Zeit kannst Du von einer starken Beeinflussung durch fränkische Kultur ausgehen (ähnlich wie weiter westlich bei den Sachsen). Lokales lässt sich aber mit Sicherheit bei Dir in den entsprechenden Abteilungen der Bibliotheken nachforschen. Im ottonischen Reich gehörte Thüringen zu den zentralen Orten in Deutschland und auch im Hochmittelalter war es up-to-date (ich sage nur Naumburger Stifterfiguren).
Insofern geht´s eigentlich eher darum, welche Zeit Dich interessiert. Zur Spätantike/Varusschlacht werden sich dort nach meinem Wissen einige germanische Stämme rumgetrieben haben (Hermunduren und Turonen kommen mir da als erstes in den Sinn), wie weit die sich jetzt unterschieden haben, entzieht sich meines Wissens. Afaik gehörten Sie noch zum elbgermanischen Kulturkreis.
Gegebenenfalls frage mal beim Thüringer Ritterbund an, die sind auch in diversen Zeiten unterwegs und können Dir unter Umständen gerade beim Auffinden lokaler Quellen weiterhelfen.
www.ritterbund-thr.de
Bis denn
Thorsten

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Eintrag #10 vom 21. Jun. 2009 22:07 Uhr Sina Klausnitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sina Klausnitz eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Thorsten, vielleicht bringst Du einige Sachen durcheinander. Erstmal ging es Kai im speziellen um den Saale-Orla-Kreis und noch mal spezieller um Hirschberg. In der weiteren Umgebung muss von einer slawischen Besiedlung (in welchem Ausmaße auch immer) ausgegangen werden. Dazu gibt es durchaus Funde (eher aus dem Raum Gera-Altenburg, Ranis?), welche in die Zeit zwischen dem 9. und dem 11. Jahrhundert datieren. Erst mit der deutschen Ostkolonisation ab dem 11., im speziellen Gebiet eher ab der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert lässt sich hier eine deutsche Besiedlung nachweisen. Gebiete Thüringens waren in ottonischer und späteren Zeiten mit Sicherheit zentrale Orte, jedoch im Gebiet um Hirschberg und allgemein im SOK dürfte sich Fuchs und Hase bzw. Slawe gute Nacht gesagt haben.
Über alles, was vor dem 9. Jhd und hier der slawischen Besiedlung ist, würde ich zwischen der Bronzezeit ganz allgemein und den Slawen mal sehr sehr und nochmal sehr zurückhaltend sein. Hier wären die Archäologen gefragt - Krtek, bitte schmeiß mit Literatur um Dich ;)!!
Aus diesem Grund hatte ich die Literatur aus dem anderen Forum verlinkt, sie sowie der kurze Auszug aus einer Seminararbeit repräsentiert den derzeitigen und aktuellsten Forschungsstand.
Nur weil der heutige SOK Kreis im heutigen Thüringen liegt, kann eine Verbindung der Landschaft in der Spätantike zum Thüringer Königreich kaum gezogen werden.
Zur Interpretation archäologischer Funde in ethnischer Hinsicht hatte ich bereits etwas gesagt, so dass Dein Hinweis auf die “sich rumtreibenden Stämme” irrelevant ist.
Lieber Kai, Du kannst gern beim Thüringer Ritterbund anfragen, viel wichtiger wäre jedoch der Gang in eine gute Bibliothek (zum Beispiel in die Thüringer Universitäts- und Landesbiblitohek nach Jena, der OPAC ist online - www.thulb.uni-jena.de) und ein ausgedehnter Rundgang durchs Museum in Weimar. Falls Du am Ende wirklich Hochmittelalter machen willst, dann kannst, aber mußt Du nicht beim Thüringer Ritterbund anfragen.
Die Besiedlungsentwicklung im Bereich östlich der Saale bis meinetwegen zur Mulde ist ein spannendes Thema, zu welchem sich immer wieder neue Erkenntnisse auftun und welche man ganz speziell, jenseits vom üblichen “Thüringen”-Mainstream in Spätantike und Frühmittelalter, betrachten muss.
Viele liebe Grüße, Sikla

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Eintrag #11 vom 21. Jun. 2009 23:19 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Nach den Funden und auch den Schriftquellen war die Saale nach dem Ende des Thüringischen Reiches die Grenze zwischen den Thüringern im Westen und Slawen im Osten. Die Grenze ist aber für die Slawen nicht Statisch zu sehen , da es Slawische Funde und Nachweise für Siedlungen bis in den Raum Erfurt gibt. Das Museum für Vor und Frühgeschichte ist dafür ein gute Adresse, dort bekommst du auch Publikationen zu solchen Funden.

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Eintrag #12 vom 22. Jun. 2009 11:42 Uhr Torsten Kreutzfeldt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Torsten Kreutzfeldt eine Nachricht zu schreiben.

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Kai,
das Hermundurenaufgebot zwecks Kontaktaufnahme findest Du hier
www.hermunduren-aufgebot.de
Sie organisieren auch Treffen auf der Funkenburg
www.funkenburg-westgreussen.de
Grüßle, Dein Isí

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Eintrag #13 vom 22. Jun. 2009 12:17 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Jo Sikla,
wie gesagt, ich kenne die Thüringer nur aus dem Zusammenhang mit Sachsen und Franken, die Gegend ist zugegebenermaßen nicht mein Thema. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass halt nicht automatisch da eine Slawendarstellung sein muss. Ich hatte in der letzten Zeit zu oft das Vergnügen Argumentationen zu folgen, die eine Automatisation mit Ostdeutschland und Slawendarstellung einher brachten, was ich immer als zu vereinfachend angesehen habe. Und da wollte ich Pauschalisierungen vorbeugen ;)
Bis denn
Thorsten
(der irgendwie nicht überrascht ist, dass Thorsten (Kreutzfeld) sich gemeldet hat :)

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Eintrag #14 vom 22. Jun. 2009 16:40 Uhr Sina Klausnitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sina Klausnitz eine Nachricht zu schreiben.

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grundsätzlich stimme ich Dir zu. Es ist halt immer das Problem, dass man genau schauen muss, wo und wann (das alte Lied von regionaler und zeitlicher Einordnung) man was macht. Hier in meiner Bergregion unbedingt VWZ oder auch Ottonen zu verorten ist ziemlich sinnfrei, weil hier erst ab dem 10. Jhd.(?) die Slawen und dann die Deutschen da waren. Bis zurück zur Bronzezeit war dann hier eigentlich nichts-das grosse schwarze Loch des grossen schwarzen Waldes ;). Will ich mich also auch meine Herkunftsregion und das Mittelalter beschränken, kämen nur Slawen oder deutsche Kolonisatoren in Frage. Gehe ich weiter westwärts in meiner Darstellung (Weimar, Erfurt…) dann könnte ich auch die Thüringer machen, aber dann nicht hier im Gebirg´verortet. Es ist halt wie in allen Sachen, genau hinschauen und ehrlich rekonstruieren, keine Phantasie.
Die Pauschalisierungen betreffen eben nicht nur Ostdeutschland = Slawen, sondern auch Thüringen = Thüringer, aber alles was östlich der Saale, aber noch im heutigen Thüringen ist, ist halt “ein weites Feld”.
Viele Grüsse, Sina

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Eintrag #15 vom 22. Jun. 2009 19:44 Uhr Kai Pätz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kai Pätz eine Nachricht zu schreiben.

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ich hab mich jetzt mit der Geschichte meiner Stadt befasst und dabei zwar nicht viel gefunden , aber nach einer kurzen Debatte mit meiner Frau , werden wir, da das ja alles so komplex ist , im Jahr 1296 ansetzen . Da wurde meine Stadt das erste Mal urkundlich erwähnt ! Ich weiß das wir die Stadtrechte im Jahr 1479 durch den König Wladislaus bekamen , weil wir einen König Wenzel versteckt haben . Und ich fand heraus das wir im Jahre 1359 zur böhmischen Krone gehörten . ich denke das es für das 12 Jahrhundert mehr Informationen gibt ,als für das Frühmittelalter !!

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Eintrag #16 vom 22. Jun. 2009 22:13 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Thüringischens Verbreitungsgebiet im Frühmittelalter

Hallo Sina
Aus den Befunden meiner Primärzeit ( Frühes 9. Jhr) zeichnet sich zum Beispiel, aus Keramik und Trachtelementfunden ab das die “Thüringische” Bevölkerung sich nicht auf das heutige Thüringen beschränkt hat, sonder auch der Osthessische Bereich um Bad Hersfeld ( Befunde aus Frauengräbern) sowie Teile Unterfrankens ( Keramik und Trachtteile) dazu zu rechnen sind. Wobei auch hier mit einem eher fliesenden Übergang zwischen Ethnischen Gruppen zu rechnen ist.
Zu dem Thema Besiedelung von Wald und Mittelgebirgsregionen. Ich würde da mal nachhacken, da z. B. es bis vor wenigen Jahren es auch hies, das der Spessart z.B. bis ins 17 Jhr. sehr dünn besiedelt war. Inzwischen muss durch Grabungen dies Revidiert werden, da besonders im Südspessart etliche Früh/ Hochmittelalterliche Wüstungen entdeckt wurden. Diese liegen Teilweise selbst in Regionen die heute nicht Besiedelt sind. Infos dazu kann man bein Archeologischen Spessart Projekt einholen
www.spessartprojekt.de/spessartprojekt/index.php

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Eintrag #17 vom 22. Jun. 2009 22:44 Uhr Sina Klausnitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sina Klausnitz eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Thüringen nach Westen

Hallo Thorsten, von den Thüringern nach Westen hin habe ich relativ wenig Ahnung, deshalb halte ich mich da auch raus. Ich kann nur etwas zur Grenze zu den östlichen Nachbarn sagen und da es Kai um den heutigen SOK-Kreis ging, bezogen sich meine Ausführungen auch darauf. Das die historischen Besiedlungsgrenzen nur bedingt mit den heutigen übereinstimmen, dürfte nicht nur für die Thüringer und Thüringen so sein.
Zur Besiedlung der Mittelgebirgsregionen hier zwischen Thüringer Wald und Erzgebirge ist nach wie vor die Besiedlung erst im hohen Mittelalter im Zuge der deutschen Ostkolonisation Forschungsstand, davor lassen sich allenfalls Slawen im niedrigeren Grenzgebiet zwischen den beiden Mittelgebirgen, dem historischen Vogtland (nicht dem heutigen Vogtlandkreis) belegen. Dieser Stand gilt jedoch immer nur, bis der nächste archäologische Fund kommt und dann muss man neu interpretierten, neu schreiben. Dies ist jedoch bislang nicht der Fall, so daß ich für eine Darstellung, welche sich an die engen regionalen Grenzen orientieren soll, immer darauf Bezug nehmen sollte, was derzeit bekannt ist.
Dass jedoch vieles möglich ist, zeigt zum Beispiel die Diskussion um Zeidlerei und frühen Bergbau im Erzgebirge oder auch die Altstrassen/ Pässe über die Gebirge (sehr schön unter de.wikipedia.org/wiki/Erzgebirgspässe).
Dass jeder Forschungsstand immer relativ in Raum und Zeit ist, zeigt sehr schön Dein Spessart-Beispiel. Ich würde mich freuen, wenn hier, östlich der alten Saalegrenze, eine ähnliche Neuorientierung der Geschichte erfolgen könnte, jedoch nur auf Grundlage von archäologischen Funden, nicht auf Grund von Wunschvorstellungen oder allgemeinen Pauschalisierungen. Solange aber keine ausreichenden archäologischen Funde vorhanden sind, bleibt es bei der fehlenden Besiedlung des historischen Vogtlandes (wozu der SOK Kreis in grossen Teilen gehörte) zwischen der Bronzezeit ganz allgemein und der slawischen Besiedlung bzw. der deutschen Kolonisation. Problematisch bei diesem Stand kann sich jedoch auswirken, dass das heutige Ostthüringen bislang eher weniger in der archäologischen Forschung beachtet wurde, da das übrige, westliche Thüringen mehr als fundreich ist. Diese Prozesse sind jedoch nach den bauarchäologischen Funden im Oberen Schloss Greiz und einer Aufwertung der ostthüringischen Landesgeschichte an der Uni in Jena in Bewegung gekommen (siehe Band 30 der neuen Reihe Arbeitshefte des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege: Das Obere Schloss von Greiz. Ein romanischer Backsteinbau in Ostthüringen und sein historisches Umfeld), so dass eigentlich mit neuen Erkenntnissen in den nächsten Jahren/Jahrzehnten zu rechnen ist bzw. diese zu erhoffen sind.
Vielleicht war alles ganz anders, als wir uns das heute denken - alles ist relativ.
Viele Grüsse, Sina

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Eintrag #18 vom 22. Jun. 2009 22:47 Uhr Sina Klausnitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sina Klausnitz eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hallo Kai

Wenn Du in den engen Grenzen Deiner Heimat bleiben willst, ist das eine kluge Entscheidung.
Für die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts findest Du hier im Forum bestimmt viel Hilfe und guten Rat - einfach mal die Bibliothek und die verschiedenen Threads in der Taverne durchsuchen - die Suchfunz bringt vieles ans Licht.
Viele Grüsse, Sina

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Eintrag #19 vom 25. Jun. 2009 18:13 Uhr Kai Pätz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kai Pätz eine Nachricht zu schreiben.

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ich hab sogar herausgefunden , das es einen Stadtgründer gab , der hiess Rüdiger von Hirschberg . Werde mich jetzt mit ihm mehr befassen .

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Eintrag #20 vom 30. Jun. 2009 18:37 Uhr Roman Grabolle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Roman Grabolle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hirschberg im tiefen Wald

Hallo Kai,
ich muss Dich leider etwas enttäuschen, den vor dem 12. Jahrhundert drehte sich in Hirschberg und der näheren Umgebung kein Rad.
Slawische Siedlungen existierten im heutigen SOK etwa seit dem 8. Jh. im Orlagebiet, aber nach Süden reichte die Besiedlung nur etwa bis zur eine Linie von Weischwitz über Ziegenrück nach Auma. Auf die Schnelle ein bißchen Literatur für den Einstieg, die Du bestimmt in einer Bibliothek in Deiner Nähe findest (Leider sind gerade eine Menge online-Bibliothekskataloge down, deshalb etwas ungeordnet und verschieden zitiert):
de.wikipedia.org/wiki/Vogtland
Brigitte Unger u.a. (Hrsg.): Der Vogtlandatlas. Regionalatlas zur Natur, Geschichte, Bevölkerung, Wirtschaft und Kultur des Sächsischen Vogtlandes. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz, 3. erw. Auflage 2007. ISBN 978-3-937386-18-8.
LUISE GRUNDMANN (Hrsg.): Saalfeld und das Thüringer Schiefergebirge. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Saalfeld, Leutenberg und Lauensteinfeld.
(Landschaften in Deutschland - Werte der deutschen Heimat; 62). Köln; Weimar; Wien, 2001. ISBN 3-412-10800-6.
www.ifl-leipzig.de/514.0.html
Zwar schon etwas weiter weg, aber vom Siedlungsablauf gut vergleichbar:
WERNER SCHMIDT (Hrsg.): Das Östliches Vogtland.
Ergebnisse der landeskundlichen Bestandsaufnahme in den Gebieten Treuen, Auerbach, Oelsnitz und Falkenstein
(Werte der deutschen Heimat; 59) Weimar, 1998.
ISBN 3-7400-0938-1
www.ifl-leipzig.de/517.0.html
Schon etwas spezieller und von Dir aus “weit” im Norden:
Peter Sachenbacher und Hans-Jürgen Beier (Hrsg.): Der Orlagau im frühen und hohen Mittelalter. Beiträge zur Frühgeschichte und zum Mittelalter Ostthüringens 3. Langenweißbach 2007, ISBN : 978-3-937517-71-1
www.beier-beran.de/f_verl.html?blatt/v10/VA10_03.html
Hirschberg dürfte - jetzt mal völlig ins Blaue hinein gesprochen und ohne das ich mich damit jemals beschäftigt hätte - eher von Hof aus aufgesiedelt zu sein. Um die heutige Stadt existierte bereits spätestens im 11. Jh. eine kleine Siedlungskammer, von der aus im späten 11., aber wohl eher erst im 12. Jh. die Besiedlung der umliegenden Gebirge einsetzte.
Viele Grüße
Roman

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